Die Europäische Musikschul-Union (EMU – European Music School Union) ist der europäische Dachverband der nationalen Verbände von Musik- und Kunstschulen in Europa und verbindet Länder, Institutionen und Menschen im Bereich der Musik- und Kunstausbildung. Sie setzt sich für einen gerechten und inklusiven Zugang zu hochwertiger Musik- und Kunstausbildung ein und unterstützt ihre Mitglieder dabei, diese Ziele auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene zu fördern. Die EMU hat 23 Mitglieder und 3 Beobachter aus dem Bereich der musikalischen Bildung, die insgesamt ca. 5.000 Institutionen, 150.000 Beschäftigte und 4 Millionen Schülerinnen und Schüler vertreten.

Die EMU ist Mitglied des Europäischen Musikrats und Culture Action Europe. Sie arbeitet im Rahmen von SCHEME mit der Association Européenne des Conservatoires (AEC) und der European Association for Music in Schools (EAS) zusammen. Der Sitz der EMU ist in Deutschland, derzeitiger Generalsekretär ist Till Skoruppa. Die offiziellen Sprachen der EMU sind Deutsch, Englisch und Französisch.

Aufgaben Die wichtigsten Aufgaben der EMU sind laut den Vereinsstatuten:   

Förderung der musikalischen Bildung und des Musizierens. Zusammenarbeit und Austausch von Informationen zu allen Fragen rund um Musik- und Kunstschulen. Förderung des Austauschs von Lehrenden, Schülerinnen und Schülern, Orchestern, Chören, anderen Ensembles usw. Das Interesse der zuständigen Behörden und der Öffentlichkeit an Fragen der Musikausbildung im Allgemeinen zu wecken und das Laienmusizieren sowie das Musikstudium zu fördern. Zur Gründung und Entwicklung landesweiter Verbände von Musikschulen beizutragen. Regelmäßige Kontakte zu europäischen und internationalen Organisationen wie der UNESCO, dem Europäischen Musikrat (EMC) und anderen zu pflegen

Geschichte Ab 1963 fanden regelmäßige Treffen der nationalen Musikschulverbände Deutschlands, Frankreichs, der Niederlande und Belgien statt. 1973 wurde die EMU in Saarbrücken offiziell als gemeinnütziger Verein gegründet und bestand zu diesem Zeitpunkt aus zehn Mitgliedern. Ziel war es, die Zusammenarbeit zwischen Musikschulen über nationale Grenzen hinweg zu stärken, Erfahrungen auszutauschen und die Interessen der Musikschulen auf europäischer Ebene zu vertreten.

In den folgenden Jahrzehnten erweiterte die EMU ihr Netzwerk um weitere europäische Länder und entwickelte verschiedene Formate für Austausch, Fortbildung und Zusammenarbeit. 1985 fand in München das erste European Youth Music Festival statt, das seither regelmäßig in verschiedenen europäischen Ländern ausgetragen wird. Mit der europäischen politischen und gesellschaftlichen Entwicklung nach 1989 gewann auch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der EMU an Bedeutung. 1999 verabschiedete die EMU die Weimar Declaration, in der sie unter anderem die Bedeutung von Musikschulen für die persönliche und gesellschaftliche Entwicklung sowie das Recht auf kulturelle Teilhabe hervorhob.

Im Laufe der 2000er-Jahre professionalisierte die EMU ihre Strukturen und weitete ihre Aktivitäten in den Bereichen europäische Kultur- und Bildungspolitik, Weiterbildung, Forschung und internationale Kooperation aus. Als Partner in europäischen Erasmus+-Projekten entwickelt sie gemeinsam mit europäischen Netzwerken und universitären Einrichtungen Konzepte und Grundlagen für die Weiterentwicklung der Musik- und Kunstschulbildung und stärkt die Zusammenarbeit zwischen Institutionen. Unter anderem ist die EMU Partner im Projekt Co-Connecting Early Childhood Music Education (CC-ECME), das sich für die Weiterentwicklung der frühkindlichen musikalischen Bildung (Early Childhood Music Education, ECME) sowie für einen gleichberechtigten Zugang zu musikalisch-künstlerischer Bildung für Kinder in Europa einsetzt.

Europäische Jugendmusikfestival - European Youth Music Festivals Die European Youth Music Festivals der EMU bringen junge Musikerinnen und Musiker aus verschiedenen europäischen Ländern zusammen. Die mehrjährig stattfindenden Festivals werden jeweils von einer nationalen oder regionalen Musikschulorganisation in Zusammenarbeit mit lokalen Musik- und Kunstschulen, Gemeinden und Kulturpartnern ausgerichtet. In Konzerten und gemeinsamen Aktivitäten erleben die Teilnehmenden die musikalische und kulturelle Vielfalt Europas, begegnen Gleichaltrigen aus anderen Ländern und stärken den Austausch und das gegenseitige Verständnis. Die Festivals verbinden damit musikalische Bildung, kulturelle Begegnung und europäische Zusammenarbeit und machen Europa insbesondere für junge Menschen unmittelbar erfahrbar. 1985: München (Deutschland) 1989: Straßburg (Frankreich) 1992: Eindhoven (Niederlande) 1995: Budapest (Ungarn) 1998: Barcelona (Spanien) 2000: Trondheim (Norwegen) 2002: Bern (Schweiz) 2004: Malmö (Dänemark und Schweden) 2007: Pécs (Ungarn) 2009: Linz (Österreich) 2012: Emilia-Romagna (Italien) 2016: San Sebastián (Spanien) 2018: Sneek (Niederlande) 2022: Esch an der Alzette (Luxemburg) 2025: Katalonien (Spanien)

Mission & Vision Die EMU fördert kulturelle Vielfalt, Inklusion, Menschen- und Kulturrechte, Bildungsqualität und Innovation, Teilhabe, Nachhaltigkeit und sozialen Zusammenhalt. Sie stärkt die Rolle der Musik- und Kunstschulen in der europäischen Kultur- und Bildungspolitik, fördert den fachlichen Austausch und die Kompetenzerweiterung und unterstützt hochwertigen Unterricht und Lernprozesse durch Wissensaustausch und Partnerschaften.

Die EMU bekennt sich zu den Grundsätzen des Friedens, der Demokratie und der Menschenwürde und erkennt die Teilhabe an der Musik- und Kunstausbildung als grundlegendes kulturelles Recht an.

Die EMU fördert …

  die Qualität und Vielfalt der Musik- und Kunstausbildung sowie deren Zugänglichkeit für ein möglichst breites Publikum;   den Austausch von Wissen und Erfahrungen zwischen unseren Mitgliedsverbänden und deren Zusammenarbeit in regionalen Arbeitsgruppen;   die Zusammenarbeit mit Hochschulen für Musik, Forschungseinrichtungen, Kulturorganisationen und Schulen auf europäischer und nationaler Ebene;   Weiterbildungsformate und innovative Bildungsprojekte für Lehrende an Musik- und Kunstschulen im Rahmen europäischer Austauschprogramme;   Plattformen und Veranstaltungsorte, die junge Menschen aus verschiedenen europäischen Ländern zusammenbringen, um gemeinsam Musik zu machen und künstlerisch zusammenzuarbeiten, wie beispielsweise die Europäischen Jugendmusikfestival.

Mitglieder Bulgarien: Section of Schools with Profiled and Advanced Learning of Music in the Republic of Bulgaria Deutschland: Verband deutscher Musikschulen (VdM) Estland: Estonian Union of Music Schools Finnland: Association of Finnish Music Schools Frankreich: Fédération Française de l’Enseignement Artistique (FFEA) Island: Association of Music School Teachers Italien: Italian Association of Music Schools (AldSM) Lettland: Association of Latvian Musical Educational Establishments (LMIIA) Liechtenstein: Liechtensteinische Musikschule Luxembourg: Association des Ecoles de Musique du Grand-Duché de Luxembourg (AEM) Norwegen: Norsk kulturskoleråd Niederlande: Cultuurconnectie – Sector association for art education and art practice Österreich: Konferenz der Österreichischen Musikschulwerke (KOMU) Portugal: AEEP – Associação de Estabelecimentos de Ensino Particular e Cooperativo Schweden: Swedish Council of Schools for Music and the Arts Schweiz: Verband Musikschulen Schweiz (VMS) Serbien: Association of Music and Ballet schools of Serbia Slowakei: Association of Elementary Schools of Arts of Slovak Republic “EMU Slovakia” (AESA) Slowenien: Zveza slovenskih glasbenih šol (ZSGS) Spanien: Union de Escuelas de Musica y Danza (UEMYD) Tschechien: Association of Basic Artistic Schools Ungarn: Association of Hungarian Music and Art Schools Zypern: Cyprus Ministry of Education and Culture

Beobachter: Bulgarien, Polen, Portugal, Färöer Inseln

Die EMU-Regionalgruppen sind ein wesentlicher Bestandteil unseres Netzwerks. Sie stärken die Verbindungen zwischen den Mitgliedern und schaffen Räume für den Austausch. Durch den kontinuierlichen Dialog mit dem Vorstand tragen sie dazu bei, neue Ideen und Initiativen zu entwickeln und die Zusammenarbeit in ganz Europa zu stärken.

Vorsitz 1973: Diethard Wucher, Deutschland 1977: Amin Brenner, Schweiz 1980: Heinz Preiss, Österreich 1991: Josef Frommelt, Liechtenstein 1999: Jan van Muilekom, Niederlande 2005: Timo Veijola, Finnland 2006: Gerd Eicker, Deutschland 2011: Helena Maffli, Schweiz 2018: Philippe Dalarun, Frankreich 2024: Michaela Hahn, Österreich

Publikationen 50 Jahre EMU. 1973-2023 Statistical information about the European Music School Union 2020 Standards for Music Schools and Pre-college Music Education, im Rahmen von MusiQuE, 2025 Music Schools in Europe, EMU, 2010

Weblinks Homepage der European Music School Union

Einzelnachweise

Kategorie:Europäische Organisation Kategorie:Musik (Europa) ! ! Kategorie:Organisation (Schulwesen) Kategorie:Verbandsgründung 1973