Liorac-sur-Louyre (, ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Bergerac und zum Gemeindeverband Communauté de communes des Bastides Dordogne-Périgord. Die Einwohner werden Lioracois und Lioracoises genannt.
Geografie
Liorac-sur-Louyre liegt etwa 32 Kilometer südsüdwestlich von Périgueux, etwa 45 Kilometer westlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 14 Kilometer nordöstlich von Bergerac in der Landschaft des Bergeracois, Teil des touristisch benannten Périgord pourpre. Das Gemeindegebiet liegt im Einzugsgebiet der Dordogne und wird von der Louyre, dem Caudeau, der es im Nordwesten begrenzt, von den Flüsschen Sérouze und Ruisseau de Barbeyrol, sowie von zwei kleineren Fließgewässern entwässert.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Liorac-sur-Louyre liegt auf der vierten Stufe von Nordosten, einem Plateau aus Kieselsandsteinablagerungen und lakrustrinen Kalksteinen aus dem Tertiär. Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär sowie einigen Sedimentgesteinen aus dem Känozoikum, andere aus dem Mesozoikum.
Das Gebiet der Gemeinde erstreckt sich über eine bewaldete Hügellandschaft, die durch das Tal des Caudeau begrenzt und durch das Tal der Louyre durchschnitten wird. Der topografisch höchste Punkt befindet sich mit im Osten nahe der Grenze zur Nachbargemeinde Saint-Félix-de-Villadeix. Die tiefsten Punkte mit jeweils sind bei den Austritten von Louyre und Caudeau aus dem Gemeindegebiet anzutreffen. Das Zentrum liegt oberhalb der Louyre auf etwa Höhe.
Rund 63 % der Fläche der Gemeinde sind bewaldet, rund 35 % werden landwirtschaftlich, vorwiegend als Grünland, genutzt, rund 2 % entfallen auf Flächen mit Bergwerken, Deponien und Baustellen.
Umgeben wird Liorac-sur-Louyre von den sieben Nachbargemeinden:
Klima Die klimatischen Bedingungen in Liorac-sur-Louyre werden als warm und gemäßigt eingestuft. Die Niederschlagsmengen in Liorac-sur-Louyre sind bemerkenswert, da es auch im trockensten Monat Juli Niederschlag gibt. Nach der Köppen-Geiger-Klassifikation werden die vorherrschenden Wetterbedingungen in diesem Gebiet als Cfb eingeordnet. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Liorac-sur-Louyre beträgt 13,5 °C, die niedrigste Durchschnittstemperatur im Januar mit 5,7 °C, die höchste im Juli mit 21,7 °C. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt gemäß den meteorologischen Aufzeichnungen 868 mm.
Natürliche und technologische Risiken mini|Risikokarte zur Quellung/Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für Liorac-sur-Louyre Natürliche Risiken manifestieren sich in Liorac-sur-Louyre neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als Überschwemmungen und den mit ihnen assoziierten Schlammströmen und Hangrutschungen, besonders entlang des Caudeau Waldbrände Bodensetzungen Bodenbewegungen
Aufgrund der Schäden, die durch Überschwemmungen und Schlammlawinen in den Jahren 1982 und 1999 verursacht wurden, wurde für die Gemeinde der Naturkatastrophenzustand ausgerufen. Im Dossier des Départements über Hauptrisiken sind vorbeugende Maßnahmen zur Reduktion von Hochwasserschäden festgelegt. Dazu gehören u. a. die Ausweisung von Zonen, die nicht oder nur nach Genehmigung bebaut werden dürfen, die Instandhaltung des Wasserlaufs, um Hindernisse zu begrenzen, und die Schaffung von Regenrückhaltebecken.
Aufgrund der starken Bedeckung des Gemeindegebiets mit Wald ist Liorac-sur-Louyre einer Gefahr von Waldbränden ausgesetzt. Im nahezu gesamten Gemeindegebiet besteht deshalb zur Vorbeugung eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Département erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern.
Wie die Risikokarte zeigt, ist mehr als die Hälfte des Gemeindegebiets von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 2005 und 2011 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden. Die Erdbebengefahr ist als niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist nur einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.
Bodenbewegungen umfassen eine Reihe von Verschiebungen des Bodens oder Untergrunds, manche abrupter als andere. Die dabei auftretenden Volumina können von wenigen Kubikmetern bis zu mehreren Millionen Kubikmetern reichen. Diese Verschiebungen können langsam (einige Millimeter pro Jahr) bis sehr schnell (einige hundert Meter pro Tag) erfolgen. Im Allgemeinen verlaufen Bodenbewegungen mit einem signifikanten Volumen relativ langsam. Eine solche Bodenbewegung im Jahr 1999 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden. In Liorac-sur-Louyre besteht die Gefahr von Bodenbewegungen als Senkungen und Einstürzen anthropogenen Ursprungs, natürlich entstandene unterirdische Hohlräume, deren Decken einsturzgefährdet sind.
Ein technologisches Risiko bildet ein verschmutzter oder potenziell verschmutzter Standort, der weniger als 500 Meter vom Zentrum entfernt ist. Aufgrund früherer Abfallablagerungen oder des Eindringens von Schadstoffen stellt er eine potenzielle Verschmutzung dar, die möglicherweise eine Belästigung oder ein dauerhaftes Risiko für Menschen oder die Umwelt bildet. Es handelt sich hierbei um eine frühere Tankstelle.
Etymologie und Geschichte Der Name des Dorfes ist im 13. Jahrhundert in der Schreibweise Leurat erstmals belegt. Anschließend ist eine Serie von latinisierten Formen, Leoratum und Leuracum im 14. Jahrhundert und Liouratum im 15. Jahrhundert, in den Schriften zu finden. Das 18. Jahrhundert liefert Liora (1723), und die heutige Form setzte sich anschließend durch. Liorac stammt von einem gallorömischen Personennamen, Liberius, dem das Suffix -acum als Eignertitel angehängt wurde (somit Liberiacum, Landgut des Liberius). Der Name gab es auch im antiken Rom und kommt vom lateinischen Wort liber (). Im Jahre 1967 wurde der Zusatz -sur-Louyre angefügt.
Der Name der Louyre ist als Lo Loyra im 13. Jahrhundert belegt, anschließend ohne bemerkenswerte Veränderung als Loyre (1625). Er steht für das okzitanische loira, das aus dem vulgärlateinischen Wort °lutria kommt, einem Lautwandel des lateinischen lutra (). Die Louyre ist demnach als der Fluss der Fischotter bezeichnet worden.Siehe Tanet, Hordé, Seiten 202, 205
Der Landstrich ist seit der Jungsteinzeit besiedelt, wie ein Dolmen namens Roc Leva belegt, der allerdings gegen 1835 zerstört wurde und dessen Material anschließend für Pflastersteine verwendet wurde. Spuren der Römerstraße vom heutigen Lyon nach Bordeaux sind in Liorac heute noch sichtbar. In seiner Nähe sind Fragmente von Dachziegeln und Amphoren gefunden worden. Im Mittelalter ließen sich nach dem Templerorden die Malteser rund um die Kirche in Liorac nieder und das Dorf unterstand einer ihrer Kommenden. Spuren ihrer Präsenz sind der befestigte Glockenturm über der Vorhalle und der Chor der Kirche. Ein Tatzenkreuz, das an einer Ecke des Dorfs zu erkennen ist, ist ein weiterer Beleg.
Im 14. Jahrhundert unterstand das Dorf mit neun weiteren Pfarrgemeinden der Kastellanei Clérans.
Aufgrund von vorhandenen Sandgruben war bis in das 20. Jahrhundert hinein die Gewinnung von Sandstein ein bedeutender Wirtschaftsfaktor der Gemeinde. Die Steinblöcke wurden über Flüsse bis nach Bordeaux verschifft.
Einwohnerentwicklung
Sehenswürdigkeiten mini|Glockenturm der Pfarrkirche Saint-Martin
Pfarrkirche Saint-Martin Die Martin von Tours geweihte Kirche wurde bereits im 12. Jahrhundert errichtet. Der Glockenturm wurde zu Verteidigungszwecken befestigt, wie der Wehrerker an der Südseite verdeutlicht. Das Eingangsportal zeigt eine viereckige Türöffnung, die später als der Bogen darüber entstanden ist. Die Keilsteine des Bogens sind jeweils mit einem Fries verziert. Der Zugang zur Vorhalle erfolgt über einen kleinen Eingang unterhalb des Glockenturms oder aber über einen querliegenden Gebäudeteil mit Tonnengewölbe, der durch eine dicke Mauer vom Chor getrennt ist. Über allem befindet sich ein großer Saal, der über eine Empore mit der Kirche verbunden ist. Das Kirchenschiff ist zu einem sehr viel späteren Zeitpunkt entstanden. Der befestigte Glockenturm und die Elemente aus dem 12. Jahrhundert sind seit dem 12. Februar 1971 als Monument historique klassifiziert, der restliche Teil der Kirche zum selben Datum als Monument historique eingeschrieben.
Schloss Genthial mini|Schloss Genthial Das Schloss wurde im 17. Jahrhundert südöstlich des Zentrums von Liorac erbaut. Der Wohntrakt mit hohen Dächern befindet sich in einem abgeschlossenen Hof mit einem kleinen und einem größeren Zugang. An einer Stelle der Hofmauer ist die Jahreszahl „1698“ eingraviert. Der mittlere Gebäudeteil ist als Risalit gestaltet. An der Ecke der östlichen Fassade sind zwei viereckige Türme als Auskragung angebaut und an der Spitze mit Laternen versehen. Auf dem Hof befindet sich ein gedeckter Brunnen aus Stein aus dem 17. Jahrhundert. Das Schloss ist seit dem 12. Oktober 1948 als Monument historique eingeschrieben.
Schloss Basserie Es befindet sich im äußersten Norden des Gemeindegebiets. Trotz der kleinen Türme handelt es sich um einen Bau, der aus dem 19. Jahrhundert stammt. Das Lehen wurde bereits 1370 in der Form La Bassaria in den Aufzeichnungen erwähnt. Das Schloss ist im Privatbesitz und der Öffentlichkeit nicht zugänglich.
Schloss Carrieux Das Anwesen ist der ehemalige Wohnsitz der Familie Durieu de Séverac, anschließend der Familie Larue. Es wurde im 17. Jahrhundert östlich und unweit des Zentrums von Liorac errichtet. Das Schloss besteht aus einem Wohntrakt zwischen Pavillons mit kleinen Türmen. Das Schloss ist im Privatbesitz und der Öffentlichkeit nicht zugänglich.
Schloss Garraube Es scheint im 17. Jahrhundert errichtet worden zu sein mit seinen steil abfallenden Dachflächen und l-förmig angeordneten Nebengebäuden. Das Anwesen zeigt gepflegte Wasserflächen, Fischteiche, Blumenwiesen und schmiedeeiserne Treppengeländer. Es handelt sich um das ehemalige Lehen der Familien Valeton (auch Valton genannt), Boissières und Saint-Martin de Veyran. Heute befindet sich das Schloss im Besitz eines privaten Verbands. Fassaden und Dächer des Schlosses und seiner Nebengebäude inklusive der Außentreppe, die Gärten und Fassade und Dächer des Bauernhofs Roumégoux sind seit dem 12. August 1992 als Monument historique eingeschrieben.
Schloss Ricardie Es war das ehemalige Lehen der Familie Gérard, später der Familie Gérardin, das bereits 1470 in den Schriften erwähnt wurde. Es handelt sich um einen kleinen Wohnsitz mit einem polygonalen Türmchen und Dachgauben aus dem 16. Jahrhundert. Das Schloss befindet sich westlich des Zentrums von Liorac. Es ist im Privatbesitz und der Öffentlichkeit nicht zugänglich.
Herrensitz La Roque