Tang Soo Do rahmenlos|rand|alt=|220px|zentriert Koreanische Sprache Hangeul: Hanja: RR: Dangsudo MR: Tangsudo Alternative Bezeichnung Hangeul: Hanja: RR: Subakdo MR: Subakdo Standardchinesisch Hanzi: Pinyin: Tángshǒudào Jyutping: Tong4sau2dou6 Japanische Sprache Kanji: Kanji: Kana: Hepburn: Karatedô Anmerkung

Tang Soo Do, kurz TSD (, McCune-Reischauer Tangsudo, Revidierte Romanisierung Dangsudo), ist eine Kampfkunst aus Korea. Der koreanische Begriff mit den Hanjas (chinesische Schriftzeichen) – – bedeutet wörtlich „Weg der chinesischen Hand“ bzw. sinngemäß „Lehre der Chinesischen Technik“ oder „Schule der Chinesischen Kampftechnik“. Als „Tang Soo Doin“ verstehen sich hauptsächlich jene, die ihre Kunst direkt oder indirekt auf die fünf koreanischen Schulen in den 1940er Jahren in Korea zurückführen. Dabei gehört aufgrund von Verbreitung und Popularität die Schule des Moo Duk Kwans (MR Mudŏkkwan, RR Mudeokgwan, Hangeul ; Hanja ) von Meister Hwang Ki weltweit zu den bekanntesten Varianten des „Tang Soo Do“-Kampfsports.

Trainingsinhalte sind vor allem Hyeong (Formen), Gicho (Grundtechniken) und Daeryeon (Daeryon) (Partnerübungen).

Etymologie und Ursprung mini|Taekwondo – Kampfkunst-Varietät derselben Sache, Uetersen 2014

Die Ursprünge des koreanischen Tang Soo Do liegen auf Okinawa bei den Ryūkyū-Inseln im historischen Königreich Ryūkyū. Dort wurde die einheimische Kampfkunst zunächst mit dem okinawanischen Begriff „Ti“ bzw. „Dī“ (jap. Te, Kanji ) bezeichnet, der wörtlich „Hand“ – hier „Technik“ – bedeutet. Als durch den regen Handel zwischen Okinawa und dem feudalen China Kampfkunstmeister nach Okinawa kamen und ihre chinesische Kampfkunst lehrten, wurde diese zur Abgrenzung als „Tōtī“ bzw. „Tōdī“ (ryūkyū Tōtī, jap. Tōde, Kanji , „Technik der Tang“, sinngemäß „Technik aus China“) bezeichnet. Später wurde diese Kampfkunst in Uchinādī (ryūkyū Uchinātī, jap. Okinawa-Te, Kanji ), wörtlich „Hand aus Okinawa“ – hier „Technik aus Okinawa“, umbenannt, um der Kunst einen einheimischen Charakter zu geben.Werner Lind: „Okinawa-Karate“ SVB Sportverlag Berlin GmbH, 1997, S. 48.

Als Funakoshi Gichin Anfang des 20. Jahrhunderts das „Tōdī“ (ryūkyū „Tōtī“) nach Japan brachte, wurden die Kanjis (chinesische Schriftzeichen) für „Tōdī“ (ryūkyū „Tōtī“), die sowohl auf Okinawa als auch in Japan verwendet werden, dort japanisch als KaraTe (wörtlich „Hand der Tang“ oder besser „Technik der Tang“) bezeichnet. Der erste Bestandteil kara – ist jedoch nicht eindeutig, sondern die gleiche Aussprache zweier verschiedener, homophoner Begriffe, deren einer mit dem Schriftzeichen für „fremdländisch“ bzw. für „Tang-China“ – geschrieben wird, der andere mit dem Schriftzeichen für „leer“ – . Funakoshi legte den Bestandteil kara – schließlich auf die Bedeutung „leer“ – fest, so dass von nun an kein Bezug mehr zum Ursprung aus dem China der Tang-Dynastie erkennbar war. Seitdem wird Karate meist mit „leere Hand“ übersetzt.Werner Lind: Okinawa-Karate SVB Sportverlag Berlin GmbH, 1997, S. 253.Gichin Funakoshi: Karate-Do Nyumon: The Master Inductory Text, Übersetzt von John Teramoto, Kodansha International, Tokyo 1988, S. 24.

In Japan wurde später häufig der Begriff Do – angehängt, also „Karate-Do“. Dies folgte einem Trend, der etwa seit dem 19. Jahrhundert in der japanischen Kampfkunst-Landschaft zu beobachten ist: Die Kampfkünste Ju-Do, Aiki-Do, Ken-Do oder Kyū-Dō erhielten in dieser Zeit ebenfalls einen Namen, der auf -Do endete. Der sinojapanische Begriff „Do“ bedeutet wörtlich „Weg“, „Straße“ oder „Pfad“. Hiermit ist der philosophische Bestandteil der Kampfkunst gemeint.

Während der Besetzung Koreas durch Japan (1910 bis 1945) wurde „Karate-Do“ auch in Korea gelehrt bzw. von Koreanern in Japan erlernt. Der koreanische Begriff für Karate lautet, entweder Dangsu (MR Tangsu, ; , wörtlich „Hand der Tang“ oder „Hand aus China“) oder Gongsu (MR Kongsu, ; , wörtlich „leere Hand“).Alex Gillis, Thomas Kuklinski-Rhee: Tödliche Kunst. Die verborgene Geschichte des Tae Kwon Do 2012, S. 37, 46–47. In der Fachliteratur und auch bei den Praktizierenden hat sich die Schreibweise Tang Soo Do nach McCune-Reischauer etabliert. Die Schreibweise Dangsudo nach der späteren revidierten Romanisierung hat sich nicht durchgesetzt.

Der Begriff „Tang Soo Do“ entstand als koreanische Lesart des japanischen Begriffs „Karate-Do“, als dieser in Japan noch mit denselben Schriftzeichen (Kanji ) wie in Korea (Hanja ) geschrieben wurde. Nach der nationalistischen Bewegung gegen Ende der Meiji-Zeit am Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Schreibweise der japanischen Kanjis von „Karate-Do“ in Japan geändert – Kanji „ → “. Heute heißt das japanische „Karatedo“ in Korea „Kongsudo“ (RR Gongsudo, Hangeul , Hanja ).

Hanja, Kanji, Hanzi In Ostasien etablierten sich, ähnlich dem Latein oder Griechisch in Europa („Abendland“), die chinesischen Schriftzeichen als Schrift und „Kulturträger“. So wurden diese in Vietnam (Chữ Nôm) und heute weiterhin in Korea (Hanja teilweise), Japan bzw. Okinawa (Kanji) und selbstredend in China (Hanzi) verwendet. Allerdings werden die gleichen Schriftzeichen in den verschiedenen Sprachen verschieden ausgesprochen bzw. bezeichnet. Aufgrund der jeweiligen historischen und kulturellen Entwicklungen können sich ihre Bedeutungen verschieden stark voneinander unterscheiden.

Allgemein RR MR Hangeul Hanja Bemerkung Tang Dang Tang bezeichnet die chinesische Tang-Dynastie, auch ein allgemeines Synonym für China Soo Su Su bedeutet wörtlich „Hand“, kontextabhängig hier „Technik“ oder „Methode“ Do Do Do bedeutet wörtlich „Weg“, „Pfad“, „Route“, sinngemäß „geistiger Weg“, kontextabhängig hier „Lehre“, „Schule“ – einer „Denkrichtung“

Geschichte Durch den Einmarsch japanischer Truppen in Korea 1905 und die anschließende Besatzung wurde die koreanische Kultur japanisiert. Japaner, die Budo gelernt hatten, ließen sich in Korea nieder; Koreaner, die in Japan studierten, lernten dort Budo. Bereits vor der Kapitulation Japans 1945 beherrschten einige Koreaner die „chinesische Hand“ – später auch als „leere Hand“ bekannt – so weit, dass sie Kampfkunstschulen (MR Kwan, RR Gwan, Hangeul ; Hanja ) in Korea gründeten.Ho Sik Pak: Complete Tang Soo Do Manual. From 2nd Dan to 6th Dan – Volume 2 High Mountain Publishing, California USA 2005, S. 21–25. In den 1940er-Jahren ist die erste Generation der fünf ursprünglichen Schulen (Kwan) entstanden. In den 1950ern folgten weitere Gründungen. Nachfolgende Liste führt in chronologischer Reihenfolge die Schulgründungen auf:

1940er Jahre + Schule der Erste Generation Schule Jahr Ort Gründer RR MR Hangeul Hanja Bemerkung Song Moo Kwan 1943 Kaesŏng Ro Byung-jick Schüler von Funakoshi Gichin Cheong Do Kwan 1944 Seoul Lee Won-kuk Schüler von Funakoshi Gichin Moo Duk Kwan 1945 Seoul Hwang Ki Chang Moo Kwan 1946 Seoul Yoon Byung-in Schüler von Kanken Tōyama Ji Do Kwan 1946 Seoul Chun Sang-sup Schüler von Funakoshi Gichin

1950er Jahre + Schule der Zweite Generation Schule Jahr Ort Gründer RR MR Hangeul Hanja Bemerkung Han Moo Kwan 1954 Lee Kyo-yoon Schüler von Chun Sang-Sup; einer der neun Kwans, die den Kukkiwon für Taekwondo gründete. Oh Do Kwan 1955 Choi Hong-hi,Nam Tae-hi Choi war Schüler von Funakoshi Gichin; Nam war Schüler von Lee Won-kuk Kang Duk Won 1956 Hong Jong-pyo,Park Chul-hee Jung Do Kwan 1956 Seoul Lee Young-woo

Diese neun „Kwan“ bzw. „Gwan“ (Hangeul , Hanja ) oder „Dojang“ (, , also Dōjō) bildeten zusammen das Fundament der „chinesischen Hand“ in Korea. Zusammen formten sie später das Kukkiwon. General Choi Hong-hi versuchte, sie unter dem Namen „Koreanische Tae Kwon Do Vereinigung“ zu einen und zu standardisieren, wobei er die Ähnlichkeit mit dem Begriff Taekgyeon (eine traditionelle koreanische Kampfkunst) bewusst forcierte. Gleichfalls nannte Hwang Ki bereits am 30. Juni 1960 seinen Verband in Korea, der aus dem Mu Deok Gwan hervorgegangen war, in Koreanische Su Bahk Do Moo Duk Kwan Vereinigung um – nach RR-Umschrift Koreanische Subak Do Mu Deok Gwan Vereinigung. Subak (Subahk) ist eine historische koreanische Kampfkunst, die jedoch nicht überliefert wurde.Alex Gillis, Thomas Kuklinski-Rhee: Tödliche Kunst. Die verborgene Geschichte des Tae Kwon Do 2012, S. 69. 1995 zum 50. Gründungsjubiläum nannte Hwang Ki, der Gründer des Tang Soo Do Mu Duk Kwans, der inzwischen in die USA emigriert war, seinen eigenen Verband in Amerika offiziell in Soo Bahk Do Mu Duk Kwan bzw. U.S. Soo Bahk Do Moo Duk Kwan Federation Inc. um – nach RR-Umschrift Subak Do Mu Deok Gwan. Die Bezeichnung Su Bahk Do – RR , , – steht wörtlich etwa für „Das Dao der Hand-Kampftechnik“.

1960er Jahre Während der Abwesenheit von Choi als Botschafter in Malaysia wurde Chois Vereinigung 1961 in „Koreanische Tae Soo Do Vereinigung“ umbenannt.Alex Gillis, Thomas Kuklinski-Rhee: Tödliche Kunst. Die verborgene Geschichte des Tae Kwon Do 2012, S. 74. Als Choi 1965 zurückkehrte, wurde er direkt zum Präsidenten der Vereinigung gewählt und änderte „Tae Soo Do“ (RR Taesudo, ; ) in „Tae Kwon Do“ (RR Taegwondo, ; ).Alex Gillis, Thomas Kuklinski-Rhee: Tödliche Kunst. Die verborgene Geschichte des Tae Kwon Do 2012, S. 98. Obwohl Choi in diesem Amt nicht lange weilte, wurde der Name „Tae Kwon Do“ von nun an beibehalten. Ungeachtet dieser Namenswechsel unterrichteten Lehrer im Ausland ihre Kunst als „koreanisches Karate“, „Tang Soo Do“ oder „Taekwondo“.

1970er Jahre Spätestens nach der Eröffnung des Kukkiwon 1973 war Hwangs Mu Deok Gwan die letzte Schule in Korea, die im Ausland als Tang Soo Do firmierte. Aus diesem Grund nennen sich heute primär deren Schüler Tang Soo Doin.

Dieses Zitat veranschaulicht das Verhältnis des Tang Soo Do zu Namen sehr gut. Denn die Bandbreite der Namen (Karate-Do, Taekwon-Do, Dangsu-Do, Subak-Do) steht letztlich immer für verschiedene Variationen derselben Sache mit verschiedenen Schwerpunkten.

Tang Soo Do in Deutschland Als Schüler Shin Jae-chuls, eines Schülers von Hwang Ki, war Klaus Trogemann 1982 einer der Gründungstrainer der World Tang Soo Do Association. Seinem 1995 gegründeten Verband Deutsche Tang Soo Do Vereinigung sind 15 Schulen angeschlossen. In: dtsdv.de, abgerufen am 16. Juni 2019.

1996 bildete sich im Deutschen Karateverband ebenfalls eine Tang-Soo-Do-Gruppe, die primär von Norbert Kraus, einem ehemaligen Schüler von Klaus Trogemann, geleitet wird. Mittlerweile gehören fünf Schulen zu dieser Gruppierung.TSD im DKV. In: tangsoo-do.de.

Weitere Verbände, die wenige Schulen vereinen, existieren.Traditionelles Tang Soo Do Deutschland. In: traditiontsd.de.Tang Soo Do Moo Duk Kwan Bund Deutschland. In: tangsoodo.de. In: wiesbaden.de, abgerufen am 16. Juni 2019. In: moodukkwan.de, abgerufen am 16. Juni 2019.

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Gicho Gicho (MR Kicho; ; , wörtlich Basis, Fundament), auch Grundtechniken oder Grundschule, ist das Ausführen einer oder mehrerer Techniken hintereinander auf Kommando. Ziel ist es hierbei, grundlegende Techniken aus den Hyeongs zu verinnerlichen und isoliert zu üben, um nicht mehr über diese nachdenken zu müssen.Jae Chul Shin: Traditional Tang Soo Do Volume II. The Basics. Philadelphia USA 1995, S. 3–4.

Hyeong Eine Hyeong (MR Hyŏng; Hangeul ; Hanja ), auch Form genannt, ist ein stilisierter Kampf gegen mindestens einen imaginären Gegner. Sowohl die Schrittfolgen als auch die Techniken sind zumindest grundlegend festgelegt. Die genaue Ausführung variiert nach Verband, Trainer und Übendem.

Im Tang Soo Do werden hauptsächlich Hyeongs gelehrt, die ihren Ursprung in Okinawa haben: fünf Pyong Ahn drei Ki Cho die Bassai drei Naihanchi die Sip Soo die Kong Sang Koon die Jin Do (Chintō) die Rohai die Wanshu die Sei Shan (Hangetsu) die Jion die Oh Sip Sa Bo (Gojūshiho)