Johann Pfeffer († nach 1676) war ein deutscher Bildhauer im Herzogtum Preußen.

Leben Er wurde nur 1669 als Joh. Pfeffer genannt, der Bildhauerarbeiten für das Residenztor und die Schlossbrücke in Königsberg lieferte. 1676 wurde der Altaraufsatz in der Kirche in Kumehnen von einem Bildhauer Nahmens Pfeffer hergestellt.Anton Ulbrich: Geschichte der Bildhauerkunst in Ostpreußen vom Ende des 16. Jahrhunderts bis gegen 1870. Band 1. Königsberg 1926. S. 249. Inschrift in der Altarrückwand, Jahreszahl im Fries (ub.uni-heidelberg.de). In der Kunstgeschichte wird angenommen, dass es sich um dieselbe Person handelte.Anton Ulbrich legte die Gleichsetzung als erster nahe, Herbert Meinhard Mühlpfordt folgt ihm darin. In einem ähnlichen Stil wurden zahlreiche Holzschnitzarbeiten in Kirchen der Umgebung angefertigt.

Friedrich Pfeffer könnte sein Sohn sein. Dieser wirkte in Goldap und schuf wahrscheinlich den Altar und die Kanzel im Jahr 1700 sowie weitere stilistisch ähnliche Werke.

In allen erwähnten Kirchen ist heute die Innenausstattung verschwunden, ob sich noch einzelne Reste an anderen Orten erhalten haben, ist bisher nicht ermittelt worden.

Werkverzeichnis (Auswahl) Gesicherte WerkeAnton Ulbrich: Geschichte der Bildhauerkunst in Ostpreußen vom Ende des 16. Jahrhunderts bis gegen 1870. Band 1. Königsberg 1926, S. 249, 261. Schloss Königsberg, Verzierungen zum Residenztor und zur Schlossbrücke, 1669, um 1700 abgebrochen Kirche Kumehnen, Altaraufsatz, 1676

Zugeschriebene Werke

Diese Werke werden auf Grund ihrer großen stilistischen Ähnlichkeit zum Altaraufsatz in Kumehnen von Ulbrich ebenfalls Johann Pfeffer oder seiner Werkstatt zugeordnet.Anton Ulbrich: Geschichte der Bildhauerkunst in Ostpreußen vom Ende des 16. Jahrhunderts bis gegen 1870. Band 1. Königsberg 1926, S. 251–259. Die Werke sind alle verloren.

Kirche Medenau, Kanzel, 1668 Kirche Wargen, Kanzel, 1668, Altaraufsatz, 1672 Kirche Germau, Kanzel, 1670 Kirche Jesau, Kanzelaltar, 1673 Kirche Alt Pillau, Kanzel, 1676 Altroßgärter Kirche, Königsberg, Kanzel, 1666, Altaraufsatz 1676/77

Weitere stilistisch verwandte Werke Die folgenden Arbeiten werden von Ulbrich ebenfalls der Werkstatt zugeordnet.Anton Ulbrich: Geschichte der Bildhauerkunst in Ostpreußen vom Ende des 16. Jahrhunderts bis gegen 1870. Band 1. Königsberg 1926, S. 255–270, S. 263 (ub.uni-heidelberg.de). Die meisten Werke sind verloren, erhaltene Arbeiten sind fettgedruckt. Kirche Landsberg, Altar und Kanzel, um 1660/70 Kirche Schmoditten, Kanzelaltar, 1676, Wandgrabmal des Johann Soher, 1677 Kirche Bartenstein, Wandgrabmal von Hans Christoph von Schlubhut, 1676/77, evtl. erhalten Deutsche Kirche Tilsit, Kanzel, 1677 Kirche Tharau, Orgelgehäuse, 1677 Kirche Brandenburg, Altaraufsatz, 1680 Kirche Schaaken, Altaraufsatz, 1680 Kirche Eylau, Altaraufsatz, 1681 Kirche Allenburg, Altaraufsatz, 1681 Kirche Falkenau, Altaraufsatz, 1681, erhaltenKirche Sokolice (polnisch) Kirche Marienfelde, 1682 Kirche Allenau, Altaraufsatz, 1683 Kirche Szabienen, Altaraufsatz, Kanzel, um 1680, Altaraufsatz erhaltenMitte des 18. Jahrhunderts zu Kanzelaltar vereinigt, nach 1945 Kanzel wieder ausgebaut, vgl. Kirche Żabin (polnisch) Kirche Reddenau, Kanzel, Altaraufsatz, um 1687, einige Figuren erhaltenMitte des 18. Jahrhunderts wurde ein neuer Altaraufsatz gebaut, mit einigen Figuren des älteren, die Kanzel wurde zum Kanzelaltar eingebaut, nach 1945 wurde die Kanzel wieder ausgebaut, vgl. Kirche Rodnowo (polnisch). Kirche Döbern, Altaraufsatz, 1687 Kirche Plibischken, Figuren Kirche Bludau, Figuren Kirche Frauenburg, Figuren

Literatur

Anton Ulbrich: Geschichte der Bildhauerkunst in Ostpreußen vom Ende des 16. Jahrhunderts bis gegen 1870. Band 1. Königsberg 1926, S. 249–270 (ub.uni-heidelberg.de). Herbert Meinhard Mühlpfordt: Königsberger Skulpturen und ihre Meister 1255–1945. (= Ostdeutsche Beiträge aus dem Göttinger Arbeitskreis). Würzburg 1970, S. 126.

Einzelnachweise

Kategorie:Künstler (Ostpreußen) Kategorie:Geboren im 17. Jahrhundert Kategorie:Gestorben im 17. oder 18. Jahrhundert Kategorie:Mann Kategorie:Bildhauer des Barock