mini|Issigau von Südwesten
Issigau (oberfränkisch: Nissja) ist eine Gemeinde im Landkreis Hof in Oberfranken und der Hauptort dieser Gemeinde.
Geographie Geographische Lage Die Gemeinde liegt am östlichen Rand des Naturparks Frankenwald. Das Gemeindegebiet wird von der Issig, einem Nebenfluss der Selbitz, durchquert. Die Flüsse Selbitz und Saale bilden im Norden und Westen die Gemeindegrenze. Beim Gemeindeteil Unterwolfstein, gegenüber von Blankenstein, mündet die Selbitz in die Saale. Im Nordwesten liegt das Höllental teilweise auf dem Gemeindegebiet.
Nachbargemeinden Angrenzende Gemeinden sind:
Gemeindegliederung Die Gemeinde hat 14 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Die Einöde Hollerhöh zählt zum Gemeindeteil Issigau, Oberkemlas und Unterer Kemlas zählen zum Gemeindeteil Kemlas.
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Eichenstein, Issigau, Kemlas und Reitzenstein. Die Gemarkung Issigau hat eine Fläche von 6,087 km² und ist in 1209 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 5034,41 m² haben. In ihr liegen die Gemeindeteile Heinrichsdorf, Neuenmühle, Preußenbühl und Saarhaus.
Meteorit Issigau Am 4. April 2020 wurde der Meteorit Issigau mit einem Gewicht von 136,4 Kilogramm und der Größe von 60 cm × 35 cm × 21 cm im Gemeindeteil Reitzenstein bei Erdarbeiten gefunden. In den Medien wird der Meteorit als „der größte und schwerste jemals in Deutschland gefundene Meteorit“ bezeichnet.
Geschichte mini|Issigau, Panorama Der Ort wurde 1398 als „Ysiger“ erstmals urkundlich erwähnt. Dem Ortsnamen liegt zugrunde, weist also auf eine vorausgegangene Rodung durch Abbrennen hin. Die Schreibweise des Ortsnamens variierte im Laufe der Zeit zwischen „Ißiga“, „Ißigau“, „Iſsigau“, „Iſſigau“ und „Isſigau“.W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 111.
Das Dorf war zuerst ein Teil des Rittergutes Reitzenstein. Später wurde Issigau eigenständiges Rittergut.
Zur Realgemeinde Issigau gehörte Griesbach. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Issigau aus 65 Anwesen und einer Kirche. Die Hochgerichtsbarkeit sowie die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatten das Rittergut Issigau und das Rittergut Issigau gemeinsam inne. Grundherren waren das Rittergut Issigau (1 Mühle, 1 Halbhof, 1 Gut, 3 Gütlein, 8 Häuser, 20 Tropfhäuser) und das Rittergut Issigau (7 Güter, 1 Söldengut, 1 Haus, 19 Tropfhäuser). Das Schloss war herrschaftlicher Besitz, die Schule und das Hirtenhaus gehörten der Gemeinde.M. Körner: Naila, S. 290.
Von 1797 bis 1810 unterstand Issigau dem Justiz- und Kammeramt Hof. Infolge des Ersten Gemeindeedikts wurde 1812 der Steuerdistrikt Issigau gebildet. Zu diesem gehörten Eichenstein, Griesbach, Heinrichsdorf, Kemlas, Kupferbühl, Neuenmühle, Preußenbühl, Reitzenstein, Saarhaus, Sinterrasen und Wolfstein. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Issigau mit den Orten Heinrichsdorf, Neuenmühle und Saarhaus. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Naila zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Lichtenberg (1919 in Finanzamt Lichtenberg umbenannt, seit 1955 Finanzamt Naila). Ab 1862 gehörte Issigau zum Bezirksamt Naila (1939 in Landkreis Naila umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Naila (1879 in Amtsgericht Naila umgewandelt). 1920 wurde die Einöde Preußenbühl von der Gemeinde Reitzenstein an Issigau abgetreten. 1964 hatte die Gemeinde eine Fläche von 6,084 km².
Eingemeindungen Anlässlich der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Januar 1975 Gemeinde Kemlas eingegliedert. Am 1. Mai 1978 kam der überwiegende Teil der aufgelösten Gemeinde Reitzenstein hinzu.
Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2018 sank die Einwohnerzahl von 1241 auf 1011 um 230 bzw. um 18,5 %.
Gemeinde Issigau Jahr 1819 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 2000 2010 2015 2022Einwohner 495 656 696 686 651 646 619 558 617 639 654 708 744 806 817 844 848 860 1066 1113 1010 993 1233 1221 1088 991 961HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 2022 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 96 90 91 90 118 140 175 386 388 396Quelle Für die Gemeinde Issigau inklusive Heinrichsdorf (S. 48).
Ort Issigau Jahr 1819 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 483 657 614 589 680 814 1087 990 974 857Häuser 85 85 112 134 169 256Quelle
Politik und Öffentliche Verwaltung Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Lichtenberg.
Gemeinderat Der Gemeinderat hat 12 Mitglieder, davon 6 CSU, 3 PfB (Parteifreie Bürger Issigau e. V., den Freien Wählern nahestehend) und 3 SPD (Stand 2020). Weiteres Mitglied und Vorsitzender des Gemeinderates ist der Bürgermeister. Bei der Kommunalwahl vom 15. März 2020 haben von den 858 stimmberechtigten Einwohnern in der Gemeinde Issigau 624 von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht, womit die Wahlbeteiligung bei 72,73 % lag.
Bürgermeister Erster Bürgermeister Dieter Gemeinhardt (CSU) ist seit November 2000 im Amt. Bei der Kommunalwahl vom 15. März 2020 wurde er mit 71,83 % der Stimmen wiedergewählt.
Wappen und Flagge Wappen
Flagge Die Gemeinde hat keine Gemeindeflagge.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Bau- und Bodendenkmäler
Kirche Simon und Judas
alternativtext=Wiedeturm auf dem Wolfstein|mini|Wiedeturm auf dem Wolfstein Wiedeturm Der Wiedeturm ist ein 18,55 m hoher Aussichtsturm des Frankenwaldvereins. Er wurde 1903 etwa einen Kilometer nördlich des Weilers Wolfstein auf dem gleichnamigen hohen Hügel Wolfstein errichtet (). Erbauer und Namensgeber des Turms war Anton Wiede, der im gut einen Kilometer entfernten Blankenstein, einer am Südwestufer der Sächsischen Saale liegenden Ortschaft der Gemeinde Rosenthal am Rennsteig, die bis heute bestehende Papierfabrik Rosenthal betrieb. Vom Turm aus hat man den perfekten Blick auf das Werksgelände. Der Wiedeturm steht etwa einen Kilometer entfernt vom Wanderdrehkreuz.Wiedeturm auf www.frankenwaldverein.de, der Webseite des Frankenwaldvereins e. V.
Wanderdrehkreuz Direkt an der Grenze zu Thüringen bei der Brücke über die Selbitz nach Blankenstein steht das Wanderdrehkreuz in Untereichenstein, wo vier überregionale Wanderwege aufeinandertreffen, nämlich der Rennsteig, der Frankenweg, der Kammweg Erzgebirge–Vogtland und der Fränkische Gebirgsweg. Große bebilderte Informationstafeln liefern detaillierte Informationen zu diesen Wanderwegen.www.issigau.de
Vereine Der Turnverein (TV) Issigau organisiert seit 1897 den Sport in Issigau. Schwerpunkte sind heute Tanzen, Gymnastik und Einradfahren. Seit dem darauffolgenden Jahr 1898 gibt es die Ortsgruppe Issigau-Reitzenstein des Frankenwaldvereins.https://fwvir.wordpress.com/ueber Die Fußballmannschaft des VfL Issigau 1921 spielt in der Kreisklasse Frankenwald des Bayerischen Fußball-Verbandes. 1951 wurde der SC Eichenstein-Issigau gegründet. Der Verein war ursprünglich ein reiner Ski-Club und der Gemeindeteil Eichenstein eine der Wiegen des Skilanglaufes im Frankenwald. Bei ausreichender Schneelage wird eine Langlaufloipe Issigau–Reitzenstein–Sinterrasen–Griesbach–Issigau betrieben. Der Verein nimmt an Wettbewerben teil und ist neben dem Skilanglauf auch im Tischtennis aktiv. Der Bergknappenverein Issigau wurde 1959 gegründet. Der Verein erinnert an die Bergbautradition in Issigau. Jährlich im Dezember wird eine Barbarafeier veranstaltet. Die Traktorenfreunde Reitzenstein sammeln und pflegen alte Traktoren und nehmen mit diesen an Traktorentreffen in der Region und überregional teil. So ist der Verein auch bei den Oldtimer-Traktoren-Weltmeisterschaften vertreten.Was nicht passt, wird passend gemacht, Frankenpost, 12. September 2008.www.traktorwm.at Im Jahr 2008 wurden die Weltmeisterschaften am Großglockner in Österreich ausgetragen. In Issigau, Reitzenstein und Kemlas gibt es Freiwillige Feuerwehren und zugehörige Feuerwehrvereine.
mini|Traktorentreffen Regelmäßige Veranstaltungen Jedes Jahr findet im Sommer ein Dorffest statt. Im Gemeindeteil Reitzenstein veranstalten die Traktorenfreunde Reitzenstein jedes Jahr im Juni ein Traktorentreffen mit Geschicklichkeitsfahrten, Traktorenschau und einer Fahrt von Reitzenstein nach Issigau und wieder zurück.
Wirtschaft und Infrastruktur Unternehmen Folgende Unternehmen sind ansässig: Boscor Gruppe, Land- und Forstwirtschaftsgesellschaft Künzel-Holz, Säge- und Hobelwerk Gutsverwaltung Reitzenstein Campingplatz Schloss Issigau
Verkehr Die Staatsstraße 2198 führt nach Berg (4 km östlich) bzw. nach Hölle zur Staatsstraße 2195 (2,8 km südwestlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Kemlas zur Kreisstraße HO 8 (2,4 km nördlich), nach Reitzenstein (1,1 km östlich), nach Eichenstein und über Heinrichsdorf nach Marxgrün zur St 2195 (3,1 km südwestlich). Eine Anliegerstraße führt nach Wolfstein (1,3 km nordwestlich).
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es Überlegungen für eine Eisenbahnanbindung nach Hölle in Form einer Nebenbahn der Gruppe III.Robert Zintl: Bayerische Nebenbahnen, Stuttgart 1977, ISBN 3-87943-531-6. Vorgesehen waren folgende Stationen: Hölle (Bahnhof, Abzweig von der Bahnstrecke Triptis–Marxgrün), Neuenmühle=Eichenstein (Haltepuenkt), Issigau (Haltestelle) und Reitzenstein (Lbf.). In den Wirren der Kriegs- und Nachkriegszeit kam das Projekt zum Erliegen.
Literatur
Weblinks
Gemeinde Issigau
Einzelnachweise
Kategorie:Gemeindegründung 1812 Kategorie:Ersterwähnung 1398 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)
Kategorie:Ort im Landkreis Hof Kategorie:Deutscher Ortsname slawischer Herkunft