Les Misérables – Gefangene des Schicksals (Alternativtitel: Die Elenden) ist eine für das Fernsehen produzierte, vierteilige Literaturverfilmung von Josée Dayan. Die internationale Co-Produktion war die 25. Verfilmung des Romans Die Elenden (OT: Les Misérables) von Victor Hugo.Paul Barz: Die Jäger des Gerechten. In: Welt am Sonntag, Nr. 2, 14. Januar 2001, S. 45.

Der Film spielt während der französischen Restauration zu Beginn des 19. Jahrhunderts und behandelt das Schicksal des Jean Valjean, der nach einem Brotraub zu rund 20 Jahren Haft verurteilt wird. Seine Entlassung bedeutet vor allem für Inspektor Javert keine Resozialisation, da in seinen Augen ein Krimineller immer ein Krimineller bleibt. Er verfolgt Valjean daher hartnäckig, der sich so bis fast ans Lebensende stets auf der Flucht befindet.

Handlung Teil 1 Wegen eines gestohlenen Brotes wird Jean Valjean zu einer hohen Gefängnisstrafe verurteilt. Zwei Jahre vor seiner Haftentlassung rettet er bei einem Gefängnisbrand einem Gefangenen das Leben. Dafür werden ihm zwei Monate seiner Haft erlassen, die ihm der unerbittliche Inspektor Javert nach einem kleinen Zwischenfall zur bereits bestehenden Strafe hinzuzählt. Zwei Jahre und zwei Monate später wird Valjean nach rund 20 Jahren Gefängnishaft entlassen. Er kommt für eine Nacht in der Kirche des Bischofs von Digne unter, wo er am Morgen Silberbesteck stiehlt und den Bischof nur darum nicht im Schlaf ermordet, weil dieser anscheinend weint. Valjean wird bei einer Passkontrolle aufgegriffen, doch behauptet der Bischof, dass er ihm das Besteck geschenkt habe. Zusätzlich übergibt er Valjean zwei wertvolle Silberleuchter. So bringt er den beschämten Valjean zurück auf den Pfad der Tugend. Zwar stiehlt dieser einem kleinen Jungen eine Münze, will sie jedoch sofort zurückgeben, als er sich an die Leuchter erinnert. Der Junge erstattet Anzeige und Javert, dem dies zu Ohren kommt, wird in seiner Meinung bestätigt: Einmal Krimineller, immer Krimineller.

Sechs Jahre später ist Valjean unter dem Namen Monsieur Madeleine sozial aufgestiegen. In Montreuil ist er Bürgermeister und Inhaber einer Weberei, die Stoff aus Brennnesseln herstellt. In seiner Weberei arbeitet auch die junge Fantine. Sie wurde einst von Valjeans Freund Felix geschwängert und von ihm verlassen. Ihr Kind Cosette gab sie nach zwei Jahren zu den Wirtsleuten Thénardier, denen sie monatlich eine hohe Summe für die Pflege zahlen muss. Cosette wird von den Thénardiers als Magd gehalten. Als Fantines Vorgesetzte erfährt, dass sie ein uneheliches Kind hat, wird Fantine entlassen. Sie verdient sich ihr Geld nun mit Prostitution und fällt so Javert auf, der als Inspektor nach Montreuil versetzt wurde, um Monsieur Madeleines Geschäfte näher zu untersuchen. Fantine schneidet ihr Haar ab und verkauft es, um den monatlichen Zahlungsforderungen der Thénardiers nachkommen zu können, und erkrankt bald schwer. Als Javert sie nach der unberechtigten Beschwerde eines Bürgers einsperren lassen will, holt Valjean sie aus dem Gefängnis und gibt sie zur Pflege bei Nonnen. Nicht nur dieses eigenmächtige Handeln bringt Javert gegen Valjean auf. Von Fuhrunternehmer Fauchelevent, der sich von Javert ungerecht behandelt fühlt, wurde Javert zu Nachforschungen über „Monsieur Madeleine“ angeregt. Javert bezichtigt den Bürgermeister, der ehemalige Häftling Valjean zu sein, nimmt seine Aussage jedoch zurück, als in Arras ein vermeintlicher Valjean verurteilt werden soll. Der echte Valjean begibt sich daraufhin nach Arras, wo er vor Gericht zugibt, selbst Valjean zu sein. Im Bewusstsein, in Kürze verhaftet zu werden, kehrt Valjean nach Montreuil zurück.

Teil 2 Fantine liegt im Sterben. Als Valjean aus Arras zurückkehrt, behauptet er, ihre Tochter Cosette geholt zu haben, da dies der letzte Wunsch der Sterbenden ist. Javert erscheint, um Valjean zu verhaften. Er eröffnet Fantine unbarmherzig, dass Valjean gelogen habe, und Fantine stirbt nach kurzer Zeit. Valjean jedoch will den letzten Wunsch Fantines erfüllen. Er flüchtet und kann selbst einer großangelegten Suchaktion entkommen. Mit dem Vermögen, das seine Fabrik eingebracht hat, begibt er sich als einfacher Pilger verkleidet zur Familie Thénardier, der er Cosette abkauft. Weiteren Erpressungsversuchen der Wirtsleute entgeht er, indem er mit Cosette vorzeitig aus dem Wirtshaus entflieht. Auf einem Markt kleidet er Cosette ein. Beide ziehen nach Paris weiter. Thénardier wird unterdessen von Javert verhaftet, weil er einem gesuchten Sträfling zur Flucht verholfen hat. Dies trifft ihn umso mehr, weil er sich bei der Schlacht von Waterloo einst verdient gemacht hatte, indem er einem Offizier das Leben rettete.

In Paris finden Valjean, der sich nun LeBlanc nennt, und Cosette mithilfe des jungen Gavroche bei Madame Gorbeau eine Unterkunft. Als sie erkennen, dass das Viertel seit einiger Zeit von Polizisten überwacht wird, fliehen beide. Sie retten sich schließlich in das Frauenkloster Picpus, wo Fuhrunternehmer Fauchelevent vor Jahren durch Vermittlung Valjeans eine Stelle als Gärtner erhalten hatte. Fauchelevent erkennt in ihm Monsieur Madeleine wieder und verspricht, ihm zu helfen. Vor Ordensvorsteherin Innozentia gibt er Valjean als seinen Bruder Ultime aus, während Valjean Cosette als seine Tochter vorstellt. Cosette wird als Novizin in das Kloster aufgenommen. Valjean kommt als Gärtner für Kost, Logis und Ausbildung auf. Javert ahnt zwar, dass Valjean auch nach einigen Tagen noch im Kloster ist, erhält jedoch von seinem Vorgesetzten keinen Durchsuchungsbefehl. Er soll sich vielmehr um die Bespitzelung der revolutionären Studenten kümmern, die immer öfter republikanische Gesinnungen offen aussprechen. Zu den so überwachten Personen gehört bald der Baron Marius Pontmercy, der der Republik nahesteht und bei Madame Gorbeau in dem Zimmer untergekommen ist, das früher Valjean und Cosette bewohnt haben.

Einige Jahre später ist aus Cosette eine junge Frau geworden. Mit ihrer Kommunion stellt sich auch die Frage, ob sie als Nonne im Kloster bleiben wird. Sie entscheidet sich dagegen. Bei einer Besichtigungstour stellt Mutter Innozentia dem Polizeipräfekten auch die beiden Gärtner des Klosters vor. Die Rede über den Wert der Verbrecher empört Valjean, der sich energisch gegen die Ansicht des Präfekten stellt und vorschlägt, Gefängnisse grundsätzlich abzuschaffen. Die Rede kommt Javert zu Gehör, der sofort Valjean hinter dem Gärtner vermutet. Er setzt durch, dass Mutter Innozentia ihn empfängt. Sie lügt vor ihm bezüglich Valjean und lässt sich später von anderen zur Strafe geißeln. Valjean jedoch verlässt mit Cosette das Kloster. Im Jardin du Luxembourg treffen beide auf Marius, der sich sofort in Cosette verliebt. Er gibt Gavroche auf, die junge Frau zu suchen. Die erscheint kurz darauf mit Valjean, der sich nun Favre nennt, im Haus von Madame Gavroche, wo inzwischen auch die Familie Thénardier untergekommen ist, die sich Jandret nennt. Die Thénardiers sind gesellschaftlich weit abgesunken und den beiden jugendlichen Töchtern Éponine und Azelma geht es schlecht. Thénardier erkennt Valjean wieder, der der Familie im Namen des Klosters Almosen bringt. Er plant, sich an Valjean zu rächen. Marius und Gavroche hören diese Pläne mit und beschließen, Valjean beizustehen.

Teil 3 Thénardier wendet sich an die berüchtigte Mitternachtsbande, um sich an Valjean zu rächen. Marius geht zu Javert, um den Überfall auf Jean Valjean zu verhindern. Javert ist an der Verhaftung der Bande interessiert. Marius soll einen Warnschuss abgeben, wenn die Polizei zugreifen soll. Erst beim Zusammentreffen von Valjean und Thénardier erfährt Marius, dass Valjeans Gegner der Mann ist, der in der Schlacht von Waterloo einst seinem Vater das Leben rettete. Dennoch gibt er den Schuss ab, als deutlich wird, dass zur Not Cosette zu Schaden kommen soll, damit Valjean Thénardier Geld gibt. Als Valjean erkennt, dass Javert die Bande verhaften wird, flieht er aus dem Fenster. Thénardier wiederum berichtet Javert, dass der als Favre auftretende Mann niemand anderes als Valjean ist.

Obwohl Javert die Mitternachtsbande festgenommen hat, wird er von seinen Vorgesetzten weiterhin nur für die Jagd nach den studentischen Rädelsführern an der Sorbonne eingesetzt. Bisher kann er nur Marius als einen der Verdächtigen benennen. Der ist weiterhin auf der Suche nach Cosette, die mit Valjean unterdessen in einer Villa abseits des Stadtzentrums untergekommen ist. Hier leben beide mit ihrem stummen Diener Toussaint. Zufällig findet Thénardiers Tochter Éponine Cosette und nutzt ihr Wissen später, um Marius zu erpressen: Er willigt ein, mit ihr zu schlafen, wenn sie ihn zu Cosette führt. Gleichzeitig erkennt sie, dass Marius in Thénardiers Schuld steht, da er seinen Vater einst gerettet hat.

Javert stellt Marius zur Rede, dass er sich immer noch nicht von den Revolutionären getrennt hat. Er erfährt, dass Marius in eine gewisse Cosette verliebt ist und lässt ihn beschatten. Heimlich trifft sich Marius mit Cosette im Garten der Villa. Zufällig erfährt Valjean, dass ein Inspektor der Polizei die Villa besichtigen will, um auszuschließen, dass sie während der Revolution als Unterschlupf dienen könnte. Sofort packt Valjean seine Sachen. Er plant, nach England zu fliehen, doch wird Cosette ohnmächtig, als sie davon erfährt. Valjean schiebt seine Reise auf den nächsten Morgen auf. An diesem Morgen beginnen in Paris die Barrikadenkämpfe und Valjean weiß, dass das Chaos Javert erst einmal von Nachforschungen abhalten wird. Er erfährt durch einen nicht abgeschickten Brief Cosettes, dass sie verliebt ist. Valjean gerät außer sich und eilt außer Haus, als Cosette ihm Name und Anschrift ihres Geliebten nennt. In den Unruhen sucht Valjean nach Marius, findet seine Wohnung jedoch leer vor. Von den Revolutionären wird er spontan als Wache einer Nebenstraße eingestellt. Während es zu Straßenkämpfen kommt, nehmen die Aufständischen Javert fest, der sich in ihre Reihen als Spitzel eingeschlichen hatte. Marius wiederum, der sich zunächst wegen Cosette nicht am Aufstand beteiligen wollte, erfährt von Éponine, dass Cosette außer Landes ist. Er will nun sterben und schließt sich den Aufständischen an. Éponine wird schwer verletzt, als sie eine für Marius bestimmte Kugel abfängt. Sie stirbt in seinen Armen, gesteht ihm jedoch vorher zwei Dinge: Er steht nicht in Thénardiers Schuld, weil er seinen Vater damals nicht retten wollte, sondern ihn für tot hielt und mit sich nahm, um seine Uhr zu stehlen. Cosette wiederum habe zwar abreisen wollen, halte sich aber weiterhin in Paris auf. Unweit der Barrikaden sucht Valjean nach Marius. Er trifft auf Gavroche, der ihm berichtet, wie sehr Marius und Cosette sich lieben. Er rät ihm, nach Hause zu gehen und sich nicht in Lebensgefahr zu bringen, doch will Valjean bleiben, bis er Marius gefunden hat.

Teil 4 Gavroche wird beim Leichenfleddern von Soldaten erschossen. Valjean ist empört, setzt jedoch seine Suche nach Marius fort. Dabei trifft er auf den gefangenen Javert. Er verhindert dessen Exekution durch die Aufständischen, die er selbst vornehmen will. Stattdessen befreit er Javert heimlich. Die Barrikadenkämpfe gehen unterdessen weiter. Fauchelevent wird erschossen und Marius beim Kanonenbeschuss der Barrikaden schwer verletzt. Valjean flieht mit ihm über der Schulter in die Kanalisation, wo er Thénardier wiedertrifft. Dieser glaubt, Valjean habe den Mann des Geldes wegen ermordet und sich so auf die Seite Thénardiers geschlagen. Er hilft Valjean aus dem Kanalisationslabyrinth heraus und nimmt Marius am Ende Geld, aber auch ein Taschentuch ab, das dieser einst von Cosette erhielt. Zudem findet er einen Brief, in dem Marius darum bittet, dass seine Leiche zu seinem Großvater Gillenormand gebracht werden soll.