mini|Felix Martin, 2026 Felix Martin (* 21. September 1995 in Eschwege) ist ein deutscher Politiker (Bündnis 90/Die Grünen) und seit 2019 Abgeordneter im Hessischen Landtag.

Ausbildung & Ehrenamt Nach seinem Realschulabschluss an der Brüder-Grimm-Schule Eschwege erlangte Martin am Beruflichen Gymnasium in Eschwege, dessen Schülersprecher er auch war, das Abitur. Zeitgleich leitete er eine Nachmittags-AG an seiner ehemaligen Grundschule. Martin engagierte sich als Kreisschülersprecher sowie in der Jugendarbeit. Seine Ausbildung bei der Sparkasse Göttingen hat Martin als Bankkaufmann sowie als Sparkassenkaufmann abgeschlossen.

Martin engagiert sich seit 2014 ehrenamtlich im Stiftungsrat der Bürgerstiftung des Werra-Meißner-Kreises. Seit 2022 ist er Vorsitzender des Stiftungsrats. Mit dem Vorstand der Sportjugend Werra-Meißner, in dem er von 2015 bis 2021 aktiv war, gehörte er 2018 zu den Preisträgern des Hessischen Demografiepreises. Im September 2020 wurde Felix Martin Pate des Projektes Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage an der Brüder-Grimm-Schule in Eschwege.

Seit 2021 gehört er dem Verwaltungsrat der Sparkasse Werra-Meißner an, seit 2026 als dessen stellv. Vorsitzender. Seit 2026 ist Martin ferner Mitglied im Kreditausschuss der Sparkasse Werra-Meißner sowie Mitglied im Kuratorium der Sparkassen-Stiftung GUTes bewahren – Zukunft gestalten. Im Aufsichtsrat der Gesundheitsholding Werra-Meißner GmbH engagiert sich Martin seit 2026.

Politik 2013 war Martin Mitbegründer der Grünen Jugend im Werra-Meißner-Kreis und war zwei Jahre lang Mitglied im Kreisvorstand, bevor er von 2015 bis 2017 dem hessischen Landesvorstand der Grünen Jugend angehörte. Von 2013 bis 2023 war er Mitglied im Parteivorstand von Bündnis 90/Die Grünen im Werra-Meißner-Kreis, ab 2017 als deren Vorstandssprecher. Seit 2017 ist er außerdem Abgeordneter im Kreistag des Werra-Meißner-Kreises. Dort war er zunächst Mitglied im Ausschuss für Soziales & Integration, im Jugendhilfeausschuss sowie im Rechnungsprüfungsausschuss. Von 2021 bis 2026 war Martin Vorsitzender des Ausschusses für Gesundheit, Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Verkehr sowie von 2025 bis 2026 Fraktionsvorsitzender der Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen und stellvertretender Kreistagsvorsitzender. Nach der Kommunalwahl 2026 wurde Felix Martin zum Kreistagsvorsitzenden gewählt.

Bei der Landtagswahl in Hessen 2018 trat Martin im Wahlkreis Eschwege-Witzenhausen an.Wahlen im Oktober: Der 23-jährige Felix Martin will für die Grünen in den Hessischen Landtag, hna.de, 18. März 2018 Als jüngster Kandidat im Wahlkreis schaffte der damals 23-jährige mit 15,3 % ein beachtliches Ergebnis und zog über Platz 18 der Landesliste von Bündnis 90/Die Grünen in den Hessischen Landtag ein., focus.de, 29. Oktober 2018 Dort war er Mitglied des Ältestenrates, im Haushaltsausschuss sowie im Ausschuss für Soziales und Integration. 2021 wurde er Obmann seiner Fraktion im Ausschuss für Soziales und Integration.

Bei der Landtagswahl am 8. Oktober 2023 kandidierte Martin erneut im Wahlkreis Eschwege-Witzenhausen und zog über Platz 12 der Landesliste von Bündnis 90/Die Grünen in den hessischen Landtag ein. Martin ist Obmann seiner Fraktion im Ausschuss für Arbeit und Soziales sowie stellvertretender Vorsitzender der Enquetekommission „Demokratie und Teilhabe leben – Beteiligung junger Menschen stärken“.

Politische Positionen 2019 hat sich der Landtag auf Initiative Martins für ein Verbot von Konversionstherapien ausgesprochen. Im Bundesrat wurde eine gleichlautende Initiative Hessens von der Mehrheit der Länder angenommen. 2020 wurde das Gesetz zum Schutz vor Konversionsbehandlungen vom Bundestag beschlossen.

2020 wurde eine Initiative Martins angenommen, die ein Ende der Diskriminierung homosexueller Männer bei der Blutspende fordert. 2023 hat der Bundestag das Transfusionsgesetz dahingehend geändert.

2021 war Martin an der Einführung des Landesjugendkongresses beteiligt. Bei dem jährlich stattfindenden Format kommen drei Tage lang rund 120 junge Menschen im Landtag zusammen, erarbeiten Forderungen und diskutieren diese mit den Abgeordneten. Es handle sich um ein attraktives Beteiligungsformat mit Eventcharakter.

2022 wurde ein hessischer „Plan zur Stärkung der Fachkräftebasis“ vorgestellt. Martin betonte damals, Hessen fördere angehende Erzieherinnen und Erzieher mit einer dualen und vergüteten Ausbildung, haben ein Pflege-Qualifizierungszentrum eingerichtet und sichere die Berufsschulstandorte.

2023 war Martin an der Einführung des „Aktionsplans für Akzeptanz und Vielfalt 2.0“ beteiligt. Er enthalte 65 Maßnahmen für gesellschaftliche Vielfalt in Hessen und umfasse erstmals ein Volumen von einer Million Euro.

2024 erklärte Martin, dass über 4.000 hessische Kindertagesstätten aus dem Programm „Starke Teams – starke Kitas“ gefördert werden konnten. Gefördert würden neben Fortbildungen und Supervision auch Anschaffungen wie ergonomische Möbel oder digitale Endgeräte für die Fachkräfte.

2025 hat Martin ein „Kita-Fachkräftegesetz“ in den Landtag eingebracht. Mit 20 konkreten Maßnahmen wolle er die Erzieher-Ausbildung attraktiver machen, die Bildungsqualität in den Kitas verbessern und die Kommunen finanziell stärker unterstützen. Unter anderem vorgeschlagen wurde eine Verkürzung der oftmals fünf Jahre dauernden Ausbildung sowie die Abschaffung des Schulgelds, welches Auszubildende an einigen Schulen nach wie vor zahlen müssten. Darüber hinaus soll ein Sozialraumbudget Kitas mit besonderen sozialen Herausforderungen unterstützen, etwa durch Kita-Sozialarbeit oder Sprachförderung.

Privates 2021 hielt Martin eine sehr persönliche Rede im Landtag und erklärte dabei, dass er HIV-positiv sei und an AIDS erkrankt war. Anschließend schloss sich der Landtag den UNAIDS-Zielen der Vereinten Nationen an und stellte zusätzliche Gelder für die HIV-Prävention bereit.

Weblinks

Website von Felix Martin

Einzelnachweise

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