Montaut (, ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Bergerac und zum Gemeindeverband Communauté de communes des Portes Sud Périgord. Die Einwohner werden Montois und Montoises genannt.
Geografie
Montaut liegt etwa 49 Kilometer südsüdwestlich von Périgueux, etwa 49 Kilometer westsüdwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 16 Kilometer südöstlich von Bergerac in der Landschaft des Bergeracois, Teil des touristisch benannten Périgord pourpre. Das Gemeindegebiet liegt in den Einzugsgebieten der Garonne und der Dordogne und wird entwässert von den Flüsschen Banège und Conne sowie von verschiedenen kleineren Fließgewässern.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Montaut liegt auf der vierten Stufe von Nordosten, einem Plateau aus Kieselsandsteinablagerungen und lakustrischen Kalksteinen aus dem Tertiär. Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär und Sedimentgesteinen aus dem Känozoikum.
Das Gebiet der Gemeinde erstreckt sich auf einer gewellten, kaum bewaldeten Landschaft mit Erhebungen über Höhe. Der topographisch höchste Punkt mit ist der Terme du Furgou östlich des Zentrums der Gemeinde, der tiefste Punkt im Südwesten beim Austritt der Banège aus dem Gemeindegebiet. Montaut besitzt kein ausgeprägtes Zentrum. Bürgermeisteramt, Ortskirche und vereinzeltes Häuser liegen auf etwa Höhe.
Rund 99 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich, hauptsächlich als Kulturboden, genutzt, rund 1 % ist bewaldet (Stand: 2018).
Umgeben wird Montaut von den acht Nachbargemeinden:
Klima Die vorherrschenden klimatischen Bedingungen in Montaut sind durch warme und gemäßigte Temperaturen gekennzeichnet. Es ist bemerkenswert, dass die Gemeinde das ganze Jahr über eine beträchtliche Niederschlagsmenge aufweist, einschließlich des Monats Juli mit der geringsten Luftfeuchtigkeit. Nach der Köppen-Geiger-Klassifikation werden die vorherrschenden Wetterbedingungen in diesem Gebiet als Cfb (Gemäßigtes Ozeanklima) eingeordnet. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Montaut beträgt 13,4 °C, die niedrigste Durchschnittstemperatur im Januar mit 5,5 °C, die höchste im Juli und im August mit 21,7 °C. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt gemäß den meteorologischen Aufzeichnungen etwa 820 mm.
Natürliche Risiken mini|Risikokarte zur Quellung/Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für Montaut Naturrisiken manifestieren sich in Montaut als Waldbrände Bodensetzungen Bodenbewegungen
Obwohl das Gemeindegebiet kaum mit Wald bedeckt ist, besteht in einem gewissen Teil des Gemeindegebiets zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Département erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern.
Wie die Risikokarte zeigt, ist nur ein kleiner Teil des Gemeindegebiets im Südosten von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperiode im Jahr 1989 ist als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden. Die Erdbebengefahr wird als niedrig eingestuft, das Gemeindegebiet ist nur einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.
Bodenbewegungen umfassen eine Reihe von Verschiebungen des Bodens oder Untergrunds, manche abrupter als andere. Die dabei auftretenden Volumina können von wenigen Kubikmetern bis zu mehreren Millionen Kubikmetern reichen. Diese Verschiebungen können langsam (einige Millimeter pro Jahr) bis sehr schnell (einige hundert Meter pro Tag) erfolgen. Im Allgemeinen verlaufen Bodenbewegungen mit einem signifikanten Volumen relativ langsam. Eine solche Bodenbewegung im Jahr 1999 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden. In Montaut besteht die Gefahr von Bodenbewegungen als Senkungen und Einstürzen anthropogenen Ursprungs, natürlich entstandene unterirdische Hohlräume, deren Decken einsturzgefährdet sind.
Etymologie und Geschichte Das Dorf änderte im Laufe des 13. Jahrhunderts seinen Namen, wie die Erwähnungen in den Schriften zeigen, in den latinisierten Formen Monteacon in Baianesio (1273), Ecclesia de Montedalto (1278) und Monte Altus (1298). Die drei Namen haben Monte als Gemeinsamkeit, das über das okzitanische mont aus dem lateinischen mons stammt und eine Anhöhe bezeichnet. Im ersten bekannten Namen steht Acon für einen Personennamen gallischen Ursprungs, Aco, der auch Vorlage für den Ursprung der Gemeinde Agonac lieferte. Baianesio entspricht Bajanes, das im Wörterbuch von Gourgues als Gebiet in der Umgebung von Issigeac angegeben ist. In den folgenden Namen ist Montaut deutlich zu erkennen. Das zweite Element stammt vom okzitanischen Adjektiv alt, aut (), hervorgegangen vom lateinischen altus.Siehe Tanet, Hordé, Seite 232
Wie die Fundstätte von Furgou belegt, ist das Gebiet von Montaut bereits während des Altpaläolithikums und der Jungsteinzeit besiedelt. Keltische Äxte, Fragmente von Falzziegeln, Keramik, Mauerziegel, eine Getreidemühle und ein Gewicht, die am Lieu-dit Furgou ausgegraben wurden, zeugen von dem hohen Besiedlungsalter des Ortes, der Spuren einer alten Festung bewahrt.
Im 12. Jahrhundert gehörte die Pfarrgemeinde mit 58 weiteren Pfarreien oder Kapellen zum Erzpriestertum von Bouniagues.
Einwohnerentwicklung
Sehenswürdigkeiten Pfarrkirche Saint-Vincent Bei der Vinzenz von Valencia geweihten Kirche handelt es sich um einen Neubau aus dem Jahre 1870. Ihre Westfassade zeigt einen schmalen Eingang, darüber einen kleinen Okulus, eine neuromanische Zwillingsöffnung und eine rundbogenförmige Öffnung für die Glocken.
Chartreuse von Péchalvès Die Chartreuse befindet sich im Weiler Péchalvès südlich des Zentrums von Montaut. Sie ist am Ende des 18. Jahrhunderts erbaut worden und war der Wohnsitz der Familien Richommes, Joas de Laroque und Montard. Der Bau ist u-förmig um einen viereckigen Turm angelegt. Der Wohntrakt und seine beiden Flügel bilden das Hauptgebäude, wobei der südliche Flügel nicht mehr mit seinem ursprünglichen Dach gedeckt ist. Die neuen Besitzer haben am Ende des 20. Jahrhunderts umfangreiche Restaurierungsarbeiten durchgeführt. Die Chartreuse ist in Privatbesitz und der Öffentlichkeit nicht zugänglich.
Wirtschaft Erwerbstätigkeit Im Jahre 2023 waren 57 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Montaut erwerbstätig, entsprechend 77,0 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (83,3 %) sehr viel höher war als bei den Frauen (71,1 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit sechs Personen im Jahr 2023 etwas höher als im Jahr 2017 (5). Die Arbeitslosenquote stieg entsprechend von 7,5 % (2017) auf 10,5 % (2023).
Landwirtschaft Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf grandes cultures wie Proteinpflanzen, Faserpflanzen (Lein, Hanf usw.), industrielle Pflanzen (Zuckerrüben, Kartoffeln usw.). Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 19 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 17 im Jahr 2000 und im Jahr 2010 und stieg auf 13 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 31,6 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche vergrößerte sich von 1294 Hektar im Jahre 1988 auf 1567 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg deutlich von 68,1 Hektar auf 120,5 Hektar.
Wanderwege Der 493 Kilometer lange Fernwanderweg GR 81 „Chemin d’Amadour“ von Soulac-sur-Mer nach Rocamadour verläuft entlang der südlichen Grenze des Gemeindegebiets.
Der Rundweg „Boucle de Marsalou – Montaut“ besitzt eine Länge von 14,8 Kilometer bei einem Höhenunterschied von 37 Metern. Er führt vom Zentrum zu Fuß, mit dem Fahrrad oder zu Pferd vom Zentrum von Montaut durch das Gebiet der Gemeinde, nach Issigeac und teilweise durch die Nachbargemeinde Monmadalès.
Verkehr Obwohl sie am Zentrum von Montaut vorbeiläuft, ist die Departementsstraße D 25 die Hauptverkehrsader der Gemeinde, Sie verbindet Montaut mit Issigeac im Westen und mit Beaumontois en Périgord im Osten. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen führen zu weiteren Nachbargemeinden.
Persönlichkeiten Robert Soulage, geboren am 9. Juni 1913 in Montaut, war im Zweiten Weltkrieg Mitglied der Résistance und nach dem Krieg Mitbegründer der Weltbürgerbewegung.
Literatur
Weblinks
Montaut auf der Website des Gemeindeverbands (französisch)
Einzelnachweise
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