Das Freilichtspiel Old Surehand nach der gleichnamigen Trilogiehttps://www.karl-may-wiki.de/index.php/Surehand-Trilogie von Karl May wurde 1965 von Wulf Leisner als Theaterstück für Freilichtbühnen geschrieben und am 10. Juli 1965 unter seiner Regie im Kalkbergstadion in Bad Segeberg im Rahmen der Karl-May-Festspiele uraufgeführt.
Inhalt Erstes Bild: Der Mistake-Canyon Eine düstere, tief eingeschnittene Felsschlucht. https://www.karl-may-wiki.de/index.php/Im_Mistake-Cannon Schmale Felssteige führen auf den Grund des ehemaligen Flusstales. In der Ferne fallen schnell hintereinander zwei Schüsse. Zwei indianische Reiter galoppieren aus dem Talgrund. Es sind Apanatschka, der Häuptling der Naiini-Comanchenhttps://www.karl-may-wiki.de/index.php/Apanatschka, und ein junger Krieger der Comanchen. Sie werden verfolgt von den Tramps Corner und Dinters. Letzterer berichtet seinem Boss RedyIm Roman: Cox (https://www.karl-may-wiki.de/index.php/Cox): „Wir ritten eine Meile in die Prärie hinaus, um nach dem Wagenzug zu sehen. Auf dem Rückweg trafen wir auf die Spuren von zwei Roten. Wir folgten ihnen und überraschten die roten Schufte hier in der Schlucht. Den einen konnten wir erwischen, doch der andere konnte entwischen.“ Redy: „Wenn dieser rote Hund entkommt, geht unser Plan zum Teufel! Wir müssen ihn haben! Tot oder lebendig!“ Die Tramps haben vor, den Wagenzug der Auswanderer in die Schlucht zu locken und auf ein Zeichen hin zu überfallen. Aber wird es dem Generalhttps://www.karl-may-wiki.de/index.php/Daniel_Etters gelingen, den Wagenzug hier in den Canyon zu führen? „Werden sie dumm genug sein, in dieser Falle zu rasten? Keiner schießt, bevor der General das Zeichen gibt! Besser, wir lassen die Kugeln im Lauf. Die verdammten Roten … nehmt die Messer, Boys! Aber keiner darf entkommen! Macht saubere Arbeit, Jungens! Und noch eins, ihr wisst, wer heimlich was von der Beute beiseite bringt, der hängt!“ Im Galopp kommt ein Reiter durch den Eingang der Schlucht. Es ist der General: „Alles läuft nach Plan, wenn da nicht die beiden Indianer wären … Kundschafter? Hier im Gebiet der Comanchen? Dann ist das Kriegsbeil ausgegraben zwischen den Comanchen und den Apachen. Dann sitzen wir alle in der Falle. Da sind ein paar Kerle zu uns gestoßen, draußen in der Prärie, wollten sich uns anschließen. Konnte die verdammten Kerle nicht abwimmeln. Nennen sich Westleute und machen sich lächerlich wichtig. Ein paar Stadtwracks, zwei von ihnen sehen aus wie die Zirkusclowns. Aber ich traue diesen Burschen nicht, sollte mich nicht wundern, wenn sie mir nachspüren.“ Im Hintergrund der Schlucht wird eine Gruppe von Reitern sichtbar. Es sind die Westleute Ralph Websterhttps://www.karl-may-wiki.de/index.php/Sam_Parker; das Textbuch hat an dieser Stelle fälschlicherweise Toby Spencer, der in der Rollenliste gar nicht vorkommt; Webster taucht unvermittelt auf S. 14 auf., Joshua Hawley https://www.karl-may-wiki.de/index.php/Jos_Hawley, der kleine dicke Dick Hammerdull und der lange Pitt Holbers. „Ihr wolltet doch einen Bären jagen? Oder habt ihr uns den Bären nur aufgebunden?“ Humorvolle gegenseitige Vorstellung als Könige und Kaiser von … Ein Reiter taucht auf: „Was treibt ihr hier mitten in dieser verdammten Wüste?“ „Wir reiten ein wenig spazieren, wie du siehst.“ „Wenn man hier im Wilden Westen jemanden trifft, muss man wissen, wer er ist.“ „Ihr seht mir wohl an, dass ich Offizier bin! Habt ihr einmal von dem berühmten General Douglas gehört? Nein? So seid ihr in der Kriegsgeschichte der Vereinigten Staaten schlecht bewandert! Dieser General Douglas bin nämlich ich!“ Herausforderndes Wortgeplänkel zwischen den beiden. Redy fühlt sich beleidigt und stürzt sich mit dem Messer auf den Reiter. Der Reiter erwartet ruhig den Angriff. Als Redy mit dem Messer kurz vor ihm steht, schlägt er ihm die Faust mit voller Wucht unter das Kinn. Redy taumelt nach hinten und bricht zusammen. Jetzt stürzen sich Redys Genossen auf den Reiter. Ehe die anderen Anwesenden noch eingreifen können, treffen zwei der Fausthiebe zwei von den Gangstern, die rechts und links auseinanderlaufen, der Dritte erhält einen Schlag mit beiden Fäusten gegen die Magengrube, so dass er zusammenknickt. Die anderen weichen bestürzt zurück. Die Revolver werden gezogen. Auf eine stumme, herrische Geste des Generals bedeutet Redy den Tramps, sich zurückzuziehen. Webster zum Reiter: „Wir haben uns einem Auswandererzug angeschlossen. Er ist auf dem Weg hierher. Wenn Ihr wollt, Sir, könnt Ihr Euch uns anschließen.“ Der General: „Was soll das, Mister Webster?! Ich bin hier der Scout, und ich habe zu bestimmen, wer mit uns reitet oder nicht. Hier pfeifen die Kugeln und Tomahawks in der Luft herum. Rate Euch noch einmal, reitet heimwärts! Haben keine Lust, Eure eigene Leiche hier zu verbuddeln.“ Im Eingang der Schlucht wird der Auswandererzug sichtbar. Es sind mehrere Planwagen mit Frauen und Kindern. Helmers https://www.karl-may-wiki.de/index.php/John_Helmers und seine Söhne eskortieren die Wagen zu Pferde. Unter Peitschenknallen und anfeuernden Rufen nähern sich die Wagen der Mitte der Schlucht. Gegenseitige Vorstellung. Helmers: „Wollen jetzt ausspannen! Sucht Holz und macht ein Feuer.“ Der Reiter: „Kein erfahrener Scout würde diesen Platz wählen. Der Treck bleibt besser in der offenen Savanne. In diesem Canyon sitzen die Wagen fest wie in einer Mausefalle. Wir sind hier im Gebiet der Comanchen. Ich traf auf Spuren von Kundschaftern. Das bedeutet Krieg zwischen den Comanchen und den Apachen. Ihr alle seid in höchster Gefahr. Ich fand auch noch Spuren von Weißen. Sie müssen sich hier im Canyon verborgen halten. Das ist verdächtig. Es heißt, dass die Geierhttps://www.karl-may-wiki.de/index.php/Llano-Geier wieder unterwegs sind. Die berüchtigtste Verbrecherbande im ganzen Westen. Lasst die Wagen zusammenfahren zu einem Kreis. In der Mitte wird gelagert. So bieten die Wagen uns Schutz gegen einen Angriff.“ Während die Wagen zu einer Wagenburg zusammenfahren und die Pferde ausgespannt werden, entsteht ein lebhaftes und geschäftiges Treiben. Feuer werden angezündet und Proviant aus den Wagen herbeigeholt. Es bilden sich verschiedene lagernde Gruppen. Nur der General hält sich abseits. Hin und wieder späht er unruhig zu den Felsen hinauf. Dick: „Warum bleibt Ihr nicht im Osten und genießt Euer Leben?“ Der Reiter: „Im Osten? Was gibt es da zu genießen? Soll ich mir eine Wohnung mieten, in der kein Wind wehen und kein Regentropfen fallen darf? Soll ich mich in ein Bett legen, über dem es keinen freien Himmel, keine Sterne und keine Wolken gibt? Nein, Leute, geht mir mit dem Osten und seinen Freuden! Die einzigen und wahren Freuden finde ich hier im Wilden Westen und für die hat man nichts zu bezahlen.“ Es kommt die Rede auf Old Shatterhand, Winnetou, Old Surehand und Old Wabble. Webster: „Er hat mich eigentlich zum Jäger gemacht. Er ist ein sonderbarer Kauz. Lang und mager wie ein Skelett. Alles wabbelt an ihm. Darum heißt er auch Old Wabble.“ Zum Yankee Doodle machen sie sich über Old Wabble lustig, der plötzlich neben ihnen steht. Old Wabble: „Ihr seid verdammt unvorsichtig, Jungs. Brennt ein Feuer, das man zwanzig Meilen weit riecht, und schreit, dass man es noch zehn Meilen weiter hört. Wo soll es denn hingehen?“ Zur Bloody-Farmhttps://www.karl-may-wiki.de/index.php/Bloody-Fox und dann zum Pecos hinab. Haben dort Land gekauft. Wabble: „Bloodys neue Farm liegt im Kriegsgebiet der Comanchen. Heute mit Sonnenaufgang sollte die Farm überfallen werden. Old Surehand und ich hatten Kundschafter der Comanchen belauscht. Wir waren auf dem Weg, um die Leute in Bloodys Farm zu warnen. Aber wir gerieten in einen Hinterhalt. Wir wurden überrumpelt und überfallen. Ich habe mich aus dem Staub gemacht. Gegenwehr war nutzlos. Nun bin ich frei und kann Surehand heraushelfen.“ Webster: „Old Surehand gefangen und in Todesgefahr! Wir müssen helfen, Leute! Hier im Westen muss einer für den anderen einstehen.“ Die Westleute schließen sich ihm an. Auch der Reiter will mitkommen. Der Reiter will beweisen, dass er gut schießen kann und drei Schuss auf einen abgestorbenen Ast in weiter Entfernung abgeben. Der General verbietet das, weil er weiß, dass dann die Tramps losschlagen. Der Reiter hebt das Gewehr und gibt kurz hintereinander drei Schüsse ab. Unter allgemeinem Jubel fällt der Zweig zu Boden. Im gleichen Augenblick fallen wie ein Echo von allen Seiten Schüsse. Im Eingang der Schlucht und überall auf den Höhen werden die Tramps sichtbar. Geführt von Redy greifen sie die Wagenburg an. Die Westleute haben sofort reagiert. Jede Deckung benutzend haben sie das Innere der Wagenburg erreicht und erwidern das Feuer. Während der Schießerei wird klar, wer der Reiter ist und mit wem der General unter einer Decke steckt. Old Wabble: „Wie kommt Ihr hierher?“ Shatterhand: „Mit Winnetou, dem Häuptling der Apachen, will ich mich hier in Mistake-Canyon treffen. Aber jetzt ist auch Winnetou in Gefahr! Wir müssen handeln! Lasst anspannen, Mister Helmers, und führt den Wagenzug in die freie Savanne. Ihr müsst auf dem schnellsten Weg Bloodys Farm erreichen. Wir anderen reiten nach Westen, den Roten nach! Wir werden Old Surehand befreien!“ Sie begeben sich eilig zu den Pferden. Im Eingang der Schlucht werden Dinters und Corner sichtbar. In ihrer Mitte führen sie gefesselt Apanatschka, den jungen Häuptling der Naiini-Comanchen. Old Wabble: „Der rote Schuft kann jetzt gleich sein eigenes Totenlied anstimmen. It‘s clear! Er bekommt eine Kugel!“ Old Wabble tritt ein paar Schritte zurück und hebt das Gewehr. Shatterhand: „Halt! Das werdet Ihr nicht tun!“ Old Wabble: „Wisst Ihr nicht, dass man mich den Indianertöter nennt, Mr. Shatterhand?“ Shatterhand: „Ich weiß, mein alter Bruder ist ein unerbittlicher Feind der roten Männer, er hält sie für Diebe, Räuber und Mörder. Aber hat er auch bedacht, dass der rote Mann nur sein gutes Eigentum verteidigt und dass er das rächt, was an ihm verbrochen worden ist?“ Er richtet sein Gewehr auf Old Wabble: „Halt! Eher bekommt Ihr eine Kugel, ehe ich zulasse, dass ein Wehrloser kaltblütig ermordet wird! Bei allem Respekt vor Euren grauen Haaren, Old Wabble, dies ist mein letztes Wort!“ Er durchschneidet mit seinem Messer die Fesseln Apanatschkas und umarmt ihn. Old Wabble ist wütend wegen der Befreiung Apanatschkas. Shatterhand: „Ihr habt schon einmal am Marterpfahl gestanden, Old Wabble. Ihr könnt‘s so schnell nicht vergessen. Ich will Euch das zugutehalten.“ Old Wabble: „Ihr braucht mir nichts zugutezuhalten! Für uns beide ist hier nicht Platz, Mr. Shatterhand, nicht einmal draußen in der weiten Savanne. Predigt nur weiter, aber Old Wabble ist nicht das Lämmlein, das an Eurem Bändchen geht. Old Wabble geht dorthin, wo er Männer findet.“ Winnetou, der Häuptling der Apachen erscheint. Old Wabble zielt auf ihn. Old Shatterhand, der Wabble gefolgt war, schlägt ihm in letzter Minute das Gewehr aus der Hand, der Schuss löst sich in der Luft. Winnetou: „Mein Bruder Charly! Der große Manitu lenkte deine Hand. Du hast Winnetou zum zweiten Male das Leben gerettet. Wie freue ich mich, meinen Bruder Charly wiederzusehen!“