Gajane Mowsessi Tschebotarjan (; ; wiss. Transliteration ; auch Chebotarian oder Tchebotaryan; * 9. November 1918 in Rostow am Don, RSFSR; † 16. Januar 1998 in Moskau, Russland) war eine armenisch-sowjetische Komponistin, Musikwissenschaftlerin und Pädagogin.
Leben Sie wurde in dem von Armeniern gegründeten, späteren Rostower Stadtteil Nor-Nachitschewan geboren.Nachruf in Коктейл Nr. 44 vom 7.–13. November 1998 (russisch) Nach dem Besuch der Musikfachschule in RostowLebenslauf auf tarakanov.net (russisch) studierte sie ab 1938 am Leningrader Konservatorium Komposition bei Christofor Kuschnarjow und Klavier bei Moisei Khalfin. Ihr Studium am Konservatorium, das zur Kriegszeit nach Taschkent verlagert wurde, schloss sie 1943 ab.Lebenslauf und Werkliste bei dic.academic.ru (russisch) Danach wechselte sie ans Konservatorium Jerewan – auf Einladung des damaligen Rektors Konstantin Saradschew. Ab 1947 lehrte sie dort selbst und begründete einen Forschungsschwerpunkt, der sich mit den polyphonen Aspekten in der armenischen Musik beschäftigte. 1965 wurde sie mit dem Titel Verdiente Künstlerin der Armenischen SSR ausgezeichnet. Ihr musikwissenschaftliches Hauptwerk – eine Untersuchung zur Polyphonie in Aram Chatschaturjans Schaffen – erschien 1969. 1977 übernahm sie am Konservatorium eine Professur. Als Musikwissenschaftlerin verfasste sie weitere Schriften, Artikel und Essays zur armenischen und sowjetischen Musik. Über 35 Jahre unterrichtete sie in Jerewan, geschätzt von befreundeten Kollegen wie Schostakowitsch, Kabalewski und Chrennikow. Nach dem Tod ihres Mannes, des armenischen Kulturpolitikers Aschot Stepanjan, übersiedelte sie 1984 nach Moskau zu ihrem Sohn, dem Autor und Literaturwissenschaftler Karen Stepanjan.. In: Журнальный зал 2017 (russisch) Die Komponistin Jewgenija Jachnina schrieb zu ihrem Angedenken das Stück Widmung.
Stil Ihr kompositorisches Schaffen umfasst Orchester-, Chor-, Kammer- und insbesondere Klaviermusik. In ihrem Werk finden sich Elemente der armenischen Musikkultur, doch ebenso Einflüsse aus der klassischen russischen Tradition. Stilistisch findet sie, die als eine der ersten Frauen Mitglied im armenischen Komponistenverband wurde, eine eigene Musiksprache zwischen Spätromantik und Impressionismus, zwischen Neoklassizismus, gemäßigter Moderne und armenischem Kolorit im Gefolge Chatschaturjans. Als ihr beliebtestes Werk gilt das frühe, einsätzige Klaviertrio (1945),Chebotarian – Klaviertrio, KMW Trio auf DB Productions, 2015 das mehrfach auf CD eingespielt wurde.Aufnahmen des Klaviertrios (1945) bei musicweb-international Orchesterwerke wie Hayastan (1947) oder die Sinfonischen Bilder Tonakatarut‘yun (1950) sind dem sowjetischen Zeitstil verpflichtet. Im Polyphonen Album für die Jugend (1972), das 13 programmmusikalische Stücke umfasst,Gohar Meliksetjan: Artikel über Tschebotarjans Kompositionstechnik. 2017 (russisch) und im Zyklus Präludien und Fugen über armenische Weisen (1979) kombiniert sie klassische kompositorische Verfahren wie Fuge, Umkehrung, Passacaglia, Arie und Choral mit Melodien der Volkskultur. In der Verknüpfung solcher Techniken mit armenischen Weisen wie Hoy, im Nazani yare erkundet sie neue Verbindungswege zwischen Tradition und der Musik des 20. Jahrhunderts. Ihr Stil wird als melodiös und ausdrucksstark beschrieben, charakteristisch für viele ihrer Kompositionen ist eine Stimmung verhaltener Melancholie.
Werke Stücke für Klavier, 1934/39 Klaviersonate, 1943 Klaviertrio, 1945 Streichtrio, 1948 Hayastan [Armenien], Poem-Kantate für Chor und Orchester, 1947 Préludes für Klavier, 1948 Es ist Frühling für Chor a cappella, 1948 Klaviersonate, 1953 Tonakatarut‘yun [Fest], Sinfonische Bilder, 1950 2 Romanzen (Text: Howhannes Schiras), 1962 Konzertetüden für Klavier, 1963 Polifonik albom patanekut’yan hamar [Polyphones Album für die Jugend] für Klavier, 1972 Posvyashchenia [Widmung] für Klavier, 1972 Sag mir, hast du mein Land gesehen? für Chor, 1973 Streichquartett, 1978 Präludien und Fugen über armenische Weisen, Zyklus für Klavier, 1979 Walzer für Orchester, 1979 Klavierkonzert, 1980 Streichquartett, 1990 12 Stücke über volkstümliche Themen für Klavier, 1991
Schriften
Literatur
Weblinks im Cadence Music Centre, 2016 (abweichendes Todesdatum, englisch) Lebenslauf und Werkliste bei dic.academic.ru (russisch) Tchebotarian, Gayane auf earsense.org – Kurzvita, Werkauswahl und Hörbeispiele (englisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Komponist (Armenien) Kategorie:Komponist (Sowjetunion) Kategorie:Armenier Kategorie:Person (Armenische Sozialistische Sowjetrepublik) Kategorie:Person (Rostow am Don) Kategorie:Sowjetbürger Kategorie:Geboren 1918 Kategorie:Gestorben 1998 Kategorie:Frau