Ginestet (, ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Bergerac und zum Gemeindeverband Communauté d’agglomération Bergeracoise. Die Einwohner werden Ginestois und Ginestoises genannt.
Geografie
Ginestet liegt etwa 38 Kilometer südwestlich von Périgueux, etwa 53 Kilometer östlich von Libourne und etwa acht Kilometer nordwestlich von Bergerac in der Landschaft des Landais, im Landesteil des touristisch benannten Périgord pourpre im Südwesten des Départements. Das Gemeindegebiet befindet sich im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von der Gouyne, die hier entspringt, vom Eyraud, der es im Nordwesten begrenzt, vom Marmelet, Gaillardet und Ruisseau de la Forêt sowie von verschiedenen kleineren Fließgewässern.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Ginestet liegt auf der vierten Stufe von Nordosten, einem Plateau aus Kieselsandsteinablagerungen und lakrustinen Kalksteinen aus dem Tertiär. Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär und aus Sedimentgesteinen, die aus dem Känozoikum datieren.
Das Relief des Gemeindegebiets weist eine flache, im Westen und im Norden bewaldete Hügellandschaft mit einzelnen Weinbergen auf. Der topografisch höchste Punkt befindet sich im äußersten Osten an der Grenze zur Nachbargemeinde Bergerac mit Höhe. Der tiefste Punkt befindet sich im Südosten mit Höhe beim Austritt des Marmelet aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum liegt auf etwa Höhe.
Rund 48 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich, vorwiegend heterogen genutzt, rund 43 % sind bewaldet, rund 9 % entfallen auf bebaute Flächen.
Umgeben wird Ginestet von den vier Nachbargemeinden:
Natürliche Risiken mini|Risikokarte zur Quellungs/Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für Ginestet Natürliche Risiken manifestieren sich in Ginestet neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als Dürren Waldbrände Bodensetzungen
Ginestet ist der Gefahr von Waldbränden ausgesetzt. Im größten Teil des Gemeindegebiets besteht deshalb zur Vorbeugung eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Staat erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern.
Wie die Risikokarte zeigt, ist das Gemeindegebiet bis auf einen kleinen Teil im Südwesten von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 1989, 1992, 1995, 2005 und 2011 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden. Die Erdbebengefahr ist als niedrig eingestuft. Das Gemeindegebiet ist nur einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Kategorie 1 von 3 zugeordnet.
Etymologie und Geschichte Der Name von Ginestet erscheint in einem Kirchenregister des 13. Jahrhunderts, wo seine heute verschwundene Kirche in Sanctus Jacobus de Genestet erwähnt wurde. Erneut wurde das Dorf in dieser Schreibweise im 16. Jahrhundert (1555) und in der latinisierten Form Genestetum etwas früher (1491) erwähnt.
Der Name des Dorfes kommt vom okzitanischen genèsta, begleitet vom Kollektivsuffix -et und bezeichnet ursprünglich einen Ort, wo der Ginster reichlich vorhanden ist. Er ging aus dem lateinischen genesta, einer Variante von genista () hervor. Im Périgord sind einige Lieu-dits mit Namen wie La Geneste, Le Génestal belegt, jedoch ist das Wort relativ wenig verbreitet.Siehe Tanet, Hordé, Seite 167
Spuren der Besiedelung während der Altsteinzeit und der Jungsteinzeit sind in Ginestet entdeckt worden.
Einwohnerentwicklung Nach Beginn der Aufzeichnungen stieg die Größe der Gemeinde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf ein Niveau von über 500 Einwohner. Vom Beginn des 20. Jahrhunderts an sank die Zahl der Einwohner bis nach dem Zweiten Weltkrieg auf 345, bevor ein zeitweise kräftiges Wachstum einsetzte, das kurz nach der Jahrtausendwende einen Höchststand von rund 820 Einwohnern erreichte. In der Folge setzte eine Stagnation ein, die bis heute andauert.
Sehenswürdigkeiten Pfarrkirche Saint-Jacques-le-Majeur Die Jakobus dem Älteren geweihte Kirche wurde 1880 im neugotischen Stil errichtet. Der Eingang zur Vorhalle befindet sich am Fuß des viergeteilten, spitz zulaufenden Glockenturms, der mit Strebepfeilern abgesichert wird.
Pfarrkirche Sainte-Foy Die der heiligen Fides geweihte Kirche wurde im 19. Jahrhundert im Weiler Sainte-Foy-des-Vignes errichtet und im gleichen Jahrhundert restauriert. Die schmucklose Fassade zeigt ein rundbogenförmiges Eingangsportal und einen Dachreiter mit einer Glocke.
Bildung Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Vor- und Grundschule (École primaire).
Wirtschaft Erwerbstätigkeit Im Jahre 2022 waren 337 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Ginestet erwerbstätig, entsprechend 79,3 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (80,6 %) höher war als bei den Frauen (78,1 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 25 Personen im Jahr 2022 niedriger als im Jahr 2016 (31). Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 9,3 % (2016) auf 7,4 % (2022). Insbesondere sank die Arbeitslosenquote bei den 15- bis 24-Jährigen von 29,4 % auf 11,5 %.
Branchen und Betriebe 49 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Ginestet wirtschaftlich aktiv: Branche Anzahl %Gesamt49Fertigung, Bergbau und andere Industrien12,0 %Baugewerbe1122,4 %Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie918,4 %Finanzen und Versicherungen24,1 %Immobilien36,1 %Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten612,2 %Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln816,3 %Andere Dienstleistungen918,4 % mini|Weinberg des Rosette-Weins Landwirtschaft Ginestet liegt in den Zonen der geschützten Ursprungsbezeichnungen (AOP) des Bergerac-Weins mit den Appellationen Bergerac und Côtes de Bergerac und des Rosette-Weins.
Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf den Anbau von Obst oder anderen Dauerkulturen, in diesem Fall den Weinbau. Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 30 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 18 im Jahr 2000, auf 9 im Jahr 2010 und stieg auf 10 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 66,7 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verringerte sich von 501 Hektar im Jahre 1988 auf 339 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg signifikant von 16,7 Hektar auf 33,9 Hektar.
Lokale Wanderwege Der Rundweg Boucle de Cabanétas - Ginestet besitzt eine Länge von 11 Kilometer. Er führt von Zentrum von Ginestet über Weinberge und Wälder durch das Gebiet der Gemeinde und des benachbarten Bergerac.
Der Rundweg Boucle du Trésorier - Ginestet besitzt eine Länge von 9,4 Kilometer. Er führt ebenfalls von Zentrum von Ginestet über Weinberge und Wälder durch das Gebiet der Gemeinde und des benachbarten Bergerac.
Der kurze Rundweg Boucle de Béluzie - Sainte Foy des Vignes - Ginestet besitzt eine Länge von 3,1 Kilometer. Er führt rund um den Weiler Sainte-Foy-des-Vignes.
Der kurze Rundweg Boucle du Brandal - Sainte Foy des Vignes - Ginestet besitzt eine Länge von 2,9 Kilometer. Er führt ebenfalls rund um den Weiler Sainte-Foy-des-Vignes.
Der Rundweg Boucle de la Palombière - Ginestet besitzt eine Länge von 8,3 Kilometer. Er führt von Zentrum von Ginestet über Weinberge durch das Gebiet der Gemeinde.
Verkehr Die zur Departementsstraße D 709 herabgestufte ehemalige Nationalstraße N 709 von Montmoreau-Saint-Cybard nach Bergerac durchquert das östliche Gemeindegebiet. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit der D 709, mit den Weilern der Gemeinde und den Nachbargemeinden.
Literatur
Weblinks
Ginestet auf der Website des Gemeindeverbands (französisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Nouvelle-Aquitaine Kategorie:Weinbauort in Frankreich Kategorie:Ersterwähnung im 13. Jahrhundert