Monmarvès (, ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Bergerac und zum Gemeindeverband Communauté de communes des Portes Sud Périgord.

Geografie

Monmarvès liegt etwa 53 Kilometer südsüdwestlich von Périgueux, etwa 52 Kilometer westsüdwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 19 Kilometer südsüdöstlich von Bergerac an der Grenze zum benachbarten Département Lot-et-Garonne in der Landschaft des Bergeracois, Teil des touristisch benannten Périgord pourpre. Das Gemeindegebiet liegt im Einzugsgebiet der Garonne und wird entwässert von den Flüsschen Nette und Ruisseau du Grand Pigat und von zwei kleineren Fließgewässern.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Monmarvès liegt auf der vierten Stufe von Nordosten, einem Plateau aus Kieselsandsteinablagerungen und lakustrischen Kalksteinen aus dem Tertiär. Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär und Sedimentgesteinen aus dem Känozoikum.

Das Gebiet der Gemeinde erstreckt sich auf einer gewellten, nur im Südosten etwas bewaldeten Landschaft mit Erhebungen über Höhe. Der topographisch höchste Punkt mit befindet sich im Norden in der Nähe des Lieu-dit le Vignal, der tiefste Punkt mit im Südosten beim Austritt der Nette aus dem Gemeindegebiet. Monmarvès besitzt kein Zentrum und als einzige Gemeinde des Périgords keine Ortskirche. Das Bürgermeisteramt liegt völlig isoliert auf etwa Höhe.

Rund 91 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich, hauptsächlich als Kulturboden, genutzt, rund 6 % sind bewaldet, rund 3 % entfallen auf Binnengewässer (Stand: 2018).

Umgeben wird Monmarvès von den fünf Nachbargemeinden:

Natürliche Risiken mini|Risikokarte zur Quellung/Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für Monmarvès Natürliche Risiken manifestieren sich in Monmarvès neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als Waldbrände Bodensetzungen Bodenbewegungen

Obwohl das Gemeindegebiet nur zu einem kleinen Teil mit Wald bedeckt ist, besteht im größten Teil des Gemeindegebiets zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Département erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern.

Wie die Risikokarte zeigt, ist das Gemeindegebiet im Südosten von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperiode im Jahr 2011 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden. Die Erdbebengefahr wird als niedrig eingestuft. Das Gemeindegebiet ist nur einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.

Bodenbewegungen umfassen eine Reihe von Verschiebungen des Bodens oder Untergrunds, manche abrupter als andere. Die dabei auftretenden Volumina können von wenigen Kubikmetern bis zu mehreren Millionen Kubikmetern reichen. Diese Verschiebungen können langsam (einige Millimeter pro Jahr) bis sehr schnell (einige hundert Meter pro Tag) erfolgen. Im Allgemeinen verlaufen Bodenbewegungen mit einem signifikanten Volumen relativ langsam. Eine solche Bodenbewegung im Jahr 1999 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden. In Monmarvès besteht die Gefahr von Bodenbewegungen als Senkungen und Einstürzen anthropogenen Ursprungs, natürlich entstandene unterirdische Hohlräume, deren Decken einsturzgefährdet sind, sowie von Erdrutschen, mehr oder weniger langsamen Bewegungen von Hanglagen, bei denen sich das Erdreich ablöst. Ihr Auftreten hängt von der Bodenart, dem Hangwinkel und den Wetterbedingungen ab.

Etymologie und Geschichte Der Name des Dorfes erschien 1298 in seiner heutigen Form, im 14. Jahrhundert latinisiert in Mons Mirvesius (1312) als fehlerhafte Kopie und im Jahr 1365 in Mons Marvesius. Im 19. Jahrhundert wurde er auch als Mont-Marvés bezeichnet. Der erste Namensteil steht für das okzitanische mont, hervorgegangen aus dem lateinischen mons, montis (). Für das zweite Element wurde eine Ableitung des altokzitanischen marvir () vorgeschlagen. Der Sinn bleibt jedoch unklar, und vor allem scheint dieses Verb kaum verwendet worden und durch seine Ableitung amarvir ersetzt worden zu sein. Denkbar ist als Ursprung auch das okzitanische meravilhòs (), abgeleitet aus meravilha, aus dem lateinischen mirabilia hervorgegangen. Diese Zusammensetzung, bei der mont bestimmend ist, kommt im Périgord, aber auch woanders, häufig vor. Jedoch kann meravilhòs nicht zu marvès führen. Die Autoren Tanet und Hordé halten den Ursprung des zweiten Teils von Monmarvès eher für einen germanischen Personennamen, wie Merulfus, zusammen mit einem Suffix.Siehe Tanet, Hordé, Seiten 226–227

Die Römerstraße, die Périgueux über Eysses (Exidium, Villeneuve/Lot) mit Agen verband, führte durch Issigeac. Ein Meilenstein in der Nähe von Monmarvès, der Gaius Iulius Caesar zugeschrieben wird, weist darauf hin, dass diese Straße um 56 v. Chr. durch die Verstärkungen von Publius Crassus begrenzt wurde, der von Cäsar geschickt wurde, um Aquitanien zu unterwerfen.

Im 12. Jahrhundert gehörte die Pfarrgemeinde zusammen mit 58 anderen Pfarreien oder Kapellen zum Erzpriestertum von Bouniagues.

Einwohnerentwicklung

mini|Ruinen der Kirche Sainte-Marie Sehenswürdigkeiten Die frühere Kirche Sainte-Marie wurde im 12. Jahrhundert errichtet und in den Hugenottenkriegen zerstört. Heute ist nur eine Ruine zu sehen mit der südlichen Hälfte der Apsis und den romanischen Wänden des Langhauses. Die unterschiedlichen Teile des Schlosses Gauthié datieren aus dem 15., 17. und 19. Jahrhundert. Das Anwesen wurde nach der Tradition des Périgord restauriert und befindet sich inmitten eines acht Hektar großen Parks mit hundertjährigen Bäumen. Zur Schlossanlage, die heute Gästezimmer anbietet, gehören ein Garten, ein Rosengarten und ein Teich. Das Herrenhaus Monmarvès stammt aus dem 16./17. Jahrhundert. Das Herrenhaus Le Cluzeau wurde im 17. und 18. Jahrhundert errichtet. Das Herrenhaus Leteyrie datiert aus dem 16. Jahrhundert.

Wirtschaft Erwerbstätigkeit Im Jahre 2023 waren 25 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Monmarvès erwerbstätig, entsprechend 71,4 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (66,7 %) niedriger war als bei den Frauen (75,0 %).

Landwirtschaft Monmarvès liegt in den Zonen der geschützten Ursprungsbezeichnungen (AOP) der Weine: Bergerac blanc, rosé und rouge und Côte de Bergerac blanc und rouge.

Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung. Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 8 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 7 im Jahr 2000 und im Jahr 2010 und auf 6 im Jahr 2020, ein Rückgang von 25 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verkleinerte sich von 529 Hektar im Jahre 1988 auf 388 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb sank von 66,1 Hektar auf 64,7 Hektar.

Sport und Freizeit Der Rundweg Boucle de la Nette - Monmarvès besitzt eine Länge von 6,5 km bei einem Höhenunterschied von 71 m. Er führt zu Fuß oder mit dem Fahrrad vom Zentrum der Gemeinde zum Flusslauf der Nette und ihrem Stausee. Der Weg führt auch am Menhir der Nachbargemeinde Boisse, an Taubenschlägen und am Turm einer ehemaligen Windmühle vorbei, die einst die Windkraft an ihrem Standort auf dem Kamm eines Hügels nutzte, um Getreidemehl zu produzieren.

Verkehr Monmarvès liegt fernab von größeren Verkehrsachsen. Die Departementsstraße D 21 durchquert das westliche Gemeindegebiet und führt im Norden nach Issigeac, im Süden nach Castillonnès über Saint-Quentin-du-Dropt im benachbarten Département Lot-et-Garonne. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Bürgermeisteramt von Monmarvès mit den Weilern der Gemeinde und mit weiteren Nachbargemeinden.

Literatur

Weblinks

Website des Schlosses Gauthié (französisch)

Einzelnachweise

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