mini|Zeichnung des Hallerschlosses um 1616 mini|Hallerweiherhaus bei Nürnberg (1944 zerstört)
Hallerschloß (nürnbergisch: HallaschlusD. Fastnacht: Nürnberg, S. 143. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „halɐšlūs“.) ist eine Wüstung im Statistischen Bezirk 11 der kreisfreien Stadt Nürnberg.
Geographie Die Einöde lag an einem Weiher auf einer Höhe von auf freier Flur. Im Südosten grenzte ein Waldgebiet an. Im Südwesten lagen die Einöden Hallerhütte, Bleiweiß und Forsthof. 0,3 km nordwestlich lag St. Peter, 0,6 km nordöstlich Gleißhammer. An der Stelle des Hallerschloßes befindet sich heute Haus Nr. 5 der Scharrerstraße.
Geschichte 1344 übergab der Nürnberger Rat Konrad Waldstromer den Weiher am Siechgraben mit der Auflage, das Wehr des Fischbachs wiederherzustellen, und erlaubte den Bau einer Hofstatt für den Weiheraufseher. 1433 wurde der Ort als „Weiherhaus“ erstmals urkundlich erwähnt.D Fastnacht: Nürnberg, S. 139f. 1492 kam der Herrensitz an die Nürnberger Patrizier Haller, 1518 an die Holzschuher. Nachdem der Ort im Zweiten Markgrafenkrieg 1552 niedergebrannt worden war, gelangte dieser 1566 erneut an die Haller, die den Herrensitz wieder aufbauten. Seitdem hieß das Anwesen Hallerschloß.B. von Haller: Hallerschloß, in: Stadtlexikon Nürnberg, S. 399.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Hallerschloß mit der Hallerhütte und dem Weiherhaus aus 5 Anwesen (1 Herrenhaus, 4 Häuser). Das Hochgericht übte die Reichsstadt Nürnberg aus, was aber von den brandenburg-ansbachischen Oberämtern Cadolzburg und Burgthann bestritten wurde. Alleiniger Grundherr war der Nürnberger Eigenherr von Haller.H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 123f.
Von 1797 bis 1808 unterstand Hallerschloß dem Justiz- und Kammeramt Burgthann. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde der Ort dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Gleißhammer und der im selben Jahr gegründeten Ruralgemeinde Gleißhammer zugeordnet.H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 238f. 1813 wurde das Hallerschloß von der Familie Haller verkauft. 1899 wurde Hallerschloß nach Nürnberg eingemeindet. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Hallerschloß zerstört.
Heute erinnert noch der Name einer Gastwirtschaft an der Ecke Herbartstraße 71/Hainstraße an das ehemalige Hallerschloß.
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1824 1836 1840 1861 1871 1885 Einwohner 34 15 19 38 29 64 27HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 und 1824 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1836 und 1885 als Wohngebäude. 8 1 4 4 2 Quelle Dort als Weyherhaus aufgelistet.
Religion Hallerschloß war seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und ursprünglich nach St. Lorenz (Nürnberg) gepfarrt, seit dem 19. Jahrhundert war St. Peter (Nürnberg) zuständig.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Wüstung in Nürnberg Kategorie:Ersterwähnung 1433 Kategorie:Wüstwerdung 1944 Kategorie:Zerstört im Zweiten Weltkrieg