Monsaguel (, ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Bergerac und zum Gemeindeverband Communauté de communes des Portes Sud Périgord. Die Einwohner werden Monsaguelois und Monsagueloises genannt.

Geografie

Monsaguel liegt etwa 51 Kilometer südsüdwestlich von Périgueux, etwa 53 Kilometer westsüdwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 15 Kilometer südsüdöstlich von Bergerac am südlichen Rand des Départements in der Landschaft des Bergeracois, Teil des touristisch benannten Périgord pourpre. Das Gemeindegebiet liegt im Einzugsgebiet im nördlichen Teil der Dordogne und im südlichen Teil der Garonne und wird entwässert von den Flüsschen Conne, das es im Norden begrenzt, und der Cendronne sowie von zwei kleineren Fließgewässern.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Monsaguel liegt auf der vierten Stufe von Nordosten, einem Plateau aus Kieselsandsteinablagerungen und lakustrischen Kalksteinen aus dem Tertiär. Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär und Sedimentgesteinen aus dem Känozoikum.

Das Gebiet der Gemeinde erstreckt sich auf einer hügeligen, kaum bewaldeten Landschaft nach Südwesten hin mit Erhebungen über Höhe. Der topographisch höchste Punkt mit befindet sich im Südwesten in der Nähe des Lieu-dit Font de l’Eyma, der tiefste Punkt mit Höhe im äußersten Norden beim Austritt der Conne aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum liegt auf etwa Höhe.

Rund 92 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich, hauptsächlich als Kulturboden, genutzt, rund 9 % sind bewaldet (Stand: 2018).

Umgeben wird Monsaguel von den fünf Nachbargemeinden:

Klima Die klimatischen Bedingungen in Monsaguel werden als warm und gemäßigt eingestuft. In Monsaguel ist das ganze Jahr über Niederschlag zu verzeichnen, und selbst im trockensten Monat Juli gibt es noch erhebliche Niederschläge. Nach der Köppen-Geiger-Klassifikation werden die vorherrschenden Wetterbedingungen in diesem Gebiet als Cfb (Gemäßigtes Ozeanklima) eingeordnet. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Monsaguel beträgt 13,4 °C, die niedrigste Durchschnittstemperatur im Januar mit 5,5 °C, die höchste im Juli und im August mit 21,7 °C. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt gemäß den meteorologischen Aufzeichnungen etwa 824 mm.

Natürliche und technologische Risiken mini|Risikokarte zur Quellung/Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für Monsaguel Natürliche Risiken manifestieren sich in Monsaguel neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als Waldbrände Bodensetzungen Bodenbewegungen

Obwohl das Gemeindegebiet nur zu einem kleinen Teil mit Wald bedeckt ist, besteht in einem großen Teil des Gemeindegebiets zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Département erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern.

Wie die Risikokarte zeigt, ist etwa ein Fünftel des Gemeindegebiets von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Erdbebengefahr wird als niedrig eingestuft. Das Gemeindegebiet ist nur einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.

Bodenbewegungen umfassen eine Reihe von Verschiebungen des Bodens oder Untergrunds, manche abrupter als andere. Die dabei auftretenden Volumina können von wenigen Kubikmetern bis zu mehreren Millionen Kubikmetern reichen. Diese Verschiebungen können langsam (einige Millimeter pro Jahr) bis sehr schnell (einige hundert Meter pro Tag) erfolgen. Im Allgemeinen verlaufen Bodenbewegungen mit einem signifikanten Volumen relativ langsam. Eine solche Bodenbewegung im Jahr 1999 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden. In Monsaguel besteht die Gefahr von Bodenbewegungen als Senkungen und Einstürzen anthropogenen Ursprungs, natürlich entstandene unterirdische Hohlräume, deren Decken einsturzgefährdet sind.

Ein technologisches Risiko bilden verschmutzte oder potenziell verschmutzte Standorte, die weniger als 500 Meter vom Zentrum entfernt sind. Es handelt sich im Falle von Monsaguel um eine frühere illegale Mülldeponie.

Etymologie und Geschichte Der Name des Dorfes ist Mitte des 11. Jahrhunderts im Zusammenhang mit einem Sakralbau in Santa Maria de Monsaguel im Jahr 1053 belegt. Im Jahr 1268 erschien er in der Schreibweise Montsaguel, danach in der latinisierten Form Mons Saguellus (1298). Der erste Namensteil wurde im 13. Jahrhundert falsch als Mont interpretiert, aber saguel kann nicht vom okzitanischen Adjektiv agut, aguda () kommen, genauso wenig wie das lateinische actus, aus dem agut hervorging, und zwar aus einfachen phonetischen Gründen. Wenn man an einer Wortbildung mit mont festhalten möchte, dann stünde Saguel für einen gallorömischen Personennamen nahe an °Seguilus. Es scheint jedoch plausibler, in Monsaguel ein Diminutiv mit -el des Ortsnamens von Monsac zu sehen. Dieser stammt, wie die meisten Toponyme mit der Endung -ac im okzitanischen Sprachraum von einem gallorömischen Personennamen, Montius, dem das Suffix -acum als Eignertitel angehängt wurde (somit Montiacum, Landgut des Montius). Dieser Name, der in der römischen Epoche nicht belegt ist, kommt vom Adjektiv montius (), was die Bezeichnung für mehrere Lieux-dits im Périgord ist.Siehe Tanet, Hordé, Seiten 228–229

Monsaguel war im Mittelalter vom Herzogtum der Gascogne abhängig. Während des Hundertjährigen Krieges widerstand der Conte Modon de Montbarron den Engländern. Es gibt aber keine Spuren dieses Konflikts in Monsaguel. Eine Bulle von Papst Eugen III. aus dem Jahre 1153 erwähnt, dass die Kirchen von Monsaguel der Abtei von Sarlat unterstehen.

Es gab eine Eisenbahnlinie zwischen Bergerac und Marmande mit Bahnhöfen in den Nachbargemeinden Saint-Cernin-de-Labarde und Issigeac, die das nordöstliche Gebiet von Monsaguel durchquerte. Der Betrieb wurde aber kurz nach dem Zweiten Weltkrieg eingestellt.

Einwohnerentwicklung

Sehenswürdigkeiten Pfarrkirche Notre-Dame-de-l’Assomption Die romanische Kirche wurde im 12. Jahrhundert errichtet. Sie besitzt eine Glocke, die mehr als 350 kg wiegt. Diese wurde 1833 geweiht, nachdem die vorhergehende Glocke während der Französischen Revolution verloren gegangen war. Das Pfarrhaus dient heute als vielbesuchter Festsaal.

Herrenhaus L’Aubespin mini|Herrenhaus L’Aubespin Während der Hugenottenkriege im 16. Jahrhundert war das Anwesen vermutlich mit einem entwickelten Verteidigungssystem ausgestattet. Die Errichtung des Herrschaftshauses könnte auf das 15. Jahrhundert zurückgehen, eine Neugestaltung auf das 17. Jahrhundert. Während heute nur der Hauptwohntrakt erhalten geblieben ist, zeigt das Kataster von 1823 hingegen zwei weitere Bauwerke. In der nordwestlichen Ecke war ein heute zerstörtes Gebäude L-förmig angelegt. Sein abgerundetes Ende weist auf einen Backofen hin. Im Südwesten zeigt das Kataster eine Scheune. Die Gruppe von Gebäuden war von einer Mauer umgeben. Am Wohntrakt sind an der südöstlichen und an der nordwestlichen Ecke je ein viereckiger Turm angebaut. Vom 12. Jahrhundert bis zur Französischen Revolution gehörte das Anwesen der Familie Laurière. Kurz nach der Revolution gelangte es in die Hände der Familie Sorailles aus Villeneuve-sur-Lot, die es noch 1903 besaß. 1963 wurde das Anwesen von der Familie Marie erworben. Das Herrschaftshaus, die Überreste der Scheune und das ganze Gelände sind seit dem 9. März 2009 als Monument historique eingeschrieben. Das Schloss befindet sich in Besitz einer Privatperson und ist der Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Wirtschaft Erwerbstätigkeit Im Jahre 2023 waren 55 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Monsaguel erwerbstätig, entsprechend 80,3 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (80,6 %) etwas höher war als bei den Frauen (80,0 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit fünf Personen im Jahr 2023 niedriger als im Jahr 2017 (8). Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 13,3 % (2017) auf 9,4 % (2023). Die Arbeitslosenquote bei den 15- bis 24-Jährigen sank in diesem Zeitraum von 50,0 % auf 25,0 %.

Branchen und Betriebe 23 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2024 in Monsaguel wirtschaftlich aktiv: Branche Anzahl %Fertigung, Bergbau und andere Industrien14,3 %Baugewerbe521,7 %Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie939,1 %Immobilien14,3 %Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten417,4 %Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln14,3 %Andere Dienstleistungen28,7 %Gesamt23

Landwirtschaft Monsaguel liegt in den Zonen der geschützten Ursprungsbezeichnungen (AOP) der Weine: Bergerac blanc, rosé und rouge und Côte de Bergerac blanc und rouge.

Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf den Anbau von Obst oder anderen Dauerkulturen. Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 15 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 14 im Jahr 2000, auf 6 im Jahr 2010 und im Jahr 2020, ein Rückgang von 60 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verkleinerte sich von 838 Hektar im Jahre 1988 auf 403 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg von 55,9 Hektar auf 67,2 Hektar.

Rundwanderweg Der Rundweg Boucle de Monsaguel besitzt eine Länge von 9,8 Kilometern bei einem Höhenunterschied von 31 Metern. Er führt vom Zentrum durch das Gebiet der Gemeinde u. a. am Schloss L’Aubespin vorbei.

Verkehr Monsaguel liegt fernab von größeren Verkehrsachsen. Die Departementsstraße D 14, die das östliche Gemeindegebiet durchquert, bildet die nennenswerte Verbindung. Im Südosten führt sie nach Issigeac, im Nordwesten in Richtung auf die Nationalstraße N 21, im weiteren Verlauf nach Bergerac. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum von Monsaguel mit den Weilern der Gemeinde und mit Nachbargemeinden.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

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