Das Heidemoor up’m Piepenbrink ist ein Naturdenkmal auf dem Gebiet des Paderborner Stadtteils Sande. Es besteht aus zwei durch einen Feldweg voneinander getrennten Teilen.
Lage und Beschreibung Das Naturdenkmal liegt inmitten des Sander Bruchs in 102 m Höhe NN und hat eine Fläche von etwa 0,75 ha. Es wird von Kiefernforsten eingerahmt. mini|Das Heidemoor up’m Piepenbrink – Ost wird heute von ausgedehnten Pfeifengrasrasen dominiert. Der östliche Teilbereich besteht aus einer von flachen Dünenwellen eingefassten Senke, in der sich früher ein größerer Heideweiher befand. Dieser trocknete nach einer in den 1970er Jahren durchgeführten Flurbereinigung vollkommen aus und wuchs allmählich mit Pfeifengras (Molinia caerulea) zu. Seitdem bestimmen ausgedehnte Pfeifengrasrasen, die nur wenige floristische Besonderheiten aufweisen, das Bild. Heute ist nur noch in den Wintermonaten eine größere Wasserfläche vorhanden.
Der Westteil ist ein weitgehend von Kiefern (Pinus sylvestris) bestandenes Heidemoor, in dem das Pfeifengras ebenfalls aspektbildend ist. In einigen feuchten Senken konnten 1991 noch Glockenheide (Erica tetralix) und Schmalblättriges Wollgras (Eriophorum angustifolium) beobachtet werden.
Flora und Vegetation Im Gebiet wurden zahlreiche seltene Pflanzenarten festgestellt, darunter:
Braunes Schnabelried (Rhynchospora fusca), 2008 Flammender Hahnenfuß (Ranunculus flammula), 2008 Glockenheide (Erica tetralix), 2008 Grau-Segge (Carex canescens), 2010J. Bergener in: Peter und Gerald Kulbrock: Die neue floristische Kartierung in NRW 2010-2020 - Ergebnisse für Ostwestfalen-Lippe, Teil 1. In: 60. Bericht des Naturwissenschaftlichen Vereins für Bielefeld und Umgegend e.V. über die Jahre 2022 und 2023. Bielefeld 2024, Seite 129 Mittlerer Sonnentau (Drosera intermedia), 2008, 2013F. Ahnfeld in: Peter und Gerald Kulbrock: Die neue floristische Kartierung in NRW 2010-2020 - Ergebnisse für Ostwestfalen-Lippe, Teil 1. In: 60. Bericht des Naturwissenschaftlichen Vereins für Bielefeld und Umgegend e.V. über die Jahre 2022 und 2023. Bielefeld 2024, Seite 160 Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia)P. Kulbrock in: Peter und Gerald Kulbrock: Die neue floristische Kartierung in NRW 2010-2020 - Ergebnisse für Ostwestfalen-Lippe, Teil 1. In: 60. Bericht des Naturwissenschaftlichen Vereins für Bielefeld und Umgegend e.V. über die Jahre 2022 und 2023. Bielefeld 2024, Seite 161 Schmalblättriges Wollgras (Eriophorum angustifolium), 2013 u. 2015F. Ahnfeld und P. Kulbrock in: Peter und Gerald Kulbrock: Die neue floristische Kartierung in NRW 2010-2020 - Ergebnisse für Ostwestfalen-Lippe, Teil 1. In: 60. Bericht des Naturwissenschaftlichen Vereins für Bielefeld und Umgegend e.V. über die Jahre 2022 und 2023. Bielefeld 2024, Seite 169 Schnabel-Segge (Carex rostrata), 2008 Steife Segge (Carex elata), 2010J. Bergener in: Peter und Gerald Kulbrock: Die neue floristische Kartierung in NRW 2010-2020 - Ergebnisse für Ostwestfalen-Lippe, Teil 1. In: 60. Bericht des Naturwissenschaftlichen Vereins für Bielefeld und Umgegend e.V. über die Jahre 2022 und 2023. Bielefeld 2024, Seite 131 Sumpfblutauge (Potentilla palustris), 1991, 2013 u. 2015F. Ahnfeld u. P Kulbrock in: Peter und Gerald Kulbrock: Die neue floristische Kartierung in NRW 2010-2020 - Ergebnisse für Ostwestfalen-Lippe, Teil 1. In: 60. Bericht des Naturwissenschaftlichen Vereins für Bielefeld und Umgegend e.V. über die Jahre 2022 und 2023. Bielefeld 2024, Seite 147 Sumpfveilchen (Viola palustris), 1991
Fauna Im Gebiet laicht der Moorfrosch (Rana arvalis). Außerdem wurden insgesamt 17 Libellenarten beobachtet, darunter die auf der Roten Liste geführten Arten Südliche Binsenjungfer (Lestes barbarus), Gefleckte Heidelibelle (Sympetrum flaveolum) und Kleine Moosjungfer (Leucorrhinia dubia).Oliver Ottenströer: Konzeptentwicklung für einen Biotopverbund in der Kulturlandschaft „Sander Bruch“ – Paderborner Senne mit dem Schwerpunkt Libellen und Amphibien (Bachelorarbeit). Osnabrück 2009 Der Heideweiher war früher Brutplatz eines Krickenten-Paares.Reinhold Weimann: Vögel der Feuchtgebiete der Senne. In: Beiträge zur Ökologie der Senne, Teil 1. Berichte des Naturwissenschaftlichen Vereins für Bielefeld und Umgegend (Sonderheft). Bielefeld 1978, Seite 182
Sonstiges Ebenfalls im Sander Bruch, nur wenige hundert Meter Luftlinie entfernt, befindet sich das Naturdenkmal Weckers Heideteich.
Literatur Vinzenz Heggen: Zeugnisse unserer Geschichte. Dokumentation geschützter Objekte in Sande. Baudenkmäler, Naturdenkmäler, Naturschutzgebiete. Paderborn-Sande 2023, Seite 44–45 Oliver Ottenströer: Konzeptentwicklung für einen Biotopverbund in der Kulturlandschaft „Sander Bruch“ – Paderborner Senne mit dem Schwerpunkt Libellen und Amphibien (Bachelorarbeit).Osnabrück 2009 (PDF) Mark Saletzki: Die Vegetationsverhältnisse der Naturdenkmäler „Piepenbrink“ und „Weckers Teich“ (Kreis Paderborn). In: 33. Bericht des Naturwissenschaftlichen Vereins für Bielefeld und Umgebung über das Jahr 1991. Bielefeld 1992, Seite 349–368
Weblinks Heidemoor up’m Piepenbrink – West auf den Seiten des Kreises Paderborn Heidemoor up’m Piepenbrink – Ost auf den Seiten des Kreises Paderborn
Einzelnachweise und Anmerkungen
Kategorie:Senne Kategorie:Geographie (Paderborn) Kategorie:Naturdenkmal im Kreis Paderborn