Fledermaus Kriminalromane (auch bekannt als Schwarze Fledermaus) war eine von 1956 bis 1976 im Erich Pabel Verlag erscheinende Krimi-Heftromanreihe. Es erschienen insgesamt 904 Ausgaben. Mit einem Erscheinungszeitraum von 20 Jahren war die Reihe eine der langlebigsten deutschen Heftromanserien.
Geschichte der Reihe Die Reihe entstand aus der Serie der Pabel-Kriminal-Romane, in der ab Heft 100 Übersetzungen aus den Fledermaus-Krimis von G. Wayman Jones (Pseudonym, besser bekannt als Norman Daniels, eigentlich Norman Arthur Danberg) erschienen. Die amerikanischen Ausgaben erschienen in dem Pulp-Magazin Black Book Detectives.
In der Reihe der Pabel-Kriminal-Romane erschienen zunächst Übersetzungen englischer und französischer Krimis. Der Reihentitel wechselte mehrfach: Band 1 bis 6: Thriller EP-Kriminalromane Band 7 bis 14: Thriller Kriminal Roman Band 15 bis 134: Pabel Kriminal Roman(e) bzw. Pabel Kriminal Die Bände 1 bis 9 trugen außerdem noch einen Aufdruck Special Police.
Die Titel der Fledermaus-Serie erschienen ab Band 119 mit dem Logo einer schwarzen Fledermaussilhouette auf gelbem GrundDie Hefte 111, 112 und 114 tragen fälschlicherweise ein Fledermaus-Logo, Band 118 trägt keines, obwohl es sich um einen Fledermaus-Roman handelt. und dem Reihentitel Fledermaus Kriminal-Roman und ab Band 135 erschienen nur noch Fledermaus-Romane und Fledermaus Kriminal-Roman wurde auch der Reihentitel. Nach und nach wurden Übersetzungen der Black Bat-Geschichten von Norman Daniels durch neue Fledermaus-Episoden verdrängt, die von anonymen deutschen Autoren unter dem Verlagspseudonym G. W. Jones erschienen. Zu diesen Autoren zählten Hermann Werner Peters, Gudrun und Karl Voigt und Manfred Wegener, die auch unter anderen Pseudonymen als Serienautoren erschienen.Jörg Weigand: Pseudonyme : ein Lexikon : Decknamen der Autoren deutschsprachiger erzählender Literatur. 2., verbesserte und erweiterte Auflage. Nomos, Baden-Baden 1994, ISBN 3-7890-3526-2. Ab Band 524 ging man dazu über, die Hefte unter individuellen Autorenpseudonymen erscheinen zu lassen.
Außerdem erschienen von 1965 bis 1973 insgesamt 41 Fledermaus Taschenbücher, davon 8 innerhalb der Allgemeinen Reihe der Pabel-Taschenbücher zwischen 220 und 329 (1965 bis 1967), der Rest später (1970 bis 1973) in einer eigenen Reihe unter Fortsetzung der Nummerierung ab 330 bis 362.
Der Preis der Hefte war ursprünglich DM 1,00 bei einem Umfang von 112 Seiten. Mit der Umstellung auf den normalen Heftromanumfang von 64 Seiten wurde der Preis auf 60 Pfennig gesenkt und stieg bis zum Schluss auf DM 1,20. Die Erscheinungsweise war zunächst monatlich, ab Anfang 1958 (Heft 23) dann 14-täglich und schließlich wöchentlich.
Die Übersetzungen aus dem Englischen (als Romanserie The Bat) erschienen in der Pabel-Serie nicht in der ursprünglichen Reihenfolge, zudem fehlte der erste Band, der den Hintergrund der Geschichte der Fledermaus bildet. 2011 hat der Blitz-Verlag damit begonnen, die Fledermaus-Romane in der Reihenfolge der Originalausgabe neu aufzulegen, zunächst in einer limitierten Sammleredition und seit 2014 in einer Reihe von E-Books, teilweise neu übersetzt von Andreas Schiffmann. Eine Reihe mit neuen Abenteuern der Fledermaus ist dort unter dem Pseudonym A. S. Jones erschienen.
Zwei 1990 erschienene Episoden einer US-amerikanischen Fernsehkrimiserie (Metal Face – Der mit der Stahlmaske, englischer Originaltitel Dark Avenger) von Guy Magar sind von der Romanserie „abgekupfert“ worden.Ronald M. Hahn, Volker Jansen: Lexikon des Science Fiction-Films. Heyne, München 1997, ISBN 3-453-11860-X, S. 605–606.
Hintergrund der Fledermaus-Romane Die Geschichte der Schwarzen Fledermaus beginnt in der amerikanischen Originalausgabe damit, dass Tony Quinn ein bekannter und in Verbrecherkreisen gefürchteter Staatsanwalt ist, der vor Gericht zum Opfer eines Säureanschlags wird, der ihn nicht nur entstellt, sondern ihn auch sein Augenlicht kostet. Quinn meint für immer erblindet zu sein, erhält aber durch die Hilfe seiner späteren Freundin Carol Baldwin und eine riskante Operation sein Sehvermögen zurück. Und nicht nur das: Während seiner Blindheit haben sich seine Sinne geschärft und mit den neuen Augen, die ihm von Carols sterbendem Vater transplantiert wurden, kann er nun auch im Dunkeln sehen. So hat Quinn die idealen Voraussetzungen, nachts auf Verbrecherjagd zu gehen. Er verschweigt seine Heilung und führt fortan ein Doppelleben. Er wird zur Schwarzen Fledermaus: einer vermummten Gestalt, Schrecken aller Verbrecher und Gegenspieler von Polizeiinspektor McGrath.G. Wayman Jones: Brand of the Black Bat. In: Black Book Detective Juli 1937.
Autoren und Pseudonyme Hier nur die Autoren der Fledermaus-Serien, zu den Autoren der Pabel-Kriminal-Romane siehe Titelliste.
Guy Brent = Hans E. Ködelpeter James R. Burcette = Kurt Luif Staff Caine = Hermann Werner Peters Tom Candrix Larry Carr Frank S. Cooper John Curtis = Hermann Werner Peters Frank Evans = Walter Appel Brian Ford = Friedrich Tenkrat Jerry Ford = Karl-Heinz Hackmann Aldo Garden Gaston Gevé = Gudrun Voigt George P. Gray = Gudrun Voigt mit Karl Voigt Fred Henry = Verlagspseudonym, verwendet von Helmut Hartmann und Friedrich Tenkrat G. W. Jones = Verlagspseudonym, bei den Übersetzungen Pseudonym von Norman Daniels Noel Kane Kelly Kevin = Susanne Wiemer Miles Kilburn = Walter Appel Clay Markson John Marlowe Dave Morris = Helmut Rellergerd Don Rivera = Ortrud Berckhaus Hanno Tarr = Kurt Brand Peter Theodor = Peter Theodor Krämer Fred Treath = Friedrich Tenkrat Earl Warren = Walter Appel Fred M. Wayer = Manfred Wegener Manfred Wegener
Liste der Titel
Pabel Kriminal-Roman (1 bis 134)