mini|Arno Scheffler bei Dreharbeiten in Kolumbien (1995) Arno Scheffler (* 6. Juli 1939 in Königsberg; † 14. Juli 2026) war ein deutscher Kameramann, der vorwiegend für das ZDF mit Schwerpunkt auf Reportage, Dokumentation, Dokumentarfilm gearbeitet hat. Mehrere seiner Filme wurden mit Fernsehpreisen ausgezeichnet. Er arbeitete mit Filmemachern wie Georg Stefan Troller, Hartmut Schoen, Gottfried Kirchner, Bodo Witzke. Mit Reinhold Messner realisierte er mehrere Bergfilme. Viele seiner Arbeiten entstanden in Regionen, in denen „Gewalt alltäglich“ ist oder in denen „extremste“ klimatische Verhältnisse herrschen.AZ Mainz, Achim Schiff: Bilder über den Alltag anderswo. Kameramann Arno Scheffler und seine Arbeit. (1997)

Leben Nach der Flucht aus dem ostpreußischen Königsberg wuchs Scheffler zunächst in Hessen auf. In der Nähe von Aachen schloss er nach der Schulzeit eine Ausbildung zum Bergmann ab. Nach einem Berufsunfall machte er eine Umschulung zum Filmtechniker bei der Atlantik-Film in Hamburg und arbeitete für verschiedene Kopierwerke. 1963 begann er beim ZDF als Kameraassistent, wenige Jahre später wurde er Kameramann. Bei seinem ersten Einsatz in Bolivien dreht er, wie Militärs protestierende Indianer erschießen.Bilder der Gewalt – Bilder im Kopf, FH Trier, 2011. Er arbeitete während seiner ZDF-Laufbahn mehrere Jahre in den ZDF Studios Caracas und Madrid, spezialisierte sich auf die Arbeit an längeren dokumentarischen Filmformaten.

Er drehte mehrfach an den Polen, z. T. während mehrmonatiger Expeditionen, bestieg mehrere Sechstausender, kreuzte die Beringstraße mit einem Kanu. Mit Georg Stefan Troller drehte er mehrere Personenbeschreibungen; für den Film mit Troller Guatemala – Land im Todesfieber (1994) bekam er den Kamerapreis. Für den Film Warum riskiert Alfred Welker sein Leben in Agua Blanca mit Bodo Witzke bekam er den Telestar (1997). In Zusammenhang mit der Verleihung des Telestars charakterisierte Witzke Arno Scheffler als einen „leidenschaftlichen Filmer“, der die Menschen vor der Kamera ernst nehme, dessen Engagement den „Ärmsten und Entrechteten“ gelte. Der Journalist Achim Schiff konstatierte, Scheffler würde die extremen Orte, an denen er drehe, nicht als „muskelstrotzender Abenteurer“ betreten, sondern als „Mitmensch, der die Orte ohne Sensationsgier“ aufsuche. Mehrere der von ihm gedrehte Filme wurden ausgezeichnet, wie z. B. Unter Mördern, Priestern und Vergessenen – deutsche Ärzte in Kolumbien (1993 Preis des Hartmannbundes).

Scheffler starb Mitte Juli 2026.

Arbeitsstil Das Handwerk des Kameramanns erlernt Scheffler als Assistent bei szenischen Produktionen. Dort lernt er die Präszison des Studios in Kameraführung und im Lichtsetzen kennen. Höhepunkte seiner Arbeit werden aber später dokumentarische Filme, in denen er eine lebendige Reportagekamera authentisch und dennoch präzise unter oft schwierigen Umständen führt. Der Print-Journalist Andrian Kreye beschreibt den Drehstil für den Film Guatemala, Land im Todesfieber so:

Filmografie (Auswahl) 1971: Cuba libre auf Eis mit Christoph Kaiser 1989: Wettlauf um den weißen Kontinent mit Peter K. Hertling 1989: ZDF-Reportage. Vater, warum schweigst Du? Deutsche Besatzungskinder und ihre norwegischen Kinder mit Thomas Euting 1990: Personenbeschreibung. Richard Gollub – Gift und Galle in Manhattan mit Georg Stefan Troller 1992: Guatemala, Land im Todesfieber mit Georg Stefan Troller 1992: Personenbeschreibung. Harold Brodky – das Leben ist ein Buch mit Georg Stefan Troller 1993: Unter Mördern Priestern und Vergessenen. Über deutsche Ärzte in Kolumbien mit Bodo Witzke 1994: 37 Grad. Jenseits der Schamgrenze. Ein Mädchen wird nach Deutschland verkauft mit Hartmut Schoen 1994: Abenteuer und Legenden. Wenn das Eis bricht mit Tina Radke 1994: Terra X: Die Geister vom Fluß der Gräber. Indianer-Magie in Kolumbien mit Gottfried Kirchner 1995: Terra X: Gletscher-Gold. Die Schatzkammer im Kaukasus mit Tina Radke 1996: Zündstoff. Risiko Elektrosmog? mit Bodo Witzke 1996: Warum riskiert Alfred Welker sein Leben in Agua Blanca mit Bodo Witzke 1997: ZDF-Reportage. So viele Tage hat man nicht mit Hans-Jürgen Haug 1997: ZDF-Reportage. Knochenjob auf dünnem Eis. Mit Klimaforchern in der Arktis mit Peter K. Hertling 1997: Witness – Zeugen des Terrors mit Bodo Witzke 1997: Wohnungen der Götter – Reise zum Heiligen Berg Kailash mit Reinhold Messner

Auszeichnungen Deutscher Kamerapreis 1994 für die Reportage Guatemala, Land im Todesfieber (mit Georg Stefan Troller)Deutscher Kamerapreis 1994 abgerufen am 4. Nov. 2018. Telestar (1997) für die Kameraarbeit bei Warum riskiert Alfred Welker sein Leben in Agua Blanca (mit Bodo Witzke) Nominierung Deutscher Kamerapreis (1998) für die ZDF.reportage So viele Tage hat man nicht (mit Hans-Jürgen Haug)

Weblinks

Bilder der Gewalt – Bilder im Kopf, FH Trier, 2011, Interview mit Scheffler

Einzelnachweise

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