mini|Christian Silvain Christian Gohimont (Pseudonym: Christian Silvain; * 6. März 1950 in Eupen) ist ein belgischer Maler und Grafiker.

Leben und Wirken Silvain wuchs in Eupen unter schwierigen Bedingungen auf, da seine Eltern ständig in Streit lebten und ihren Sohn dabei vernachlässigten. Mit drei Jahren wurde er deshalb von zwei Großtanten in Eupen aufgenommen, die gegenüber der St. Nikolauskirche einen Taschen- und Spielzeugwarenladen betrieben. Zwei Jahre später ließen sich seine Eltern scheiden und Silvain blieb bei seinen Tanten. Das Haus war im Inneren geschmückt mit zahlreichen Bildern und der junge Christian fand Interesse daran, diese Bilder ab- und nachzuzeichnen. Mit dem Besuch der Schule in Spa wurde sein Talent von den Lehrern entdeckt und gefördert.

Zwischen 1964 und 1966 starben seine beiden Großtanten und Silvain brach vollends mit seiner Familie. Er zog mittellos nach Brüssel und fand zunächst einen Aushilfsjob am Theater De Munt, wo er Maurice Béjart und Jacques Brel kennenlernte und sich mit ihnen anfreundete. Sein Hauptinteresse galt jedoch weiterhin der Malerei und nachdem Silvain auf Werke des belgischen Malers Paul Delvaux gestoßen war, begann er sich autodidaktisch in die Techniken der Malerei zu vertiefen. Er bevorzugte ebenso wie sein Vorbild und langjähriger Freund Delvaux den Surrealismus, versuchte aber auch, sich den Stil der Gotik und der Renaissance anzueignen. Ab 1970 stellte er seine Werke in Belgien, Frankreich, Deutschland und anderen Ländern aus und ab 1975 fand er für die nächsten 30 Jahre in Guy Pieters seinen festen Verkaufsagenten. mini|Ein paar schöne Tage In den frühen 1980er-Jahren wechselte Silvain auf die Technik des Fotorealismus und es entstanden zahlreiche Fassadengemälde im Trompe-l’œil-Stil sowie Graffiti. Etwa zehn Jahre später begann er seine eigene schwierige Kindheit aufzuarbeiten, indem er große Leinwände im Stil der Pop Art bemalte, die er in Quadrate unterteilte und in denen er Szenen über Kindheit und Freiheit dargestellte, teilweise antiphrasisch, teilweise hinter Gitternetzen ähnlich einem symbolischen Vogelkäfig. Seine Werke sind voll mit disparaten Gegenständen, zerbrochenen Spielsachen oder Wortfragmenten wie beispielsweise „Angst“. Dabei verwendete er für seine Figuren anfangs vielfach kräftige Blautöne, die er in seinen späteren Arbeiten in roter oder weißer Farbe vor dunklem Hintergrund auftrug.

Fast dreißig Jahre lang beschäftigte sich Silvain mit diesem Stil, mit dem er versuchte, seine Kindheit zu analysieren, zu verstehen und schließlich auszudrücken. Mittlerweile hat er seinen inneren Frieden gefunden und die neuesten Bilder sind optimistischer gehalten.

Seine Werke fanden großen Zuspruch und er wurde zu zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen sowie permanenten Ausstellungen in vielen Ländern Europas eingeladen.

Darüber hinaus richtete Silvain 1992 in seiner Geburtsstadt Eupen eine Stiftung ein, die eine Förderung seiner Werke und die Schaffung eines Museums in Eupen unterstützen sollte. In Zusammenhang mit dieser Stiftung wurde zwischen 2009 und 2013 eine permanente Dauerausstellung auf der Burg Stockem installiert.

Einzelausstellungen (Auswahl) mini|Porträt Christian Silvain von Willy Bosschem, 1985 1973: Galerie Bernier, Paris, Frankreich 1982: Art Basel, Basel, Schweiz 1991: Ludwig Forum für Internationale Kunst, Aachen, Deutschland 1992: Galerie du Centre, Paris, Frankreich 1995: Total Art Center, Tokyo, Japan 1998: Schloss Grimaldi und Stiftung Christian Silvain, Cagnes-sur-Mer, Frankreich 1999: Bowles Galerie, New York, USA 2000: Galerie Mowatt au Canada, Kanada 2000: Galerie Lucien Schweitzer, Luxemburg 2000: Galerie Morgens, Australien 2005: Kunst & Bühne, Stiftung Silvain, Eupen, Belgien 2006: Art Paris, Grand Palais, Paris, Frankreich 2008: Estampes, Up-Art, Brüssel, Belgien 2013: Galerie Besseiche, Genf, Schweiz 2015: Galerie Martine Ehmer, Bruxelles 2017: Malmundarium, Malmedy, Belgien 2018: Galerie Fox, Eupen, Belgien

Gruppenausstellungen (Auswahl) Musée royal d'art moderne à Bruxelles, Brüssel, Belgien Rupertinum, Salzburg, Österreich Musée d’Art Contemporain, Skopje, Mazedonien Musée d’Art Moderne, Cagnes-sur-Mer, Frankreich Museum Ulm, Ulm, Deutschland Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, Wien, Österreich Musée de Dimona, Israël Museum der bildenden Künste Budapest, Budapest, Ungarn Musée d’Art Contemporain, Ploiesti, Rumänien Musée d’Art Moderne, Zagreb, Kroatien Museu Europeu d’Art Modern, Barcelona, Spanien Nationalgalerie Prag, Prag, Tschechien Musée des Beaux-Arts de Nice, Nizza, Frankreich PMMK, Ostende, Belgien Sammlung des Landtages Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, Deutschland

Schriften (Auswahl) En attendant; illustrierte Gedichte, Grenz-Echo-Verlag Eupen 1994 Le magasin de jouets, essai d'autobiographie et trois entretiens avec Julien Christiaens, Grenz-Echo-Verlag Eupen 1999

Literatur (Auswahl) J. Murez: Tekeningen van Christian Silvain, Art Editions, Ghent 1978 Marcel van Jole: Christian Silvain, Façades, Knokke-Zoute 1984 P. de Pessemier: Facades in het oeuvre van Christian Silvain, In: Magazine De Woonstede door de eeuwen heen; trimester 2, no. 74; Ayeneux; 1987; S. 46–67 André Parinaud: Christian Silvain, Galerie du centre, Paris 1990 Wolfgang Becker: Christian Silvain, Les Prisonniers, Aachen 1991 A. Küchenberg, N. Kreusch, Baron S. Le Bailly de Tilleghem, G. Pieters, A. Radermecker: Foundation Christian Silvain, Grenz-Echo-Verlag, Eupen; 1995

Weblinks

Homepage des Künstlers Christian Silvain-Stiftung Biografie auf boongallery.be

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