Seckmauern ist nach Einwohnern der zweitgrößte Ortsteil der Gemeinde Lützelbach im südhessischen Odenwaldkreis.

Geographie Das offene Dorf Seckmauern mit regellosem Grundriss liegt am Steinbach im Buntsandsteingebiet des Odenwalds bei getrennter doppelseitiger Tallage, ca. 17 km nordöstlich von Erbach an der hessisch-bayerischen Landesgrenze. Der Ortsteil Seckmauern besteht aus der 597,6 Hektar umfassenden Gemarkung Seckmauern. In der Gemarkung befindet sich die folgenden aktuellen bzw. historischen Siedlungsplätze: Angelhof Kloster der Schwestern vom armen Kinde Jesu

An Seckmauern grenzen, im Uhrzeigersinn im Westen beginnend, die bayerische Stadt Wörth am Main sowie die Ortsteile der Gemeinde Lützelbach Haingrund und Lützel-Wiebelsbach. Im Ort treffen sich die vom Osten aus Lützel-Wiebelsbach kommende Landesstraße 3259 und die von Südosten aus Haingrund kommende Landesstraße 3349.

Geschichte Ortsgeschichte alternativtext=Seckmauern – altes Pfarrhaus|mini|Seckmauern – altes Pfarrhaus, später auch Schule, 1789 erbaut. Der Kellersockel ist spätmittelalterlich. Der Überlieferung nach soll Seckmauern aus einem römischen Kastell des 2. Jahrhunderts n. Chr. hervorgegangen sein. Tatsächlich befand sich das Kastell Seckmauern (ORL 46) etwas über einen Kilometer nördlich des heutigen Ortskerns auf einer Anhöhe.

Die älteste erhalten gebliebene urkundliche Erwähnung im sogenannten Koppelfutterregister als Sickinmuren weist in das Jahr 1247. Im Jahre 1366 gehörte das Dorf als Teil der Herrschaft Breuberg den Grafen von Wertheim. 1806 kam der Ort mit der Breubergischen Zent Lützelbach an das Großherzogtum Hessen. Nach Auflösung der alten Amtsstruktur 1822 fiel der Ort in den Zuständigkeitsbereich des Landgerichts Höchst, nach der Reichsjustizreform von 1877 ab 1879 in den des Amtsgerichts Höchst im Odenwald.

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Zum 1. Februar 1971 erfolgte im Zuge der Gebietsreform in Hessen der freiwillige Zusammenschluss mit der Gemeinde Haingrund zur neuen Gemeinde Steinbachtal, die ihrerseits zum 1. August 1972 in der Gemeinde Lützelwiebelsbach aufging, die seit dem 1. Juli 1973 Lützelbach heißt. Für Seckmauern wurde, wie für jeden Ortsteil der neugeschaffenen Gemeinde, ein Ortsbezirk gebildet.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Seckmauern angehört(e).

vor 1806: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Erbach-Schönberg, Herrschaft Breuberg/ Fürstentum Löwenstein-Wertheim-Rochefort, Zent Lützelbach ab 1806: Großherzogtum Hessen (Souveränitätslande),Mediatisierung infolge der Rheinbundakte. Amt Breuberg (zur Standesherrschaft Löwenstein-Wertheim gehörig) ab 1815: Großherzogtum HessenDas Großherzogtum Hessen war von 1815 bis 1866 Mitglied des Deutschen Bundes. Ein Staatenbund ehemaliger Territorien des Heiligen Römischen Reichs. Er gilt als gescheiterter Versuch einer erneuten Reichsgründung. (Souveränitätslande), Amt Breuberg (zur Standesherrschaft Löwenstein-Wertheim gehörig) ab 1822: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Landratsbezirk ErbachTrennung zwischen Justiz (Landgericht Höchst) und Verwaltung. ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Erbach ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Neustadt ab 1874: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Erbach ab 1871: Deutsches Reich,Infolge des Deutsch-Französischen Krieges. Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Erbach ab 1918: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen,Infolge des Ersten Weltkriegs. Provinz Starkenburg, Kreis Erbach ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis ErbachIm Zuge der Gebietsreform 1938 wurde die Provinz Starkenburg aufgelöst. ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,Infolge des Zweiten Weltkriegs. Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Erbach ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Erbach ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Erbach ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Erbach, Gemeinde SteinbachtalAm 1. Februar 1971 als Ortsteil zur Gemeinde Steinbachtal. ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Odenwaldkreis, Gemeinde LützelwiebelsbachAm 1. August 1972 als Ortsbezirk zur Gemeinde Lützelwiebelsbach. Ab 1973: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Odenwaldkreis, Gemeinde LützelbachAm 1. August 1973 Umbenennung der Gemeinde zu Lützelbach.

Bevölkerung Einwohnerentwicklung 1961: 564 evangelische (= 41,78 %), 775 katholische (= 57,41 %) Einwohner

Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Seckmauern 1623 Einwohner. Darunter waren 51 (3,1 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 294 Einwohner unter 18 Jahren, 663 zwischen 18 und 49, 345 zwischen 50 und 64 und 321 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 651 Haushalten. Davon waren 150 Singlehaushalte, 210 Paare ohne Kinder und 228 Paare mit Kindern, sowie 51 Alleinerziehende und 12 Wohngemeinschaften. In 129 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 429 Haushaltungen lebten keine Senioren.

Politik Für Seckmauern besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Seckmauern) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus drei Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 51,3 %. Dabei wurden gewählt: je ein Mitglied der SPD, der CDU und der Liste „Überparteiliche Wählergemeinschaft Lützelbach“ (ÜWG). Der Ortsbeirat wählte Jürgen Schäfer (ÜWG) zum Ortsvorsteher. Der Ortsbeirat wurde im Herbst 2022 aufgelöst.

Sehenswürdigkeiten und Kultur Seckmauern gilt als eine kleine Faschingshochburg im nördlichen Odenwald. Neben den Prunksitzungen ist vor allem der Umzug am Faschingssonntag ein jährlicher Höhepunkt der Gemeinde.

Der Sportverein TSV Seckmauern 1912 e. V. besteht seit 1912, seit der Wiedergründung 1947 und der Gründung einer Fußballabteilung 1949 ist der Verein hauptsächlich im Fußball aktiv und spielte mehrfach in den Gruppenligen der Region. Im Verein sind 600 Mitglieder aktiv.Vereinsgeschichte auf der Webseite des TST Seckmauern; abgerufen am 27. April 2017 Das Sportgelände des TSV Seckmauern liegt jenseits der Gemeinde- und Landesgrenze auf der Gemarkung der bayerischen Stadt Wörth am Main, so dass der hessische Verein kurioserweise seine Heimspiele in einem anderen Bundesland austrägt.

Daneben gibt es noch einen Spielplatz, einen Boule-Platz, eine evangelischedenkmalpflege-hessen: Evangelische Pfarrkirche und zwei katholische Kirchen.denkmalpflege-hessen: Ehemalige katholische Pfarrkirche St. Margarethe und Bonifatius

Weblinks Webauftritt der Gemeinde Lützelbach

Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen

Einzelnachweise

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