Laura Meschede (geb. 1994Laura Meschede, Zeit Online) ist eine deutsche Journalistin, die mit sozialkritischen und Multimedia-Reportagen bekannt wurde. Ihre Themenschwerpunkte sind Politik, Gesellschaft und Digitalisierung.
Leben Laura Meschede absolvierte eine Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule in München. Seit 2014 schreibt sie als freiberufliche Journalistin, Reporterin und Autorin für Print- und Online-Ausgaben verschiedener Tageszeitungen, wie taz, Die Zeit, FAZ oder Süddeutsche Zeitung. Nebenher studiert sie Politikwissenschaft und Volkswirtschaftslehre an der LMU München (Stand 2018).
Reportagen Kein Platz ist der Titel einer multimedialen Online-Reportage von Laura Meschede auf taz.de über das Leben von Roma-Familien in Mazedonien. Sie wurde dafür im Jahr 2016 mit dem Otto-Brenner-Preis für kritischen Journalismus in der Kategorie Newcomer ausgezeichnet. Meschede verstehe sich „stilsicher aufs digitale Erzählen und Erklären und rückt eine so oft diskriminierte Bevölkerungsgruppe mitten in unsere Aufmerksamkeit: modern und ernsthaft und ohne Schwere“, so die Jury.Otto Brenner Preis: Multimediale taz-Reportage ausgezeichnet, Taz Hausblog, 10. Oktober 2016 Nach ihrer Ankündigung, die 2000 Euro Preisgeld der Familie zu spenden, mit der sie drei Monate lang gelebt hatte, beschlossen sowohl die Otto-Brenner-Stiftung als auch die Gewerkschaft IG Metall jeweils Spenden in gleicher Höhe beizusteuern und überreichten ihr im Rahmen der Preisverleihung symbolische Schecks. Die Laudatio hielt Sonia Seymour Mikich.Otto Brenner Preis – Newcomerpreis 2016 Die Reportage war 2017 für den Grimme Online Award nominiert.Grimme Online Award 2017, Nominierte
Für die Recherche zu ihrer im SZ-Magazin publizierten Reportage Die Mensch-Maschine bediente sich Meschede der Methode des investigativen Journalismus. Drei Wochen arbeitete sie verdeckt als Clickworkerin bei der Crowdsourcing-Plattform Amazon Mechanical Turk, auf der rund eine halbe Million Menschen weltweit, vor allem aus Niedriglohnländern, um digitale Kleinstaufträge konkurrieren. Für wenige Cent erledigen sie monotone, für Maschinen noch zu komplexe Aufgaben und bewerten Bilder oder tippen Kassenbons ab. Meschede berichtete über schlechte Bezahlung, fehlende Rechte, hohen Konkurrenzdruck und Einsamkeit.Daniel Goffart: Das Ende der Mittelschicht. Abschied von einem deutschen Erfolgsmodell, Berlin Verlag, Berlin 2019, ISBN 978-3-8270-1396-5, S. 164–167. Nach eigenen Angaben hätte sie Die Mensch-Maschine ohne ein Stipendium nicht schreiben können.
Überraschend lehnte sie 2018 den von der Bank ING-DiBa mit 5000 Euro dotierten Helmut-Schmidt-Journalistenpreis ab, der ihr für die Reportage zuerkannt worden war. Sie begründete ihre Ablehnung in einer Rede während der von ihr als PR-Veranstaltung bezeichneten Verleihungszeremonie. Sie könne den bankfinanzierten Preis nicht entgegennehmen, wenn sie als Journalistin weiterhin glaubwürdig sein soll.Helmut-Schmidt-Journalistenpreis. „Das ist eine PR-Veranstaltung“. Laura Meschede im Gespräch mit Michael Borgers, Deutschlandfunk, 1. Oktober 2018 Hier ein Auszug aus ihrer Rede:
Für die Reportage Die Mensch-Maschine erhielt sie 2018 den mit 2000 Euro dotierten Willi-Bleicher-Preis in der Kategorie Nachwuchswilli-bleicher-preis.de: Preisträgerin Laura Meschede und stand 2019 auf der Shortlist für den Henri-Nannen-Preis.
Politisches Engagement Meschede legte im Oktober 2018 gemeinsam mit anderen Mitgliedern des Münchener Bündnisses noPAG Verfassungsbeschwerde gegen die umstrittene Verschärfung des bayerischen Polizeiaufgabengesetzes (PAG) ein.Christian Rath, Bayerisches Polizeiaufgabengesetz – Die nächste Verfassungsbeschwerde in taz.de vom 5. Oktober 2018, abgerufen am 4. November 2018. Sie gehört dem Vorstand des Vereins München anders – Raum, Kultur, Soziales e.V. an, der in München-Giesing das selbstverwaltete antikapitalistische Zentrum Barrio Olga Benario betreibt.Webseite des Barrio Olga Benario, abgerufen am 18. September 2025.
Auszeichnungen 2016 Otto-Brenner-Preis 2018 Helmut-Schmidt-Journalistenpreis (nicht angenommen) 2018 Willi-Bleicher-Preis in der Kategorie Nachwuchs
Veröffentlichungen (Auswahl) Kein Platz. Leben in Suto Orizari, Europas größtem Roma-Viertel. Multimedia Online-Reportage, erschienen in Taz.de, 7. April 2016 Im Raster, multimediales Online-Dossier zum Thema Internetüberwachung, FAZ.net, 2. Februar 2018 Die Mensch-Maschine. (pdf), erschienen im SZ-Magazin, März 2018
Einzelnachweise
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