Weigenheim (fränkisch: WaichniE. Fuchshuber: Uffenheim, S. 218. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „waiχni“.) ist eine Gemeinde im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim in Mittelfranken. Sie ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Uffenheim.

Geographie Das Gemeindegebiet liegt in der weitestgehend ebenen Windsheimer Bucht und besteht größtenteils aus Acker- und Grünland. Am Ostrand erheben sich der Scheinberg () und der Hohe Landsberg (), die zu den Ausläufern des Steigerwaldes zählen und am Rande eines ausgedehnten Waldgebietes liegen. Der Hohe Landsberg gilt als Naturdenkmal.

Gemeindegliederung Die Gemeinde hat sieben Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Geckenheim (Kirchdorf) Hasenmühle (Einöde) Lanzenmühle (Einöde) Reusch (Pfarrdorf) Schloß Frankenberg (Weiler) Weigenheim (Pfarrdorf) Zellesmühle (Einöde)

Außerdem gibt es die Wohnplätze Mathildenhof und Schloßmühle. Die Einöde Julianahof ist nach 1900 wüst gefallen.

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Geckenheim, Reusch, Schloß Frankenberg und Weigenheim. Die Gemarkung Weigenheim hat eine Fläche von 12,106 km². Sie ist in 1301 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 9305,34 m² haben.

Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Sugenheim, Markt Nordheim, Uffenheim, Gollhofen, Ippesheim.

Geschichte Der Ort wurde 822 als „Wigenheim“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Grundwort des Ortsnamens ist , das durch den Personennamen Wigo bzw. Wīgo näher bestimmt wird. Eine Person dieses Namens ist als Gründer der Siedlung anzusehen.W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 236.

Weigenheim wurde in der älteren Literatur zusammen mit den benachbarten Dörfern Herrnsheim, Iffigheim und Seinsheim als Reichsdorf bezeichnet, das nur dem Kaiser unterstellt war. Allerdings besaß das Reichsoberhaupt dort wohl nur die Vogtei, die er vom Würzburger Bischof erhalten hatte. Nach dem Niedergang der Staufer in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts übernahmen die Hohenlohe diese „Reichsgüter unter den Bergen“ (bona sub montibus). Fortan wurde Weigenheim von Seinsheim aus verwaltet.Richard Schmitt: 1200 Jahre Bullenheim, S. 42f. das später als Gerichtssitz der Zent Hohenlandsberg der Herrschaft Schwarzenberg diente. Sie gehörte ab 1500 zum Fränkischen Reichskreis und fiel 1806 an das Königreich Bayern.

Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jahrhundert) wurde der Steuerdistrikt Weigenheim und die Ruralgemeinde Weigenheim gebildet. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Herrschaftsgericht Hohenlandsberg zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Iphofen. Ab 1850 war das Landgericht Uffenheim und das Rentamt Uffenheim zuständig (1919 in Finanzamt Uffenheim umbenannt). Ab 1862 wurde die Verwaltung vom Bezirksamt Uffenheim übernommen (1939 in Landkreis Uffenheim umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Uffenheim (1879 in Amtsgericht Uffenheim umbenannt), seit 1973 ist das Amtsgericht Neustadt an der Aisch zuständig. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 12,139 km².

Eingemeindungen Am 1. Juli 1972 wurden die Gemeinden Geckenheim (mit Schloss Frankenberg) und Reusch eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Im Zeitraum von 1988 bis 2018 stagnierte die Einwohnerzahl bzw. sie sank leicht von 960 auf 955 um 5 Einwohner bzw. um 0,5 %. Gemeinde Weigenheim Jahr 1987 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022Einwohner 972 1010 1021 1025 1030 997 1011 1013 1000 979 969 954 955 956 963 972 1015Häuser 258 325 328 332 332 334 338 340 345 346 355Quelle

Ort Weigenheim (= Gemeinde Weigenheim bis zur Gebietsreform) Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987 2014Einwohner 480 535 536 534 539 503 516 513 579 585 571 516 499 509 525 509 489 462 444 622 655 597 515 481 500 565HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 2022 als Wohngebäude. 86 99 110 114 119 119 109 120 115 132 Quelle Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde zu diesem Zeitpunkt 555 Einwohner.

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat besteht aus zwölf Mitgliedern: Freie Wählergemeinschaft Weigenheim sechs Sitze Wählergemeinschaft Reusch vier Sitze Wählergruppe Geckenheim zwei Sitze (Stand: Kommunalwahl am 15. März 2020)Wahl des Gemeinderats der Gemeinde Weigenheim PDF

Wappen und Flagge

Die 1990 genehmigte gelb-schwarz-weiße Gemeindeflagge wird nicht verwendet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Baudenkmäler

Schloss Frankenberg St. Georg (Geckenheim) St. Marien (Reusch)

Bodendenkmäler

Burgruine Hinterfrankenberg Burgruine Hohenlandsberg

Verkehr Die Kreisstraße NEA 42 führt nach Reusch (1,6 km nordwestlich) bzw. zur Staatsstraße 2256 (2,4 km südlich). Die Kreisstraße NEA 41 führt an Geckenheim vorbei nach Gollhofen zur Staatsstraße 2419 (5 km westlich). Durch Weigenheim verläuft der Fränkische Marienweg.

Persönlichkeiten Bernhard Friedrich Hummel (1725–1791), geboren in Reusch, Rektor der Stadtschule Altdorf bei Nürnberg

Literatur

Weblinks

Website der Gemeinde Weigenheim

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Kategorie:Weinort in Franken Kategorie:Ersterwähnung 822 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)

KAtegorie:Gemarkung im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim