Annabelle 3 ist ein US-amerikanischer Horrorfilm aus dem Jahr 2019. Es handelt sich um die Fortsetzung zu Annabelle und Annabelle 2 sowie um den siebten Film innerhalb des Conjuring-Universums. Als Drehbuchautor fungierte wie bei beiden Vorgängern Gary Dauberman, der gleichzeitig mit dem Film sein Regiedebüt gab. Der US-amerikanische Kinostart erfolgte am 26. Juni 2019. In Deutschland erschien der Film am 4. Juli 2019.
Handlung Im Jahr 1971 untersuchen Ed und Lorraine Warren den Annabelle-Fall und beschließen, die Puppe zur Sicherheit in ihrem Museum aufzubewahren, da sie ein Magnet für böse Geister ist. Im Haus der Warrens wird Annabelle von Pater Gordon gesegnet und im Anschluss in eine Glasvitrine gestellt, sodass das Böse keine Kontrolle mehr über die Puppe hat.
Ein Jahr später engagieren die Warrens die Babysitterin Mary Ellen für ihre Tochter Judy, da sie erst am nächsten Tag, Judys Geburtstag, zurückkehren werden. Infolgedessen bringt Mary Ellen die schüchterne Judy morgens zur Schule. Dort wird das Mädchen aufgrund eines Zeitungsartikels über ihre Eltern gemobbt und von Mitschüler Anthony Rios als besessen bezeichnet. Um sie aufzuheitern, beschließt Mary Ellen später, Judys Geburtstag vorzufeiern, zu dem niemand ihrer Mitschüler kommen wollte. Am Nachmittag erscheint auch Daniela Rios, Mary Ellens beste Freundin, bei Judy. Als Letztere ihre neuen Rollschuhe auf der Straße ausprobiert, schleicht sich Daniela hinunter zum Artefaktenraum, stiehlt den Schlüssel aus dem Büro der Warrens und verschafft sich so Zutritt zum Warren Occult Museum. Dort fragt sie nach einer Präsenz, um so mit ihrem Vater noch einmal sprechen zu können, der bei einem Autounfall, für den sie sich die Schuld gibt, ums Leben kam. Als die Annabelle-Puppe sich plötzlich bewegt, öffnet Daniela die verschlossene Vitrine und vergisst beim Herausgehen, sie wieder zu verschließen. So gelingt es der Entität, auch die anderen Gegenstände im Raum zum Leben zu erwecken. Als erstes begegnet Judy der „Braut“, einer Gestalt, die die Trägerinnen ihres Kleides gewalttätig macht und zum Töten anstiftet. Mit Hilfe eines Kruzifixes schafft es Judy schließlich, die Braut von sich fernzuhalten. Wenig später offenbart sie gegenüber Mary Ellen, dass sie die gleiche Gabe wie ihre Mutter hat und Geister, so etwa den verstorbenen Priester Michael Morrissey, sehen kann.
Am Abend bekommen die drei Besuch von Bob, einem Mitarbeiter des örtlichen Supermarktes, der romantische Gefühle für Mary Ellen hegt. Dieser wird jedoch, unbemerkt von den drei Mädchen, von einem Werwolf angegriffen und muss sich fortan im Hühnerstall im Garten verstecken. Kurz danach verabschiedet sich Daniela. Danach bemerkt sie jedoch, dass sie den Schlüssel zum Artefaktenraum noch bei sich hat. Als sie diesen zurückzubringen will, öffnet sich die Tür zum Artefaktenraum von selbst, was Daniela als eine Einladung auffasst, nochmals zu versuchen, mit ihrem Vater Kontakt aufzunehmen. Tatsächlich erscheint ihr der Tote, doch der böse Geist bedroht sie und sperrt sie im Keller des Hauses ein. Mary Ellen hat währenddessen Judy ins Bett gebracht und muss verwundert feststellen, dass die Annabelle-Puppe neben ihr liegt, denkt sich aber nichts weiter dabei. Doch kurz darauf wird sie vom „Fährmann“, einer Kreatur, die einem die Seele entreißt, sofern man sie nicht bezahlt, angegriffen. In höchster Not schafft es Mary Ellen, sich zu befreien, muss allerdings feststellen, dass auch die junge Judy heimgesucht wurde. Zu zweit versuchen sie, per Telefon bei Lorraine anzurufen, sprechen aber nur mit dem Annabelle-Dämon, der eine Seele fordert. Nachdem sie auch Daniela aus dem Keller befreien und sie als Auslöser der gesamten Situation identifizieren können, erfolgt ein weiterer Angriff der Braut. Mary Ellen kollabiert und braucht ihren Asthma-Inhalator aus dem Auto, den Judy beschaffen soll. Draußen wird sie vom Werwolf verfolgt, kann sich aber mit Hilfe von Bob ins Haus retten. Dort hat die Braut bereits Kontrolle über Daniela übernommen. Judy und die wieder erstarkte Mary Ellen wollen die Annabelle-Puppe zurück in die Glasvitrine sperren, um dem Spuk ein Ende zu setzen. Der Geist des verstorbenen Michael Morrissey weist ihnen den Weg zur Puppe. Mary Ellen gelingt es, an sie heranzukommen und kurz darauf auch Daniela mithilfe einer Aufnahme von Ed wieder von der Braut zu trennen. Gemeinsam kämpfen sie sich bis in den Artefaktenraum vor, wo sie sich der Braut, dem Fährmann, dem Annabelle-Dämon und dem Geist von Danielas Vater stellen müssen. Schließlich können sie Annabelle wieder wegsperren und so dem Bösen die Macht entziehen.
Am nächsten Tag überbringt Lorraine Daniela eine Nachricht des echten Geistes ihres Vaters, der ihr nicht die Schuld für seinen Tod gibt. Später spricht Daniela auch mit ihrem Bruder Anthony, woraufhin viele Mitschüler zu Judys Geburtstagsfeier kommen.
Produktion Ende April 2018 kündigte Warner Bros. an, dass ein dritter Annabelle-Film im Juli 2019 in die Kinos kommen sollte. Zeitgleich wurde bekannt, dass Gary Dauberman, der beide Vorgänger sowie The Nun geschrieben hatte, erneut für das Drehbuch verantwortlich war und zudem die Regie übernehmen sollte. Zusammen mit James Wan, der die Idee hatte, die Warrens ins Zentrum des Films zu stellen, entwickelte er die grobe Rahmenhandlung und legte den Startpunkt des Films fest. So verwendet der dritte Teil die Szenen aus Conjuring – Die Heimsuchung, in denen die Warrens die Annabelle-Puppe in ihrem Haus wegsperren, und hat einen Handlungszeitraum von zwei Tagen. Die Verpflichtung von Michael Burgess als Kameramann sei für Dauberman ein persönliches Anliegen gewesen, da sich Burgess selbst wie ein kleiner Regisseur fühle und dadurch Ideen und Aufnahmen noch besser inszeniert worden seien. In Bezug auf die Tonalität äußerte sich Dauberman, er habe versucht, mehr Witz und Leichtigkeit als in den beiden Vorgängern einzubringen, um so noch mehr Kontrast zu den Horrormomenten zu schaffen. Letztere sind dabei eine Mischung aus praktischen und digitalen Effekten. So hätten sich tatsächlich am Set befindende Objekte den Schauspielern erleichtert, Emotionen wie Angst noch realistischer herüberzubringen. Dafür benutzte die Szenenbildnerin Jennifer Spence den Artefaktenraum aus vorigen Filmen als Grundlage und fügte einen weiteren Teil des Raumes hinzu, in dem es laut ihrer Aussage zu sehr viel Action komme. Zudem habe sie viele kleine Details an den Sets ergänzt, die in Annabelle 3 zwar keine Verwendung finden, in späteren Filmen aber benutzt werden könnten. So baute sie beispielsweise eine Falltür im Treppenhaus und versteckte eine Treppe hinter dem Kamin. Die Kostümdesignerin Leah Butler holte sich Inspirationen beim Kostümverleih Western Costume, auf dessen historischen Vorlagen sie erste Entwürfe erstellte, die sie im Anschluss zusammen mit Dauberman auf den Charakter jeder einzelnen Figur anpasste.
Im Mittelpunkt der Handlung steht die junge Judy Warren, welche mit Mckenna Grace, die selbst ein großer Fan von Horrorfilmen ist, besetzt wurde. Grace erhielt eine Gage von 750.000 US-Dollar, rund 660.000 Euro, wobei weitere Bonuszahlungen durch das Einspielergebnis, die Vermarktung des Soundtracks sowie Merchandising in ihrem Vertrag mit inbegriffen waren. Auch Patrick Wilson und Vera Farmiga sind erneut als Ed und Lorraine Warren zu sehen. Aus diesem Grund fühle sich der Film laut Produzent James Wan sehr stark wie ein Conjuring-Film an. Beide hätten laut Dauberman großartige Ideen gehabt und mit ihrer Erfahrung und Chemie das ganze Produktionsteam unterstützt. Anfang Oktober 2018 erfolgte die Besetzung von Madison Iseman als Babysitterin Mary Ellen, die der Familie sehr nahe steht und für Judy wie eine Schwester ist. Des Weiteren ist auch Katie Sarife in einer Hauptrolle zu sehen. Sie verkörpert die lebenslustige Daniela, die beste Freundin von Mary Ellen, die sich mit dem Leben nach dem Tod beschäftigt, da ihr Vater verstorben ist. Ein Priester gab in Vorbereitung auf die Dreharbeiten den drei Hauptdarstellern Iseman, Sarife und Grace seinen Segen. Letztere bekam sogar einen von Papst Franziskus gesegneten Rosenkranz. Außerdem tritt Samara Lee nach Annabelle 2 erneut als Annabelle Mullins auf. Im fertigen Film wird letztendlich das Monster „Die Braut“ (engl.: „The Bride“) eingeführt. Diese verführt Bräute zum Kauf ihres Kleides, versucht im Anschluss die Kontrolle über sie übernehmen und zwingt sie letztendlich dazu, ihre Bräutigame umzubringen.
Die Dreharbeiten begannen Ende Oktober in Los Angeles, fanden Mitte November unter anderem in Burbank statt und endeten Mitte Dezember 2018.Post von Mckenna Grace auf Twitter am 14. Dezember 2018, abgerufen am 15. Dezember 2018. Im März 2019 wurde der offizielle Titel Annabelle Comes Home enthüllt.
Ein erstes Bild der Annabelle-Puppe im Museum der Warrens wurde am 25. März 2019 veröffentlicht; der Trailer folgte sechs Tage später. Ein zweiter Trailer erschien am 28. Mai 2019. Die Weltpremiere erfolgte am 20. Juni 2019 in Los Angeles. Der Film sollte ursprünglich am 3. Juli 2019 in die US-amerikanischen Kinos kommen. Später wurde der Starttermin um eine Woche auf den 26. Juni 2019 vorgezogen. In Deutschland war der Film ab dem 4. Juli 2019 in den Kinos zu sehen. Im fertigen Film ist schließlich auch eine Nachbildung der echten Annabelle-Puppe während einer Spielshow im Fernsehen zu sehen.
Der Film ist in den Vereinigten Staaten seit dem 17. September digital und seit dem 8. Oktober 2019 auf DVD und Blu-ray erhältlich. In Deutschland erschien Annabelle 3 am 7. November digital und am 21. November 2019 auf Blu-ray.
Synchronisation Die deutsche Synchronisation entstand unter der Dialogregie von Tobias Meister nach einem Dialogbuch von Tobias Neumann im Auftrag von RC Production.
Rolle Darsteller Synchronsprecher Judy Warren Mckenna Grace Sarah Kunze Mary Ellen Madison Iseman Victoria Frenz Daniela Rios Katie Sarife Amelie Plaas-Link Ed Warren Patrick Wilson Alexander Doering Lorraine Warren Vera Farmiga Claudia Urbschat-Mingues Pater Gordon Steve Coulter Erich Räuker Danielas Vater Anthony Wemyss Martin Schubach
Rezeption Altersfreigabe In den Vereinigten Staaten wurde der Film von der MPAA mit einem R-Rating gekennzeichnet. In Deutschland erhielt er eine „Freigabe ab 16 Jahren“. In der Begründung heißt es, der Film habe eine zunehmend bedrohliche Atmosphäre und arbeite mit klassischen Horrorfilm-Stilmitteln wie Schreckmomenten, unheimlichen Geräuschen und Schockeffekten. Diese bewegen sich jedoch in einem Rahmen, der Jugendliche ab 16 Jahren nicht überfordere. Zuschauer ab diesem Alter würden den Film zudem als realitätsferne Gruselgeschichte erkennen und eine entsprechende emotionale Distanz wahren können.Freigabebegründung der FSK In: spio-fsk.de, abgerufen am 25. August 2019.
Kritiken
Erste Kritiken waren überwiegend positiv. So wurde vor allem die schauspielerischen Leistungen, die cleveren und angsteinflößenden Kreaturen, der Humor sowie das intelligente Drehbuch gelobt und der Film als der beste der Annabelle-Trilogie beschrieben.
Bisher konnte der Film 64 % der Kritiker auf Rotten Tomatoes überzeugen und erhielt auf Metacritic einen Metascore von 53 von 100 möglichen Punkten.