Lothar Voetz (* 12. Dezember 1945 in Kempen) ist ein deutscher Germanist und ehemaliger Hochschullehrer an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg.

Leben Voetz studierte von 1966 bis 1971 Germanistik, katholische Theologie und Philosophie an den Universitäten Bonn und Münster. 1975 wurde er in Münster in den Fächern deutsche Philologie, katholische Theologie und Philosophie promoviert. 1982 folgte die Habilitation mit der Verleihung der Venia legendi für das Fach deutsche Philologie. In der Folge hatte er bis 1989 eine Professur auf Zeit für ältere deutsche Philologie am Germanistischen Seminar der Universität Heidelberg inne. 1989 wurde er ordentlicher Professor am Germanistischen Seminar der Universität Münster. Nach Ausübung einer Gastprofessur für Deutsche Literatur des Mittelalters von 1990 bis 1992 an der Universität Wien wechselte er 1992 auf den ordentlichen Lehrstuhl für ältere deutsche Philologie am Germanistischen Seminar der Universität Heidelberg, den er bis zu seiner im Jahr 2011 erfolgten Emeritierung innehatte.

Die Forschungsschwerpunkte von Lothar Voetz liegen vor allem in der germanistischen Handschriftenkunde, den Anfängen der deutschen Sprache, Literatur und Wortbildung sowie der mittelhochdeutschen Lyrik. Darüber hinaus forschte er auch zur Wissenschaftsgeschichte und zur mediävistischen Editionswissenschaft. Spezielle Schwerpunkte bildeten das Nibelungenlied und der Codex Manesse.

Schriften (Auswahl)

Neuedition der althochdeutschen Glossen des Codex Sangallensis 70. In: Althochdeutsch. In Verbindung mit Herbert Kolb, Klaus Matzel, Karl Stackmann herausgegeben von Rolf Bergmann, Heinrich Tiefenbach, Lothar Voetz. Band I.: Grammatik, Glossen und Texte, Heidelberg 1987 (Germanische Bibliothek. 3. Reihe: Untersuchungen) S. 467–499.

Zur Rekonstruktion des Inhalts der verlorenen Blätter im Neidhart-Corpus des Codex Manesse. In: Septuaginta quinque. Festschrift für Heinz Mettke. Herausgegeben von Jens Haustein, Eckhard Meineke, Norbert Richard Wolf, Heidelberg 2000 (Jenaer germanistische Forschungen. Neue Folge 5), ISBN 978-3-8253-0914-5, S. 381–408. Zur lateinischen Vorlage und zum ‚Charakter‘ der sogenannten St. Pauler Lukasglossen. Mit zwei Abbildungen. In: Mittelalterliche volkssprachige Glossen. Herausgegeben von Rolf Bergmann, Elvira Glaser, Claudine Moulin-Fankhänel. Internationale Fachkonferenz des Zentrums für Mittelalterstudien der Otto-Friedrich-Universität Bamberg 2. bis 4. August 1999, Winter, Heidelberg 2001 (Germanistische Bibliothek 13), ISBN 978-3-8253-1246-6, S. 411–427. Beobachtungen zur Neidhart-Miniatur im Codex Manesse. In: Ars et Scientia. Festschrift für Hans Szklenar zum 70. Geburtstag. Herausgegeben von Roswitha Wisniewski und Carola L. Gottzmann, Weidler, Berlin 2002, ISBN 978-3-89693-207-5, S. 135–156. Die Nibelungenlied-Handschriften des 15. und 16. Jahrhunderts im Überblick. Mit einem Anhang zur Bebilderung des ‚Hundeshagenschen Codex‘ (b). In: Die Nibelungen. Sage – Epos – Mythos. Herausgegeben von Joachim Heinzle, Klaus Klein und Ute Obhof, Wiesbaden 2003, S. 283–305.

Weblinks

Lothar Voetz auf gs.uni-heidelberg.de

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