Bernardon de Serres (* 1359 la Bastide de Serres-Los; † 15. Februar 1413 bei Villefranche-sur-Saône) war ein französischer Condottiere. Er war nacheinander Kapitän der päpstlichen Armeen, Generalkapitän von Florenz, Vizekönig von Neapel für Ludwig II. von Anjou, Gouverneur von Asti für den Herzog Ludwig von Orléans, Seigneur de Malaucène, Mollans et Noves.
Leben Bernardon de Serres wurde 1359 als unehelicher Sohn Bernardon de la Salles in La Bastide de Serres-Los bei Hagetmau im Bistum Aire geboren.
1379–1381: Im Dienst Raimond de Turennes Ende Dezember 1379 kaufte Bernardon de la Salle, der gerade Clemens VII. für seine Lehen Oppède, Mornas und Caderousse gehuldigt hatte, seinem Waffenbruder Raimond de Turenne La Tour-Canillac und Le Mas-Blanc bei Saint-Rémy-de-Provence ab. Bei dieser Gelegenheit machte er ihn mit seinem Sohn Bernardon bekannt, der in Raimonds Dienst wechselte und ihm in seine Vizegrafschaft folgte.Der Vicomte war am 23. Januar 1380 in Turenne, um mit den Routiers zu verhandeln, die in seinen Lehen lagerten. Unter ihnen befanden sich die Ornhac (wohl u. a. Raymond d’Ornhac, um 1335-nach 1405), Pierre de la Brande und Noli Barbe, grands amys des Anglois, die die Festung Beynat besetzt hatten, sowie Peyrot le Béarnais, der auf der Burg Saint-Chamant bei Argentat im Bas-Limousin saß. Zu dieser Zeit vgl. P. Flandin-Bléty, Trahison ou pacification ? À propos d’une rémission de 1389, in: La « France anglaise » au Moyen Âge, Actes du 111e congrès national des Sociétés Savantes de France à Poitiers, Paris, 1988
In den Monaten April und Mai 1381 ließ Raimond de Turenne die Laufbahn des jungen Bernardon beginnen. Der Vicomte hatte beschlossen, die Burg Saint-Chamant zu belagern, die vom englischen Kapitän Pierre Foucaud, genannt der Henker, besetzt war. Das Konsulat von Brive beteiligte sich an dieser Operation, indem es sich bereit erklärte, die Summe von 300 Goldfranc zu zahlen.Archives départementales de Corrèze, 2F 52, Erwähnung einer Quittung vom 8. Mai 1381.
1381: Gegen die Anhänger Karl von Durazzos in der Provence Am Ende des Herbstes 1381 steuerte der neapolitanische Seneschall Baldassare Spinola die provenzalische Küste an und landete in einer Felsenbucht des Esterel. Er schlug sein Hauptquartier in Avignonnet auf.
Die Flotte von Marseille transportierte einige der Truppen der Provence und des Comtats von Foulques d’Agoult und Raimond de Turenne in den Golf von Cannes. Die Anhänger von Königin Johanna von Neapel nahmen ihr Quartier in der Burg Théoule.Die Burg Théoule ist heute unter den Namen Château de Turenne bekannt; sie gehörte bis 1284 den Villeneuve, die das primitive Fort in einer Festung verwandelt hatten. 1919 wurde die Burg vom amerikanischen Bildhauer Heny Clews Jr. (1876.1937) gekauft und restauriert. Sie wird heute von seiner Stiftung verwaltet. Diese Landung würde eine Konfrontation zwischen Karlisten und Loyalisten unvermeidlich machen. Raimond befahl Bernardon, Avignonnet niederzubrennen und die Burg Saint-Pierre zu schleifen.Avignonnet wurde von der Familie Villeneuve wieder aufgebaut, die dann den Namen Néapolis wählten, woraus das heutige La Napoule wurde.
Im Winter 1381 passierten der Vicomte de Turenne und seine Männer das Hinterland von Grasse, wo sich Karlisten-Truppen verstreut aufhielten. Er brannte das Tal der Siagne nieder, griff das verlassene Cabris an, dann die Karlisten, die sich in den Kastellen von Gréolières niedergelassen hatten, die in die Flucht getrieben und gezwungen wurden, sich hinter die Mauern von Mouans und Sartoux zurückzuziehen. Deren Einwohner scheinen alle auf der Seite Karl von Durazzo gestanden zu haben. Raimond befahl Bernardo, Feuer zu legen, woraufhin die Burg zwei Tage lang brannte.
In Grasse erfuhr der Vicomte, dass Foulques d’Agoult und Baldassare Spinola zu Verhandlungen bereit waren. Er nahm Bernardon mit nach Avignon.
1382–1385: Der Knappe Raimond de Turennes Als einer der Knappen des Vicomte ging Bernardon mit ihm am 10. März 1382 nach Alès, wo er eine interessante Anerkennung erhielt: die Burgvogtschaft von Servières in der Vizegrafschaft Turenne.Archives nationales, 01* 1461, f° 77, r°-v°.
Am 22. Juli des gleichen Jahres begleitete er Raimond de Turenne zu einer Versammlung der Generalstände der Auvergne in Clermont. Der Vicomte traf dort seinen Schwiegervater Jean de Boulogne und Béraud, Dauphin von Auvergne.Die drei stimmten für einen Zuschuss für Marschall Louis de Sancerre, um die Festungen, die von den Routiers gehalten wurden, zu räumen. Vgl. Françoise Lehoux, Jean de France, duc de Berri, Band 2, Paris, 1966, S. 134 und Fußnote.
Ludwig I. von Anjou, der daran dachte, seine Autorität über den Adel und die Städte der Provence auszubauen, widerrief am 8. März 1383 die Lehensvergabe durch die Königin Johanna I. von Neapel, darunter auch die von Guillaume III. Roger de Beaufort. Am nächsten Tag versetzte Henri de Sévery, Rektor des Comtat Venaissin, das Schlimmste befürchtend, die sieben Festungen, die sich im Venaissin befanden, in Alarmbereitschaft.Die sieben Festungen sind: Beaumes-de-Venise, Oppède, Les Pilles, Malaucène, Serres, Mornas und Mondragon.
Der Ausbruch einer Pestepidemie hatte Guillaume Roger de Beaufort zu einem vorzeitigen Aufbruch nach Flandern bewegt, wo er am „Reiterzug nach Bourbourg“ an der Seite des Königs Karl VI. teilnehmen wollte. Clemens VII. profitierte von der Abwesenheit Guillaumes und seines Sohnes Raimond de Turenne, hielt die Gelegenheit für günstig, Marquis de Beaufort, dem Bruder Guillaumes, seine Einkünfte aus Grillon zu entziehen (24. Oktober 1383).
Dieser Raub führte zu einem langen Privatkrieg. Nach seiner Rückkehr zögerte Raimond de Turenne nicht, seine Familie mit Waffen zu verteidigen, und Anfang 1385 lief er auf die Seite der Anhänger Karls von Durazzo über, die sich in der Union d’Aix zusammengefunden hatten (1382–1387). Seit diesem Jahr beteiligte sich Bernardon de Serres, der von Clemens VII. bezahlt wurde, an der Verteidigung der Provence und des Comtat Venaissin, die von den Karlisten, den Unterstützern Durazzos, bedroht wurden.
1387–1392: Sein erster Feldzug in Italien Er beginnt im Mai , als Bernardon sich seinem Vater auf der Halbinsel anschließt. Den Einwohnern Viterbos, die sich geweigert hatten, Urban VI. zu folgen, wurde Bernardon de la Salle, der in die päpstliche Armee eingetreten war, auf den Hals geschickt. Aber da der Präfekt von Rom, Francesco di Vico, die Aufstände vor der Ankunft der Gascogner-Truppen niedergeschlagen hatte, zog sich La Salle nach Bolsena zurück, während sein Sohn Bernardon mit seiner Compagnie Orvieto verließ und in Canino Zuflucht nimmt.
Man trifft ihn im April 1392 im Latium wieder. Wie sein Vater ist er nun im Dienst von Clemens VII. Unter dem Kardinallegaten Pietro Pileo di Prata dringen Bernardon und Nicola Farnese in Bolsena ein und nehmen die Burg, die von Peccia da Montalfina verteidigt wird. Sie greifen Corbara mit 170 Reitern und 150 Mann zu Fuß an, brennen die Stadt nieder, nehmen die Burg von Ripa und hissen auf dieser Festung die Fahne des Papstes in Avignon.
1394: Der Herr von Malaucène Dieser Angriff wird es Clemens VII. wert gewesen sein, Bernardon de Serres am 1. September 1394 Malaucène zu Lehen zu geben.Dies war einer der letzten offiziellen Akte Clemens‘ VII., der am 15. September 1394 starb. Der Papst in Avignon gab Burg und Stadt Malaucène im Bistum Vaison und dem Comtat Venaissin mit seinen Territorien, Festungen, Häuser, Gebäuden und Rechtsprechung zu Lehen für ihn und seine legitimen männlichen Nachkommen;Sein Vater Bernardon de la Salle besaß das gleiche Lehen sollte er ohne Erben bleiben, sollte das Lehen an einen Bruder seiner Wahl fallen.Bernardon hatte mindestens zwei Brüder: Antoine de la Salle und Garcias. Jährlich war an die Apostolische Kammer zu Peter und Paul (29. Juni) ein Goldflorin zu entrichten.Claude Faure, Étude sur l’administration et l’histoire du Comtat Venaissin du XIIIe au XVe siècle (1229–1417) , 1909, sowie Paul Durrieu, Les Gascons en Italie, 1885. Es ist aber bekannt, dass die Männer Bernardons diese päpstliche Festung mindestens einen Monat lang besetzt hatten, da der Prob’homme Pierre Duesens im August verwirrt nach Avignon hinuntergegangen war, um den Rektor Pons de Langeac darüber zu informieren: er teilte ihm mit, dass die Männer von Kapitän Bernardon von der Spitze der Remparts von Malaucène aus siebzehn Mann gesehen hatten, die hinter Raymond de Turennes Banner tänzelten.
1394–1395: Der zweite Italienfeldzug Im November 1394, zu Beginn der Eroberung von Savona durch Enguerrand de Coucy, schlug Bernardon im Namen von Herzog Ludwig von Orleans vor, die Stadt, die Festung und die Burgen des Patrimonium Petri unter Kontrolle zu bringen.Anfang Dezember 1394 erhielt er für seine Haltung 100 Florin als Dank
Im Frühjahr 1395 wollte er Verhandlung beginnen, um in Orvieto Frieden zwischen den Fraktionen der Beffati/Muffati und den Mercorini zu schließen.Fraktionen in Orvieto, die während gesamten 14. Jahrhundert das Leben in der Stadt vergifteten. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Beffati/Muffati die klerikalen Unterstützer des Papstes repräsentierten, während die Mercorini gewaltsam antiklerikal war – die lokale Version der Guelfen und Ghibellinen.
Nach dem Scheitern dieses Versuchs kämpfte Bernardon für Orvieto gegen die Compagnie von Brandolino Brandolini und Ceccolo Broglia als Truppen des Papstes in Rom. Er besetzte und plünderte Toscanella, besetzte Canino, Bagnoregio und Civitella d’Agliano.
Im Juli befreite er gemeinsam mit Farnese dessen Sohn Ranuccio, der von den Einwohnern von Isola FarneseEine Zone im römischen Municipio XV gefangen gesetzt worden war. Die Bewohner Orvietos profitierten von der Situation und töteten entgegen seinen Anweisungen einige Bürger der Stadt.
1396: Im Kampf gegen die Visconti 1396 stand er im Dienst von Francesco I. Gonzaga, Herr von Mantua, und kämpfte gegen die Visconti in der Lombardei. Im Oktober verließ er auf Bitte der Florentiner die Romagna und zog in die Gebiete von Arezzo und Siena, die er verwüstete.
Dann rückt er nach Montalcino vor, wo sich Verschwörer zu seinen Gunsten befanden. Er erhielt 3500 Florin von Siena, um ihre Stadt nicht zu plündern, drang in die Region Pisa ein und wies den von Jacopo d’Appiano anbotenen Betrag zurück.
Für die Verteidigung Pisas drangen die Sieneser Condottieri Guido da Correggio und Broglia auf ihn ein und zwangen ihn, sich zurückzuziehen und seine Truppen zwischen Volterra und Colle di Val d’Elsa zu zerstreuen. Mitte des Monats wechselte er in den Dienst der Florentiner, um sich den Visconti und ihren Verbündeten entgegenzustellen.
1397: Generalkapitän in der Toskana Im Januar 1397 drängte Bernardon die Söldner Sienas bis nach Montieri zurück. Im folgenden Monat beendete er in Valdinievole mit 600 Reitern und 200 Fußsoldaten die Versuche Giovanni da Barbianos und Benedetto Mangiadoris, San Miniato zum Aufstand zu bringen. Er ließ sich in Pescia nieder, um seine Gegner unter Kontrolle zu halten.
Im April standen Alberico und Giovanni da Barbiano, die seiner Überwachung entkommen waren, vor den Toren vor Florenz. Nach zehn Tagen Plünderung und Vergewaltigung wurde die Visconti-Armee gezwungen, sich nach Siena zurückzuziehen, nachdem sie von den florentinischen Söldnern Paolo Orsini, Biordo und Ceccolino dei Michelotti hart angefasst worden waren.
Im Mai drang der Gascogner mit 1500 Reitern ins Gebiet Sienas ein, das er verwüstete und die Stadt selbst bedrohte. Dann kehrt er nach Colle di Val d’Elsa zurück, um an der Spitze von 30 Lanzenreitern und 100 Fußsoldaten und Armbrustschützen die Burg Selva zu erobern. Dies brachte ihm den Titel „Generalkapitän in der Toskana“ ein.
1397–1398: Generalkapitän von Florenz Im Juni 1397 – Bernardon hatte die Burg Selva wieder verloren – wurde er zum „Generalkapitän von Florenz“ ernannt. Er gab den Befehl, gegen Giovanni di Barbiano zu marschieren.