mini|Oberickelsheim
Oberickelsheim (fränkisch: EjberiglsiE. Fuchshuber: Uffenheim, S. 152. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: eibɘrįglsi.) ist eine Gemeinde im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim in Mittelfranken. Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Uffenheim.
Geographie Die Landschaft ist leicht hügelig und besteht ganz überwiegend aus Ackerflächen. Bei dem Hauptort entspringt der Ickbach, ein linker Zufluss des Breitbachs.
Gemeindegliederung Es gibt drei Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Geißlingen (Kirchdorf) Oberickelsheim (Kirchdorf) Rodheim (Kirchdorf)
Außerdem gibt es den Wohnplatz Birkenhof.
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Geißlingen, Oberickelsheim und Rodheim. Die Gemarkung Oberickelsheim hat eine Fläche von 4,354 km². Sie ist in 415 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 10492,04 m² haben.
Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Marktbreit, Martinsheim, Gollhofen, Hemmersheim und Ochsenfurt.
Geschichte In einer Urkunde des Klosters Fulda, die im Zeitraum von 820 bis 845 entstand, wurde ein „Itolfesheim“ erwähnt. Es bleibt unklar, ob damit Ober- oder Unterickelsheim gemeint war. Der erste sichere Beleg ist das Urbar der Dompropstei Würzburg von 1270. Hier wurde der Ort als „Icoldesheim superius“ erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Itolf.E. Fuchshuber: Uffenheim, S. 152 f.W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 167 f.
Zwischen 1448 und 1791/1806 war Oberickelsheim eines der sogenannten Sechs Maindörfer, die Teil der Markgrafschaft Brandenburg-Ansbach waren. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Oberickelsheim 41 Anwesen. Das Hochgericht übte das ansbachische Oberamt Creglingen aus. Das Oberschultheißenamt Marktsteft war Grundherr über 40 Anwesen.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 4, Sp. 178. Von 1791 bis 1806 waren die fränkischen Markgrafschaften und damit auch Oberickelsheim preußisches Territorium. Von 1797 bis 1808 unterstand Oberickelsheim dem preußischen Justizamt Markt Steft und Kammeramt Mainbernheim.
Im Jahre 1806 kam der Ort an das Königreich Bayern. Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jahrhundert) gehörte Oberickelsheim zum neu gebildeten Steuerdistrikt Martinsheim. Wenig später entstand die Ruralgemeinde Oberickelsheim. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Uffenheim zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Uffenheim (1919 in Finanzamt Uffenheim umbenannt). Ab 1862 war das Bezirksamt Uffenheim für die Verwaltung der Gemeinde zuständig (1939 in Landkreis Uffenheim umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Uffenheim (1879 in Amtsgericht Uffenheim umbenannt), seit 1973 ist das Amtsgericht Neustadt an der Aisch zuständig. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 12,529 km².
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Januar 1972 die Gemeinde Geißlingen und am 1. Januar 1976 die Gemeinde Rodheim eingegliedert.
Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 691 auf 704 um 13 Einwohner bzw. um 1,9 %.
Gemeinde Oberickelsheim Jahr 1987 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018Einwohner 699 695 683 685 705 703 699 694 679 693 699 694 704Häuser 196 231 231 231 236 236 240Quelle
Ort Oberickelsheim (= Gemeinde Oberickelsheim bis zur Gebietsreform) Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987 2014Einwohner 273 261 285 289 294 256 272 270 286 292 280 260 250 263 257 270 263 244 248 492 456 444 298 280 272 291HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 2018 als Wohngebäude. 56 49 58 59 58 57 54 55 58 75 Quelle
Politik Gemeinderat Die Kommunalwahlen seit 2002 führten zu folgenden Stimmenanteilen bzw. Sitzverteilungen im Gemeinderat: +Partei/Liste2020201420082002%Sitze%SitzeSitzeSitzeFreie Wähler Oberickelsheim37,8334,03322 Einheit Geißlingen32,4332,86222Wählergemeinschaft Rodheim29,8233,10333
Wappen
Eine Gemeindeflagge gibt es nicht.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Musik Rodheimer Musikanten
Bau- und Bodendenkmäler
Verkehr Durch Oberickelsheim verläuft die Bundesstraße 13, die zur Anschlussstelle 105 der Bundesautobahn 7 (3,1 km südöstlich) bzw. nach Ochsenfurt (8,2 km nordwestlich) verläuft. Die Kreisstraße NEA 50 führt nach Rodheim (1,6 km südlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Geißlingen zur Kreisstraße NEA 47 (1,9 km westlich).
Söhne und Töchter der Gemeinde Philipp Bachmann (1864–1931), in Geißlingen geborener lutherischer Theologe und Pädagoge Wilhelm Funk (* 9. März 1870), Musiker, unter anderem Gitarrist und Lehrer in NürnbergJosef Zuth: Handbuch der Laute und Gitarre. Verlag der Zeitschrift für die Gitarre, Wien 1926 (1928), S. 107.
Literatur
Weblinks
Website der Gemeinde
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Kategorie:Ersterwähnung im 9. Jahrhundert Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)
Kategorie:Gemarkung im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim