Als Sparterie (französisch) oder Sparterieware wird ein aus Holzspänen oder Bastfasern gefertigtes Gewebe bezeichnet.Sparterie. In: Duden Band 1. 25. Auflage. Dudenverlag, 2009, ISBN 978-3-411-04015-5, S. 1002. Sparterie findet vor allem bei der Hutherstellung Verwendung. Der Begriff schließt die Herstellung von Produkten aus weiteren harten Fasern mit ein, insbesondere aus Kokosnuss, Sisal (Agave), Jute und Brombeere. Die Technik selbst geht mindestens bis auf die Jungsteinzeit zurück.Anne Lehoërff: Préhistoires d’Europe – De Néandertal à Vercingétorix. Paris, éditions Belin, coll. „Mondes anciens“, 2016, S. 608 („Vivre dans les Alpes en 3000 avant notre ère“). ISBN 978-2-7011-5983-6.
Im Jahr 1880 hieß es über das Sparterieweben: „Die Handhabung erfordert große Geschicklichkeit und Aufmerksamkeit seitens des Mannes, der sie ausübt; er muß genau die Lage der Holzfaser beobachten und ihr mit seinem Theiler folgen; dies ist einer der Gründe, weshalb diese Industrie stets durch die Hand ausgeübt werden muß, nie Maschinenindustrie werden kann.“ Auch im Jahr 1955 wurden die für die Damenhutherstellung verwendeten Spanholzplatten noch auf einem Handwebstuhl hergestellt.
Geschichte, Herstellung mini|hochkant=1.5|„Alt-Ehrenberg, die Heimath der Sparteriewaaren“ 1. und 2. Gewinnung und Transport des Espenholzes. 3. Fabrik von Rueff und Comp. 4. und 5. Die Anfertigung der Holzböden. 6. u. 7. Die Hutfabrikation. 8. Im Waarenlager. In: Die Sparteriewaaren-Erzeugung, Die Gartenlaube, 1880, Heft 9. Ein Zentrum der europäischen Sparteriewarenherstellung war um 1880 der Ort Alt-Ehrenberg, heute Staré Křečany, im nördlichen Böhmen. Ehrenberg, in Ober-, Nieder-, Alt- und Neu-Ehrenberg zerfallend, zählte zusammen über sechstausend Einwohner. Die Ursprünge dieses Gewerbes dort lagen damals bereits über einhundert Jahre zurück. Das Handwerk hatte sich in Ehrenberg nicht weiterentwickelt, man fertigte bis dahin „nichts als ein einfaches Gewebe aus Holz, die sogenannten »Holzböden«“.
Ein wesentlicher Grund für das Verharren auf veralteten Techniken war das restriktive Verhalten des Handels, der mit vielerlei Maßnahmen und Einschränkungen den Verdienst der Sparterieweber auf niedrigstem Niveau hielt. Versuche, das Gewerbe auch an anderen Orten einzuführen mussten deshalb scheitern, die Produktion in Ehrenberg war durch Selbstausbeutung und Kinderarbeit konkurrenzlos billig.
Weiterverarbeitung Um 1955 waren Holzspanplatten auch mit einem Gazeüberzug im Handel. Für die Hutverarbeitung mussten sie stets leicht feucht gehalten werden. Sparterie lässt sich verschieden, das heißt nach Schnittmuster oder durch Ausnutzung der Schräge verarbeiten. Wulst-, Hohl-, Roll oder schmalere Doppelkrempen werden aus dem schräg geschnittenen Stoff hergestellt. Durch Strecken und Einhalten lässt es sich dann in die verschiedensten Formen bringen. Holzspanplatten lassen sich gut als Untermaterial für Stoff-, Seiden- oder Samthüte verwenden.
Literatur
Einzelnachweise Anna-Louise Faber: Anregungen zur Atelierarbeit – Etwas über die Herstellung von Unterformen aus Sparterie. In: Putz und Pelz, Heft 4, 1955, Verlag Die Wirtschaft, Berlin.
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