Dennis Taylor (* 19. Januar 1949 in Coalisland, County Tyrone, Nordirland) ist ein nordirischer Snookerspieler und -kommentator. Taylor wurde 1972 Profispieler und erreichte in der Saison 1979/80 mit dem zweiten Weltranglistenplatz seine beste Weltranglistenplatzierung. Im Jahr 1985 besiegte er im sogenannten Jahrhundertmatch – dem Finale der Snookerweltmeisterschaft 1985 – den Engländer Steve Davis auf die letzte schwarze Kugel und gewann damit zum einzigen Mal die Snookerweltmeisterschaft.

Vor allem in den 1980er-Jahren spielte Taylor in der Weltspitze mit. Zum Ende des 20. Jahrhunderts stagnierten seine Ergebnisse. Er beendete im Jahr 2000 seine Profikarriere. In der nächsten Saison war er zwar noch auf der Weltrangliste geführt, bestritt jedoch keine Spiele mehr. Nach dem Ende seiner Karriere wurde er Snookerkommentator bei der BBC, wobei er schon während seiner aktiven Karriere in verschiedenen Fernsehshows aufgetreten war.

Karriere

Anfänge als Amateur und erste Profijahre Als Neunjähriger begann Taylor, Snooker zu spielen. Fünf Jahre später gewann er bereits die lokale Meisterschaft der Erwachsenen. 1966 zog er nach England in die Nähe von Blackburn um und gewann 1968 die nationale U19-Meisterschaft im English Billiards. Vor seiner Karriere als Snookerspieler arbeitete Taylor in einer Papiermühle.

Mit 23 Jahren nahm Taylor 1972 an der nordenglischen Snooker-Meisterschaft teil, wo er nach einem Sieg über Ron Swift im Viertelfinale am späteren Profi Ray Edmonds scheiterte. Noch im selben Jahr wurde er zur Saison 1972/73 Profispieler. Wegen der geringen Anzahl von Turnieren spielte er erst im Rahmen der Snookerweltmeisterschaft 1973 – dem wichtigsten Turnier der Tour – gegen den ein Jahr älteren Kanadier Cliff Thorburn sein erstes Profispiel, das er im letzten Frame mit 8:9 verlor. In der nächsten Saison kam mit den Norwich Union Open für ihn ein weiteres Turnier hinzu, wo er im Rahmen der Erstaustragung mit 4:1 gegen Alwyn Lloyd sein erstes Profispiel gewann. Im anschließenden Achtelfinale scheiterte er jedoch an Alex Higgins, dem Weltmeister von 1972 aus Nordirland. Bei der Snookerweltmeisterschaft verlor er sein Auftaktspiel mit 1:8 gegen den Waliser Marcus Owen.

1974–1977: Etablierung auf der Tour Schon in der Saison 1974/75 erreichte er seine ersten Endspiele. Zu Beginn der Saison besiegte er bei den Canadian Open, die später auch unter dem Namen Canadian Masters geführt wurden, unter anderem Alex Higgins, ehe er im Finale am Kanadier Cliff Thorburn mit 6:8 scheiterte. Nach einer Auftaktniederlage bei den Norwich Union Open erreichte er beim Pot Black – bei dem pro Partie jeweils nur ein Frame gespielt wurde – nach überstandener Gruppenphase sowie einem Halbfinalsieg über den achtfachen Weltmeister Fred Davis das Finale. Hier verlor er jedoch mit 27:81 nach Punkten deutlich gegen Graham Miles. Bei der Snookerweltmeisterschaft besiegte er Perrie Mans, Gary Owen sowie erneut Fred Davis, bevor er im Halbfinale am Australier Eddie Charlton scheiterte. Zum Ende der Saison wurde er zum Pontins Professional, einem von Pontins gesponserten Turnier, eingeladen, wo er aber sein Auftaktspiel gegen den späteren Finalisten und Weltmeister John Spencer verlor. Zum Ende der Saison wurde erstmals eine Order of Merit aufgestellt, die aus den Ergebnissen der letzten drei Weltmeisterschaften errechnet wurde und als Setzliste für die nächste WM dienen sollte. Taylor belegte den neunten Platz vor Cliff Thorburn. Im Mai nahm er des Weiteren an den Pontins Spring Open – einem ebenfalls von Pontins gesponserten Pro-am-Event, bei dem Profis und Amateure teilnahmen – teil, wo er im Achtelfinale gegen Paul Medati verlor.

Auch die nächste Saison begann mit den Canadian Open, wo er diesmal im Viertelfinale an Alex Higgins scheiterte. Beim Pot Black erreichte er wieder das Finale, wo er sich diesmal John Spencer geschlagen geben musste. Daraufhin erhielt er die Möglichkeit, am Masters teilzunehmen, wo er aber sein Auftaktspiel gegen John Pulman verlor. Das Masters sollte später neben der Snookerweltmeisterschaft und dem 1977 eingeführten UK Championship als Triple-Crown-Turnier gelten. Bei der Snookerweltmeisterschaft gelang ihm ein Sieg über Gary Owen, ehe er Viertelfinale am späteren Weltmeister Ray Reardon scheiterte. Zum Saisonabschluss nahm er wieder am Pontins Professional teil, wo er sein Auftaktmatch gegen Ray Reardon mit 4:7 verlor. Zum Ende der Saison wurde die Order of Merit des Vorjahres durch die erste Weltrangliste ersetzt. Taylor behielt auch dort den neunten Platz. Im Mai 1976 nahm er wieder am Pro-Am-Event Pontins Spring Open teil, wo er im Viertelfinale am Engländer Willie Thorne scheiterte.

Zu Beginn der Saison 1976/77 verlor Taylor sein Auftaktmatch beim World Professional Matchplay Championship gegen den Australier Paddy Morgan, ehe er beim Pot Black in der Gruppenphase ausschied. Nach einer weiteren Auftaktniederlage beim Masters erreichte er mit Siegen über Jack Karnehm, Perrie Mans und Doug Mountjoy das Halbfinale der Snookerweltmeisterschaft, wo er mit 16:18 Cliff Thorburn unterlag. Beim Pontins Professional schied er zum Saisonabschluss ebenfalls in der Gruppenphase aus. Auf der Weltrangliste gelang dank der Halbfinalteilnahme bei der WM ein Sprung auf den vierten Platz hinter Weltmeister Reardon, John Spencer sowie dem Australier Eddie Charlton. Anfang Mai nahm er wieder bei den Pontins Spring Open teil, wo er unter anderem den späteren Profi Mike Hallett besiegte, bevor er im Halbfinale am Waliser Terry Griffiths scheiterte.

1977–1981: Erste WM-Finalteilnahme 1979 und Etablierung in der Weltspitze Zum Start der Saison 1977/78 erreichte Taylor das Halbfinale der Canadian Open, wo er dem dreifachen Weltmeister John Spencer unterlag. Nach einer Auftaktniederlage beim neu eingeführten UK Championship, bei dem bis zur Öffnung 1984 nur britische Spieler teilnahmeberechtigt waren, spielte er gegen Alex Higgins im Finale der irischen Profimeisterschaft, gegen den er jedoch die zweite Austragung des Turnieres mit 7:21 deutlich verlor. Anschließend verlor er beim Masters und beim Irish Masters, das über mehrere Jahrzehnte auf der Tour bleiben sollte, erneut gegen Alex Higgins seine Auftaktspiele, ehe er im Achtelfinale der Snookerweltmeisterschaft sein Auftaktmatch gegen Fred Davis verlor. Nachdem Taylor in den Gruppenphase vom Pontins Professional und vom Pot Black ausgeschieden war, gewann er beim Golden Masters, einem nur zwei Mal ausgetragenen Turnier, nach einer Halbfinalniederlage gegen Doug Mountjoy das Spiel um Platz drei mit 3:0 gegen Graham Miles. Durch die frühe Niederlage bei der WM verlor Taylor auf der Weltrangliste wieder vier Plätze, sodass er für die kommende Saison auf dem achten Platz gelistet war. Im Amateurbereich gelang ihm bei den Pontins Spring Open der Einzug ins Viertelfinale, wo er gegen Noch-Amateur Steve Davis, der zu Beginn der nächsten Saison Profispieler werden sollte, ausschied.

Die nächste Saison begann für Taylor mit einer Auftaktniederlage beim UK Championship, bevor er beim Holsten Lager International im Viertelfinale an Graham Miles scheiterte. Anschließend belegte er beim Bombay International hinter John Spencer den zweiten Platz der Gruppe. Bei der Snookerweltmeisterschaft besiegte er anschließend Steve Davis, Ray Reardon und John Virgo, sodass er ins WM-Finale einzog. Er traf auf den Waliser Terry Griffiths, der ebenfalls überraschend ins WM-Finale eingezogen war. Über weite Teile war das Endspiel zwar ausgeglichen, doch beim Stande von 15:15 ging Griffiths uneinholbar in Führung und gewann mit 16:24 seine einzige Weltmeisterschaft. Zum Saisonabschluss verlor er außerdem noch sein Auftaktmatch beim Golden Masters, was aber keinen Einfluss darauf hatte, dass Taylor dank seiner WM-Finalteilnahme auf Platz zwei der Weltrangliste aufgestiegen war. Dieser blieb für ihn die beste Weltranglistenplatzierung seiner Karriere.

Nach einem Jahr Abstinenz nahm Taylor zum Start der Saison 1979/80 wieder an den Canadian Open teil, wo er im Viertelfinale sich Kirk Stevens geschlagen geben musste. Anschließend besiegte er beim UK Championship Willie Thorne und Patsy Fagan, bevor er im Halbfinale von John Virgo besiegt wurde. Nach dem Ausscheiden in der Gruppenphase des Bombay Internationals überstand er beim Pot Black zwar die Gruppenphase, verlor aber anschließend im Halbfinale gegen Eddie Charlton und im Spiel um Platz drei gegen Doug Mountjoy. Nach einer Auftaktniederlage beim Classic, das 1985 zum Ranglistenturnier wurde, gegen Alex Higgins überstand Taylor Gruppenphase des Tolly Cobbold Classics, doch im Finale des Turnieres unterlag er erneut Alex Higgins mit 4:5. Nach einer Auftaktniederlage beim Masters gegen Ray Reardon sowie dem Ausscheiden in der Gruppenphase des Irish Masters erreichte er nach überstandener Gruppenphase das Halbfinale des British Gold Cups – dem Vorläufer der British Open, in dem er sich Ray Reardon geschlagen geben musste. Anschließend traf Taylor im Kampf um die irische Profimeisterschaft auf Alex Higgins, doch diesmal gewann Taylor mit 21:15 seinen ersten Main-Tour-Titel. Kurz darauf verlor er gegen Jim Wych sein Auftaktspiel in der WM-Hauptrunde, bevor er beim Pontins Camber Sands nach Siegen über Weltmeister Cliff Thorburn sowie Doug Mountjoy ins Finale einzog und dort mit 7:9 gegen Alex Higgins verlor. Durch die erneute frühe Niederlage bei der WM verlor Taylor erneut vier Plätze auf der Weltrangliste und landete auf dem sechsten Platz. Im Amateurbereich gewann Taylor mit einem 7:5-Sieg über Geoff Foulds das Pro-Am-Event Pontins Camber Sands Open.

Zum Start der nächsten Saison scheiterte Taylor mit nur einem kampflosen Sieg in vier Spielen in der Gruppenphase des Champion of Champions, einem weiteren Einladungsturnier, sodass er erst beim anschließenden UK Championship mit 9:6 gegen Eddie Sinclair sein erstes richtiges Spiel während der Saison gewann. Anschließend jedoch unterlag er im Viertelfinale Terry Griffiths. Kurz darauf erreichte Taylor beim Classic nach Siegen über Terry Griffiths und Ray Reardon das Finale, das er aber mit 1:4 gegen Steve Davis verlor. Nach einer Auftaktniederlage beim Masters scheiterte Taylor im Viertelfinale des Irish Masters an Alex Higgins, bevor er im Halbfinale der Yamaha Organs Trophy erneut Steve Davis unterlag. Daraufhin konnte er jedoch gegen Patsy Fagan seinen Titel bei der irischen Profimeisterschaft mit einem Sieg im Decider – also mit 22:21 – verteidigen. In der anschließenden WM-Hauptrunde verlor er nach einem Sieg über Kirk Stevens im Viertelfinale gegen Doug Mountjoy, der später im Finale gegen Steve Davis verlieren sollte. Auch in seiner Auftaktpartie beim Saisonabschluss in Prestatyn traf er auf Mountjoy und Taylor verlor erneut – diesmal mit 4:5. Auf der Weltrangliste konnte sich Taylor dennoch um einen Platz auf Rang 5 verbessern. Im Mai nahm er zum letzten Mal an den Pontins Spring Open teil, wo er aber sein Auftaktmatch gegen Cliff Wilson verlor.

1981–1984: Abstieg in die unteren Top 16