Naila-Froschgrün ist ein Gemeindeteil der Stadt Naila im Landkreis Hof (Oberfranken, Bayern). Naila-Froschgrün liegt in der Gemarkung Froschgrün.
Geografie Der Stadtteil grenzt im Westen an der Selbitz und im Süden am Siegelbach, der innerorts als rechter Zufluss in die Selbitz mündet. Der Ort ist im Norden wie auch im Süden von bewaldeten Anhöhen des Frankenwaldes umgeben. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zur Staatsstraße 2195 bei Naila (0,3 km südöstlich) bzw. an Schneckengrün vorbei nach Rothleiten (3,2 km nordöstlich).
Geschichte Froschgrün wurde im Jahr 1398 erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist Fraisch mit der Bedeutung ‚Grenze‘, das Grundwort ist -grün, das synonym mit -reuth auf eine vorausgegangene Rodungstätigkeit hinweist.O. Knopf: Thüringer Schiefergebirge, Frankenwald, Obermainisches Bruchschollenland, Sp. 145. Das Rittergut des 1483 erwähnten Hanns von Dobeneck war von 1500 bis 1795 im Besitz der Familie von Reitzenstein. Es folgten als Besitzer der Freiherr von Stainlein und 1828 der Freiherr von Andrian.Ernst Klinger: Das Bad Steben, seine Umgebung und seine Heilmittel mit diätetischen Anleitungen zum Gebrauch für Churgäste, Hof, 1875.
Zur Realgemeinde Froschgrün gehörten Mittelklingensporn und Schneckengrün. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Froschgrün aus 20 Anwesen und einem Schloss. Das Rittergut Frosch- und Schneckengrün hatte die Hochgerichtsbarkeit, die Dorf- und Gemeindeherrschaft und die Grundherrschaft über die 20 Häuser.M. Körner: Naila, S. 284.
Von 1797 bis 1810 unterstand Froschgrün dem Justiz- und Kammeramt Naila. Infolge des Ersten Gemeindeedikts wurde Froschgrün dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Neuhaus zugewiesen. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Froschgrün mit den Orten Mittelklingensporn und Schneckengrün. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Naila zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Lichtenberg (1919 in Finanzamt Lichtenberg umbenannt, seit 1955 Finanzamt Naila). In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden Frosch- und Schneckengrün von 1818 bis 1848 dem Patrimonialgericht I. Klasse Froschgrün. Ab 1862 gehörte Froschgrün zum Bezirksamt Naila. Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Naila (1879 in Amtsgericht Naila umgewandelt). 1904 hatte die Gemeinde eine Gebietsfläche von 2,996 km². 1920 wurde Froschgrün nach Naila eingemeindet. 1925 kaufte die Stadt Naila das Gut Froschgrün. Der Herrensitz ist abgegangen, der Park aber erhalten.Karl-Ludwig Lippert: Landkreis Naila. Bayerische Kunstdenkmale 17, München 1963. In Froschgrün wurden daraufhin Siedlungen durch die Stadt errichtet.
Ehemaliges Baudenkmal Berger Straße 1: Das Rittergut Froschgrün aus dem 15. Jahrhundert war 1634 abgebrannt. Es folgte die Errichtung eines Neubaus als frühneuzeitlicher Herrensitz. Das Herrenhaus der vierseitigen Hofanlage ist ein zweigeschossiger, verputzt massiver Halbwalmdachbau von drei zu neun Achsen; Fenster- und Türgewände Granit; hölzernes, profiliertes Traufgesims. Im Erdgeschoss noch einige Räume mit Kreuzgrat- und Tonnengewölben.K.-L. Lippert: Landkreis Naila, S. 49. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Froschgrün Jahr 1792 1819 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919Einwohner 105 175 296 305 289 279 285 270 248 267 254 214 270 261 263 259 244HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 20 33 32 31 31 Quelle Für die Gemeinde Froschgrün inklusive Mittlerklingensporn (S. 77).
Ort Froschgrün Jahr 1819 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 158 237 248 220 231 225 523 654 828 1136Häuser 28 27 27 69 132 305Quelle
Religion Froschgrün ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute in die Stadtkirche Naila gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Geographie (Naila) Kategorie:Ort im Landkreis Hof Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Hof) Kategorie:Ersterwähnung 1398 Kategorie:Gemeindegründung 1812 Kategorie:Gemeindeauflösung 1920