Hubert Feiglstorfer (geboren 1967 in SteyrHubert Feiglstorfer auf iva-icra.org, abgerufen am 4. Juni 2026.) ist österreichischer Architekt, Hochschullehrer und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Sozialanthropologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. In der Forschung verfolgt er einen interdisziplinären Ansatz bei der Anwendung technischer, materieller und ethnographischer Forschungsmethoden und arbeitet an der Schnittstelle von Bautechnik, Architekturgeschichte, Architekturanthropologie und materieller Kultur.
Leben Feiglstorfer studierte Architektur an der TU Wien und war 1993 Architekturstudent an der McGill University in Montreal (Kanada). Nach dem Diplom in Architektur 1995 an der TU Wien begann er seine Tätigkeit als Architekt, spezialisiert auf Planung und Ausführung von Bauarbeiten, und betrieb Feldforschung in mehreren europäischen und asiatischen Ländern.
Seit 2001 als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Graz, Institut für Architekturtechnologie (Baukunst), arbeitete er 2002 an der Gebäudeerhebung und Dokumentation des Klosters Tabo im Himalaya mit. An der TU Wien begann er 2003 seine erste Doktorarbeit. Zwischen 2001 und 2003 war er für einen Zeitraum von 18 Monaten auf seiner ersten Langzeit-Expedition in süd- und zentralasiatischen Ländern mit Schwerpunkt Indien zum Zwecke weiterer Feldforschungen.
Seit 2005 ist Feiglstorfer Mitglied des Instituts für vergleichende Architekturforschung (IVA/ICRA) an der TU Wien. Zwischen 2005 und 2006 war er für einen Zeitraum von 18 Monaten auf seiner zweiten Langzeit-Expedition in süd- und zentralasiatischen Ländern mit Schwerpunkt Indien zum Zwecke weiterer Feldforschungen.
An der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) begann er 2009 mit seiner zweiten Doktorarbeit, die er im Juni 2017 fertigstellte.
Seit 2010 ist Hubert Feiglstorfer wissenschaftlicher Mitarbeiter in mehreren Projekten am Institut für Sozialanthropologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Für das FWF-Projekt „Macht und Religion im vormodernen Westtibet“ befand er sich auf einer zweimonatigen Expedition in Westtibet und Westchina (Xinxiang).
2011 promovierte er in Architekturgeschichte und Bauforschung an der TU Wien, gründete „AHDF-Architectural Heritage, Development and Future“ und unternahm eine zweimonatige Expedition nach Ladakh und Kaschmir.
Von 2012 bis 2024 lehrte Feiglstorfer am Institut für Kunstgeschichte, Baugeschichte und Bauforschung. 2012 wurde er Mitglied von ICOMOS Austria sowie des International Scientific Committee on Earthen Architectural Heritage (ISCEAH / ICOMOS). Seit 2013 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter im FWF-Projekt „Die Hügelgräber von Zentraltibet“ am Institut für Sozialanthropologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.
Eine Expedition führte ihn 2014 für einen Monat neuerlich nach Tibet und er hielt Vorlesungen zum Thema „Einführung in die Architektur und Baugeschichte“ an der Masaryk-Universität in Brünn. Als Leiter eines sechsmonatigen Projektes am Institut für Sozialanthropologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Zusammenarbeit mit dem Institut für Angewandte Geologie der BOKU Wien befasste er sich mit der Untersuchung von Tonmineralen in Bezug auf Lehmverarbeitungs- und Lehmbautechniken.
Seit 2015 hat Hubert Feiglstorfer einen Lehrauftrag am Institut für Angewandte Geologie der BOKU Wien und seit 2017 am Institut für Hochbau an der TU Wien.
2017 promovierte er am Institut für Angewandte Geologie an der BOKU Wien. Seit 2017 hat Hubert Feiglstorfer einen Lehrauftrag zu vernakulärer Architektur an der TU Wien. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im FWF-geförderten Projekt „Die Hügelgräber von Zentraltibet-Teil 2“ am Institut für Sozialanthropologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, sowie wissenschaftlicher Mitarbeiter in „Materialität und materielle Kultur in Tibet“, einem Projekt des Innovationsfonds „Forschung, Wissenschaft und Gesellschaft“ an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. 2017 war er Mitbegründer der Arbeitsgemeinschaft „ARGE Lehmbau BOKU“ am Institut für Angewandte Geologie an der Universität für Bodenkultur mit einem Schwerpunkt in Forschung und Lehre zu historischem Lehmbau in Österreich. Er ist im Rahmen des Citizen-Science-Projektes „Lehmbau im Weinviertel“ in die Dokumentation von historischen Lehmbautechniken eingebunden. Seit 2018 ist als ein Forschungsergebnis dieses Projektes eine PPGIS-Computer-Applikation zur GIS-basierten Lehmbau-Datenerfassung öffentlich zugänglich. Seit 2018 ist er als Saxophonist Mitglied in der Bigband Mo19.
2019 habilitierte er an der TU Wien im Fach „Vernakuläre Architektur“. 2019 wurde er Mitglied des International Committee for Vernacular Architecture (CIAV / ICOMOS).
Seit 2020 unterrichtet er gemeinsam mit Roland Maingast an der TU Wien in den Fächern „Historischer Lehmbau in Österreich: Erhaltung, Sanierung und Bauen im Bestand“ und „Nachhaltiges Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen: Lehmbaupraxis“.
Von 2020 bis 2022 leitete er an der ÖAW das Forschungsprojekt „Crafts and craft traditions in Tibetan architecture“ am Institut für Sozialanthropologie, gefördert vom Innovationsfonds „Forschung, Wissenschaft und Gesellschaft“ der Österreichischen Akademie der Wissenschaft.
2021 war er Kooperationspartner der Sushant University in Delhi/Indien im Projekt „Mud Futures“. Im Rahmen dieses Projekts organisiert er zum Thema “Mud Futures. Scaling Up” eine zweitägige internationale Konferenz, co-gehostet vom Institut für Sozialanthropologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. 2021 und 2022 war er als Vortragender und Ausbildner im EUROVITA Pannonia - Interreg Projekt beteiligt. Als Mitglied von ARGE Lehmbau-BOKU, welche von 2021 bis 2023 Subauftragnehmerin des IBO-Forschungsprojektes „Clay to stay“ war, forscht er zur Ausweitung der Lehmanwendung im Bausektor durch Aufbau eines Prüfnetzwerks.
2022 wurde sein beim FWF eingereichtes vierjähriges Forschungsprojekt „Raumkonzepte und rituelle Topografie im westlichen Himalaya“ bewilligt. 2023 wurde sein fünfjähriges ERC-Forschungsprojekt “Climate and Contemporary Transformations of Vernacular Architecture - Interaction, Effects and Perspectives” bewilligt. 2024 wurde das Projekt „Lehmbau Beratung“ in Kooperation mit der ARGE Lehmbau ins Leben gerufen. Seit 2025 unterrichtet Feiglstorfer im Fach „Vernakuläre Architektur“ am Institut für Hochbau und Entwerfen an der TU Wien.
Publikationen (Auswahl) [PR] = peer reviewed; [R] = reviewed
Bücher 2025. (Editor) Building Craft Traditions in Tibetan and Himalayan Architecture, Hubert Feiglstorfer and Calum Blaikie (eds.), Vienna: Austrian Academy of Sciences Press, doi:10.1553/978OEAW95382. 2024. Nomads’ tents in Tibet and beyond: Dwelling and craft in sociotechnical context, co-author with Kristina Pfeifer and Tsering Drongshar, Vienna: Austrian Academy of Sciences Press, doi:10.1553/978OEAW93982. [PR] 2022. Material Aspects of Building and Craft Traditions. Spatial Programme - Building Material - Natural Environment. A Himalayan Case Study, Vienna: Austrian Academy of Sciences Press, doi:10.1553/978OEAW82184. [PR] 2021. (Editor) Freilichtmuseum Bad Tatzmannsdorf. Bautraditionen im Südburgenland, co-editor with Erich Lehner, Wien: IVA-ICRA Verlag. [R] 2019. Mineral Building Traditions in the Himalayas: the Mineralogical Impact on the Use of Clay as Building Material, Berlin, Boston: De Gruyter (online auf degruyterbrill.com). [PR] 2018. (Editor). Earth Construction and Tradition. Volume 2, Vienna: IVA-ICRA Verlag. [R] 2016. (Editor). Earth Construction and Tradition. Volume 1, Vienna: IVA-ICRA Verlag. [R] 2015. (Editor). Architecture and Conservation, PIATS 2013: Proceedings of the 13th Seminar of the International Association for Tibetan Studies (IATS), Ulaanbaatar 2013, Panel 2 “Architecture and Conservation”, July 26, 2013, ed. Hubert Feiglstorfer, printed version: JCCS-a. Journal of Comparative Cultural Studies in Architecture, 2015(8) (online auf jccs-a.org). [PR]
Aufsätze 2026. Von Bautraditionen zum Potential für klimagerechte "grüne" Modernisierung durch Bauen mit Lehm, Co-Autor mit Roland Meingast, in: Simple Smart Buildings. Zeitlose Bauweisen im Salzkammergut, Friedrich Idam, Günther Kain, Andreas Zohner (Hg.), Salzburg, Wien: müry salzmann, 131-147. [R] 2026. Yak dung: Circularity in the material culture of Tibet, in: Recent Research on Tibet, A Festschrift for Guntram Hazod on the Occasion of His 70th Birthday, Per K. Sørensen and Christian Jahoda (Hg.), Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, doi:10.1553/978OEAW50671, 125-170. [R] 2025. Compositional Construction: Research on the Construction Techniques of Tibetan Vernacular Architecture in Niru Village, North West Yunnan, Co-Autor mit Yun Zhao und Boyi Ding, in: New Architecture, 2025 06/223, ISSN 1000-3959, CN 42-1155/TU, volume title: Local Knowledge of Construction Craftsmanship and its Contemporary Practices, 39-45. 2025. Kalkstein in Osttirol. Reflexionen zum Bauen, Heizen, Nutzen im Kontext, in: Matreier Gespräche 2024, Schriftenreihe der Otto König Gesellschaft, Oliver Bender, Sigrun Kanitscheider und Bernhart Ruso (Hg.), Norderstedt: Books on Demand, 299-333. [R] 2025. Arga Stone Roofs and Floors in Tibet and Beyond: A Material Trans-cultural Approach, Co-Autor mit Martin Michette, in: Building Craft Traditions in Tibetan and Himalayan Architecture, Hubert Feiglstorfer und Calum Blaikie (Hg.), Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, doi:10.1553/978OEAW95382, 307-339. [PR] 2025. Introduction (Bucheinleitung), Co-Autor mit Calum Blaikie, in: Building Craft Traditions in Tibetan and Himalayan Architecture, Hubert Feiglstorfer und Calum Blaikie (Hg.), Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, doi:10.1553/978OEAW95382, 13-39. [PR] 2025. Conclusion. Characterising Himalayan and Tibetan Building Craft Traditions, Co-Autor mit Calum Blaikie, in: Building Craft Traditions in Tibetan and Himalayan Architecture, Hubert Feiglstorfer und Calum Blaikie (Hg.), Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, doi:10.1553/978OEAW95382, 397-424. [PR] (In Print). Monastery (Tibet), in: Encyclopedia of Vernacular Architecture of the World, Marcel Vellinga (Hg.), London: Bloomsbury. [R] (In Print). Defining a Centre and the Role of “the Environmental Space” with a focus on Western Himalayan spatial concepts. [PR] 2024. A Calendar Observatory in Tibet, Co-Autor mit Georg Zotti, Guntram Hazod und Martin Gamon, in: Proceedings of the 29th Conference of the European Society for Astronomy in Culture (SEAC) Timisoara 2022, Marc Frincu (Hg.), Timisoara: Editura Universităţii de Vest din Timişoara,123-136. [R] 2023. Upgrading the Vernacular. Eastern Austrian Perspectives, in: Folk / Vernacular Architecture: From the Traditions to the Future, Dénes Nagy, Gizella Börcsök and Natália Suszter (Hg.), Veszprém, 82-85. [R] 2023. Lehmbau: Der Einfluss von Lehm auf die vormoderne Baukultur in Ostösterreich [Earth building: The influence of earth on the premodern building culture in Eastern Austria], co-author with Roland Meingast und Franz Ottner, in: MEMO-Medieval and Early Modern Material Culture Online, doi:10.25536/20230602. [PR] 2022. Die vernakuläre Weinarchitektur Österreichs, in: Arbeitskreis für Hausforschung (Hg.) Jahrbuch für Hausforschung in Österreich, Band 4 (2022), 62-82. [R]