Als Umweltstandards werden in der Umwelt- und Wirtschaftspolitik sowie in der Ökologie nationale und internationale Rechtsnormen des Umwelt- und Arbeitsrechts bezeichnet, die von Wirtschaftssubjekten zu beachten sind.

Allgemeines Umweltstandards sind die quantitativen Konkretisierungen von Umweltzielen.Christian Streffer (Hrsg.), Umweltstandards, 2000, S. 5 Umweltstandards sollen sicherstellen, dass die Umweltbelastung nicht ein Niveau überschreitet, das die Regenerationskraft der Natur übersteigt.Christian Köberlein, Kompendium der Verkehrspolitik, 1997, S. 215 Die Institutionalisierung von Umwelt- und Sozialstandards sowie die Verwirklichung politischer und sozialer Menschenrechte sind unabdingbar für eine weltweite soziale Entwicklung.Deutscher Bundestag (Hrsg.), Globalisierung der Weltwirtschaft: Schlussbericht der Enquete-Kommission, 2002, S. 169 Umwelt- und Sozialstandards sind eng miteinander verknüpft, weil die Umweltzerstörung bestehende Armut verschärft und umgekehrt.

Eine enge Definition begrenzt Umweltstandards auf Grenz- und Richtwerte für Emissionen und Immissionen, die als Verbots- oder Eingriffsschwellen oder als Orientierungsgrößen der Umweltvorsorge, also der Abwehr von Umweltgefahren und der Minderung von Umweltrisiken, dienen sollen.Michael Olsson/Dirk Piekenbrock, Gabler Lexikon Umwelt- und Wirtschaftspolitik, 1996, S. 366

Das Erreichen von Umweltstandards ist ein komplexer und langwieriger Prozess, der wissenschaftliche Erkenntnisse verschiedener Forschungsbereiche, Überzeugungen und Werte, sowie den allgemeinen sozialen Kontext berücksichtigt. Die verschiedenen Umweltaktivitäten haben unterschiedliche Ziele und damit unterschiedliche Standards.

Die folgende Betrachtung bezieht sich auf die Definition der menschlichen Umwelt, die sich von der natürlichen Umwelt unterscheidet. Die menschliche Umwelt geht davon aus, dass die Menschen permanent mit ihrer Umwelt interagieren. Diese beinhaltet nicht nur die natürlichen Elemente, wie Luft, Wasser und Erde, sondern auch Kultur, Kommunikation, Organisationen und Institutionen. Die Menschen leben zusammen in einer ethnologischen Gemeinschaft. Durch die Festlegung von Umweltstandards sollte die Natur vor weiteren Schäden geschützt werden, und es sollte versucht werden, bereits vorhandene Schäden, die durch die menschliche Lebensweise verursacht wurden, zu beheben.

Umweltstandards werden im rechtlichen, administrativen oder privaten Umfeld festgelegt.

Entwicklung von Umweltstandards Bei der Diskussion über Umweltstandards beeinflussen zwei in jedem Menschen stark verankerte Triebe den Entwicklungsprozess: zum einen der radikale Ökozentrismus des Menschen und zum anderen ein gemäßigter Anthropozentrismus. Diese gegensätzlichen Kräfte führen zu Problemen bei der Festlegung der Umweltstandards. Dennoch die Idee, die Welt zu verändern und für zukünftige Generationen zu beschützen bzw. zu erhalten, ist der Leitspruch dieser Diskussion. In den letzten Jahren nimmt die Sensibilität der Menschen für Umweltthemen immer mehr zu, weshalb der Bedarf an Umweltschutz gestiegen ist. Diese Bewegung wird durch den Fortschritt des wissenschaftlichen und medizinischen Wissens sowie durch die Verbesserung von Messsystemen unterstützt. Mit diesen Verbesserungen werden die Auswirkungen der menschlichen Lebensweise auf die Umwelt, die Gesundheit von Menschen und Tieren untersucht. Die Entwicklung in den verschiedenen Forschungsbereichen schafft die Basis für die Umsetzung der Umweltstandards in den letzten Jahren.

Umweltstandards definieren häufig den gewünschten Zustand (z. B. sollte der pH-Wert des Sees zwischen 6,5 und 7,5 liegen) oder Grenzwertänderungen (z. B. können nicht mehr als 50 % des natürlichen Waldes beschädigt werden). Um bestimmte Zustände oder Grenzwerte zu bestimmen, die die Standards definieren sollten, wurden die gängigsten statistischen Methoden verwendet.

In Bezug auf Umweltfragen müssen immer Ungewissheiten berücksichtigt werden. Der erste Schritt zur Entwicklung eines Standards ist die Bewertung des spezifischen Risikos. Der erwartete Wert bezüglich des Eintritts des Risikos muss berechnet und nachfolgend der mögliche Schaden klassifiziert werden. Es werden drei Arten von Schäden unterschieden: Veränderungen aufgrund physikalisch-chemischer Umweltschäden, ökologische Schäden an Pflanzen und Tieren, sowie Schäden an der menschlichen Gesundheit. Um ein akzeptables Risiko zu ermitteln, müssen angesichts des erwarteten kollektiven Nutzens die risikobedingten Kosten und die Kosten der Risikovermeidung sozial ausgewogen sein. Darüber hinaus haben Risiken mehrere Dimensionen, die jedoch am Ende des Bilanzierungsprozesses eine Korrelation erreichen sollten. Beim Bilanzierungsprozess sollten folgende Schritte berücksichtigt werden:

Festlegung von Zielen, die sowohl den Schutz von Leben, Gesundheit und Umwelt dienen, als auch eine rationelle Zuweisung sozialer Ressourcen ermöglichen. Bei Umsetzung dieser Ziele sollte eine Untersuchung der möglichen Ergebnisse durchgeführt werden. Berücksichtigung sozialer Kosten bzw. Schäden, einschließlich Opportunitätskosten und Nutzen, die entstehen, wenn eine der verfügbaren Optionen nicht mehr weiterverfolgt wird.

Im Abwägungsprozess sollte auch unter dem Gesichtspunkt der Fairness die Verteilung der Risiken und die Belastbarkeit in Bezug auf die Aufrechterhaltung der Umweltproduktivität beachtet werden. Im Zusammenhang mit den Standards wurde eine Implementierungsregel vorgesehen, die angibt, unter welchen Umständen die Umweltstandards als verletzt betrachtet werden sollten. Strafen und andere Vorgehensweisen gegen Länder, die die Norm nicht erfüllen, sollten Teil dieser neuen Gesetzgebung sein.

Institutionen, die Umweltstandards einführen Umweltstandards wurden von verschiedenen Institutionen festgelegt. Das Muster der Standards beruhte oftmals auf dem Prinzip der freiwilligen Selbstverpflichtung.

Internationale- und Regierungsinstitutionen

UN Mit 193 Mitgliedsstaaten ist die UN die größte zwischenstaatliche Organisation, wodurch ihre Umweltpolitik einen großen Einfluss auf die Festlegung internationaler Umweltstandards hat. Auf der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung von 1992 in Rio gestanden sich die Mitgliedsstaaten erstmals ihre negativen Auswirkungen auf die Umwelt ein. Während dieser und der folgenden Millenniumserklärung wurden die ersten Entwicklungsziele für den Umweltschutz festgelegt. Seitdem hat das Katastrophenrisiko durch Überbeanspruchung der natürlichen Ressourcen und die globale Erwärmung sehr stark zugenommen. Mit der UN-Klimakonferenz 2015 in Paris wurde ein neues Übereinkommen, das sogenannte Übereinkommen von Paris, vereinbart. Darin verpflichten sich die Staaten, die globale Erwärmung auf deutlich unter 2 °C, möglichst 1,5 °C zu begrenzen (→ Zwei-Grad-Ziel, → 1,5-Grad-Ziel).

Am 25. September 2015 wurde auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung 2015 am Hauptsitz der Vereinten Nationen in New York die Agenda 2030 mit ihren 17 „ Zielen für nachhaltige Entwicklung“ von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet. Neben der Bekämpfung der Armut auf dem gesamten Globus liegt der Schwerpunkt der Ziele im Schutz unseres Planeten. Diese Ziele bilden den Grundstein für den globalen Umweltschutz. Die Umweltbereiche Wasser, Energie, Ozeane, Ökosysteme, nachhaltiges Produktions- und Konsumverhalten und Klimaschutz wurden von den Zielen abgedeckt. Die Ziele enthalten Informationen bezüglich der Medien, die benötigt werden, um diese zu erreichen. Fraglich sind die Nachverfolgung und die Überprüfung, ob die Mitgliedsstaaten die festgelegten Ziele erfüllen. Das größte Problem liegt dabei meistens darin, dass viele Mitgliedsstaaten mit einer Kontrolle von außen, durch andere Mitglieder, als einen Eingriff in ihre inneren Angelegenheiten betrachten. Verursacht durch diese Implementierung und die Nachverfolgung, werden momentan nur freiwillige Staatenberichte kontrolliert. Die Hauptkontrolle erfolgt durch statistische Werte, die als Indikatoren bezeichnet werden. Diese Indikatoren liefern Informationen darüber, ob das Ziel erreicht wurde.

Europäische Union In dem „Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union“ integriert die EU eine Selbstverpflichtung gegenüber der Umwelt. In Titel XX, Artikel 191.1 wird Folgendes festgelegt: „Die Umweltpolitik der Union trägt zur Verwirklichung der folgenden Ziele bei: Erhaltung, Schutz und Verbesserung der Umweltqualität, Schutz der menschlichen Gesundheit, umsichtige und rationelle Nutzung der natürlichen Ressourcen, Förderung von Maßnahmen auf internationaler Ebene für den Umgang mit regionaler oder weltweiter Umwelt; Probleme und insbesondere die Bekämpfung des Klimawandels.“

Alle Umweltmaßnahmen basierten auf diesem Artikel und führten zu einer Vielzahl von Umweltgesetzen. Die Europäische Union deckt die Themen Luft, Biotechnologien, Chemie, Zivilschutz, Klimawandel, Umwelt, Gesundheit, Industrie und Technologie, International, Landnutzung, Natur und Biodiversität, Lärm, Schutz der Ozonosphäre, Boden, nachhaltige Entwicklung, Abfall und Wasser ab.

Darüber hinaus berät die „Europäische Umweltagentur (EUA)“ die Mitgliedstaaten zu Umweltfragen, einschließlich Normen.Der Deutsche Bundestag „Ausarbeitung Zu Umweltstandards in Kanada, den USA und der EU“, 2016

Siehe auch: Umweltpolitik der Europäischen Union

Nationalstaaten – Beispiel USA In den Vereinigten Staaten von Amerika erfolgt die Entwicklung von Standards dezentral. Die Standards wurden von mehr als hundert verschiedenen Institutionen entwickelt, viele davon sind private Intuitionen. Es ist ein Pluralismus-System, das hauptsächlich vom Markt beeinflusst und teilweise fragmentiert ist. Im Folgenden findet man zwei konkrete Beispiele:

Ambient Standards der USA Die Umgebungsnormen, auch bekannt als die US-nationalen Luftqualitätsnormen (NAAQS), die von der Umweltschutzbehörde (EPA) festgelegt werden, sollten messen, wie viele Schadstoffe sich in der Luft befinden. Im Rahmen der „Clean Air Act“-Initiative werden Umgebungsstandards festgelegt, um sicherzustellen, dass die Menschen saubere Luft einatmen. Darüber hinaus trägt diese Verordnung dazu bei, das öffentliche Wohl vor bekannten Schadstoffen zu schützen, die möglicherweise dieses verletzen könnten. Darüber hinaus soll die Durchsetzung dieser festgelegten Standards eine weitere Verschlechterung der Luftqualität verhindern. Staaten können ihre eigenen Umweltnormen festlegen; dennoch müssen diese die nationalen Normen erfüllen, damit sie ohne Weiteres umgesetzt werden können. Die NAAQS reguliert die sechs Kriterien Luftschadstoffe: Schwefeldioxid (SO2), Partikel (PM10), Kohlenmonoxid (CO), Ozon (O3), Stickstoffdioxid (NO2) und Blei (Pb). Um sicherzustellen, dass die Umgebungsnormen eingehalten werden, verwendet die EPA die Systeme Federal Reference Method (FRM) und Federal Equivalent Method (FEM). Dabei wird die Anzahl der Schadstoffe in der Luft gemessen und überprüft, ob die Summe an Schadstoffen innerhalb der Grenzwerte liegen.

Emissionsstandards der USA