Defersdorf (fränkisch: Dehweasch-doafW. Wiessner: Stadt und Landkreis Fürth, S. 26. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „dēweʳschdoʳf“.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Roßtal im Landkreis Fürth (Mittelfranken, Bayern). Defersdorf liegt in der Gemarkung Großweismannsdorf.
Geographie Das Dorf liegt an einem linken Zufluss des Schwallbachs, der wiederum ein linker Zufluss der Schwabach ist. Der Ort ist von Acker- und Grünland und kleineren Waldgebieten umgeben. Im Nordwesten wird die Flur Langer Strich genannt, im Süden Im Fleck, im Südosten Bergfeld. 0,5 km östlich des Ortes befindet sich der Kühbuck. Gemeindeverbindungsstraßen führen zur Bundesstraße 14 (1 km nordwestlich), nach Weiler (1,2 km südlich) und nach Kleinweismannsdorf (2,4 km nordöstlich).
Geschichte Der Ort wurde vermutlich um 800 gegründet. In einer Urkunde, die zwischen 1132 und 1150 entstanden ist, wurde der Verkauf der Güter des Bamberger Kanonikus „Volmar in Tefersendorf“ in Ketteldorf an das Kloster Heilsbronn bestätigt. Dies ist zugleich die erste urkundliche Erwähnung des Ortes. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der slawische Personenname Dobriš. 1339 verkauften die Gebrüder Conradt und Burkhard Pfefferbalg an das Kloster Heilsbronn Landbesitz in „Teferßdorf“, den sie von Graf Gottfried von Hohenlohe erhalten hatten.W. Wiessner: Stadt und Landkreis Fürth, S. 26 f. Von 1566 bis 1818 hatten die Nürnberger Patrizier Scheurl einen Sitz im Ort.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Defersdorf elf Anwesen (Schloss, vier Höfe, ein Halbhof, zwei Güter, ein Gütlein, eine Ziegelhütte). Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Richteramt Roßtal aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft über alle Anwesen hatten die Scheurl von Defersdorf.H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 108. 1799 gab es im Ort weiterhin elf Anwesen.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 1, Sp. 579.
Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Cadolzburg. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Defersdorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Großweismannsdorf und der im selben Jahr gegründeten Ruralgemeinde Großweismannsdorf zugeordnet. Der ganze Ort unterstand in der freiwilligen Gerichtsbarkeit bis 1848 dem Patrimonialgericht Defersdorf.H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 229.
Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern wurde Defersdorf am 1. Mai 1978 nach Roßtal eingemeindet.
Baudenkmäler In Defersdorf gibt es vier Baudenkmäler: Brennerheide 3: Wohnstallhaus Ortsstraße 4: Wohnstallhaus mit Scheune Ortsstraße 5, 7: ehemaliger Herrensitz der Scheurl von Defersdorf, heute GaststätteScheurlschloss
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 1997 2007 2018 2023Einwohner 50 95 110 115 126 142 122 177 149 141 150 131 141 149 142HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 16 18 26 24 22 26 28 35 Quelle
Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Laurentius (Roßtal) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Christkönig (Roßtal) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Fürth Kategorie:Geographie (Roßtal) Kategorie:Ersterwähnung im 12. Jahrhundert Kategorie:Deutscher Ortsname slawischer Herkunft