Mescoules (; ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Bergerac und zum Gemeindeverband Communauté d’agglomération Bergeracoise. Die Einwohner werden Mescoulois und Mescouloises genannt.

Geografie

Mescoules liegt etwa 54 Kilometer südsüdwestlich von Périgueux, etwa 64 Kilometer westsüdwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 12 Kilometer südsüdwestlich von Bergerac in der Landschaft des Bergeracois, im Landesteil des touristisch benannten Périgord pourpre am südwestlichen Rand des Départements. Das Gemeindegebiet befindet sich in den Einzugsgebieten der Dordogne und der Garonne. Es wird entwässert von dem Flüsschen Escourou, das es im Süden begrenzt, von der Mescoulette sowie von verschiedenen kleineren Fließgewässern.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Mescoules liegt auf der vierten Stufe von Nordosten, einem Plateau aus Kieselsandsteinablagerungen und lakustrischen Kalksteinen aus dem Tertiär. Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär und aus Sedimentgesteinen, die aus dem Känozoikum datieren.

Das Relief des Gemeindegebiets weist eine wellige, waldarme Landschaft auf, deren Erhebungen Höhen von meist über aufweisen. Der topografisch höchste Punkt befindet sich mit Höhe im Osten beim Weiler les Granges in der Nähe der Grenze zur Nachbargemeinde Sigoulès-et-Flaugeac. Der tiefste Punkt befindet sich im äußersten Nordwesten mit Höhe beim Austritt des Escourou aus dem Gemeindegebiet. Das Bürgermeisteramt befindet sich im Weiler le Courby etwa 400 Meter südlich des Zentrums auf etwa Höhe, das eigentliche Zentrum mit Kirche auf etwa Höhe.

Rund 89 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich, vorwiegend durch Weinbau, genutzt, rund 8 % sind bewaldet, auf bebaute Flächen entfallen rund 4 % (Stand: 2018).

Umgeben wird Mescoules von den beiden Nachbargemeinden:

Klima Die klimatischen Bedingungen in Mescoules werden als warm und gemäßigt eingestuft. Mescoules verzeichnet eine erhebliche Niederschlagsmenge, selbst im Monat Juli mit historisch niedrigen Niederschlagswerten. Nach der Köppen-Geiger-Klassifikation werden die vorherrschenden Wetterbedingungen in diesem Gebiet als Cfb (Gemäßigtes Ozeanklima) eingeordnet. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Mescoules beträgt 13,5 °C, die niedrigste Durchschnittstemperatur im Januar mit 5,7 °C, die höchste im August mit 21,8 °C. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt gemäß den meteorologischen Aufzeichnungen etwa 824 mm.

Natürliche Risiken mini|Risikokarte zur Quellung/Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für Mescoules Natürliche Risiken manifestieren sich in Mescoules neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als Waldbrände Bodensetzungen Bodenbewegungen

Obwohl das Gemeindegebiet nur zu einem großen Teil mit Wald bedeckt ist, besteht zur Vorbeugung eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Département erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern.

Wie die Risikokarte zeigt, sind etwa 80 % des Gemeindegebiets von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperiode im Jahr 2011 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden. Die Erdbebengefahr wird als niedrig eingestuft. Das Gemeindegebiet ist nur einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.

Bodenbewegungen umfassen eine Reihe von Verschiebungen des Bodens oder Untergrunds, manche abrupter als andere. Die dabei auftretenden Volumina können von wenigen Kubikmetern bis zu mehreren Millionen Kubikmetern reichen. Diese Verschiebungen können langsam (einige Millimeter pro Jahr) bis sehr schnell (einige hundert Meter pro Tag) erfolgen. Im Allgemeinen verlaufen Bodenbewegungen mit einem signifikanten Volumen relativ langsam. Eine solche Bodenbewegung im Jahr 1999 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden. In Mescoules besteht die Gefahr von Bodenbewegungen als Senkungen und Einstürzen anthropogenen Ursprungs, natürlich entstandene unterirdische Hohlräume, deren Decken einsturzgefährdet sind, sowie von Erdrutschen, mehr oder weniger langsamen Bewegungen von Hanglagen, bei denen sich das Erdreich ablöst. Ihr Auftreten hängt von der Bodenart, dem Hangwinkel und den Wetterbedingungen ab.

Etymologie und Geschichte Der Name des Dorfes erschien in einem religiösen Kontext als Parochia (Pfarrgemeinde) Sancti Martini de Mescola im Jahr 1132, später in einer veränderten Form in Moscola im Jahr 1365. Dieser Name scheint innerhalb des französischen Territoriums völlig einzelnstehend zu sein. Das finale -a lenkt die Erklärung der Etymologie auf einen gallorömischen Personennamen, gefolgt von villa (). Mascula, im antiken Rom gut dokumentiert, ist nur geeignet, wenn der Vokal -u- lang geworden ist. Im Lateinischen ist das -u- kurz im Namen und verschwindet dann deshalb.Siehe Tanet, Hordé, Seiten 219–220

Zahlreiche Überbleibsel aus der gallorömischen Zeit weisen darauf hin, dass sich Mescoules an der Stelle einer römischen Villa entwickelte. Die heutige Gemeinde setzt sich aus mehreren Weilern, dem Kirchplatz und einigen Häusern zusammen. Mescoules war bereits im 12. Jahrhundert eine Pfarrgemeinde, die bis 1777 von der Kastellanei Puyguilhem lehnsabhängig war. Mescoules wurde aus der Markgrafschaft herausgelöst und ebenso wie die Nachbargemeinde Sainte-Innocence an Jean-Isaac de Ségur de la Pleyssade verkauft. Die beiden Pfarrgemeinden bildeten fortan einen eigenen Gerichtsbezirk mit Sitz im Schloss Pleyssade in Mescoules.

Einwohnerentwicklung

Sehenswürdigkeiten Pfarrkirche Saint-Martin Sie wurde ursprünglich während der Romanik errichtet und während der Gotik umgestaltet. Das Langhaus ist mit einem Kreuzrippengewölbe ausgestattet, die flach abgeschlossene Apsis besitzt ein hohes Fenster im Stil des Flamboyant. Strebepfeiler stützen den Glockengiebel, dessen Walmdach mit Dachziegeln gedeckt ist. Der nördliche Strebepfeiler birgt eine Treppe zum Raum im oberen Abschnitt des Glockengiebels und zu den beiden leicht spitzbogenförmigen Öffnungen für die Glocken. Das Eingangsportal im Flamboyantstil ist mit sechs Wölbungen verschönert. Darüber befinden sich ein Wappen und eine Darstellung mit dem gekreuzigten Christus. Insgesamt säumen zehn Strebepfeiler das Kirchengebäude.

Chartreuse La Grande Pleyssade Es wurde im 18. Jahrhundert errichtet und ging zunächst durch viele Hände. Im Jahre 1749 gehörte das Lehen der Grande Pleyssade Siméon de Raymond du Maine, Seigneur von Puyguilhem und Offizier des Königs. Anschließend gelangte es in die Hände von Mathieu Eymeric de Pouzy. Die Familie erlangte es durch die Heirat von Isaac de Ségur-Bouzely mit der Tochter von Mathieu Eymeric de Pouzy. Isaac erwarb die Grundherrschaft von Mescoules und Sainte-Innocence und ließ einen Teil der Chartreuse neu errichten. Sie besteht aus einem Wohntrakt. Ihr flaches Dach ist mit runden Dachziegeln gedeckt und mit einem Genuesenfries verziert. Die große Eingangstür wird von Pilastern eingerahmt. Die Position eines frei stehenden, zweigeschossigen Pavillons lässt die Ausmaße des Innenhofs erahnen, der zur Blütezeit bis zum Ersten Weltkrieg bestand. Heute ist die Chartreuse ein Weingut.

Gemeindepartnerschaft Mescoules unterhält seit 1992 eine Partnerschaft mit der italienischen Gemeinde Trisobbio in der Region Piemont.

Wirtschaft Erwerbstätigkeit Im Jahre 2023 waren 91 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Mescoules erwerbstätig, entsprechend 82,6 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (77,4 %) viel niedriger war als bei den Frauen (89,4 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit neun Personen im Jahr 2023 etwas niedriger als im Jahr 2017 (10). Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 11,5 % (2017) auf 10,0 % (2023). Die Arbeitslosenquote bei den 15- bis 24-Jährigen sank in diesem Zeitraum von 25,0 % auf 14,3 %.

Branchen und Betriebe 19 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Mescoules wirtschaftlich aktiv: Branche Anzahl %Fertigung, Bergbau und andere Industrien210,5 %Baugewerbe315,8 %Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie210,5 %Information und Kommunikation15,3 %Finanzen und Versicherungen421,1 %Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten315,8 %Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln210,5 %Andere Dienstleistungen210,5 %Gesamt19

Landwirtschaft Mescoules liegt in den Zonen der geschützten Ursprungsbezeichnungen (AOP) der Weine: Bergerac blanc, rosé und rouge und Côte de Bergerac blanc und rouge.

Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf den Weinbau. Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 15 bei den Landwirtschaftszählungen von 1988 und 2000 auf 12 im Jahr 2010 und auf 7 im Jahr 2020, ein Rückgang von 53,3 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche vergrößerte sich von 434 Hektar im Jahre 1988 auf 513 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg signifikant von 28,9 Hektar auf 73,3 Hektar. mini|Krokodil im Zoo von Mescoules Freizeit Der Zoo von Mescoules zeigt Reptilien wie beispielsweise Krokodile, Warane und viele Schlangenarten.

Verkehr Die zur Departementsstraße D 933 herabgestufte ehemalige Nationalstraße N 133 durchquert Mescoules von Nord nach Süd und verbindet die Gemeinde im Norden mit Bergerac und im Süden mit Marmande über Eymet. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum von Mescoules mit den Weilern der Gemeinde und mit den Nachbargemeinden.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

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