Mołdyty () ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Es gehört zur Gmina Bisztynek (Stadt- und Landgemeinde Bischofstein) im Powiat Bartoszycki (Kreis Bartenstein).
Geographische Lage Mołdyty liegt in der nördlichen Mitte der Woiwodschaft Ermland-Masuren, sechs Kilometer westlich der Stadt Reszel () und 26 Kilometer südöstlich der Kreisstadt Bartoszyce (Bartenstein). mini|Das einstige Gutshaus Molditten in Mołdyty
Geschichte Ortsgeschichte Das vor 1785 Leymberg und später Molditten genannte Dorf wurde 1339 gegründet und bestand aus einem großen Gut.Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Molditten Am 9. Juli 1874 wurde der Ort Amtsdorf und namensgebend für einen AmtsbezirkRolf Jehke, Amtsbezirk Molditten, der bis 1945 bestand und zum Kreis Rößel im Regierungsbezirk Königsberg (ab 1905: Regierungsbezirk Allenstein) in der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte. Am 30. September 1928 schloss sich der Gutsbezirk Molditten mit den Nachbarorten Truchsen () und Weißensee (Biel) zur neuen Landgemeinde Molditten zusammen.
Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags stimmte die Bevölkerung in den Volksabstimmungen in Ost- und Westpreussen am 11. Juli 1920 über die weitere staatliche Zugehörigkeit zu Ostpreußen (und damit zu Deutschland) oder den Anschluss an Polen ab. In Molditten stimmten 60 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen, auf Polen entfielen keine Stimmen.Herbert Marzian, Csaba Kenez: Selbstbestimmung für Ostdeutschland. Eine Dokumentation zum 50. Jahrestag der ost- und westpreussischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920. Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 109
Als 1945 in Kriegsfolge das südliche Ostpreußen an Polen fiel, war auch Molditten davon betroffen. Es erhielt die polnische Namensform „Mołdyty“ und ist heute eine Ortschaft innerhalb der Stadt- und Landgemeinde Bisztynek (Bischofstein) im Powiat Bartoszycki (Kreis Bartenstein), bis 1998 der Woiwodschaft Olsztyn, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig.
Einwohnerzahlen Jahr Anzahl 1820 115 1885 134 1905 106 1910 87 1933 258 1939 248
Amtsbezirk Molditten (1874–1945) Zum Amtsbezirk Molditten gehörten anfangs sechs, am Ende noch vier Orte: Deutscher Name Polnischer Name Bemerkungen Atkamp Kępa Tolnicka Komienen Kominki Molditten Mołdyty Tollnigk Tolniki Małe Truchsen Troksy 1928 nach Molditten eingegliedert Weißensee Biel 1928 nach Molditten eingegliedert
Am 1. Januar 1945 gehörten noch Atkamp, Komienen, Molditten und Tollnigk zum Amtsbezirk Molditten.
Kirche mini|150px|Wegkreuz in Mołdyty Bis 1945 war Molditten in die evangelische Kirche RößelWalther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 490 in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union sowie in die katholische St.-Peter-und-Paul-Kirche Rößel im damaligen Bistum Ermland eingepfarrt. Heute gehört Mołdyty evangelischerseits zur Pfarrei Kętrzyn (Rastenburg) in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, katholischerseits zur Pfarrei Sątopy (Santoppen) im jetzigen Erzbistum Ermland.
Verkehr Mołdyty liegt an einer Nebenstraße, die Sątopy-Samulewo (Bischdorf) mit Samławki (Samlack) verbindet und dabei drei Woiwodschaftsstraßen berührt: die DW 593, DW 594 und DW 596. Eine Anbindung an den Schienenverkehr besteht nicht.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Gegründet 1339 Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Gmina Bisztynek