Christina Marie Hammock Koch (* 29. Januar 1979 in Grand Rapids, Michigan als Christina Marie Hammock) ist eine US-amerikanische Astronautin. 2019 flog sie zur ISS, wo sie an den drei Langzeitexpeditionen 59 bis 61 teilnahm. Die Mission dauerte insgesamt 328 Tage; damit ist Koch die Frau mit dem bislang längsten Weltraumaufenthalt. Im April 2026 war sie Besatzungsmitglied der Mission Artemis 2, dem ersten Flug zum Mond seit Apollo 17 im Jahr 1972.https://www.guinnessworldrecords.com/news/2026/6/the-record-breaking-journey-that-made-astronaut-christina-koch-a-gwr-icon
Leben Christina Marie Hammock Koch studierte an der North Carolina State University in Raleigh und erwarb dort je einen Bachelor-Abschluss in Physik und Elektrotechnik sowie im Anschluss einen Master in Elektrotechnik. Sie arbeitete als Elektroingenieurin am Labor für Hochenergie-Astrophysik des NASA Goddard Space Flight Centers. Von 2004 bis 2007 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im Antarktis-Programm der Vereinigten Staaten. Im Rahmen dessen verbrachte sie eine Wintersaison auf der Amundsen-Scott-Südpolstation und eine weitere Saison auf der Palmer-Station. Von 2007 bis 2009 war Koch als Elektroingenieurin im Bereich Raumfahrt-Instrumentenentwicklung an der Johns-Hopkins-Universität tätig. Im Jahr 2010 kehrte sie zur Feldforschung zurück an die Palmer-Station in der Antarktis sowie zu mehreren Winteraufenthalten an der Summit-Station in Grönland. 2012 setzte Koch bei der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) ihre Arbeit an abgelegenen Stützpunkten fort. Sie war als Feldingenieurin im Observatorium der Global Monitoring Division des NOAA in Barrow (Alaska) und später als Stationsleiterin des Observatoriums in Amerikanisch-Samoa tätig.
Astronautentätigkeit Koch wurde am 17. Juni 2013 als Mitglied der NASA-Astronautengruppe 21 ausgewählt.
Am 15. März 2019 erreichte sie als Mitglied der Sojus-MS-12-Besatzung die ISS. Ursprünglich war vorgesehen, dass sie als Bordingenieurin an den Langzeitmissionen Expedition 59 und Expedition 60 teilnimmt, was in etwa einem Aufenthalt von einem halben Jahr entspricht. Wegen Verzögerungen bei der Fertigstellung der neuen US-Raumschiffe Crew Dragon und CST-100 Starliner wurde ihr geplanter Aufenthalt jedoch auf die Expedition 61 ausgeweitet, die zusätzlich noch verlängert wurde. Dies entspricht einer Aufenthaltsdauer von insgesamt elf Monaten. Am 6. Februar 2020 kehrte Koch mit Sojus MS-13 zur Erde zurück. links|mini|„Space-Selfie“ von Christina Koch, während des ersten Nur-Frauen-Außenbordeinsatzes der Geschichte (18. Oktober 2019) Während ihres ISS-Aufenthalts unternahm Koch mehrere Außenbordeinsätze für Wartungsarbeiten an der Stromversorgung der Station. Ihren ersten Weltraumausstieg absolvierte sie gemeinsam mit Nick Hague am 22. März 2019, den zweiten mit Andrew Morgan am 6. Oktober. Die beiden Einsätze dauerten jeweils rund sieben Stunden. Ein dritter am 18. Oktober 2019 gemeinsam mit Jessica Meir erregte große Aufmerksamkeit, da zum ersten Mal ein rein weibliches Team im Außeneinsatz war. Der Einsatz dauerte sieben Stunden und 17 Minuten, einschließlich einer kurzen Live-Fernsehschaltung zu US-Präsident Donald Trump und Vizepräsident Mike Pence.Jessica Meir und Christina Koch: Kleine Schritte für Astronautinnen, aber ein großer für alle Frauen. Zeit Online, 18. Oktober 2019.NASA Astronauts Complete the First All-Female Spacewalk. The New York Times, 18. Oktober 2019.
Im Dezember 2019 stellte Koch den vorherigen Weltrekord für einen durchgehenden Aufenthalt einer Frau im All ein und überbot ihn in der Folge mit 328 Tagen. Die US-Astronautin Peggy Whitson hatte ihn zuvor mit 289 Tagen im ISS-Einsatz (2016/17) gehalten. Koch erreichte damit auch den zweitlängsten Aufenthalt eines US-Astronauten im All, nach Scott Kelly mit 340 Tagen.
Im Dezember 2020 wurde Koch als Kandidatin für Mondflüge im Rahmen des Artemis-Programms ausgewählt.William Harwood: NASA names 18 astronauts for Artemis moon missions. Spaceflight Now, 9. Dezember 2020. Im April 2023 wurde sie gemeinsam mit Reid Wiseman, Victor Glover und Jeremy Hansen als Missionsspezialistin für Artemis 2 vorgestellt, den ersten bemannten Flug des Artemis-Programms. Der Flug startete am 1. April 2026 und umrundete fünf Tage darauf den Mond. Koch wurde damit zur ersten und bislang einzigen Frau, die zum Mond flog.
Privates Christina Koch ist verheiratet und lebt in Texas.
Trivia Das Lied Christina’s Eyes des belgischen Sängers Milow wurde durch Koch inspiriert.swr.de
Auszeichnungen 2005 verlieh der Kongress der Vereinigten Staaten Koch die Antarctica Service Medal. 2020 erhielt sie den Astronautics Engineer Award des National Space Club & Foundation. 2026 wurde sie mit dem Prinzessin-von-Asturien-Preis in der Kategorie „Eintracht“ ausgezeichnet.Prinzessin-von-Asturien-Preis 2026
Weblinks
Spacefacts.de: Kurzbiografie Videoaufzeichnung von Kochs Außenbordeinsatz mit Jessica Meir vom 18. Oktober 2019
Einzelnachweise
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