Die NBA-Saison 1955/56 war die zehnte Saison der National Basketball Association (NBA). Sie begann am 1. November 1955 und endete regulär nach 288 Spielen am 14. März 1956. Die Postseason begann nach zwei Tie-Breaks am 15. und 16. März am 17. desselben Monats und endete am 7. April mit 4—1 Finalsiegen der Philadelphia Warriors über die Fort Wayne Pistons.
Saisonnotizen Die Milwaukee Hawks zogen vor der Saison nach St. Louis, Missouri um. Erst 1968 würde mit den Milwaukee Bucks ein NBA-Franchise nach Milwaukee zurückkehren. Es wurden insgesamt 72 Saisonspiele ausgetragen, zwölfmal gegen Gegner der eigenen Division und neunmal gegen Gegner der anderen. Dick Garmaker und Tom Gola waren Territorial Picks der Minneapolis Lakers und der Philadelphia Warriors bei der NBA-Draft 1955. In Runde 1 und 2 zogen die Rochester Royals an zweiter bzw. achter Stelle Maurice Stokes und Jack Twyman. Erster Pick in der NBA-Draft wurde Dick Rickets von der Duquesne University für die St. Louis Hawks.N. N.: 1955 NBA Draft. Auf: Basketball Reference—Website; Philadelphia, PA, 2000–2018. Abgerufen am 25. Oktober 2018 (englisch). Ein neuer Preis, der NBA Most Valuable Player Award, wurde eingeführt und Rookie of the Year des Vorjahres und bester Saisontorschütze Bob Pettit wurde erster Preisträger. Ihm sollten in dieser Saison und den folgenden acht Spielzeiten jeweils über 1000 Rebounds gelingen. Eine Leistung, die lediglich von Bill Russell und Wilt Chamberlain übertroffen wurde. In die All-NBA Teams werden seit dieser Saison jeweils zwei Forwards, ein Center und zwei Guards gewählt, zuvor wurden keine Positionen berücksichtigt. Das sechste All-Star-Game fand am Dienstag, den 24. Januar 1956 vor 8.517 Zuschauern im Rochester War Memorial Coliseum in Rochester, New York statt. Charles Eckmans Western All-Stars besiegten George Seneskys Eastern All-Stars mit 108—94. All-Star Game MVP wurde Bob Pettit.N. N.: 1956 NBA All-Star Game West 108, East 94. Auf: Basketball Reference—Website; Philadelphia, PA, 2000–2018. Abgerufen am 25. Oktober 2018 (englisch). Die Eastern All-Stars Paul Arizin und Bob Cousy leisteten sich je sechs Fouls und wurden disqualifiziert.
Abschlusstabellen Pl. = Rang, = Für die Playoffs qualifiziert, Sp = Anzahl der Spiele, S–N = Siege–Niederlagen, % = Siegquote (Siege geteilt durch Anzahl der bestrittenen Spiele), GB = Rückstand auf den Führenden der Division in der Summe von Sieg- und Niederlagendifferenz geteilt durch zwei, Heim = Heimbilanz, Ausw. = Auswärtsbilanz, Neutr. = Bilanz auf neutralem Boden, Div. = Bilanz gegen die Divisionsgegner
Eastern Division
Pl. Mannschaft Sp S–N % GB Heim Ausw. Neutr. Div. 1. Philadelphia Warriors 72 45—27 .625 — 21—7 11—17 13—3 22—14 2. Boston Celtics 72 39—33 .542 6 20—7 12—15 7—11 18—18 3. Syracuse Nationals 72 35—37 .486 10 23—8 9—19 3—10 15—21 4. New York Knicks 72 35—37 .486 10 14—14 15—14 6—9 17—19
Western Division Pl. Mannschaft Sp S–N % GB Heim Ausw. Neutr. Div. 1. Fort Wayne Pistons 72 37—35 .514 — 19—8 10—17 8—10 19—17 2. St. Louis Hawks 72 33—39 .458 4 16—10 10—17 7—12 18—18 3. Minneapolis Lakers 72 33—39 .458 4 13—12 6—21 14—6 19—17 4. Rochester Royals 72 31—41 .431 6 15—14 7—21 9—6 16—20
Ehrungen All-Star Game MVP 1956: Bob Pettit, St. Louis Hawks Rookie of the Year 1955/56: Maurice Stokes, Rochester Royals Most Valuable Player 1955/56: Bob Pettit, St. Louis Hawks All-NBA First Team: Bob Pettit, St. Louis Hawks Paul Arizin, Philadelphia Warriors Neil Johnston, Philadelphia Warriors Bob Cousy, Boston Celtics Bill Sharman, Boston Celtics All-NBA Second Team: Dolph Schayes, Syracuse Nationals Maurice Stokes, Rochester Royals Clyde Lovellette, Minneapolis Lakers Slater Martin, Minneapolis Lakers Jack George, Philadelphia Warriors
Führende Spieler in Einzelwertungen Kategorie Spieler Mannschaft Wert Punkte Bob Pettit St. Louis Hawks 1849 Wurfquote † Neil Johnston Philadelphia Warriors 45,7 % Freiwurfquote ‡ Bill Sharman Boston Celtics 86,7 % Assists Bob Cousy Boston Celtics 642 Rebounds Bob Pettit St. Louis Hawks 1164 † 230 Körbe nötig. Johnston nahm 1092 Schüsse und traf 499 mal, am dritthäufigsten. ‡ 190 Freiwürfe nötig. Sharman traf 358 von 418.
Mit 319 beging Vern Mikkelsen von den Minneapolis Lakers die meisten Fouls. Er und Arnie Risen von den Boston Celtics waren mit insgesamt 17 mal am häufigsten fouled out. Vern Mikkelsen führte zwischen 1954 und 1957 wie vor ihm George Mikan dreimal in Folge die Foulstatistik an und hatte mit 127 Disqualifikationen in seiner Karriere die insgesamt meisten in der NBA-Geschichte. Die für über 40 Jahre schnellste Disqualifikation schaffte Dick Farley von den Syracuse Nationals am 12. März 1956 nach fünf Minuten. Bubba Wells unterbot ihn 1997 um zwei Minuten. Jack George von den Philadelphia Warriors stand mit 2840 Minuten in 72 Spielen am längsten auf dem Parkett. Pettits 1849 Punkte ergaben einen Durchschnitt von 25,7 Punkten pro Spiel, und damit auch die höchste Punktquote. Er hatte die neuntbeste Wurfquote aus dem Feld mit 42,9 %. Bis zur Saison 1968/69 wurden den Statistiken in den Kategorien „Punkte“, „Assists“ und „Rebounds“ die insgesamt erzielten Leistungen zu Grunde gelegt und nicht die Quote pro Spiel.Official NBA-Guide 2016–2017, herausgegeben von Brad Weinstein. Auf: NBA—Website; New York City, New York, 2016. Abgerufen am 30. Mai 2017 (englisch) Bill Sharman, der zwischen 1952 und 1961 siebenmal die beste Freiwurfquote hatte – dabei bis 1958 fünfmal in Folge – hatte seine Freiwurfquote im Vergleich zum Vorjahr nicht verbessert. Insgesamt erzielten zehn Spieler in dieser Saison mehr Freiwürfe als Sharman. Neben Bob Pettit hatte lediglich Maurice Stokes mit 1094 über tausend Rebounds. Dessen Quote lag mit 16,3 sogar einen Punkt hinter dem Komma über jener von Pettit.
Playoffs-Baum
Playoffs-Ergebnisse Die Playoffs begannen am 17. März und wurden in der ersten Runde nach dem Modus „Best of Three“ ausgetragen, die Division-Finals nach dem Modus „Best of Five“ und die NBA-Finals nach dem Modus „Best of Seven“. Die Divisionssieger hatten ein Freilos in der ersten Runde.
In den Eastern Division-Finals leistete sich Red Rocha in fünf Spielen 27 Fouls, was zuvor lediglich George Mikan gelungen war. Am 17. März in den Western Division-Halbfinals warf St. Louis mit 54 die meisten Freiwürfe in einem Playoff-Spiel ohne Verlängerung. Mit den 37 Freiwürfen der Lakers gab es damit die meisten Freiwürfe in einem Playoff-Spiel ohne Verlängerung. Insgesamt gab es 122 Freiwurfversuche wie auch am 21. März zwischen denselben Teams. Am 19. März gewannen die Lakers mit dem größten Punktevorsprung einer Playoff-Begegnung. Lediglich den Nuggets gelang am 27. April 2009 bei den Pelicans ebenfalls ein 58-Punkte-Vorsprung.
George King von den Syracuse Nationals gewährte 60 Assists, Neil Johnston errang 143 Rebounds und Paul Arizin erzielte 289 Punkte in der Postseason.N. N.: Season review: 1955–1956. Scoring continues to surge as Bob Pettit dominates. Auf: NBA—Website; New York City, New York, 24. August 2017. Abgerufen am 25. Oktober 2018 (englisch).
Tie-Breaker Nach der regulären Saison fanden zunächst zwei Tie-Breaks statt, die nicht in die Playoff-Statistik eingehen. Am Donnerstag, den 15. März 1956 spielten die New York Knickerbockers in Syracuse um den Einzug in die Playoffs und verloren. Beim Spiel der Lakers in St. Louis am nächsten Tag ging es lediglich um das Heimrecht in der ersten Playoff-Runde.
Donnerstag, 15. März: Syracuse 82 – 77 New YorkDie Spiele im Eastern Division Tie-Break gehen nicht in die Play-off-Statistik ein.
Freitag, 16. März: St. Louis 97 – 103 MinneapolisDie Spiele im Western Division Tie-Break gehen nicht in die Play-off-Statistik ein.
Eastern Division-Halbfinals Syracuse Nationals 2, Boston Celtics 1 Sonnabend, 17. März: Boston 110 – 93 Syracuse Montag, 19. März: Syracuse 101 – 98 Boston Mittwoch, 21. März: Boston 97 – 102 Syracuse
Western Division-Halbfinals St. Louis Hawks 2, Minneapolis Lakers 1 Sonnabend, 17. März: St. Louis 116 – 115 Minneapolis Montag, 19. März: Minneapolis 133 – 75 St. Louis Mittwoch, 21. März: Minneapolis 115 – 116 St. Louis
Eastern Division-Finals Philadelphia Warriors 3, Syracuse Nationals 2 Freitag, 23. März: Philadelphia 109 – 87 Syracuse Sonntag, 25. März: Syracuse 122 – 118 Philadelphia Dienstag, 27. März: Philadelphia 119 – 96 Syracuse Mittwoch, 28. März: Syracuse 108 – 104 Philadelphia Donnerstag, 29. März: Philadelphia 109 – 104 Syracuse
Western Division-Finals Fort Wayne Pistons 3, St. Louis Hawks 2 Donnerstag, 22. März: Fort Wayne 85 – 86 St. Louis Sonnabend, 24. März: St. Louis 84 – 74 Fort Wayne Sonntag, 25. März: Fort Wayne 107 – 84 St. Louis Dienstag, 27. März: St. Louis 84 – 93 Fort Wayne Donnerstag, 29. März: Fort Wayne 102 – 97 St. Louis
NBA-Finals Philadelphia Warriors vs. Fort Wayne Pistons
Die Finalergebnisse: Sonnabend, 31. März: Philadelphia 98 – 94 Fort Wayne Sonntag, 1. April: Fort Wayne 84 – 83 Philadelphia Dienstag, 3. April: Philadelphia 100 – 96 Fort Wayne Donnerstag, 5. April: Fort Wayne 105 – 107 Philadelphia Sonnabend, 7. April: Philadelphia 99 – 88 Fort Wayne
Die Philadelphia Warriors werden mit 4—1 Siegen zum zweiten Mal nach 1946/47 NBA-Meister.
Die Meistermannschaft der Philadelphia Warriors Philadelphia Warriors Paul Arizin, Ernie Beck, Walt Davis, George Dempsey, Jack George, Tom Gola, Joe Graboski, Larry Hennessy, Neil Johnston, Jackie Moore Head Coach: George Senesky
Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:NBA-Saison Kategorie:Basketballsaison 1955/56