Winnetou – Das Vermächtnis ist ein Freilichtspiel, das Pierre Brice als Collage aus Karl-May-Motiven für seine Abschieds-Saison in Bad Segeberg schrieb.

Inhalt Das Vermächtnis ist ein Stück aus der Feder von Pierre Brice, in dem Winnetou schon tot ist und nur in immer wiederkehrenden Rückblenden und zum Schluss des Stücks als „Vision“ erscheint. Es beginnt unmittelbar nach dem Tod Winnetous: Sam Hawkens führt einer international gemixten Kinderschar die wichtigsten Ereignisse aus dem Leben des großen Indianers noch einmal vor Augen.

Nach Karl May hätte sich prinzipiell angeboten, den Band Winnetous Erben als Vorlage zu nutzen – Pierre Brice hat jedoch nur ganz grob und kurz in Band 33 der Gesammelten Werke geblickt – oder vieles übersehen. Was die Segeberger Karl-May-Besucher erwartete, war größtenteils ein Remake-Mix aus Szenen der Winnetou-Filme, in denen Brice in den 60er Jahren erfolgreich gespielt hatte.

So wurde Winnetous „Karriere“ nochmal eingehend beleuchtet: Diesmal sah man in Freilichtbühnenfassung, wie Winnetou (damals wie 1991 Pierre Brice) auf Old Shatterhand (damals Lex Barker, 1991: Hermann Giefer) und seine Freunde mit Sam Hawkens (damals wie 1991 Ralf Wolter) trifft, wie sich Nscho-Tschi (damals Marie Versini, 1991: Dora Nagy) in Shatterhand und Winnetou in Ribanna (damals Karin Dor, 1991: Stephie Kindermann) verliebt.

Im Groben war das zwar Karl May, doch die Szenen waren bis aufs Wort aus den Spielfilmen übernommen worden. Was zur Folge hatte, dass das Stück im Detail viel von Karl May einbüßen musste, denn auch die Karl-May-Filme waren damals schon sehr freizügig mit Karl May umgegangen.

Höhepunkt des Stücks war ein grandios in Szene gesetzter und von Wilfried Zander konzipierter Action-Überfall der Apachen auf das Eisenbahnercamp. Minutenlang war auf der Bühne überall etwas zu sehen; viel Bewegung und atemberaubende Action beeindruckten.

In der Rahmenhandlung tauchten zwar ganz Karl-May-gemäß Winnetahs und Winnetous auf – im Großen und Ganzen aber hatte Pierre Brice an May vorbeigeschrieben.Vgl. dazu Reinhard Marheinecke u. a.: Karl May am Kalkberg …, 1999, S. 316 f.

Sonstiges Das Stück hatte 317.000 Besucher und dieser Besucherrekord wurde erst nach 18 Jahren gebrochen.

Das Programmheft hatte auf 32 Seiten 43 Farbfotos der Darsteller und Szenenfotos aus der Inszenierung und enthielt ein farbiges Faltposter von Pierre Brice.

Presseecho

Quelle Eintrag im Karl-May-Wiki

Literatur Reinhard Marheinecke, Nicolas Finke, Torsten Greis, Regina Arentz: Karl May am Kalkberg. Geschichte und Geschichten der Karl-May-Spiele Bad Segeberg seit 1952, Bamberg/Radebeul: Karl-May-Verlag 1999, S. 316 ff.

Einzelnachweise

Kategorie:Freilichtspiel Kategorie:Winnetou Kategorie:Werk nach Karl May