Église-Neuve-d’Issac (, ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Périgueux und zum Gemeindeverband Communauté de communes Isle et Crempse en Périgord.

Geografie

Église-Neuve-d’Issac liegt etwa 32 Kilometer südsüdwestlich von Périgueux, etwa 63 Kilometer westnordwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 15 Kilometer nordnordwestlich von Bergerac in der Région naturelle des Landais, im touristisch benannten Périgord pourpre. Das Gemeindegebiet befindet sich im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von der Beauronne, die hier entspringt, vom Ruisseau de l’Ironzeau sowie von verschiedenen kleineren Fließgewässer.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Église-Neuve-d’Issac liegt auf der vierten Stufe von Nordosten, einem Plateau aus Kieselsandsteinablagerungen und lakrustinen Kalksteinen aus dem Tertiär. Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär, aus einigen Sedimentgesteinen aus dem Känozoikum, anderen aus dem Mesozoikum.

Das Gebiet von Église-Neuve-d’Issac erstreckt sich über eine bewaldete Hügellandschaft, die durch die Flusstäler eingeschnitten wird. Der topografisch höchste Punkt liegt mit am Lieu-dit Les Quatre Châtaigniers etwa 1,5 Kilometer nördlich des Zentrums, der tiefste Punkt mit im äußersten Norden beim Lieu-dit Chourlanquet. Das Zentrum liegt auf etwa Höhe.

Rund 73 % der Fläche der Gemeinde sind bewaldet, rund 20 % werden landwirtschaftlich genutzt, rund 7 % entfallen auf Flächen mit Strauch- und/oder Kräutervegetation.

Umgeben wird Église-Neuve-d’Issac von den fünf Nachbargemeinden:

Natürliche Risiken mini|Risikokarte der Quellung und Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für Église-Neuve-d’Issac Natürliche Risiken manifestieren sich in der Gemeinde Église-Neuve-d’Issac neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als Dürren Waldbrände Bodensetzungen

Im gesamten Gemeindegebiet besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Staat erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern.

Wie die Risikokarte zeigt, ist nahezu das gesamte Gemeindegebiet bis auf kleine Gebiete im Westen und im Osten von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 1989 und 2011 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden.

Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Massif Central sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt. Das Gemeindegebiet ist nur einer geringen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.

Etymologie und Geschichte Die erstmalige Erwähnung des Namens des Dorfes geht auf den Beginn des 12. Jahrhunderts zurück in der Schreibweise Ecclesia Nova (1117), ohne dass man feststellen kann, in Bezug auf welches nahegelegene Vorgängerbauwerk die Kirche als neu bezeichnet wurde. In der Folge ist der Name in latinisierter Form Ecclesia Nova de Eyraudo im Jahre 1365 belegt, dann Ecclesia Nova Sanctae Mariae im Jahr 1476, als die Kirche Maria als Schutzpatronin hatte. Bis zur zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das Dorf Église-Neuve-d’Eyraud genannt. Église, auch glise, im Altfranzösischen egleise, stammt wie das okzitanische gleize vom gesprochenen lateinischen °eclesia, im klassischen Latein ecclesia. Dieses lateinische Wort bezeichnete eine Versammlung, danach eine Versammlung der ersten Christen und schließlich das Gebäude, in dem sie sich versammelten, sehr viel später dann die um das Gebäude herum entstandene Siedlung. Eyraud ist hier der Name eines Wasserlaufs, von dessen Quelle das Dorf nicht sehr entfernt liegt. Er stammt wahrscheinlich von einer vorkeltischen hydronymischen Wurzel, °ar (), über eine Form °aravus. Issac ist hier als Unterscheidungselement der Name der Nachbargemeinde. Er hat seinen Ursprung in einem Personennamen gallischen Ursprungs Iccius, dem das Suffix -acum als Eignertitel angehängt wurde (somit Icciacum, Anwesen des Iccius).Siehe Tanet, Hordé, Seiten 144–145, 151, 178

Die Pfarrgemeinde unterstand der Abtei Charroux. Das Dorf gehörte einst zur Kastellanei Montréal, einem bedeutenden feudalen Gerichtsbarkeit im Umland. Nur wenige Kilometer entfernt auf dem Gebiet der Nachbargemeinde Les Lèches liegt das ehemalige Priorat Tresseroux, von dem noch eine romanische Kapelle erhalten ist, das die lokale Entwicklung im Mittelalter maßgeblich prägte.

Einwohnerentwicklung

Sehenswürdigkeiten Pfarrkirche Notre-Dame-de-la-Nativité mini|Pfarrkirche Notre-Dame-de-la-Nativité Sie wurde im 12. Jahrhundert errichtet und besitzt einen Grundriss in Form eines lateinischen Kreuzes mit Orientierung nach Osten. Aufgrund mehrere Umbauten im Laufe der Jahrhunderte ist das älteste erhaltene Element die Westfassade, aus der sich ein dreieckiger Glockengiebel erhebt. Er zeigt vier Fensteröffnungen auf zwei Reihen für die Glocken, wovon eine aus dem 16. Jahrhundert, zwei andere aus dem 19. Jahrhundert datieren. Die obere Fensteröffnung trug lange Zeit keine Glocke, bis der Pfarrer Guérin am Anfang des 20. Jahrhunderts ein Nachsehen hatte. Da er nicht über die Geldmittel für eine echte Glocke verfügte, ließ er eine aus Holz herrichten, die mit Metall überzogen ist. Auf der Spitze des Giebels ist ein Kreuz angebracht. Auf der linken Seite des Giebels ist ein Tolosanerkreuz eingemeißelt, auf der rechten Seite eine Schwertlilie. Die Symbolik drückt die Vereinigung von Okzitanien und der französischen Krone unter dem Kreuz aus. Am Ende der Schrägen sind ein Bär und ein menschliches Gesicht zu erkennen, das grimmig erscheint. Diese Darstellung von Jean de l’ours, eines der letzten großen urgeschichtlichen Mythen, ist seit dem 14. Jahrhundert in Kirchen relativ weit verbreitet. Die Fassade ist weiterhin verziert mit Wasserspeiern und vier Elementen, die im 15. Jahrhundert ausgestaltet wurden. Unter Wiederverwendung romanischer Konsolen sind zwei menschliche Gesichter, ein Pferdekopf und ein Widderkopf ausgemeißelt. Das Langhaus der Kirche besitzt eine Länge von drei Jochen und ist mit einem Kreuzrippengewölbe gedeckt.

Bildung Die Gemeinde verfügt über eine private Vorschule (École maternelle) „Graines de vie“.

Wirtschaft Erwerbstätigkeit Im Jahre 2022 waren 47 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Église-Neuve-d’Issac erwerbstätig, entsprechend 81,0 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersgruppe, wobei der Anteil der Männer (80,6 %) niedriger war als bei den Frauen (81,5 %).

Landwirtschaft Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Haltung von Einhufern und/oder anderen Pflanzenfressern. Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 11 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 10 im Jahr 2000, auf 4 im Jahr 2010 und auf 2 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 81,8 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verringerte sich von 205 Hektar im Jahre 1988 auf 90 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg von 18,6 Hektar signifikant auf 45 Hektar.

Verkehr Die zur Departementsstraße D 709 herabgestufte ehemalige Nationalstraße N 709 von Montmoreau-Saint-Cybard nach Bergerac verläuft entlang an der westlichen Gemeindegrenze zur Nachbargemeinde Les Lèches. Lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit der D 709, mit den Weilern der Gemeinde und den Nachbargemeinden.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in Nouvelle-Aquitaine Kategorie:Ersterwähnung 1117