|} Die Bahnstrecke Bad Kreuznach–Wallhausen war eine schmalspurige Bahnstrecke von Bad Kreuznach nach Wallhausen, die von 1896 bis 1936 betrieben wurde.

Technische Parameter Die Strecke bildete zusammen mit der von ihr am Gleisdreieck Lohrer Mühle abzweigenden Bahnstrecke Bad Kreuznach–Winterburg das Streckennetz der Kreuznacher Kleinbahnen. Die Spurweite betrug 750 mm Wolff gibt zwar Meterspur an, Brumm erläutert aber explizit, warum diese verworfen wurde. , die maximale Steigung 14 ‰. Brumm: Die Kreiznacher, S. 34. In Bad Kreuznach lagen die Gleise, ähnlich denen der Kreuznacher Straßenbahn, mit denen sie sich kreuzten, im Straßenplanum. Außerhalb der Stadt führte die Strecke durch das Gräfenbachtal.

Geschichte Die Baugenehmigung erteilte die Regierung Koblenz am 1. Brumm: Die Kreiznacher, S. 27. oder 10. Brumm: Die Kreiznacher, S. 25. Mai 1895, eröffnet wurde die Strecke am 15. August 1896. Brumm: Die Kreiznacher, S. 59. Der Güterverkehr wurde am 7. September 1896 aufgenommen. Brumm: Die Kreiznacher, S. 61.

1909 Brumm: Die Kreiznacher, S. 157. und erneut 1921 Brumm: Die Kreiznacher, S. 90. wurde die Elektrifizierung der Strecke erwogen, jedoch nicht durchgeführt. Die einsetzende Wirtschaftskrise der Inflationszeit traf die Bahn hart. Die Betreiberin, seit 1900 die Westdeutsche Eisenbahn-Gesellschaft (WEG), stellte 1922 den Antrag, die Strecke stilllegen zu dürfen, was der Regierungspräsident am 17. Juni 1922 genehmigte. Der Landkreis Bad Kreuznach und die Anliegergemeinden zahlten daraufhin der Gesellschaft Zuschüsse, damit sie dieses Vorhaben nicht umsetzte. Brumm: Die Kreiznacher, S. 160.

Eine wachsende Bedrohung für den Bestand der Bahn war der Aufschwung des Straßenverkehrs. So war der 31. Juli 1936 letzter Betriebstag der Kreuznacher Kleinbahnen, die am folgenden Tag stillgelegt wurden. Den Verkehr stellten von da ab vier Omnibusse und ein Lastkraftwagen der Deutschen Reichsbahn sicher. Wolff, S. 54. Die Strecke wurden unmittelbar danach zurückgebaut. Brumm: Die Kreiznacher, S. 184.

Betrieb Personenverkehr Die Fahrzeit von Bad Kreuznach nach Wallhausen betrug etwa eine halbe Stunde. Die Züge boten anfangs die 2. und 3. Klasse, einige Züge zusätzlich noch die 4. Klasse. So: Brumm: Die Kreiznacher, S. 60; gem. den Angaben auf S. 81f. gab es aber nur Wagen der 2. und 3. Klasse.

Güterverkehr Frachten mussten von der und auf die normalspurige Staatsbahn im Güterbahnhof von Bad Kreuznach umgeladen werden. Normalspurige Güterwagen konnten auf der Schmalspurbahn auf Rollböcke befördert werden. Eisenbahndirektion Mainz (Hg.): Amtsblatt der Königlich Preußischen und Großherzoglich Hessischen Eisenbahndirektion in Mainz vom 18. Dezember 1915, Nr. 62. Bekanntmachung Nr. 819, S. 399. Güterabfertigungen hatten die Stationen Bad Kreuznach, Hargesheim, Roxheim, Gutenberg und Wallhausen.

Literatur Rudolf Brumm: Die Kreiznacher Kleenbahn 1896–1936. Ein ausführlicher Bericht über Planung Bau und Betrieb der Kreis Kreuznacher Kleinbahnen Bad Kreuznach – Winterburg Bad Kreuznach – Wallhausen. Bad Kreuznach 1977.

Gerd Wolff: Deutsche Klein- und Privatbahnen – Band 1: Rheinland-Pfalz/Saarland. EK Verlag, Freiburg 1989, ISBN 3-88255-651-X

Anmerkungen

Einzelnachweise

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