Monestier (, ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Bergerac und zum Gemeindeverband Communauté d’agglomération Bergeracoise. Die Einwohner werden Monestériens und Monestériennes genannt.
Geografie
Monestier liegt etwa 56 Kilometer südwestlich von Périgueux, etwa 71 Kilometer westsüdwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 15 Kilometer südwestlich von Bergerac in der Landschaft des Bergeracois, im Landesteil des touristisch benannten Périgord pourpre am südwestlichen Rand des Départements an der Grenze zu den benachbarten Départements Gironde und Lot-et-Garonne. Das Gemeindegebiet liegt im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert vom Seignal, der es im Südwesten begrenzt, vom Flüsschen Ruisseau du Vacher, das es im Osten begrenzt, von den Flüsschen Merlan, Ruisseau de la Malaise, Ruisseau des Auvergnats und Ruisseau de la Linière sowie von mehreren kleineren Fließgewässern.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Monestier liegt auf der vierten Stufe von Nordosten, einem Plateau aus Kieselsandsteinablagerungen und lakustrischen Kalksteinen aus dem Tertiär. Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär und aus Sedimentgesteinen, die aus dem Känozoikum datieren.
Das Relief des Gemeindegebiets weist eine kaum bewaldete, jedoch mit zahlreichen Weinbergen geprägte, gewellte Hügellandschaft auf, die im Südwesten vom Tal des Seignal, im Osten vom Tal des Ruisseau du Vacher begrenzt wird und von Tälern der genannten Flüsse durchzogen wird. Ihre Erhebungen betragen in der Regel Höhen bis .
Rund 79 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich, überwiegend heterogen, genutzt, rund 15 % sind bewaldet, auf künstliche, nicht landwirtschaftliche Grünflächen entfallen 6 % (Stand:2018).
Umgeben wird Monestier von den sieben Nachbargemeinden:
Klima Die klimatischen Bedingungen in Monestier werden als warm und gemäßigt eingestuft. In Monestier ist das ganze Jahr über Niederschlag zu verzeichnen, und selbst im trockensten Monat Juli gibt es noch erhebliche Niederschläge. Nach der Köppen-Geiger-Klassifikation werden die vorherrschenden Wetterbedingungen in diesem Gebiet als Cfb (Gemäßigtes Ozeanklima) eingeordnet. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Monestier beträgt 13,7 °C, die niedrigste Durchschnittstemperatur im Januar mit 5,9 °C, die höchste im Juli und im August mit 21,8 °C. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt gemäß den meteorologischen Aufzeichnungen etwa 810 mm.
Natürliche Risiken mini|Risikokarte zur Quellung/Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für Monestier Natürliche Risiken manifestieren sich in Monestier neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als Waldbrände Bodensetzungen Bodenbewegungen
Obwohl das Gemeindegebiet nur zu einem kleinen Teil mit Wald bedeckt ist, ist Monestier einer Gefahr von Waldbränden ausgesetzt. Im größten Teil des Gemeindegebiets besteht deshalb zur Vorbeugung eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Département erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern.
Wie die Risikokarte zeigt, sind etwa 80 % des Gemeindegebiets von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 1993, 1999 und 2022 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden. Die Erdbebengefahr wird als niedrig eingestuft. Das Gemeindegebiet ist nur einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.
Bodenbewegungen umfassen eine Reihe von Verschiebungen des Bodens oder Untergrunds, manche abrupter als andere. Die dabei auftretenden Volumina können von wenigen Kubikmetern bis zu mehreren Millionen Kubikmetern reichen. Diese Verschiebungen können langsam (einige Millimeter pro Jahr) bis sehr schnell (einige hundert Meter pro Tag) erfolgen. Im Allgemeinen verlaufen Bodenbewegungen mit einem signifikanten Volumen relativ langsam. Eine solche Bodenbewegung im Jahr 1999 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden. In Monestier besteht die Gefahr von Bodenbewegungen als Senkungen und Einstürzen anthropogenen Ursprungs, natürlich entstandene unterirdische Hohlräume, deren Decken einsturzgefährdet sind.
Etymologie Der Name des Dorfes erschien in der Mitte des 11. Jahrhunderts in Sanctus Petrus de Monasterio () (1053), angepasst im 14. Jahrhundert zu Prieuré des Mostiers (1304) und Monasterie (1365). Der erste Beleg entspricht dem okzitanischen monasteri, übernommen aus dem spätlateinischen monasterium, das selbst vom altgriechischen monastḗrion abgeleitet ist, das eine Klosterzelle und ein Kloster bezeichnet. Die heutige Form Monestier entspricht dem okzitanischen monastier, hervorgegangen aus dem Lateinischen. Ein vulgärlateinisches °monisterium führte zum okzitanischen mostier.Siehe Tanet, Hordé, Seiten 224–225
Geschichte Die heutige Gemeinde Monestier umfasst die Gebiete der ehemaligen Pfarrgemeinden Monestier, Sainte-Croix, Coutures, Lenville und La Bastide, die 1793 während der Französischen Revolution im Zuge der Gründung der Gemeinden in Frankreich administrativ zusammengefasst wurden. Die ersten beiden gehörten zum Baronat von Saussignac, die anderen zur Markgrafschaft von Puyguilhem.
Pfarrgemeinde Monestier Sie zählt zu den ältesten Pfarrgemeinden in der Gegend. Mosaiken und Keramikscherben aus der gallorömischen Zeit, die bei der Errichtung der heutigen Kirche gefunden wurden, belegen, dass sie bereits im fünften Jahrhundert bewohnt war. Es wurden auf dem Gebiet der Pfarrgemeinde vorkeltische Äxte und behauene Feuersteine entdeckt, die eine Besiedelung in der Urgeschichte belegen. Die erstmalige Erwähnung in den Aufzeichnungen erfolgte im Jahre 1053, als sich hier ein Kloster befand, das der Gemeinde ihren Namen gab. Die Mönche bauten neben dem Klostergebäude auch ein Hospital, in dem die Kranken des Umlands kostenlos aufgenommen und gepflegt wurden. Das Kloster befand sich im Weiler La Malaise, ungefähr einen Kilometer nordwestlich des Zentrums der heutigen Gemeinde. In dem heute bewaldeten Gelände gibt es allerdings keine Spuren des Klosters.
Die alte Kirche stand seit der Regentschaft des französischen Königs Ludwig XIII. an der Stelle des heutigen Friedhofs. Sie musste gegen 1880 aufgrund von Baufälligkeit abgerissen werden. Im 14. Jahrhundert wurde die Pfarrgemeinde vom Seigneur von Bergerac an Arnaud de Pelegrue, Bruder des Seigneurs von Eymet geschenkt und an den Gerichtsbezirk von Saussignac angegliedert, dem sie bis zur Französischen Revolution angehörte.
In Monestier gab es außerdem ein Priorat des Benediktinerordens, einen Ableger des Priorats von Petit-Ligueux, das der Abtei von Ligueux unterstand, und sich nach den Regeln der cluniazensischen Reform richtete. Die Gebäude dieses Klosters in Monestier sind erhalten geblieben. Künstlerisch gestaltete Kreuze und andere religiöse Symbole lassen sich an mehreren Orten finden. Auf der Tür eines alten Gebäudes, das in der Vergangenheit auch protestantische Gebetsstätte war, sind verwitterte Wappen zu sehen, die an eine Äbtissin oder einen gläubigen Spender erinnern. Möglicherweise sind drei Ringe darauf zu erkennen.
Pfarrgemeinde Sainte-Croix Sie wurde 1385 in der Form Par. Sanctæ Crucis in den Aufzeichnungen erwähnt. Im 14. Jahrhundert gehörte Sainte-Croix zur Bailliage von Gardone. Die Pfarrgemeinde wurde zur gleichen Zeit wie Monestier aus der Kastellanei von Bergerac herausgelöst und Arnaud de Pelegrue geschenkt. Zu einem späteren Zeitpunkt erwarb sie der Seigneur von Saussignac. Die Kirche von Sainte-Croix datiert aus dem 16. Jahrhundert. Während der Französischen Revolution stand sie leer, anschließend wurden keine Gottesdienste mehr aufgenommen. Die Gemeinde Monestier verkaufte das Gebäude an Mme de Manthé, die es in ein Grabgewölbe für ihre Familie umwandelte. Während der Umbauarbeiten entdeckte man das Grab von Charles-François d’Estut de Solminihac, Erzpriester von Bouniagues im Jahre 1667. Da er Pfarrer von Sainte-Croix gewesen war, wollte er hier bestattet werden. Neben den Gebeinen lag auch ein Schwert, das daran erinnert, das er Soldat gewesen war, bevor er Priester wurde. Auf der Grabplatte sind neben seinem Wappen ein Kelch und ein Kreuz eingraviert. Der Priester Raymond war von 1783 bis 1793 der letzte Pfarrer der Gemeinde.
Pfarrgemeinde Couture Der Name ist eine Ableitung des lateinischen cultura (), was eine landwirtschaftliche Erschließung in der Römerzeit belegt. Die Pfarrgemeinde gab es sicherlich vor dem Jahr 1000, die Ursprünge der Kirche datieren aus dem 11. Jahrhundert. Erste Erwähnungen in den Schriften erfolgten 1086 in der Form Ecclesia quae dicitur de Couturas und 1135 als Parochia Sancti Petri de Costores laut Kopialbuch der Abbaye aux Dames Saintes in Saintes. Die Kirche wurde von Bischof Rainald von Périgueux an das Priorat von Saint-Sylvain in Lamonzie geschenkt.
Seit dem Hochmittelalter gehörte Coutures dem Gerichtsbezirk von Puyguilhem an. Bei der Loslösung aus der Markgrafschaft im Jahre 1777 erwarb Pierre-Charles de Gervain, der das Schloss Des Vigiers bewohnte, die Pfarrgemeinde mit allen Ebenen der Gerichtsbarkeit für einen Betrag von 24.580 Livre. Die Französische Revolution entriss diesem letzten Seigneur von Coutures alle seine Rechte. Die Kirche zerfiel und wurde im 19. Jahrhundert dank der Mitwirkung der Familie Monicourt neu erbaut.
Pfarrgemeinde Lenville Die ehemalige Pfarrgemeinde wurde 1053 in der Gallia Christiana in der Form Sanctus Martinus de Lenvilla erwähnt. Ihre Kirche war mit kostbaren und heiligen Reliquien bereichert, die von Gläubigen verehrt wurden, die von weit entfernten Orten anreisten. Die Kirche wurde im 16. oder 17. Jahrhundert von protestantischen Truppen zerstört. Allein ein Kreuz neben einem alten Friedhof zeugt von ihrem früheren Standort. Vom Zentrum der Gemeinde gibt es keinerlei Überbleibsel. Die Häuser wurden verlassen, weil auf dem Gebiet der Pfarrgemeinde eine Bastide errichtet werden sollte.
Pfarrgemeinde La Bastide