Der Baumannsberg ist ein Ortsteil der im westlichsten Zipfel des sächsischen Erzgebirges gelegenen Gemeinde Schönheide (Erzgebirgskreis) mit ungefähr 150 Gebäuden.

Geografische Lage

Der Ortsteil liegt im oberen Teil von Schönheide westsüdwestlich der Ortsmitte. Nach der Naturraumkarte von Sachsen liegt das Gebiet in der Mesogeochore „Schönheider Hochflächen“ und gehört zur Mikrogeochore „Schönheider Kuppengebiet“. Südlich des Ortsteils liegt das Naturschutzgebiet „Moore südlich von Schönheide“, das in großen Teilen zum Natura-2000-Gebiet Bergwiesen um Schönheide und Stützengrün gehört.

Name und Geschichte mini|hochkant=1.45|Der Ortsteil in der Karte des Siedlungsbeginns Den ersten Teil der Bezeichnung Baumannsberg hält der Autor Ernst Flath, der eine etwa 1909 erschienene Geschichte Schönheides verfasste, für den Namen des ersten Siedlers in diesem Ortsteil.Ernst Flath: Heimatkunde und Geschichte von Schönheide, Schönheiderhammer und Neuheide, Kommissionsverlag von Armin Stopps Buchhandlung, Schönheide o. J. (1909), S. 5 (Digitalisat in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden) Im Band 18 des Staatslexikons aus dem Jahr 1833 berichtet Albert Schiffner im Artikel über Schönheide: „abgesonderte Häusergruppen sind folgende [...] oberhalb der Kirche zieht sich nordwärts vom Dorf hinweg der Baumannsberg.“Abkürzungen im Original sind hier ausgeschrieben.Friedrich August Gottlob Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen, enthaltend eine richtige und ausführliche geographische, topographische und historische Darstellung aller Städte, Flecken, Dörfer, Schlösser, Höfe, Gebirge, Wälder, Seen, Flüsse etc. gesammter Königl. und Fürstl. Sächsischer Lande mit Einschluß des Fürstenthums Schwarzburg, des Erfurtschen Gebietes, so wie der Reußischen und Schönburgischen Besitzungen. Band 18, Zwickau 1833, Seite 726 (Digitalisat) Derselbe Autor erwähnt in seinem 1839 erschienenen Handbuch der Geographie, Statistik und Topographie des Königreiches Sachsen den Ortsteil Baumannsberg zweimal, bei der ersten Nennung auf den Artikel über Schönheide verweisend und schreibt dort, dieser Ortsteil liege „nördlich vom Mitteldorfe“.Sowohl Schumann als auch Schiffner verorten den Ortsteil nicht richtig. Vom Mitteldorf aus liegt der Ortsteil westsüdwestlich.Albert Schiffner: Handbuch der Geographie, Statistik und Topographie des Königreiches Sachsen. Erste Lieferung, den Zwickauer Directionsbezirk enthaltend. Leipzig 1839, S. 184 und 189 (Digitalisat), s. auch Albert Schiffner: Beschreibung von Sachsen und der Ernestinischen, Reußischen und Schwarzburgischen Lande. Mit 192 Ansichten und 2 Karten, J. Scheible’s Buchhandlung, Stuttgart 1840, S. 305 (Link zum Digitalisat in der Sächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Dresden) Etwa 1848 erwähnt Albert Schiffner in seinem Werk „Führer im Muldenthale“ den Ortsteil als „Baumanns-Berg“.Albert Schiffner: Der Führer im Muldenthale, von des Voigtlands Höhen bis zur Vereinigung beider Mulden. In 16 Lieferungen, enthaltend 37 Ansichten, nach der Natur aufgenommen von Gustav Täubert, lithographiert von J. Riedel, Verlag von Gustav Täubert, Dresden (o. J., 1848), S. 12 (Link zum Digitalisat in der Universitätsbibliothek Leipzig S. 12 ist nicht direkt aufrufbar, im Digitalisat bis dorthin durchblättern oder im Inhaltsverzeichnis links am Rand auf „Schönheide“ klicken.) Im Alphabetischen Orts-Verzeichniß des Königreiches Sachsen von 1862 wird der „Ortstheil“ aufgeführt mit dem Zusatz „zu Schönhaide [so!] geh.“ In den Spalten für Gebäude und Einwohner finden sich keine Angaben.Alphabetisches Orts-Verzeichniß des Königreiches Sachsen, bearbeitet nach officiellen Unterlagen durch das statistische Bureau des Ministeriums des Innern, S. 30, Druck und Verlag von C. Heinrich, Dresden 1862 (Digitalisat) Auch das Vollständigste Geographisch-Topographisch-Statistische Orts-Lexicon von Deutschland von 1868 gibt an, der Baumannsberg sei ein „Ortstheil“ von Schönheide.H. Rudolf: Vollständigstes Geographisch-Topographisch-Statistisches Orts-Lexicon von Deutschland, E. Ernst’s Verlag, Zürich 1868, Sp. 3939 (Digitalisat) Möckels Adressbuch von 1894 verwendet den Begriff Baumannsberg wie einen Straßennamen,Möckel's Adreß- und Auskunftsbücher. Schönheide i. Erzgeb., Möckel's Verlag, Leipzig 1894, beispielsweise S. 20 bei Carl Gottlob Unger (als Digitalisat in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden) so verfährt auch das 1896 in Zwickau von Eichhorn und Jehne herausgebrachte Adressbuch.Siehe Seite 343 (Auerswald) und Seite 344 (Badstübner). Es führt für Schönheide 62 Träger des Namens Baumann auf.Adreßbuch folgender Städte und Ortschaften: Auerbach/Vogtland [...], Schönheide, Druck und Verlag von Eichhorn und Jehne, Zwickau 1896, S. 343f. (Digitalisat in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden)

Dieser Ortsteil gehörte zu den Gebieten Schönheides, für die bei der Besiedlung vom Jahr 1537 anKarl Gottlob Dietmann: Die gesamte ... Priesterschaft in dem Churfürstenthum Sachsen ..., Band I.3: Konsistorium Wittenberg, Verlag Richter, Dresden und Leipzig 1755, S. 609 (Digitalisat in der Universitätsbibliothek Halle) Hufe festgelegt wurden.Karte nach dem Besiedlungsplan Diese gingen vom Dorfbach in Richtung Süden bis zur Zwickauer Mulde.Ernst Flath: Heimatkunde und Geschichte von Schönheide, Schönheiderhammer und Neuheide, Schönheide o. J. (1909), S. 178 (Digitalisat in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden) Im sogenannten Befreiungsbrief vom , der Gründungsurkunde Schönheides, des Gebietsherrn Balthasar Friedrich Edler von der Planitz wird erwähnt, dass den Schönheidern von diesem Gebietsherrn ein Wald zur Gewinnung von Bauholz zur Verfügung gestellt wird. Dieser Wald wird als vom „Oberen weg hinaus neben dem Thoma Lengken biß an den Vogelheerdt hinab biß an das weßerley“ reichend beschrieben. Die eingangs genannte Örtlichkeit dürfte der Bereich Baumannsberg sein.

Südlich des Ortsteils verlief die alte Straße vom Erzgebirge in das Vogtland, die von Eibenstock in Richtung Auerbach ging. Von Schönheiderhammer stieg sie aus dem Tal der Zwickauer Mulde steil über den Hammerberg, wo Vorspannpferde bei dem steilen Anstieg eingesetzt wurden.Ernst Flath: Heimatkunde und Geschichte von Schönheide, Schönheiderhammer und Neuheide, Schönheide o. J. (um 1909), S. 236 (Digitalisat in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden) Sie verlief über den Ortsteil Schädlichsberg am heutigen Alten Friedhof entlang, wo sie dann den Anstieg in die Richtung des Berges Baumannsberg hatte. Sie ist mit der Bezeichnung „Die alte Strase“ in Blatt 196 des Berliner Exemplars der Asterschen Meilenblätter von Sachsen aus dem Jahr 1792 eingezeichnet.Friedrich Ludwig Aster: Sächsische Meilenblätter, Blatt 196 im Berliner Exemplar (Link zum Kartenblatt in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden) Ernst Flath beschreibt in seiner Geschichte Schönheides den Verlauf der Straße und nennt sie „die ganz alte Poststraße“.Ernst Flath: Heimatkunde und Geschichte von Schönheide, Schönheiderhammer und Neuheide, Schönheide o. J. (um 1909), S. 235 (Digitalisat in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden) Diese Straße trägt heute den Namen Windmühlenweg.Topographische Karte 5441-SW-Schönheide des Staatsbetriebs Geobasisinformation und Vermessung des Landes Sachsen, 2. Auflage, Dresden 2010, ISBN 978-3-89679-524-3 Weiter südlich davon verläuft der Fichtigweg. Er wurde schon in der erwähnten Landkarte als „Der Viehweg“ genannt.

In den Jahren von 1904 bis 1906 kam es im Ortsteil zu einer Häufung von Bränden.Auflistung auf der Website der Freiwilligen Feuerwehr Schönheide, Abruf am 19. Oktober 2022

Den Namen „Baumannsberg“, den die Bevölkerung für die durch das Gebiet führende Straße verwendete, änderte die Gemeinde Schönheide im Zuge der Einführung von neuen gemeindlich festgelegten Straßennamen zum 1. Januar 1975 in „Lindenstraße“.Verzeichnis der neuen Straßennamen und Hausnummern der Gemeinde Schönheide ab 1. Januar 1975, S. 2

Berg mit demselben Namen Südlich dieses Ortsteils liegt der unbewaldete hohe Baumannsberg.Landesvermessungsamt Sachsen: Topographische Karte 1:10.000, Blatt 5441-SW Schönheide, Normalausgabe, 1. Auflage, Dresden 1995, ISBN 3-86170-609-1. Er ist nach Flath „mit leidlich gutem Ackerland bedeckt“.Ernst Flath: Heimatkunde und Geschichte von Schönheide, Schönheiderhammer und Neuheide, Kommissionsverlag von Armin Stopps Buchhandlung, Schönheide o. J. (1909), S. 12 (Digitalisat in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden) Dieser Berg ist in Blatt 196 des Berliner Exemplars und in Blatt 185 des Freiberger Exemplars der sächsischen Meilenblätter eingetragen.Blatt 185 des Freiberger Exemplars der Meilenblätter von Sachsen aus dem Jahr 1792 mit Nachträgen bis 1876 (Link zum Kartenblatt in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden) Östlich des Baumannsbergs liegt der gleich hohe Knock.

Darstellung in Landkarten In einer Reihe von Landkarten des 19. bis 21. Jahrhunderts findet sich im Bereich des Berges Knock südlich vom Schönheides Dorfmitte der Eintrag „Baumannsberg“, so schon in der sächsischen Äquidistantenkarte aus dem Jahr 1876,Blatt 136 – Section Schneeberg- der Topographischen Karte (Äquidistantenkarte) Sachsen, bearbeitet im topographischen Bureau des Königlichen Generalstabes – 1:25000. Jahr 1876 (Digitalisat in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden) aber auch in der von 1905,Die Sächsische Äquidistantenkarte im Maßstab 1: 25.000 von 1905 vermerkt „Baumannsberg“ sogar südlich der Schule. (Link zur Karte in der Universitätsbibliothek Dresden) der topografischen Karte von 1916Blatt 136–Schneeberg – der Topografischen Karte (Link zur Karte in der Sächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Dresden) und der von 1942Blatt 5441 – Schneeberg – der topographischen Karte (Messtischblatt) 1:25.000 von 1942 (Link zum Kartenblatt in der Sächsischen Staats- und Universitätsbibliothek) Dies setzt sich fort bis zur topographischen Karte, die im Jahr 2010 herausgebracht wurde.

Wirtschaft und Infrastruktur mini|hochkant=1.45|Die Feldstreifen der Hufe aus der Gründung Schönheides grenzen an den Ortsteil Baumannsberg. Die Lindenstraße verläuft am Südrand des oberen Bilddrittels. Der größte Wirtschaftsbetrieb ist die Modellbau Schönheide GmbH. Er stellt im Wesentlichen Gießereimodelle her.Website der Firma, Abruf am 25. November 2018 Außerdem gibt es kleinere Firmen wie eine Autoreparaturwerkstatt. Bis zur Bildung der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) „Vorwärts“ bestanden mehrere kleine landwirtschaftliche Betriebe, die oft im Nebenerwerb betrieben wurden. Darunter befand sich der Bauer Paul Baumgärtel,Adressbuch für die Städte Aue […] und 21 Landgemeinden, Auer Druck- und Verlagsgesellschaft, Aue/Sachsen 1930, S. 356 Digitalisat bei Compgen.de, Abruf am 19. März 2023 nach dem die Baumgärtelskiefern benannt wurden, die seit 2013 als Teil des Naturschutzgebietes Moore südlich von Schönheide wieder unter Naturschutz stehen. Auch der Bauer Fuchs wirtschaftete im Ortsteil Baumannsberg.„Adressbuch von 91 Städte und Ortschaften des sächsischen Erzgebirges“, Werdau o. J. (1913 oder 1914), S. 276 (Link zum Digitalisat in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden) Er ist mit seinem Spitznamen SchuchVolker Bretschneider und Bernd Garn: Unnere Schennhaader Spitzname, ohne Ort und Jahr (Schönheide 2012), S. 8 der Namensgeber eines südlich des Ortsteils gelegenen und in Landkarten unbezeichneten Berges von Metern Höhe, der in Schönheide Schuchhübel genannt wird.