Magma ist eine 1969 gegründete französische Progressive-Rock-Band. Die Band hat das Genre des Zeuhl begründet und trägt viele Texte in der Kunstsprache Kobaïanisch vor. Die Kunstsprache wurde neben treibenden Basslinien und polyphonem Chorgesang zu einem wichtigen Stilmerkmal des Zeuhl.Leitfaden Zeuhl auf den Babyblauen Seiten, abgerufen am 1. Juli 2016

Werdegang Gründung und klassische Phase (1969 bis 1984) Magma wurde 1969 vom Schlagzeuger Christian Vander (* 21. Februar 1948) und dem Bassisten Laurent Thibault gegründet. Zur kurzlebigen Gründungsbesetzung zählten auch Francis Moze (Keyboards), Lucien Zabu Zabuski (Gesang), Eddy Rabbin (Keyboards), Claude Engel (E-Gitarre), René Garber (Bassklarinette), Guy Marco (Trompete) und René Morizur (Saxophon).www.magma.fan.free.fr, französische Fanseite von Jacques Guiton, abgerufen am 30. Juni 2016 Ihren ersten Auftritt hatte Magma im August 1969 als Vorgruppe der Band Martin Circus im Pariser Club Rock&Roll Circus, in dem sich viele der Bandmitglieder zuvor kennengelernt hatten. Auf dem Konzert spielten sie eine Version des Titels Kobaïa, die das Publikum überwältigte und sprachlos machte, erst nachdem der amerikanische Klassikpianist Klaus Knuth jubelnd auf einen Tisch stieg, taute auch das Publikum auf.

Laurent Thibault überließ den Bass Francis Moze und widmete sich der Produktion von Magmas Debütalbum, das von Knuth mit 10.000 US-Dollar unterstützt wurde. Klaus Blasquiz traf erstmals im Studio Mathurin Régier auf die dort probende Band, doch diese hatte kein Interesse ihn aufzunehmen. Während einer Probeaufnahme sang Blasquiz einen leisen Hintergrundgesang mit, der indirekt über das Mikrofon des Klaviers aufgezeichnet wurde. Nachdem Vander die Aufnahme abhörte wurde Blasquiz kurz darauf an Stelle von Zabu gesetzt. Das erste Album, Magma (später Kobaïa), wurde dann im April 1970 von der Besetzung Christian Vander, Engel, Moze, Teddy Lasry (Sopransaxophon), François Cahen (Piano) und Blasquiz (Gesang) eingespielt, verstärkt durch die Bläser Richard Raux und Alain Charlery, die für das zweite Album 1001° Centigrades von 1971, das ohne den Gitarristen Claude Engel aufgenommen wurde, durch Yoch’ko „Jeff“ Seffer und Louis Toesca ersetzt wurden. Diese beiden ersten Magma-Alben waren stärker am Jazz/Jazzrock ausgerichtet als das Folgealbum, und die Kompositionen wurden von verschiedenen Bandmitgliedern beigesteuert. Diese Besetzung blieb bis Mai 1972 stabil. Vander, Thibault und Blasquiz entwickelten gemeinsam die Geschichte und Sprache des Kobaïanischen Universums als Grundlage ihrer Musik und bauten sie weiter aus. Ende Juli 1970 spielten Magma den Soundtrack für den geplanten Film 24 Heures Seulement über das 24-Stunden-Rennen von Le Mans ein, der jedoch nie realisiert wurde.

Zwischen diesen beiden Erstlingswerken verließ Thibault die Band, um in Zusammenarbeit mit Philips ein eigenes Label namens Thélème zu gründen. Für dieses spielten 1971 Magmamusiker zusammen mit Tito Puente (Trompete) und Lionel Ledissez (Bass) unter dem Pseudonym Univeria Zekt das Album The Unnamables ein, das eher im Jazz als im Zeuhl anzusiedeln ist und das breitere Hörerschichten an die Musik Magmas heranführen sollte. Es war das einzige Album unter diesem Bandnamen.

Moze, Cahen, Lasry, Seffer und Toesca verließen 1972 die Band, es stießen die Keyboarder Jean-Luc Manderlier und Gérard Bikialo, der Bassist Jean-Pierre Lembert, der Gitarrist Marc Fosset und die Sängerin Stella Vander, die damalige Ehefrau von Christian Vander, zur Band hinzu, die in Zukunft allerdings dennoch mit wechselnden Besetzungen auftrat, da die neuen Musiker auch in anderen Projekten engagiert waren. Auch René Garber, der bereits zur Erstbesetzung gehört hatte, war wieder an Aufnahmen beteiligt. Nach dem Weggang von Marc Fosset stieß im ersten Halbjahr 1973 der Gitarrist Claude Olmos zur Band. Zu dieser Zeit schloss sich ebenfalls Jannick Top Magma an, der Lembert am Bass ersetzte.

Im Januar 1973 spielte die Formation S. und C. Vander, Lembert, Blasquiz, Manderlier, Garber zusammen mit dem Chœurs De La Storchhaus eine Alternativversion zu Mekanïk Destruktïw Kommandöh, dem nächsten Magma-Album, ein, die jedoch von dem Plattenlabel A & M verworfen wurde. Diese Aufnahme wurde 1989 unter dem Titel Mekanïk Kommandöh veröffentlicht. Eigentlich wollte Vander Köhntarkösz als drittes Album veröffentlichen, was das Plattenlabel aber ablehnte und auf Mekanïk Destruktïw Kommandöh bestand. Die Titel von Mekanïk Destruktïw Kommandöh wurden ausnahmslos von Christian Vander komponiert. Das Album wurde in der Besetzung Christian Vander, Top, Blasquiz, Manderlier, Garber, Claude Olmos, Lasry, Stella Vander und vier weiteren Sängerinnen eingespielt.Babyblaue Seiten, Rezensionen zu Mekanïk Destruktïw Kommandöh, abgerufen am 30. Juni 2016 Das Album ist ein Konzeptalbum, das in 7 Sätze unterteilt ist, und wird von vielen als das Meisterwerk der Band betrachtet.Mekanïk Destruktïw Kommandöh auf www.magmamusic.org (englisch), abgerufen am 1. Juli 2016 Das Musikmagazin eclipsed wählte Mekanïk Destruktïw Kommandöh auf den 28. Platz seiner Liste der 150 wichtigsten Prog-Alben. Im Juni 2015 wählten Redakteure des Magazins Rolling Stone das Album auf Platz 24 der 50 besten Progressive-Rock-Alben aller Zeiten. Die französische Ausgabe listete 2010 das Album auf Platz 33 der 100 besten französischen Rock-Alben.Liste der 100 besten französischen Rockalben, Rolling Stone Frankreich, abgerufen am 1. Juli 2016. In Jean Yannes Satirefilm Pardon, Genossen! Edel sei der Mensch, hilflos und reich (Originaltitel: Moi y'en a vouloir des sous) spielten Magma den etwa dreiminütigen Titel Dotz Hündin, der bisher nie auf Platte veröffentlicht wurde.

Im April 1974 nahmen C. und S. Vander, Blasquiz und Top das Album Ẁurdah Ïtah auf, auf dem die letztendliche Version der Filmmusik zum Film Tristan et Yseult von Yvan Lagrange zu hören ist. Ursprünglich als Soloalbum von Christian Vander erschienen, gehört es heute zum Repertoire von Magma.

Auch als Konzeptalbum konzipiert ist das Album Köhntarkösz von 1974, zu dem Jannick Top das Stück Ork Alarm beitrug. Alle anderen Stücke des von C. und S. Vander, Top, Blasquiz, Bikialo, Michel Graillier (Piano) und Brian Godding (Gitarre) eingespielten Albums sind Kompositionen von Christian Vander. Die Aufnahmen erfolgten im Mai 1974. Köhntarkösz war klanglich wieder originell, aber kommerziell nicht erfolgreich, worauf A & M die Zusammenarbeit mit Magma beendete. Um das Fortbestehen der Band zu sichern, wurde das eigene Plattenlabel Utopia Records gegründet. Für jene, die in den frühen Siebzigern keine Gelegenheit hatten, die Band live zu erleben, veröffentlichte Magma im Jahr 1975 eine Live-Doppel-LP, die unter dem Namen Live / Hhaï erschien und bei Konzerten zwischen dem 1. und 5. Juni 1975 in der Pariser Tavern de l'Olympia aufgenommen worden war. Zu hören sind S. und C. Vander, Klaus Blasquiz, Bernard Paganotti am Bass, Gabriel Federow an der Gitarre, Benoit Wîdemann und Jean-Pol Asseline an den Keyboards und der damals 19-Jährige Didier Lockwood an der Geige. Die beiden Stücke Hhai und Lihns waren vorher noch auf keinem Studioalbum zu hören. Der Chilenische Regisseur Alejandro Jodorowsky wollte, das neben Pink Floyd auch Magma Teile der Filmmusik zu seiner Verfilmung von Frank Herberts Roman Dune (Der Wüstenplanet) beisteuerten, was jedoch scheiterte, nachdem sich seine Geldgeber aus dem Projekt zurückzogen hatten.Jodorowsky’s Dune von Frank Pavich, USA/Frankreich 2013, gesendet am 15. Februar 2019 auf Arte

Im Mai 1976 fanden Aufnahmen für das geplante Doppel-Album Emëhntëht-Rê statt. Da es neben Emëhntëht-Rê das von Jannick Top komponierte Stück De Futura enthalten sollte, fanden die Aufnahmen mit Top am Bass und Graillier an den Keyboards statt. Vander war mit dem Ergebnis unzufrieden und die Aufnahmen wurden nicht veröffentlicht. Aufgrund vertraglicher Verpflichtungen wurde 1976 stattdessen das Album Üdü Ẁüdü mit C. und S. Vander, Top, Blasquiz, Paganotti, Graillier, Lisa Deluxe, Lucille Culaz und Catherine Szpira (alle drei Gesang), Patrick Gauthier (Piano, Synthesizer), Pierre Dutour (Trompete) und Alain Hatot (Saxophone, Flöte) veröffentlicht. Auf dieser Platte findet sich die in der Besetzung Vander, Top und Blasquiz aufgenommene Top-Komposition De Futura. Ursprünglich erschien Üdü Ẁüdü daher auch unter der Bezeichnung VANDERTOP. Die CD-Wiederveröffentlichung von Üdü Ẁüdü enthält als Bonus einen Ausschnitt aus den ursprünglichen Aufnahmen von Emëhntëht-Rê. Aus Enttäuschung darüber, dass sie bei den Aufnahmen zu Emëhntëht-Rê nicht teilgenommen hatten, beschlossen Paganotti und Gauthier, Magma zu verlassen und die Band Weidorje zu gründen, so dass Magma im Sommer 1976 nur noch aus C. und S. Vander, Blasquiz, Federow, Lockwood und Widemann bestand. Daraufhin reformierte Vander die Band, die zwischen Oktober und November 1976 eine Tour in der Besetzung C. und S. Vander, J. Top, K. Blasquiz, M. Graillier, D. Lockwood und G. Federow spielte, darunter zwei Wochen im Théâtre de la Renaissance in Paris. Nach dieser Tour verließen alle Musiker die Band und nur Vander und Blasquiz blieben.

Da für Anfang 1977 weitere Konzerte vereinbart waren, verpflichtete Vander die Begleitband von Alan Stivell, so dass Magma ab Januar 1977 aus C. und S. Vander, Blasquiz, G. Delacroix (Bass), J. de Antoni (Gitarre), B. Widemann, C. Bailly (zweites Schlagzeug), F. Berteaux (Gesang) und L. Bois (L. Deluxe) (Gesang) bestand. Zusätzlich veränderte er das Erscheinungsbild der Band, die von nun an nicht mehr komplett in Schwarz gekleidet auftrat. Da kein Studio-Album in Aussicht war, wurde 1977 das Album Inédits veröffentlicht. Es enthält Live-Mitschnitte verschiedener Formationen von Magma zwischen 1972 und 1975. Zu hören sind bislang unveröffentlichte Stücke, die bis dahin nie von einer Studiobesetzung eingespielt worden waren, aber zum regelmäßigen Live-Repertoire der Band gehörten. Das Cover des Albums Attahk von 1978, das musikalisch getragener, streckenweise fast schon sakral erscheint, entwarf HR Giger. Produzent und Toningenieur war wieder Laurent Thibault. Die Besetzung bestand aus S. und C. Vander, Garber, Wîdeman, Deluxe, Blasquiz, Guy Delacroix (Bass), Tony Russo (Trompete) und Jacques Bolognesi (Posaune). Christian Vander fungiert zum ersten Mal als Leadsänger, Blasquiz als Backgroundsänger. Aus diesem Album wurde zu Werbezwecken eine Single mit den Stücken Last Seven Minutes und Spiritual ausgekoppelt.