Als Anfahren wird in der Verfahrenstechnik die Überführung einer Anlage in den stationären Fahrbetrieb bezeichnet.VDI 3459 Blatt 1:2017-11 Terminologie in der Energie- und Abfallwirtschaft; Grundlagen. Beuth Verlag, Berlin, S. 36.
Hintergrund Mit dem Erreichen des stationären Fahrbetriebs sollen alle wesentlichen Verfahrensstufen funktionsgerecht arbeiten können. Bis dahin weisen viele Bauteile noch nicht die optimale Betriebstemperatur auf.Harald Pfaller, Heinz-Uwe Riedel, Clemens Marb: Abgasemissionen thermischer Anlagen: Vom Stillstand über den instationären zum (quasi-)stationären Betrieb. In: Gefahrstoffe – Reinhalt. Luft. 70, Nr. 5, 2010, , S. 188–196. Bei thermischen Anlagen kommt es deshalb während des Anfahrens zu erhöhten Emissionen, die sich unter anderem in einer verstärkten Ruß- und Kohlenstoffmonoxid-Produktion äußern.Vivien Steck, Heinz Riedel, Clemens Marb: PCDD/F-Emissionen bei Anfahrvorgängen an (Haus-)Müllverbrennungsanlagen. In: Gefahrstoffe – Reinhalt. Luft. 67, Nr. 11/12, 2007, , S. 471–480. Für Anlagen, deren stationärer Betrieb deutlich länger ist als der Anfahrvorgang, sind die dann erhöhten Emissionen zu vernachlässigen.
Die Reisezeit einer Anlage beginnt mit deren Anfahren.VDI 3459 Blatt 1:2017-11 Terminologie in der Energie- und Abfallwirtschaft; Grundlagen. Beuth Verlag, Berlin, S. 43. Ebenso wie das Abfahren gehört das Anfahren zum bestimmungsgemäßen Betrieb. Beide Vorgänge gehören nicht zum Normalbetrieb, aber zum Regelbetrieb.VDI 3459 Blatt 1:2017-11 Terminologie in der Energie- und Abfallwirtschaft; Grundlagen. Beuth Verlag, Berlin, S. 39.
Die Dauer des Anfahrvorgangs kann anlagenspezifisch sehr unterschiedlich sein. Sie reicht von wenigen Minuten bei Verbrennungsmotoren bis zu Zeiträumen von mehreren Stunden oder Tagen bei Müllverbrennungsanlagen.
Einzelnachweise
Kategorie:Verfahrenstechnik