mini|Gemeindestand vor der Fusion am 1. April 2012 mini|Pfarrkirche Sant’Atanasio Calpiogna war bis zum 31. März 2012 eine politische Gemeinde im Kreis Faido im Bezirk Leventina des Kantons Tessin in der Schweiz. Im Jahr 1853 spaltete sich die Gemeinde Campello ab – 2012 wurde sie mit den umliegenden Gemeinden mit Faido fusioniert (was im Jahr 2004 noch abgelehnt worden war).

Geographie mini|Luftbild der mittleren Leventina (1967); am unteren Bildrand (im Wald) der Ortsteil Prodör; hinter dem Wald das zu Campello gehörende Carì und weiter unten das Dorf Campello. Calpiogna selbst ist nicht mehr auf dem Bild und liegt noch weiter unterhalb von Campello Das Dorf Calpiogna liegt auf einer sonnigen Terrasse am linken Hang des Valle Leventina auf 1143 m ü. M. und zählte am Jahresende 2007 nur noch 37 Einwohner, Ende 2002 waren es noch 46. Zur Gemeinde Calpiogna gehören der frühere Maiensäss Prodör auf 1647 m ü. M. – inzwischen mit dem bekannteren Tessiner Ferienort Carì zusammengewachsen – sowie der auf 975 m ü. M. gelegene Weiler Primadengo.

Geschichte Das Dorf wurde 1246 als Calpiognia erstmals erwähnt. Im Mittelalter gehörte das Dorf zur vicinìa Faido und zur Kirchgemeinde Faido-Mairengo. 1577 besass es schon eine dem heiligen Eutychios geweihte Kapelle. 1665 wurde die Kapelle neu gebaut und dem heiligen Athanasius geweiht. 1651 baute man in Primadengo die Kapelle des heiligen Antonius von Padua. Anfang des 19. Jahrhunderts umfasste es noch Campello TI, das sich 1837 kirchlich und 1853 zivil davon loslöste und eine eigene Kirch- und politische Gemeinde wurde.Celestino Trezzini: Calpiogna. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, Band 2, Brusino – Caux. Attinger, Neuenburg 1924, S. 474, 475 (Digitalisat).

Fusion mit Faido Die Bürger von Calpiogna hatten im März 2004 in einer Volksabstimmung die Fusion ihrer Gemeinde mit Faido, Mairengo, Osco, Campello, Rossura, Chiggiogna, Calonico, Anzonico, Cavagnago und Sobrio verworfen, obwohl die Gemeinde kaum Ressourcen hat und finanziell vollständig vom Kanton abhängig war.

Am 1. April 2012 fusionierte sie zusammen mit den noch verbliebenen Gemeinden Mairengo, Osco, Campello, Chironico, Anzonico und Cavagnago zur nochmal vergrösserten bestehenden Gemeinde Faido. Calpiogna bildet aber mit Campello nach wie vor eine eigenständige Bürgergemeinde – die Degagna di Fichengo.Degagna di Fichengo (Calpiogna-Campello-Faido) (italienisch) ti.ch/di/sel/patriziati

Bevölkerung

Sehenswürdigkeiten

Die Dorfbilder von Calpiogna und Primadengo sind im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) als schützenswerte Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung eingestuft. Pfarrkirche Sant’AtanasioSimona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK, Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 133.Pfarrkirche Sant’Atanasio (Foto) Oratorium Sant’Antonio da Padova (1651) im Ortsteil PrimadengoOratorium Sant’Antonio da Padova (Foto) Oratorium der heiligen Familie – Oratorio della Santa FamigliaOratorio della Santa Famiglia (Foto) / Oratorio della Sacra Famiglia (1885) im Ortsteil Prodör, Kulturgut Nr. A5178, mit Wandbild von Rosalia Grimaldi (1990) Verschiedene Betkapellen (17. und 19. Jahrhundert)

Persönlichkeiten Atanasio Del Pietro (* um 1880 in Calpiogna; † um 1945 ebenda), Bauer und Tessiner Grossrat Luigi Del Pietro (* 1. Juli 1906 in Calpiogna; † 29. August 1977 in Lugano), Priester, SyndikalistLuigi Del Pietro Biographie (italienisch) Antonio Gili: Luigi del Pietro. In: Alberto Lepori, Fabrizio Panzera (Hrsg.): Uomini nostri. Trenta biografie di uomini politici. Armando Dadò Editore, Locarno 1989, S. 19, 118–125. Agostino Del Pietro (* 1957 in Faido), Provinzial der Schweizer KapuzinerAgostino Del Pietro, Provinzial der Schweizer Kapuziner In: kath.ch/newsd/agostino-del-pietro.

Literatur Marina Bernasconi Reusser, Monumenti storici e documenti d’archivio. I «Materiali e Documenti Ticinesi» (MDT) quali fonti per la storia e le ricerche sull’architettura e l’arte medievale delle Tre Valli. In: Archivio Storico Ticinese. 2. Serie, Nummer 148, Casagrande, Bellinzona 2010, S. 210, 212. Piero Bianconi, Arminio Janner: Calpiogna. In: Arte in Leventina. Istituto Editoriale Ticinese, Bellinzona 1939; derselbe (Hrsg.): Calpiogna. In: Inventario delle cose d’arte e di antichità. Le Tre Valli Superiori. Leventina, Blenio, Riviera. Grassi & Co., Bellinzona 1948.

Simona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, S. 133. Celestino Trezzini: Calpiogna. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 2: Basel – Egnach. Attinger, Neuenburg 1924, S. 474–475 (Digitalisat; [PDF; 28,8 MB]; abgerufen am 15. Juli 2017).

Weblinks

Webauftritt der Gemeinde Faido Amt für Statistik des Kantons Tessin: Faido (italienisch) Faido-Calpiogna: Kulturgüterinventar des Kantons Tessin

Einzelnachweise

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