mini|St.-Petri-Kirche zu Albrechtshain (2021) mini|Blick von der Empore zum Altar Die St.-Petri-Kirche zu Albrechtshain ist das evangelische Kirchengebäude der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens in Albrechtshain, einem Ortsteil von Naunhof bei Leipzig im Landkreis Leipzig. Sie ist dem Patrozinium des Apostels Petrus geweiht.
Geschichte Im Jahr 1382 wurde die damalige romanische Kirche erstmals urkundlich erwähnt. Der erste evangelische Pfarrer in Albrechtshain war ab 1530 Johann Pfeffinger, der später als Superintendent nach Leipzig berufen wurde. Um 1840 war die Kirche baufällig. Das Gotteshaus wurde 1846 grundlegend erneuert, erhielt die Sakristei als Anbau und ein kleines Dachreiter-Türmchen. Die Kirchweihe war am 1. August 1847.
Beim großen Umbau 1896 gestaltete Architekt Theodor Quentin aus Pirna die Kirche mit intensiver Farbigkeit im Altarraum. Die farbigen Fenster aus dieser Zeit zeigen den auferstandenen Christus sowie Petrus und Paulus. Auch Altar, Kanzel und Bänke stammen aus jener Zeit. Es entstand ein stilistischer Mix aus neogotischen Elementen und Einflüssen des Jugendstils. Quentin plante ebenso den 32 Meter hohen, schlanken Turm aus Beuchaer Granitporphyr und Rochlitzer Porphyr. Das Petrus-Fenster im Altarraum und der Hahn als Wetterfahne verweisen auf den Namensgeber der Kirche „St. Petri“.
1996 begannen umfangreiche Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten in und an der Kirche – sie wurden 2017 erfolgreich abgeschlossen; die Wiedereinweihung war am 1. Advent 2017.
Am 8. Juli 2023 begingen die Bürger das Jubiläum „675 Jahre Albrechtshain“ mit einer Feierstunde in der Kirche, die musikalisch umrahmt wurde von Organist Erwin Stache, Alphorn-Musiker Rainer Köhler und dem Gospelchor Brandis. 675-Jahrfeier Albrechtshain/Eicha, abgerufen am 8. Juli 2023
Altar mini|Der „wundertätige“ Altar Beatae Mariae Virginis – nach Auflösung des Klosters 1525 in die Kirche Albrechtshain verbracht Im Mittelalter gab es im nahe gelegenen Eicha einen Wallfahrtsort – dort errichtete 1497 der Antoniter-Orden sein Antoniterkloster, das aufgrund der Reformation 1525 aufgelöst wurde. Aus der Kirche des Klosters stammt höchstwahrscheinlich der Marien-Altar Beatae Mariae Virginis an der Südseite des Chorraumes. Der Schnitzaltar entstand um 1510 und zeigt Maria auf der Mondsichel mit dem Christuskind. Ihr zur Seite stehen der Heilige Martin und der Heilige Wolfgang. Weitere zwölf Heilige schmücken den Altar, darunter Katharina, Barbara, Nikolaus und Georg sowie in der Predella die Figur der Anna Selbdritt, also Anna mit ihrer Tochter Maria und ihrem Enkel Jesus. Der Altar wurde 2015 bis 2017 umfangreich restauriert.http://www.stadtkirche-brandis.de/main.php?id=NULL&sub=7 – abgerufen am 5. Dezember 2018http://www.stadtkirche-brandis.de/main.php?id=NULL&sub=57 – abgerufen am 5. Dezember 2018
Orgel mini|hochkant|Beyer-Orgel von 1847 1847 schuf Christian Carl David Beyer (1785–1856) aus Leipzig-Großzschocher die Orgel mit einem Manual und Pedal. 1976 erfolgte eine Umdisponierung von Orgelbauer Reinhard Schmeißer aus Rochlitz: Er ersetzte damals das ursprünglich vorhandene Register Flöte 8′ durch die Sifflöte 1′.
Im Jahr 2019 erfolge die Generalrestaurierung des Instrumentes durch Orgelbaumeister Georg Wünning (Großolbersdorf). Dabei wurden die Prospektpfeifen erneuert sowie die Flöte 8' wieder hergestellt.
Manual C–c3 1. Principal D 8′ 2. Gedackt 8′ 3. Flöte 8' 4. Principal 4′ 5. Flöte 4′ 6. Quinte ′ 7. Octave 2′ 8. Mixtur III Pedal C–c1 9. Subbaß 16′ 10. Principalbaß 8′ Koppeln: I/P
Glocken mini|Die einstigen Stahlglocken vor der Kirche Die Bronze-Kirchenglocken mussten im Ersten Weltkrieg als sogenannte Metallspende für Rüstungszwecke abgegeben werden. 1921 wurden als Ersatz Stahlglocken angeschafft.
Im Jahr 2011 wurde ein Glockenstuhl aus Holz eingebaut. Das aktuelle Geläut besteht aus drei Bronze-Glocken: eine wurde 2011 in der Kunst- und Glockengießerei Lauchhammer gegossen (Ton a' -2, unterer Durchmesser 905 mm, 448 kg), die beiden anderen 2012 von der Glockengießerei Rincker (Ton c +/-0, unterer Durchmesser 770 mm, 299 kg; Ton e -3, unterer Durchmesser 655 mm, 193 kg) gegossen. Die große Glocke trägt den Schriftzug „Seid fröhlich in Hoffnung“, die mittlere „Beharrlich in Trübsal“ und die kleine „Haltet an am Gebet“. Sie wurden 2013 geweiht.
Kirchengemeinde Die Peterskirche Albrechtshain und die Bergkirche Beucha bilden eine Kirchengemeinde; ebenso die Kirche Polenz und die Stadtkirche Brandis. Pfarrer beider Kirchengemeinden ist Christoph Steinert aus Brandis.http://www.stadtkirche-brandis.de/main.php?id=3 – abgerufen am 5. Dezember 2018
Pfarrer seit 1529 mini|hochkant|Johannes Pfeffinger 1529 – Heinrich Patz 1530 – Johann Pfeffinger 1533 – Bartholomäus Hildebrand 1561 – Peter Beuther 1602 – Abraham Rehfeld 1631 – Christoph Ulrich 1633 – Ernst Gottfried Hauck 1638 – Peter Oehler 1662 – Johann Eduard (Eckardt) Salender 1672 – Johann Christoph Müller 1674 – Balthasar Jacobi 1714 – Nikolaus Liebe 1725 – Christoph Harthung 1757 – Johann Traugott Grimm 1787 – Carl Friedrich Wunder 1796 – Johannes Heinrich Schneider 1827 – Carl Gottlob Klotzsch 1835 – Carl Julius Riedel 1840 – Friedrich Ferdinand Schmid 1856 – August Ferdinand Robert Claus 1858 – Bernhard Otto Gretschel 1862 – Moritz Hermann Schulze 1866 – Heinrich Arno Colditz 1879 – Benno Theobald Wilsdorf 1909 – *Johann Hermann Möbius 1923 – Otto Hermann Walter Rost 1924 – Feodor Martin Wilhelm Flechtner 1926 – Julius Hermann *Friedrich Klaholz 1929 – Gotthilf Johann Nathanael Vogelhttps://pfarrerbuch.de/sachsen/stelle/298, abgerufen am 8. Juli 2023
Literatur mini|Großflächige Deckenzier Ev.-Luth. Kirchgemeinden Brandis-Polenz und Beucha-Albrechtshain (Hrsg.): Die Kirchen Brandis, Polenz, Beucha, Albrechtshain. Brandis 2018, ohne ISBN. Ev.-Luth. Kirchgemeinden Brandis-Polenz und Beucha-Albrechtshain (Hrsg.): Die Orgeln Brandis, Albrechtshain, Beucha, Polenz. Format 21 cm × 10 cm, 20 Seiten mit farbigen Abbildungen, Brandis o. J. (2021), ohne ISBN. Lutz Heydick: Leipzig ostwärts. Parthendörfer, Steinbrüche, Autobahnseen. Sax-Verlag, Beucha 1997, ISBN 3-930076-47-0. Die Parochie Albrechtshain mit Eicha und Filial Erdmannshain. In: Neue Sächsische Kirchengalerie, Die Ephorie Grimma links der Mulde. Strauch Verlag, Leipzig 1911, Sp. 189–194 (Digitalisat)
Weblinks
Kirche Albrechtshain – abgerufen am 5. Dezember 2018 Chronik der Kirche Albrechtshain – abgerufen am 5. Dezember 2018
Einzelnachweise
Kategorie:Kirchengebäude im Landkreis Leipzig Kategorie:Kulturdenkmal in Naunhof Kategorie:Peterskirche Kategorie:Kirche in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens Kategorie:Saalkirche in Sachsen Kategorie:Neugotisches Kirchengebäude Kategorie:Neugotisches Bauwerk in Sachsen Kategorie:Ersterwähnung 1382 Kategorie:Erbaut in den 1840er Jahren Kategorie:Geläut Kategorie:Disposition einer Orgel Albrechtshain