Silvano Tranquilli (* 23. August 1925 in Rom, Italien; † 10. Mai 1997 ebenda) war ein italienischer Schauspieler bei Bühne, Film und Fernsehen.

Leben und Wirken Tranquilli erhielt gleich nach dem Zweiten Weltkrieg seine Schauspielausbildung an der Accademia Sharoff seiner Heimatstadt Rom und schloss sich anschließend den Theatertruppen von Salvo Randone und Vittorio Gassman an. 1955 gab er sein Filmdebüt, 1959 stand Tranquilli erstmals vor einer Fernsehkamera. In den folgenden vier Jahrzehnten wurde der attraktive Römer mit einer Fülle von Nebenrollen in Filmen der unterschiedlichsten Genres bedacht, in der Frühphase seiner Karriere auch in zwei Horrorkultfilmen der Regisseure Riccardo Freda (Das schreckliche Geheimnis des Dr. Hichcock) und Antonio Margheriti (Danza macabra), in denen er unter dem Pseudonym Montgomery Glenn mitwirkte.

Er blieb in der Folgezeit keinem Genre besonders verbunden – Tranquilli wirkte sogar in einigen wenigen Softsexfilmchen der 1970er Jahre mit – hatte aber besonderen Erfolg mit Polizei- und Kriminalfilmen. Man sah Tranquilli aber auch in Gesellschaftsdramen, Italowestern und erneut Horrorfilmen, seltener in Komödien. Seine größte Rolle erhielt Tranquilli ausgerechnet vom deutschen Fernsehen, als man ihn Mitte der 1970er Jahre die Hauptrolle des Institutsleiters Louis Palm in dem ZDF-Science-Fiction-Mehrteiler Das Blaue Palais anbot. Tranquillis bevorzugtes Rollenfach waren Vertreter des gehobenen Bürgertums; so sah man sah ihn immer wieder als Akademiker und Polizeiinspektor.

Filmografie 1955: Adriana Lecouvreur 1958: Napoli sole mio! 1959: Perfide … ma belle 1960: Call-Girls (I piaceri del sabato notte) 1962: Das schreckliche Geheimnis des Dr. Hichcock (L’orribile segreto del Dr. Hichcock) 1963: Paul Claudel (Fernsehfilm) 1963: Sabrina (Fernsehfilm) 1963: Giuseppe Verdi (TV-Mehrteiler) 1964: Danza macabra 1965: Il sale della terra (Fernsehfilm) 1965: L’ammiraglio (Fernsehfilm) 1966: Spara forte, più forte… non capisco 1966: I due sanculotti 1967: Missione Wiesenthal (Fernsehfilm) 1968: Casa bi bambola (Fernsehfilm) 1968: La Donna di quadri (Fernseh-Mehrteiler) 1969: Ohne viel von ihr zu wissen (Senza sapere niente di lei) 1969: D’Artagnan (Fernseh-Vierteiler) 1969: Sonnenblumen (I girasoli) 1970: Quadratur der Liebe (Cuori solitari) 1970: Das Gesetz des Schweigens (E venne il giorno dei limoni neri) 1971: Der schwarze Leib der Tarantel (La tarantola dal ventre nero) 1971: La controfigura 1971: Dracula im Schloß des Schreckens (Nella stretta morsa del ragno) 1971: Das Messer (Una farfalla con le ali insanguinate) 1972: La gatta in calore 1972: Man nennt ihn Sacramento (Sei jellato amico… hai incontrato Sacramento) 1972: So schön – so nackt – so tot (Rivelazioni di un maniaco sessuale al capo della squadra mobile) 1973: Comtesse des Grauens (Ceremonía sangrienta) 1973: Ein glückliches Jahr (La bonne année) 1973: Tote Zeugen singen nicht (La polizia incrimina la legge assolve) 1973: Tödlicher Haß (Tony Arzenta) 1973: Tagebuch eines Italieners (Diario di un italiano) 1974: Ein Leben lang (Toute une vie) 1974: Der Luftballonverkäufer (Il venditore di palloncini) 1974: Per le antiche scale 1974–1976: Das Blaue Palais (Fernsehfilm-Mehrteiler) 1975: Flash Solo (Il giustiziere sfida la città) 1975: MitGift 1975: Sonne, Sand und heiße Schenkel (Peccati di gioventù) 1975: Verdammte heilige Stadt (Roma violenta) 1976: Camorra – Ein Bulle räumt auf (Napoli violenta) 1977: La bravata 1978: Die Schweizer Affäre (L'affaire Suisse) 1979: Star Odyssey (Sette uomini d'oro nello spazio) 1980: Country Lady (Tranquille donne di campagna) 1980: Der Puma-Man (L’uomo puma) 1985: Uno topolino amarante 1985: L'ultimo giorno 1988: Don Bosco 1990: Odore di spigo 1995: Le retour d‘Arsène Lupin (zwei Folgen der Fernsehserie)

Literatur Corriere della Sera, Nachruf vom 11. Mai 1997 La Repubblica, Nachruf vom 11. Mai 1997

Weblinks

Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Italiener Kategorie:Geboren 1925 Kategorie:Gestorben 1997 Kategorie:Mann