Jochim Christoph Kaltschmidt (auch Johann Christoph Kaltschmidt; * 1746; † 1819) war ein deutscher Orgelbauer in Lübeck.

Leben Jochim Christoph Kaltschmidt wurde 1746 geborenPersonenverzeichnis von Wilhelm Stahl: Musikgeschichte Lübecks. Band II: Geistliche Musik. Bärenreiter, Kassel und Basel 1951; nicht 1717, wie Orgelbauer irrtümlich angibt. und 1776 in Wismar erwähnt.Orgelbauer Orgellandschaft Brandenburg. Seit 1782 war er mit Reparaturen an Orgeln in Lübeck und Ratzeburg tätig, denen er meist auch eine gleichstufige Stimmung gab. Seit 1798 ist er in den Lübecker Adressbüchern unter der Adresse Beckergrube 208 verzeichnet, als Brauer und Orgelbauer, später auch Klavierbauer und -stimmer.Das erste Adressbuch erschien 1798 dort Eintrag im Adressbuch 1798; Beckergrube 208 ist die heutige Nr. 60; das Brauhaus brannte 1875 ab, der Nachfolgebau wurde 1942 zerstört, siehe Bau- und Architekturgeschichte, Stadtentwicklung in Lübeck.Als Stimmer z. B. beim Kaufmann Jacob Behrens: An J.C. Kaltschmidt für das Klavier und pianoforte in diesem Jahr zu stimmen, siehe Björn R. Kommer: Lübeck 1787–1808: die Haushaltungsbücher des Kaufmanns Jacob Behrens des Älteren. Verlag Graphische Werkstätten, Lübeck 1989, S. 214. Sein Name ist dort als Joh. Christoph Kaltschmidt angegeben. Da ein solcher zweiter Orgelbauer dieses Namens in Lübeck sonst unbekannt ist, muss es sich um denselben handeln.Personenverzeichnis von Wilhelm Stahl: Musikgeschichte Lübecks. Band II: Geistliche Musik. Bärenreiter, Kassel und Basel 1951. 1818 ist er letztmals in Lübeck verzeichnet, 1821 wohnte unter seiner Adresse eine Witwe Jochim Kaltschmidt.

Werkliste (Auswahl) 1782 Lübeck, Marienkirche, Große Orgel, Reparaturen und gleichstufige Stimmung laut VertragVertrag in Kerala Snyder: Dieterich Buxtehude. Leben, Werk, Aufführungspraxis. Bärenreiter, Kassel 2007. ISBN 978-3-7618-1836-7. S. 478f. 1785–86 Lübeck, Maria-Magdalenen-Kirche, Kleine Orgel, Reparaturen, gleichstufige StimmungDietrich Wölfel: Die wunderbare Welt der Orgeln. Lübeck als Orgelstadt. Schmidt-Römhild, Lübeck 2004. S. 159 1788 Ratzeburg, Dom, ReparaturenOrgeln im Ratzeburger Dom 1795, Lübeck, Aegidienkirche, umfangreiche Reparaturen und gleichstufige StimmungWilhelm Stahl: Die Geschichte der Aegidienorgel in Lübeck. In: Mitteilungen des Lübeckischen Vereins für Geschichte und Altertumskunde. 14. Heft. 1929. S. 151–166, hier S. 161f. 1805 Lübeck, Marienkirche, Totentanzorgel (Kleine Orgel), Einbau eines zusätzlichen Pedals 16', gleichstufige Stimmung, und mehrWilhelm Stahl: Musikgeschichte Lübecks, Band II: Geistliche Musik. Bärenreiter, Kassel und Basel 1951. S. 90. 1815 Ratzeburg, Dom, ReparaturenOrgeln im Ratzeburger Dom.

Familie Sein Bruder war Caspar Christopher Kaltschmidt (1752/53–1792 wahrscheinlich in Lübeck), die Mutter lebte zu dieser Zeit noch.

Jochim Christoph Kaltschmidt war verheiratet mit Dorothea Elisabeth, geb. Evers. Seine Frau überlebte ihn. Söhne waren Gerhard Friedrich Kaltschmidt (* 1786), erhielt 1821 als Orgelbauer das Lübecker Bürgerrecht, muss bald danach (vor 1826) gestorben sein Wilhelm Christoph Kaltschmidt (* 1792), gab zunächst Klavierunterricht und übernahm 1819 die Orgel- und Klavierwerkstatt, eröffnete 1838 eine Wattefabrik in NeumünsterWilhelm Stahl: Musikgeschichte Lübecks. Band II: Geistliche Musik. Bärenreiter, Kassel und Basel 1951. S. 128, 131., 1840 letztmals in Lübeck als Orgelbauer und Holzmechaniker genanntLübeckisches Adressbuch, 1840. Jacob Heinrich Kaltschmidt (1799–1872), Sprachwissenschaftler und Herausgeber von Wörterbüchern in Leipzig.Eintrag des Vaters als Brauer und Orgelbauer ohne Namensnennung in Hermann Genzken: Die Abiturienten des Katharineums zu Lübeck (Gymnasium und Realgymnasium) von Ostern 1807 bis 1907. Borchers, Lübeck 1907. (Beilage zum Schulprogramm 1907) Digitalisat, Nr. 131.

Einzelnachweise

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