Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht (Originaltitel: The Lord of the Rings: The Rings of Power) ist eine im Auftrag von Amazon Studios produzierte Fantasy-Realserie, die die Vorgeschichte von J. R. R. Tolkiens Der Herr der Ringe sowie Der Hobbit erzählt. Sie basiert hauptsächlich auf den Anhängen von Der Herr der Ringe, in denen die Geschehnisse im Zweiten Zeitalter der fiktiven Welt Mittelerde zusammengefasst werden. Der Herr der Ringe spielt am Ende des Dritten Zeitalters. Showrunner sind Patrick McKay und J. D. Payne.

Amazon erwarb die Rechte an den Anhängen von Der Herr der Ringe im November 2017 für 250 Millionen US-Dollar. Teil des Deals war eine Vereinbarung über fünf Staffeln mit geschätzten Kosten von über einer Milliarde US-Dollar, womit es die bisher teuerste Serie werden soll. Die Dreharbeiten zur ersten Staffel begannen im Februar 2020 in Auckland, Neuseeland, und wurden im August 2021 beendet. Die acht Episoden dieser Staffel wurden vom 2. September 2022 bis zum 14. Oktober 2022 auf Prime Video veröffentlicht. Die zweite Staffel umfasst erneut acht Episoden und wurde vom 29. August 2024 bis zum 3. Oktober 2024 veröffentlicht. Im Februar 2025 wurde eine dritte Staffel der Serie bestellt, die ab dem 11. November 2026 veröffentlicht werden soll.

Handlung Die Handlung der Serie spielt im Zweiten Zeitalter der fiktiven Welt Mittelerde. Viele der Figuren und einige Ereignisse sind den Anhängen von Der Herr der Ringe entnommen. Im Wesentlichen wurde der Handlungsablauf jedoch für die Serie neu entworfen und lässt auch Figuren einander begegnen, die nach den Anhängen zu verschiedenen Zeiten gelebt haben. Weitere Figuren der Serie sind in den Anhängen überhaupt nicht erwähnt.

Staffel 1 Die Serie beginnt mit einem Rückblick auf das Erste Zeitalter, das mit dem Sieg gegen den dunklen Herrscher Morgoth endet. Die Elbenkriegerin Galadriel ist jedoch davon überzeugt, dass Morgoths rechte Hand – der dunkle Hexenmeister Sauron – und seine Orks weiterhin existieren, und bleibt jahrhundertelang auf der Suche nach ihm, bis der Hohe König Gil-galad den Krieg für beendet erklärt. Galadriel soll übers Meer in die Unsterblichen Lande von Valinor fahren, springt jedoch vom Schiff und wird vom Schiffbrüchigen Halbrand gerettet. Der Seefahrer Elendil nimmt beide auf und bringt sie ins menschliche Inselkönigreich Númenor. Aufgrund von Informationen Elendils und Halbrands, den sie für den geflohenen König der Südlande hält, vermutet Galadriel, dass Sauron zurückgekehrt ist und versucht, in den Südlanden ein eigenes Reich zu gründen. In Númenor hat man sich von den Elben, den einstigen Verbündeten, misstrauisch abgewandt. Nach einigen Meinungsverschiedenheiten mit Míriel, die an Stelle ihres entmachteten Vaters herrscht, und ihrem Kanzler Pharazôn segelt Galadriel schließlich dennoch mit Halbrand und den Númenorern, darunter Míriel, Elendil und dessen Sohn Isildur, nach Mittelerde, um die Südlande zu verteidigen.

Im Süden verschwinden unterdessen bereits Menschen, was vom Waldelben Arondir und der menschlichen Heilerin Bronwyn untersucht wird. Sie und die anderen Menschen des Dorfes Tirharad müssen im weiteren Verlauf vor Orks fliehen, die von dem mysteriösen Adar angeführt werden und sich der Südlande bemächtigen. Dabei suchen die lichtscheuen Orks nach einem Artefakt, das sich in den Händen von Bronwyns Sohn Theo befindet. Ein Teil der Gemeinschaft sagt sich von Bronwyn los und versucht, durch Loyalität zu Adar Sicherheit zu erlangen. Der anschließende Kampf gegen Adar kann mit Hilfe der ankommenden Númenorer und Galadriels gewonnen werden, unmittelbar danach bricht jedoch, ausgelöst durch das Artefakt, ein naher Vulkan aus. Isildur kommt scheinbar zu Tode, die Menschen müssen das Gebiet verlassen und Adar, ein gefallener Elb und einer der ersten Orks, bestimmt den Namen des neuen, im ewigen Schatten liegenden Reiches: Mordor. Ein Großteil der Númenorer kehrt in die Heimat zurück, die Südländer planen einen Neuanfang in einer alten Siedlung der Númenorer. Galadriel will ihre Aufgabe weiterhin verfolgen und reist mit Halbrand ins Elbenreich Lindon.

In Eregion möchte der berühmte Elbenschmied Celebrimbor die heißeste Schmiede aller Zeiten bauen und hofft auf Unterstützung der Zwerge von Khazad-dûm. Diese haben bei ihren Grabungen ein unbekanntes neues Erz entdeckt, welches von Elrond Mithril genannt wird. Es trägt gemäß einer alten Legende das Licht eines Silmarils in sich. Der Hohe König Gil-galad ist besorgt, weil die Elben in Mittelerde kurz vor dem Verfall stehen, und beauftragt Elrond, das Erz schnellstmöglich zu beschaffen, um den Fortbestand ihres Volkes in Mittelerde zu gewährleisten. Obwohl eine Mithrilader gefunden wird, befiehlt Zwergenkönig Durin III. entgegen dem Rat seines Sohnes, Prinz Durin IV, der ein Freund Elronds ist, die Stilllegung der Stollen. Zur Überraschung aller erwacht ein Balrog in den Tiefen des Berges.

Nahe dem Lager der Harfüße (nomadische Vorfahren der Hobbits) stürzt ein Meteorit vom Himmel, in dessen Einschlagkrater die junge Elanor „Nori“ Brandyfuß einen mysteriösen Fremden mit magischen Fähigkeiten findet. Sie freundet sich trotz der Warnungen ihres Stammes mit ihm an, und der Fremde, der zunächst orientierungslos erscheint, hilft den Harfüßen auf ihrer Wanderung. Als drei Gestalten nach ihm suchen und fast die gesamte Habe der Harfüße zerstören, entschließt sich Nori mit der Unterstützung ihrer Gemeinschaft, den Fremden zu warnen. Die Drei halten den Fremden für Sauron und stellen sich in seinen Dienst. Es kommt zum Kampf mit den Harfüßen, in dem sich jedoch herausstellt, dass der Fremde einer der Istari ist, die auch Zauberer genannt werden. Er verbannt die Drei und begibt sich mit Nori ins östliche Land von Rhûn.

Als Gil-galad schon überzeugt ist, dass die Zeit der Elben in Mittelerde zu Ende ist, erhält Celebrimbor unerwartet von Halbrand die Anregung für ein weiteres neues Vorhaben und schmiedet mit dessen Hilfe aus dem Mithril und Galadriels Dolch drei Ringe der Macht für die Elben, die den Verbleib ihres Volkes in Mittelerde sichern sollen. Kurz darauf findet Galadriel heraus, dass Halbrand in Wahrheit der totgeglaubte Sauron ist. Sauron scheitert in dem Versuch, Galadriel zu korrumpieren, und begibt sich nach Mordor.

Staffel 2 Nach Saurons Flucht mahnt Galadriel zu Vorsicht hinsichtlich der drei neu geschmiedeten Ringe, willigt allerdings nach einiger Zeit ein, als Trägerin eines Ringes zu fungieren. Die anderen beiden Ringe werden von Gil-galad sowie dem Schiffbauer Círdan getragen, während Elrond sich weiterhin skeptisch zeigt. Gil-galad lässt zudem einen Abgesandten nach Eregion entsenden, der Celebrimbor warnen soll, der Bote kommt jedoch nie an. In Eregion erlangt Sauron schließlich die Aufmerksamkeit Celebrimbors und überzeugt ihn in der Gestalt als Elb namens „Annatar“, weitere Ringe zu schmieden, wofür er mit König Durin III. von Moria ein Bündnis eingeht, dessen Königreich durch anhaltende Eruptionen des Schicksalsberg vom Licht abgeschnitten wird. Im Verlauf erhält der König einen der neuen Ringe, wodurch das Königreich zunächst wieder erblüht, der König jedoch einem Wahn verfällt. Das Schürfen nach mehr Mithril gipfelt im Auftauchen eines Balrogs; infolgedessen erlangt Durin III. seinen Verstand zurück und opfert sich letztendlich, indem er sich auf den Balrog stürzt, ehe der Schacht kollabiert. Obwohl er zuvor seinen Sohn zum neuen König ernannt hatte, erheben nun auch andere Zwerge ihren Anspruch auf den Thron.

Nori und der Fremde erreichen derweil Rhûn, sind jedoch zunehmend orientierungslos, wobei sie von Noris Freundin Magsi eingeholt werden. Nachdem der Fremde bei einem Brunnen einen Wirbelsturm auslöst, werden sie voneinander getrennt. Während die Harfüße sich bei den Starren, ebenfalls Harfüßen, wiederfinden, trifft der Fremde auf den mysteriösen Tom Bombadil. Ebenfalls in Rhun zugegen ist ein Dunkler Istar, der den Unterschlupf der Starren zerstört, als der Fremde sein Angebot ausschlägt. Durch den Verlust ihrer Behausung ziehen die Starren schließlich weiter, wobei Nori und Magsi sich ihnen anschließen. Der Fremde findet später einen Stab und nimmt dabei auch seinen Namen an: Gandalf.

In Numenor verhärten sich die Fronten zwischen den Anhängern Miriels und den Anhängern Ar-Pharazons, der an Macht gewinnt. Obwohl Miriel zunächst als Königin legitimiert scheint, untergräbt Ar-Pharazon ihren Thronanspruch, als er den Palantir gebraucht und so von Halbrands wahrer Identität als Sauron erfährt. Während viele der Miriel gegenüber treuen Anhänger inhaftiert werden und Miriel selbst beschließt, an Ort und Stelle zu bleiben, flieht Elendil samt dem Schwert Narsil nach Westen.

Adar versammelt währenddessen seine Armee und plant gegen Sauron in den Krieg zu ziehen, die Suche nach ihm führt ihn nach Eregion. Galadriel und Elrond erreichen nach einer Begegnung mit den Grabunholden ebenfalls Eregion, allerdings trägt sie ihm auf Hilfe zu holen, ehe sie gefangen genommen wird, allerdings kurz darauf mithilfe von Arondir fliehen kann. Galadriel warnt Adar zudem, dass er von Sauron in eine Falle gelockt wurde, da dieser seine Armee für sich beanspruchen will. Adar ignoriert sie jedoch und belagert Eregion, während Celebrimbor nach dem Schmieden der Zwergen- und Menschenringe den Schwindel seitens Sauron durchschaut und als Konsequenz getötet wird. Die Elbenkrieger unter Gil-galad treffen zwischenzeitlich ein, sind aber unterlegen und können nur durch das Eintreffen der Zwerge in letzter Sekunde einem Massaker entgehen. Adar wird zeitgleich von meuternden Orks getötet, nachdem er einst selbst die Meuterei gegen Sauron initiiert hatte. Die überlebenden Elben ziehen sich ultimativ in ein malerisches Tal zurück, wo Gil-galad sie auf den bevorstehenden Krieg gegen Sauron einschwört.

Figuren Galadriel Die Elbin Galadriel ist im Ersten Zeitalter mit ihrem Bruder Finrod in Valinor aufgewachsen. Im Krieg gegen Melkor zogen beide mit anderen Elben nach Mittelerde. Nach Finrods Tod übernahm Galadriel seinen Dolch und seinen Schwur, den Hexenmeister Sauron aufzuspüren und zu töten. Zu Beginn der Serie ist Galadriel als Anführerin der Heere des Nordens schon seit Jahrhunderten auf der Suche nach Sauron. Als der Hohe König Gil-galad den Krieg für beendet erklärt und Galadriel anbietet, nach Valinor zurückzukehren, ist sie mit dieser Entscheidung nicht einverstanden. Sie beschließt, in Mittelerde zu bleiben und ihre Suche nach Sauron fortzusetzen. Dabei findet Galadriel Unterstützung bei Halbrand, den sie für den geflüchteten König der Südlinge hält, sowie Elendil, einem Seemann aus Númenor. Ihr Gesuch nach Hilfe wird schließlich akzeptiert, woraufhin sie mit drei Schiffen von Númenor nach Mittelerde zurückkehrt. Nach dem Kampf reist sie nach Eregion, merkt jedoch erst dort, dass Halbrand selbst Sauron ist und rät schließlich Celebrimbor, aus einem geplanten Ring drei zu fertigen. Galadriel ist gut mit Elrond befreundet.

Elrond Als Halbelb hatte Elrond die Wahl zwischen einem sterblichen und unsterblichen Leben. Im Gegensatz zu seinem Bruder Elros entschied er sich für die Unsterblichkeit. Elrond war gut mit dem Zwergenprinzen Durin IV. befreundet, hat diese Freundschaft aber über Jahrzehnte vernachlässigt. Dennoch bekommt er von Durin IV. ein neues Erz gezeigt, welches Elrond Mithril nennt. Er erkennt bald, dass dieses Erz sowohl Segen als auch Fluch darstellt. Elrond ist Herold und Redenschreiber für den Hohen König Gil-galad. Er ist ein enger Freund von Galadriel und versucht vergeblich, sie davon zu überzeugen, nach Valinor zurückzukehren. Daher stellt er auch eigene Nachforschungen an, als er sich über ihr Verhalten wundert. Elrond unterstützt Celebrimbor bei seinen Plänen, die größte Schmiede aller Zeiten zu bauen. Er wird Zeuge, wie die ersten Ringe der Macht (der Elben) geschmiedet werden.

Arondir