Mauzac-et-Grand-Castang (, ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Bergerac und zum Gemeindeverband Communauté de communes des Bastides Dordogne-Périgord.

Am 1. Januar 1973 schlossen sich die Gemeinden Mauzac-et-Saint-Meyme-de-Rozens und Grand-Castang zur neu entstandenen Gemeinde Mauzac-et-Grand-Castang zusammen, wobei Grand-Castang den Status einer Commune associée erhielt.

Gemeindegliederung Ortsteil EhemaligerINSEE-Code PLZ Einwohnerzahl () Mauzac-et-Saint-Meyme-de-Rozens (Verwaltungssitz)2426024150 Grand-Castang (Commune associée)2420124150

Geografie

Mauzac-et-Grand-Castang liegt etwa 39 Kilometer südlich von Périgueux, etwa 38 Kilometer westsüdwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 20 Kilometer ostsüdöstlich von Bergerac am rechten Ufer der Dordogne am östlichen Rand der Landschaft des Bergeracois, Teil des touristisch benannten Périgord pourpre. Das Gemeindegebiet wird außer von der Dordogne vom Canal de Lalinde, vom Ruisseau de Barbeyrol und von zwei kleineren Fließgewässern entwässert.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Mauzac-et-Grand-Castang liegt auf der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit. Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär, die aus dem Känozoikum stammen, sowie Sedimentgesteine aus dem Mesozoikum.

Das Gebiet der Gemeinde erstreckt sich abgesehen von der Schwemmebene der Dordogne über eine bewaldete, hügelige Landschaft, die vom breiten Tal der Dordogne im Osten und Süden begrenzt wird und deren Erhebungen nach Nordwesten hin ansteigen. Der topografisch höchste Punkt befindet sich im Nordwesten mit im Ortsteil Grand-Castang nahe des Lieu-dits la Sarmade. Der tiefste Punkt liegt auf Höhe im äußersten Südwesten beim Austritt der Dordogne aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum liegt unmittelbar am Nordufer der Dordogne auf etwa Höhe.

Rund 58 % der Fläche der Gemeinde sind bewaldet, rund 36 % werden landwirtschaftlich genutzt, rund 2 % entfallen auf bebaute Flächen, rund 4 % auf Binnengewässer (Stand 2018).

Umgeben wird Mauzac-et-Grand-Castang von den sieben Nachbargemeinden:

Klima Die klimatischen Bedingungen in Mauzac-et-Grand-Castang werden als warm und gemäßigt eingestuft. In Mauzac-et-Grand-Castang verzeichnet im Jahresverlauf eine beträchtliche Niederschlagsmenge. Dies gilt selbst für den trockensten Monat Juli. Nach der Köppen-Geiger-Klassifikation werden die vorherrschenden Wetterbedingungen in diesem Gebiet als Cfb (Gemäßigtes Ozeanklima) eingeordnet. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Mauzac-et-Grand-Castang beträgt 13,4 °C, die niedrigste Durchschnittstemperatur im Januar mit 5,6 °C, die höchste im Juli mit 21,6 °C. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt gemäß den meteorologischen Aufzeichnungen etwa 820 mm.

Natürliche und technologische Risiken mini|Risikokarte zur Quellung/Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für Mauzac-et-Grand-Castang Natürliche Risiken manifestieren sich in Mauzac-et-Grand-Castang neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als Überschwemmungen und den mit ihnen assoziierten Murgang und Hangrutschungen, besonders entlang der Dordogne Waldbrände Bodensetzungen Bodenbewegungen

Aufgrund der Schäden, die durch Überschwemmungen und Schlammlawinen in den Jahren 1982, 1993, 1999 und 2026 verursacht wurden, wurde für die Gemeinde der Naturkatastrophenzustand ausgerufen. Im Dossier des Départements über Hauptrisiken sind vorbeugende Maßnahmen zur Reduktion von Hochwasserschäden festgelegt. Dazu gehören u. a. die Ausweisung von Zonen, die nicht oder nur nach Genehmigung bebaut werden dürfen, die Instandhaltung des Wasserlaufs, um Hindernisse zu begrenzen, und die Schaffung von Regenrückhaltebecken.

Da das Gemeindegebiet erheblich mit Wald bedeckt ist, ist Mauzac-et-Grand-Castang einer starken Gefahr von Waldbränden ausgesetzt. Im größten Teil des Gemeindegebiets besteht deshalb zur Vorbeugung eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Département erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern.

Wie die Risikokarte zeigt, ist insbesondere das südliche Gemeindegebiet von einer mittleren bis starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Erdbebengefahr wird als niedrig eingestuft. Das Gemeindegebiet ist nur einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.

Bodenbewegungen umfassen eine Reihe von Verschiebungen des Bodens oder Untergrunds, manche abrupter als andere. Die dabei auftretenden Volumina können von wenigen Kubikmetern bis zu mehreren Millionen Kubikmetern reichen. Diese Verschiebungen können langsam (einige Millimeter pro Jahr) bis sehr schnell (einige hundert Meter pro Tag) erfolgen. Im Allgemeinen verlaufen Bodenbewegungen mit einem signifikanten Volumen relativ langsam. Eine solche Bodenbewegung im Jahr 1999 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden. In Mauzac-et-Grand-Castang besteht die Gefahr von Bodenbewegungen als Senkungen und Einstürzen anthropogenen Ursprungs, natürlich entstandene unterirdische Hohlräume, deren Decken einsturzgefährdet sind.

Ein technologisches Risiko bilden verschmutzte oder potenziell verschmutzte Standorte, die weniger als 500 Meter vom Zentrum entfernt sind. Es handelt sich hierbei um eine frühere Tankstelle.

Die Gemeinde liegt flussabwärts des Staudamms Bort-les-Orgues im Département Corrèze, einem Bauwerk der Klasse A (Höhe des Stauwehrs ≥ 20 Meter), das seit 2009 einem sog. Spezifischen Interventionsplan (PPI) unterliegt. Dieser findet Anwendung bei diesem Staudamm der Klasse A mit einem Stauseevolumen von über 15 Millionen m3. Er ist ein Notfallplan, der die Maßnahmen zur Alarmierung der Behörden und der Bevölkerung, die Organisation der Hilfsmaßnahmen und die Umsetzung von Evakuierungsplänen detailliert beschreibt. Daher ist es wahrscheinlich, dass die Gemeinde von der Hochwasserwelle betroffen sein wird, die durch den Bruch dieses Bauwerks entstünde.

Etymologie und Geschichte Der Name von Mauzac ist in dieser Schreibweise seit 1382 belegt, anschließend latinisiert als Mausacum (1471). Die wahrscheinlichste Etymologie ergibt einen Personennamen germanischen Ursprungs, Maletus, dem das Suffix -iacum angehängt wurde, eher als einen lateinischen Namen Malatius mit dem Suffix -acum, der nicht belegt zu sein scheint.

Der Name des Ortsteils Grand-Castang hat sich seit dem 13. Jahrhundert nicht mehr verändert, wo er auch in der latinisierten Form Locus de Grandi Castanho im Jahre 1244 belegt ist, im 18. Jahrhundert als Grand Châtaingier übersetzt. Er kommt aus dem Okzitanischen, zusammengesetzt aus grand () und castanh (), das das lateinische castanea mit Ursprung aus dem Altgriechischen fortführt.Siehe Tanet, Hordé, Seiten 215–216

mini|Wasserkraftwerk bei Mauzac Vor 35.000 Jahren gewährten die Grotten Roquebecude und Roquegrosse Cro-Magnon-Menschen eine Unterkunft. Sie hinterließen uns unter anderem behauene Feuersteine, Speerspitzen und Harpunen aus Knochen. Die Cluzeau de la Mariotte, eine künstliche Höhle, die in den Felsen gehauen worden war, war im fünften Jahrhundert ein Wachtposten über eine Furt über die Dordogne. Im Jahre 847 fielen die Wikinger in das Gebiet ein und plünderten und brandschatzten die Abteikirche St-Martial in Paunat. Im 13. Jahrhundert unterstanden die Pfarrgemeinden von Mauzac und Saint Meyme der Gerichtsbarkeit der Kastellanei von Millac, heute ein Weiler von Mauzac-et-Grand-Castang. Das Lehen vom Millac diente dem Erzbistum Bordeaux. Im Jahre 1382 gab es ein Priorat unter dem Namen Saint Maximus de Rosano, das dem Benediktinerkloster von Fongauffier in Sagelat unterstand. Ab dem 17. Jahrhundert stieg die Dordogne für einige Jahrhunderte zu einer wichtigen Route für Handel und Kultur auf. Flussschiffe konnten bis zu 50 Tonnen Gut über den Fluss transportieren. Dauben, Körbe, Wein, Käse, aber auch Güter aus Metall, wie Kanonen und Kanonenkugeln für die Marine, wurden nach Bordeaux verschifft. Durch das Treideln konnte im Gegenzug Salz, Gewürze und Zucker in das Oberland transportiert werden. Aufgrund von Schiffbrüchen an den Stromschnellen bei Gratusse in der Gemeinde Lalinde wurden 1838 bis 1843 ein erstes Wehr und der Canal de Lalinde gebaut. 1879 wurden die Brücke und die Teilstrecke der Eisenbahn von Bergerac nach Le Buisson-de-Cadouin fertiggestellt. Von 1910 bis 1918 wurde das Wehr bei Mauzac-et-Grand-Castang für das 1920 errichtete Wasserkraftwerk erhöht. Von 1949 bis 1951 wurde das Wehr nochmals um 1,1 m erhöht, um die Stromerzeugung mittels einer sechsten Turbine zu erhöhen. Automatische Ventile wurden eingebaut, um den Abfluss bei Hochwasser zu verbessern. Hierdurch wurde gleichzeitig ein Stausee mit einer Fläche von über 1000 Hektar geschaffen.

Camp de Mauzac Zu Beginn des Jahres 1939 beschloss die französische Regierung ein Aufrüstungsprogramm. In diesem Zusammenhang wurden rund 1000 Hektar Land auf dem Gebiet der Gemeinde Mauzac angekauft, um dort eine Fabrik zur Herstellung von Chlorgasgranaten zu errichten. Zum Betrieb dieser „Pulverfabrik Mauzac“ wurden zwei Camps mit zusammen 1800 Plätzen für die Arbeiter errichtet. Mit dem Waffenstillstand von Compiègne (1940) wurden die Arbeiten in der Fabrik eingestellt, die Wohnbaracken aber einer neuen Verwendung zugeführt.

Die Baracken waren auf zwei Camps verteilt: auf das Camp Nord, das sich eigentlich auf dem Gelände des Ortsteils Sauvebœuf der Gemeinde Lalinde befand, und auf das Camp Sud. Das Camp Nord fungierte vom 6. November 1940 bis zum 2. Mai 1945 als Militärgefängnis. Ab 1949 wurden hier Verbannte aus den Kolonialgefängnissen untergebracht und von Juni 1961 bis März 1962 politische Gefangene im Zusammenhang mit dem Algerienkrieg. Von Oktober 1962 bis Februar 1971 diente Camp Nord der Unterbringung von Kriegsdienstverweigerern.

Das Camp Sud wurde als Außenlager von Camp Nord betrieben und diente fortan als „Zentrum für überwachte Aufenthalte“, in dem das Vichy-Regime vorwiegend „unerwünschte Personen“ unterbrachte. Es war aber auch Unterbringungsort für Fremdarbeiter-Einheiten, die in sogenannten „Compagnies de travailleurs étrangers“ (CTE) und später im „Groupement de travailleurs étrangers“ (GTE) zusammengefasst waren. In Mauzac waren es überwiegend spanische Republikaner, die unter militärischer Aufsicht Zivilarbeiten leisten mussten. Die GTE-Einheit 652 war in Mauzac vom August 1941 bis zum Dezember 1942 stationiert.Christian Eggers: Unerwünschte Ausländer. Juden aus Deutschland und Mitteleuropa in französischen Internierungslagern 1940 – 1942, Metropol Verlag, Berlin 2002, ISBN 3-932482-62-X, S. 134, S. 564 Hier sollen auch Juden interniert worden sein, die bei dem Versuch, die Demarkationslinie illegal zu überqueren, festgenommen wurden; sie wurden dann nach Deutschland deportiert.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die Lager in unterschiedlicher Weise als Haftanstalten genutzt und sind die Keimzellen der bis heute existierenden Haftanstalt Mauzac.

Wappen links|mini|125x125px|Wappen der Gemeinde Mauzac-et-Grand-Castang