Schneckenlohe ist eine Gemeinde im oberfränkischen Landkreis Kronach in Bayern. Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Mitwitz.
Geografie Geografische Lage Das Gemeindegebiet befindet sich südwestlich der Fränkischen Linie und ist dem Obermainischen Hügelland zuzurechnen. In Nord-Süd-Richtung wird es von der Steinach durchzogen.
Gemeindegliederung Die Gemeinde Schneckenlohe hat vier Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Schneckenlohe wird hier fälschlicherweise noch als Dorf qualifiziert. Beikheim (Dorf) Mödlitz (Dorf) Neubrand (Dorf) Schneckenlohe (Kirchdorf)
Auf dem Gemeindegebiet befindet sich die Wüstung Fahlenberg.
Nachbargemeinden von Norden im Uhrzeigersinn: Mitwitz Küps Redwitz an der Rodach (Landkreis Lichtenfels) Marktgraitz (Landkreis Lichtenfels) Weidhausen bei Coburg (Landkreis Coburg) Sonnefeld (Landkreis Coburg)
Geschichte mini|Ehemalige evangelische Schule und Gemeindeverwaltungssitz mini|Katholische Filialkirche St. Otto
Der Ort wurde in einer Urkunde, die im Zeitraum von 1326 bis 1328 angefertigt worden sein muss, als „Snekkendorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort ist der Personenbeiname Snekke.W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 200. Im frühen Mittelalter besaßen die Dorfherrschaft wechselnd die Herren von Redwitz und das Hochstift Bamberg. Das Dorf lag zeitweise wüst. Dies spiegelt sich auch in dem Ortsnamen wider, der seit 1469 „Sneckenlohe“ lautete. Das Grundwort lôch bezeichnet Gebüsch und Gehölz und verweist auf den verwilderten Zustand. Im Jahr 1520 führten die von Redwitz die Reformation ein. Im Jahr 1700 begann eine Neubesiedlung. Im 19. Jahrhundert waren die Schneckenloher vorwiegend als Heimarbeiter in der Korbflechterei tätig.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Schneckenlohe 53 Anwesen. Das Hochgericht übte das Rittergut Unterlangenstadt-Burkersdorf im begrenzten Umfang aus, es hatte ggf. an das bambergische Centamt Burgkunstadt-Marktgraitz auszuliefern. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Rittergut Unterlangenstadt-Burkersdorf inne. Grundherren waren das Rittergut Unterlangenstadt-Burkersdorf (49 Anwesen: 2 Gütlein, 4 halbe Gütlein, 1 Tropfhaus, 34 Häuser, 8 halbe Häuser) und das Rittergut Schmölz (4 Anwesen: 2 Söldengütlein, 2 Gütlein).H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 506.
Mit dem Gemeindeedikt wurde Schneckenlohe 1808 dem Steuerdistrikt Schmölz zugewiesen. Im Jahr 1818 entstand die Ruralgemeinde Schneckenlohe. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Kronach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Kronach, 1919 in Finanzamt Kronach umbenannt. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit gehörten die meisten Anwesen bis 1838 zum Patrimonialgericht Unterlangenstadt. Ab 1862 gehörte Schneckenlohe zum Bezirksamt Kronach, 1939 in Landkreis Kronach umbenannt. Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Kronach, 1879 in Amtsgericht Kronach umbenannt.H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 598 f. Die Gemeinde hatte ursprünglich eine Fläche von 0,611 km².
Anfang der 2020er Jahre erfolgte der Umbau und die Modernisierung des Anwesens Henneschberg 20, in dem die ehemalige Evangelische Schule und auch die Gemeindekanzlei untergebracht waren, zu einem Bürgerhaus für mehrere Generationen.Herbert Fischer: Frühere Schule wird Bürgerhaus. Schneckenlohe investiert rund 1,1 Millionen Euro in den Umbau der ehemaligen Evangelischen Schule. In: infranken.de, 24. Juli 2018
Eingemeindungen Am 1. Januar 1977 wurde im Zuge der Gebietsreform in Bayern Neubrand, ein Gemeindeteil des Marktes Marktgraitz, nach Schneckenlohe eingemeindet. Die Umgliederung von Mödlitz, seit dem 1. Januar 1972 Gemeindeteil der Nachbargemeinde Weidhausen bei Coburg, und die Eingliederung der Gemeinde Beikheim nach Schneckenlohe folgten am 1. Mai 1978.
Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2018 sank die Einwohnerzahl von 1165 auf 1028 um 137 Einwohner bzw. um 11,8 %. Am 31. Dezember 1999 hatte Schneckenlohe 1208 Einwohner.
Gemeinde Schneckenlohe Jahr 1987 1999 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017Einwohner 1168 1208 1113 1122 1112 1109 1120 1105 1101 1076 1055 1044Häuser 308 341 341 340 342Quelle
Ort Schneckenlohe (= bis zur Gebietsreform Gemeinde Schneckenlohe) Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987Einwohner 259 305 366 374 393 441 455 468 475 478 444 497 473 486 505 476 500 544 538 626 676 656 703 713 686HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 2017 wurden diese als Wohngebäude bezeichnet. 50 70 78 79 81 93 102 134 181Quelle
Politik Bürgermeister Erster Bürgermeister ist seit 2008 Knut Morgenroth (SPD). Vorgänger war Erwin Horn (CSU).
Gemeinderat Die Kommunalwahlen seit 2002 führten zu folgenden Sitzverteilungen im Gemeinderat:
2002 2008 20142020 CSU 5 5 55 SPD 4 4 54 Dorfgemeinschaft 3 3 23 Gesamt 12 Sitze 12 Sitze 12 Sitze12 Sitze
Wappen und Flagge Wappen
Flagge Die Gemeindeflagge ist rot-weiß-rot.
Partnerschaften Schneckenlohe unterhält eine Partnerschaft mit dem italienischen Borghetto di Vara in Ligurien.
Religion Der Ort war gemischt konfessionell. Die Protestanten waren nach St. Laurentius in Schmölz gepfarrt und die Katholiken nach Heilige Dreifaltigkeit in Graitz. Die zuständige katholische Bekenntnisschule befand sich ursprünglich in Graitz. Für die evangelischen Schüler, die zuvor zur Beikheimer Schule gehen mussten, wurde 1894 durch die politische Gemeinde und für die katholischen Schüler ein Jahr später durch die Pfarrei Marktgraitz ein Schulhaus errichtet.
Der Architekt Lothar Porzelt aus Kronach plante den Bau der katholischen Filialkirche St. Otto. Im September 1959 wurde sie durch den Bamberger Prälaten Heinrich Rauh eingeweiht. Das evangelische Martin-Luther-Gemeindezentrum wurde 1971 eingeweiht. Der nachträglich errichtete Glockenturm mit vier Glocken folgte 1977.
Bau- und Bodendenkmäler
Verkehr Die Bundesstraße 303 verläuft nördlich des Ortes. Die Kreisstraße KC 29 führt nach Mödlitz (0,5 km nördlich) bzw. nach Beikheim zur Staatsstraße 2208 (2,2 km östlich).
Literatur
Weblinks
Internetpräsenz der Gemeinde (PDF; 1,66 MB)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Kronach
Kategorie:Ersterwähnung 1326 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)