alternativtext=Bild von Mann mit Mikrofon in der Hand, auf der Bühne stehend, lächelnd|mini|Sebastian Bohrn Mena, 2024 Sebastian Bohrn Mena (* 21. März 1985 in Wien) ist ein österreichisch-chilenischer Stiftungsgründer und Publizist.
Familie Sebastian Bohrn Mena wurde in Wien als Nachkomme politischer Flüchtlinge aus Chile geboren; er ist Angehöriger der zweiten Generation von Exil-Chilenen.
Sein Vater Karl Bohrn ist ein österreichischer Psychotherapeut und klinischer Gesundheitspsychologe. Seine Mutter Aida Bohrn, geboren als Aida Alejandra Mena Olivares in Vicuña ist ebenfalls Psychotherapeutin. Sie ist die Tochter des chilenischen Politikers Gregorio Mena Barrales, Unterstützer von Präsident Salvador Allende, der von 1970 bis zu seiner Absetzung 1973 durch die Militärdiktatur unter Augusto Pinochet als sozialistischer Gouverneur der Provinz Puente Alto wirkte. Die Familie mütterlicherseits konnte 1975 nach zweijähriger Internierung des Vaters im Wüsten-Lager Chacabuco nach Österreich fliehen.
Sebastian Bohrn Mena ist mit der ehemaligen Gewerkschafterin und Autorin Veronika Bohrn Mena (geb. Kronberger) verheiratet und Vater zweier gemeinsamer Söhne und einer Tochter. Er wohnt mit seiner Familie im Waldviertel.
Ausbildung und Beruf
Bohrn Mena absolvierte von 2000 bis 2003 eine kaufmännische Lehre als Buchhändler in der Wiener Buchhandlung Kuppitsch. Von 2003 bis 2005 war er beim Österreichischen Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmerbund (ÖAAB) tätig. Während dieser Zeit schloss er berufsbegleitend die Berufsreifeprüfung ab.
Von 2005 bis 2008 arbeitete er als Assistent der Geschäftsführung und in der Projektkoordination für Suchtprävention am Institut für Sozial- und Gesundheitspsychologie, einer 1994 von seinen Eltern gegründeten Gemeinschaftspraxis und außeruniversitären Forschungseinrichtung. 2008 wurde er zum Geschäftsführer bestellt. Im September 2004 nahm er das Diplomstudium Unternehmensführung an der Fachhochschule der Wirtschaft Wien auf, das er im Juni 2008 abschloss. Im Anschluss daran belegte er ab September 2008 das Doktoratsstudium Psychotherapiewissenschaft an der Sigmund-Freud-Privatuniversität (SFU). Seine Dissertationsarbeit behandelt die Auswirkungen von Flucht und extremer Traumatisierung auf nachfolgende Generationen. Er wurde im Juli 2010 mit Auszeichnung promoviert.
Von Juli 2008 bis März 2009 absolvierte er seinen Zivildienst im Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands.
2009 wurde er Universitätsassistent prae doc und persönlicher Referent am Lehrstuhl von Universitätsprofessor Thomas Druyen an seiner Heimatuniversität SFU. Ab 2010 war er am Institut für vergleichende Vermögenskultur und Vermögenspsychologie der SFU auch als Leiter der Kommunikations- und Kooperationsagenden tätig. Im August 2011 gründete Sebastian Bohrn Mena die SBM Consult Unternehmensberatung, im April 2012 wurde er als Direktor der Volkshochschule Penzing eingesetzt.
Von Jänner 2019 bis September 2025 war er als Kolumnist und politischer Kommentator bei der Tageszeitung Österreich und dem zugehörigen Sender oe24.TV tätig. Bis August 2025 diskutierte er im Format Fellner! Live auf oe24.TV wöchentlich mit Gerald Grosz, dem ehemaligen Bundesparteiobmann des BZÖ. Von 2024 bis September 2025 hostete er zweimal pro Monat die Sendung „Unsere Tiere“, die sich auf Themen wie Tierschutz und Naturschutz fokussiert.
Seit November 2019 ist Sebastian Bohrn Mena hauptberuflich als Geschäftsführer des im Waldviertel ansässigen Beratungsunternehmens Demokratiebüro GmbH tätig. Mit diesem setzt er unter anderem Projekte im öffentlichen Auftrag im Bereich Ökologie um, darunter zum Moorschutz oder zu nachhaltigen Textilien.
Seit September 2025 baut Bohrn Mena gemeinsam mit seiner Frau Veronika über Steady eine „Plattform gegen digitale Gewalt und Rechtsextremismus“ auf. Dies sei eine Reaktion auf den grassierenden Hass im Netz, der seinen Ursprung laut Bohrn Mena oft in rechtsextremen Kreisen habe und von FPÖ-Netzwerken befeuert werde. Seine Tätigkeit als Unternehmensberater beendete er.
Gesellschaftliches Engagement Sebastian Bohrn Mena ist seit seinem 16. Lebensjahr gesellschaftlich engagiert. So wirkte er während seiner Lehrzeit unter anderem als Jugendvorsitzender der Fraktion Christlicher Gewerkschafter in Wien, später als Vorsitzender des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes in Klosterneuburg, als Mitglied im niederösterreichischen Landesvorstand des Bundes Sozialdemokratischer Akademiker und im Vorstand der Kinderfreunde Penzing. Von 2009 bis 2017 war er Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Österreichs, für die er bei der Landtags- und Gemeinderatswahl in Wien 2015 kandidierte.
Bei der Nationalratswahl in Österreich 2017 kandidierte er für die Liste Peter Pilz, im Anschluss daran wurde er Klubmitarbeiter des Parlamentsklubs der Liste Pilz und deren Bereichssprecher für Kinderrechte und Tierschutz. Nach einem persönlichen Zerwürfnis mit dem Parteigründer Peter Pilz trat Bohrn Mena im Juli 2018 aus der Partei aus, im Anschluss folgte eine gerichtliche Auseinandersetzung, die schließlich mit einer Einigung beigelegt wurde.
Im Februar 2019 präsentierte Bohrn Mena das Programm des von ihm initiierten österreichischen Tierschutzvolksbegehrens, dem er zunächst als Geschäftsführer und ab Oktober 2019 als Obmann diente. Dieses wurde am 25. Jänner 2021 mit über 416.000 Unterschriften beendet.
Bohrn Mena und seine Familie sind seit Jahren mit Gewalt- und Morddrohungen konfrontiert. Einen Höhepunkt erfuhr dies im Dezember 2020, als die Familie infolge mehrfacher konkreter Drohungen unter Polizeischutz gestellt werden musste. Bohrn Mena gab an, auch aufgrund dieser Drohungen ins Waldviertel gezogen zu sein.
Im Dezember 2021 gründeten Sebastian und Veronika Bohrn Mena die Stiftung Común, deren Vorstände die beiden sind. Dabei handelt es sich um eine gemeinnützige Bundesstiftung, die sich der Förderung des sozialen und ökologischen Fortschritts und dem Schutz der Demokratie widmet.
Im September 2024 organisierte die von Bohrn Mena geleitete Stiftung COMÚN die mehrteilige Veranstaltungsreihe Umkämpfte Demokratie in Zusammenarbeit mit dem Volkstheater Wien, an der neben anderen Oliver Nachtwey und Annika Brockschmidt mitwirkten. Diese befasste sich mit verschiedenen Gefahren von Rechtsextremismus und wurde von der FPÖ heftig kritisiert.
Im November 2024 wurde Bohrn Mena vom Steyrer Bürgermeister Markus Vogl zum „Botschafter der Stadt Steyr“ ernannt.
Im Februar 2025 wurden erneut Morddrohungen gegen Bohrn Mena und seine Frau Veronika dokumentiert, diese dürften Berichten zufolge aus dem rechtsextremen Milieu stammen.
Im September 2026 kam es Medienberichten zufolge zu Drohungen gegen die 3 Monate alte Tochter der Bohrn Menas, die Landespolizeidirektion Niederösterreich bestätigte Ermittlungen.
Im September 2026 unterstützte Bohrn Mena über seine Stiftung COMÚN das deutsche "Edelweiss Netzwerk" mit einer Spende bei einer Kampagne zur Aufklärung deutscher Ärztinnen und Ärzte über die Machenschaften von Frank Gotthardt. Dabei wurden auch dessen österreichische Verbindungen zum rechten Portal Exxpress sowie zu Ex-ÖVP-Größen wie Gernot Blümel und Laura Sachslehner aufgezeigt.
Kontroversen Im Oktober 2021 erschien ein Artikel in der Tageszeitung Die Presse mit dem Titel „Wenn Umweltaktivisten streiten“, in dem der Obmann des Vereins gegen Tierfabriken, Martin Balluch, Kritik an Bohrn Mena übte. Balluch äußerte eine Reihe von Vorwürfen, etwa betreffend Beratungstätigkeiten von Bohrn Mena, die dieser jedoch allesamt strikt zurückwies. In weiterer Folge ergriff Bohrn Mena aufgrund des Artikels auch rechtliche Schritte und konnte erwirken, dass der Handelskonzern Billa eine Unterlassungserklärung abgeben musste.
Im Oktober 2024 griff das Magazin Datum die Thematik erneut auf. Der Artikel beschreibt, wie das Ehepaar Bohrn Mena über die Stiftung Común und das Online-Medium Oekoreich im Bereich Tierschutz und Umwelt tätig ist. Datum berichtet von einem Fall rund um den Möbelkonzern Ikea: Nach einer Protestaktion vor dem Wiener Standort im August 2021 und anschließenden Dialoggesprächen habe Ikea nach eigenen Angaben ein „entgeltliches Beratungsangebot“ der Bohrn Menas erhalten. Der Anwalt des Ehepaars bestreitet, dass die Initiative von seinen Mandanten ausgegangen sei, und verweist darauf, dass Ikea selbst eine Zusammenarbeit angeboten habe. Greenpeace-Geschäftsführer Alexander Egit wird mit der Einschätzung zitiert, die Vermischung von Kampagnenarbeit und Geschäftstätigkeit sei „ethisch und moralisch unhaltbar“. Der Artikel erwähnt zudem bezahlte Kooperationen des Mediums Oekoreich mit Unternehmen wie XXXLutz sowie öffentliche Fördergelder aus mehreren Ministerien für Projekte der Bohrn Menas. Bohrn Menas Anwalt Peter Zöchbauer bestritt die Darstellungen erneut.
Im März 2022 kündigte Herbert Kickl, Obmann der FPÖ, öffentlich eine Klage gegen Bohrn Mena an. Anlass war eine bei oe24.TV getätigte Aussage von Bohrn Mena, wonach Kickl Flüchtlinge aus der Ukraine „sterben lassen“ wolle. Kickl klagte auf Widerruf und Unterlassung, es wurde eine außergerichtliche Einigung erzielt.
Im September 2024 rügte der Österreichische Presserat einen Artikel der Kronen Zeitung. Demnach wurden von der Zeitung Vorwürfe veröffentlicht, ohne die Sichtweise von Bohrn Mena dazu einzuholen. Dies stelle einen Verstoß gegen den Ehrenkodex dar.
Ende Dezember 2025 wurde bekannt, dass das Land Steiermark eine Anzeige gegen Bohrn Mena wegen Verwendung des steirischen Landeswappens eingebracht hat. Bohrn Mena sieht sich im Recht und einen Versuch der politischen Einschüchterung, der Klubobmann der steirischen NEOS, Niko Swatek, vermutet „politische Einflussnahme“ und bringt dazu Anfragen im steirischen Landtag ein. Im März 2026 erfolgte die Beantwortung der Anfrage durch Landeshauptmann Mario Kunasek. Demnach war Bohrn Mena die einzige Privatperson, die in den letzten Jahren vom Land wegen eines solchen Deliktes angezeigt wurde. Zudem dauerte es von der ersten Information über den Sachverhalt bis zur Anzeige durch das Land Steiermark nur 124 Minuten. „Ausgerechnet, wenn eine FPÖ-Politikerin in Bedrängnis gerät, geht plötzlich alles im Eil-Tempo. Das hinterlässt einen schalen Beigeschmack“, so Niko Swatek von den NEOS dazu.
Engagement gegen Beleidigungen, Drohungen und Kritik
Im Juli 2025 wurde bekannt, dass Sebastian Bohrn Mena und seine Frau Veronika gegen über 1000 Verfasser von Postings im Internet, wie Morddrohungen, Gewaltaufrufe, Beleidigungen und Spott juristisch vorgehen; auch Likes werden dabei ausdrücklich berücksichtigt. Bohrn Mena bezeichnet diese Postings als „Hasspostings“. Damit solle eine „abschreckende Wirkung“ erzielt werden. Ihr Tiroler Rechtsanwalt Robert Kerschbaumer sprach gegenüber Medien von einem in Österreich bislang einzigartigen Unterfangen, bei dem zunächst eine außergerichtliche Einigung in Form eines Vergleichs angestrebt, im Zweifel aber auch gerichtliche Klagen eingebracht werden würden. In vielen Fällen wird jedoch sofort eine Anklage eingebracht und erst danach ein kostenpflichtiger Vergleich angeboten.
Im August 2025 berichteten Medien darüber, dass Bohrn Mena auch medienrechtliche Anträge gegen den steirischen Landeshauptmann und FPÖ-Obmann Mario Kunasek, den Wiener FPÖ-Obmann Dominik Nepp, den Wiener FPÖ-Klubobmann Maximilian Krauss und andere führende FPÖ-Politiker eingebracht hat, weil auf ihren öffentlichen Facebook-Profilen massenhaft Hassnachrichten veröffentlicht worden sein sollen. Ein erster Beschluss des Landesgerichtes Innsbruck musste in dem Zusammenhang vom FPÖ-Generalsekretär von Tirol, dem Landtagsabgeordneten Patrick Haslwanter, veröffentlicht werden.